Frage von Woelfin1989, 277

Würde ein Atomkrieg wirklich die Menschheit ausrotten?

Das ist natürlich eine hypothetische Frage und ich hoffe, dass es nie dazu kommt.

Mich würde aber mal interessieren, wie Ihr glaubt, dass so ein Krieg ablaufen würde.

Man hört ja immer wieder, "Der dritte Weltkrieg wäre der Letzte" usw., aber ist das überhaupt realistisch?

Wenn es einen Atomkrieg gäbe, würde man Atombomben doch sicher nicht flächendeckend werfen, sondern eher gezielt auf z. B. Ballungsräume, oder? Atombomben sind ja auch teuer. Sicher würde keiner eine Atombombe dafür verschwenden, sie in Alaska, der russischen Wallachei oder dem australischen Outback abzuwerfen, d. h., es würden immer irgendwo Menschen überleben, oder nicht?

Antwort
von JBEZorg, 116

Atombomben sind nicht teuer. Das was gerade überall auf der Welt verbombt wird in allem möglichen Kriegen kostet auch nicht mehr. Ausserdem ist ein Krieg mit Kernwaffen per Definition einer, bei dem keiner mehr auf die Kosten schauen würde und auch nicht hoffen würde zu überleben übrigens.

Bei deiner Frage kommt es auf das Ausmass an. Bei einem Krieg zwischen den grossen Atommächten würden so viel Kernwaffen eingesetzt werden, dass die Folgen für die gesamte Biosphäre nichtmal berechenbar oder vorstellbar wären. Es gibt theoretische Vorstellungen zu Auswirkungen auf das Klima usw. Aber es kann ja keiner testen was passiert. Fest sthet bei einem lokalen Einsatz von Kernwaffen würde natürlich irgendwo irgendwer weiterleben wie bisher. Bei einem globalen Krieg könnte man auch in der Antarktis Probleme bekommen, durch Klimawandel bzw. Klimakatastrophen und/oder radioaktive Verseuchung, die auch durch Wind und Wasserströmungen weitergetragen wird vom Ort des direkten Einsatz der Kernwaffen. Wird eigtl. noch erdkunde vernünftig unterrichtet? Wir haben da einiges über Winde und Strömungen gelernt. Ein Blick auf entsprechende Karten reicht um zu verstehen es würde sehr schwierig werden eine wirklich unverseuchte Ecke zu finden.

Antwort
von Digarl, 103

Wasserstoffbomben sind objektiv betrachtet weit mehr als harmlos. Ein Asteroid wäre definitiv schlimmer, ganz zu schweigen von einem Gammablitz oder einer Supernova. Aber gut ... was macht die H-Bombe so gefährlich? Es ist definitiv nicht die Explosion! Dabei würden in New York City eventuell ein paar Millionen Menschen sterben (wenn sie keine Vorwarnung erhalten würden). Doch an den Folgen würde ein Vielfaches von dieser Menge sterben. Was sind die Folgen? Ionisierende Strahlung! Strahlung breitet sich mit dem Wind aus (bzw. die Stoffe, die sie verursachen)! Die bleibt nicht an einem Ort!

Durch die Explosionen würden vermutlich die wenigsten Menschen sterben. 1. wäre es strategisch weit mehr als dumm, jeden Winkel der Erde zu bebomben und 2. gäbe es zu viele von uns. Doch die Strahlung und dann noch der Fallout ... das würde alle Wirbeltiere ausrotten! Selbst viele Einzeller würden sterben. Und auch alle Insekten würden aussterben. Das Kakerlaken einen Atomkrieg überleben könnten ist nicht mehr zeitgemäß. Das hätte eventuell im kalten Krieg gepasst, doch heutzutage wäre die Strahlenbelastung um ein vielfaches höher. Abgesehen davon würden die Kakerlaken verhungern. Sie bekommen also einen Zeitbonus ... nicht mehr und nicht weniger.

Das Leben wie wir es kennen würde in mehreren Monaten bis hin zu wenigen Jahren vollkommen ausgerottet sein. Das Ökosystem zerstört. Denken wir. Doch es gibt noch die Bakterien, mikroskopisch kleine Pflanzen und mikroskopisch kleine Pilze. Die würden sich weiterentwickeln und irgendwann gibt es sicher wieder großes Leben wie Elefanten, Wale, eventuell sogar Menschen oder wer weiß ... vielleicht ja wieder etwas Dinosaurier ähnliches. Doch nur ähnlich! Der Mensch ist ausgerottet .. so wird es ihn dann nie wieder geben (so wie die anderen genannten Arten). Doch das sind für uns dann auch alles Extremophile Lebensarten. Also Lebewesen, die an Orten leben können, an denen es Bedingungen gibt die eigentlich (aus unserer Sicht) Leben verhindern. Also Lebewesen, die extreme Strahlenbelastung aushalten können.

Fazit: Ja, Atombomben würden nicht flächendeckend sondern gezielt gestartet, nicht geworfen (die Zeit ist vorbei)! Doch das ist nebensächlich. Die Strahlung breitet sich mit dem Wetter, um genau zu sein mit dem Wind, aus und würde das Leben vernichten. 

Kommentar von VortexDani ,

es würden definitiv viele Nahrungsnetze ausgedünnt und somit die Menschheit in bestimmter Zeit extrem dezimiert, aber ich denke isolierte Ökosysteme könnten überleben und darauf spezialisierte Einwohner; dass die Zündung aller Sprengköpfe die globale Belastung für alle Insekten tödlich erhöhen würde bezweifle ich - durch Kettenreaktion und schädlicher Mutation wird viel zerstört, aber einige Spezies werden sich anpassen wie sie es auch bei den Massensterben taten die noch höhere globale Radioaktivität verursachten

Kommentar von Digarl ,

1. Was genau meinst du mit "isolierte Ökosysteme"? Meinst du Landmassen wie z.B. Australien? Diese sind nur bedingt isoliert, da sie sich immer noch dieselbe Atmosphäre mit uns teilen. Deshalb sind es ja eigentlich isolierte Lebensräume, nicht Ökosysteme. Oder meinst du etwa wirklich von Menschen geschaffene, komplett isolierte, Ökosysteme? Beispielsweise unterirdisch? Das ist (noch) Science Fiction! Sowas wäre theoretisch durchaus möglich, ist bisher aber noch nie gelungen. Es könnten tatsächlich mehrere Generationen in einem Bunker leben, doch auf langer Sicht würde dies nichts zum Erhalt der Menschlichen Spezies beitragen.

2. Wie bitte sollen sich die Insekten innerhalb von ca. 3 Monaten anpassen? Dir ist bewusst, wie lange die Evolution bis zum heutigen Tag dauerte? Okay, es gilt das Prinzip das kleinere Organismen sich um einiges schneller anpassen, als größere. Deshalb überlebten damals auch die Nagetiere, während die Dinosaurier ausstarben. Doch der große Unterschied ist, dass dabei keine Radioaktivität entstand! Wie gesagt, die reinen Detonationen würden die Menschheit nicht mal ohne Vorbereitung ausrotten. Doch die Radioaktivität zerstört das gesamte Ökosystem. Es gäbe einige Arten von Insekten (beispielsweise jene, die unterirdisch leben und Monate ohne Nahrung auskommen) die lange überleben könnten. Doch auch irgendwann aufgrund von Nahrungsmangel aussterben würden. Du weißt, dass Evolution laut Darwin immer über mehrere Generationen funktioniert? Oder glaubst du etwa daran, was Lamarck sich da zusammen gebastelt hat? Also das die Evolution über eine einzelne Generation stattfinden kann. Das Problem ist, dass es keine weiteren Insekten Generationen geben würde, da das Erbgut durch die ionisierende Strahlung vollkommen durchschossen (wortwörtlich!) werden würde. 

Es gibt aber tatsächlich Pflanzenarten, die sogar auf dem Reaktor in Fukushima wachsen und sich entwickeln. 

Das Problem ist, dass die Zellen eine Resistenz gegenüber Strahlung entwickeln müssten. Und ich hoffe, dass du weißt wie ionisierende Strahlung entsteht und was sie ist! Wenn nicht, führt dieses Gespräch hier zu ohnehin nichts. Die Resitenz müsste sich nämlich über mehrere Generationen entwickeln (laut Evolution). Das Problem: Die Strahlung zerstört das Erbgut. Selbst wenn Menschen überleben würden und der Strahlung durch was auch immer standhalten könnten (was so gut wie unmöglich wäre, außer sie sind im Bunker) würden die Kinder entweder Fehlgeburten, Behindert oder Zeugungsunfähig. Schau dir bitte mal die Folgen vom Bombeneinschlag in Hiroshima an! Die Eltern dieser Kinder sind dort nicht geblieben, sie waren "nur" wenige Stunden von Strahlung belastet. Vielleicht siehst du dann, dass es nicht möglich ist

Jahre

dort zu leben. Würdest du übrigens nach Tschernobyl gehen, du würdest nach wenigen Tagen tot sein (wenn du dort durchgehend bleibst). 

Kommentar von VortexDani ,

Bitte lies den nachfolgenden Teil zu Tschernobyl, falls das nicht schon vorher klar war und du eben die speziellen Bereiche hoher Belastung meintest. (zur besseren Lesbarkeit in fett)

1. Zustimmung hinsichtlich der Auswirkungen

Da habe ich keinen Einwand,  bezüglich der Biologie und der Schädigung habe ich (siehe unten) keine Zweifel mehr, dass du Recht hast, was du erläutert hast kann ich nur unterstreichen; ich wusste natürlich vorher von den biologischen Zusammenhängen und der Empfindlichkeit, nur nicht von der so weiträumig gleichmäßigen Verteilung der radioaktiven Isotope, die vor allem durch Pflanzen so hartnäckig in den Kreislauf geraten - mir ging es lediglich um die Unsicherheit welche Konzentration sich in welche Gebiete verteilt, und welche Gebiete z.B. durch Isolation von bestimmten günstigen Strömen, die solche Gebiete eben etwas schützen wie auch orografische Hindernisse - ich hätte gerne eine Simulation, wie gut sich aus jeweiligen Zündungen Partikel verteilen lassen und ab welcher Menge die geschilderten Dosen weltweit aufträten ;) Zweifel an der Möglichkeit der zu starken Kontaminierung habe ich nicht.

Das mit der Radioaktivität in Asteroidenimpakten war ein Missverständnis, hätte eigentlich nur kurz überlegen müssen, stattdessen ist mir etwas aus dem earth impact effects program hängen geblieben, da ging es aber um "thermal radiation", und den Vergleich zu der aller Nuklearwaffen, klar, dass diese vielfach von Asteroiden überstiegen wird aber stark ionisierender Fallout entsteht bei denen eigentlich nicht, da hast du wieder mal Recht ;)

2. Hiroshima und Little Boy:

Nur wegen Bombeneinschlag: es war ja kein eigentlicher Einschlag, eher eine Luftzündung, in 580m Höhe, so berührte der Feuerball mit 370m Durchmesser ja nicht mal den Boden. Aber klar, die Auswirkungen waren dadurch noch schlimmer und so gewollt.

Du meinst mit Einschlag wahrscheinlich die Auswirkungen.

3. Tschernobyl:

Das mit nach Tschernobyl gehen und wenigen Tagen tot sein stimmt nicht wirklich ganz, falls du auch die Bereiche außerhalb der hohen verbliebenen Konzentrationen meinst  http://chernobylgallery.com/chernobyl-disaster/radiation-levels/

https://en.wikipedia.org/wiki/Chernobyl_disaster

denn für einen sicheren Tod innerhalb weniger Tage muss man eine Dosis von mindestens 10.000 mSv akkumulieren - in den Tagen und Monaten nach dem Unfall schnell möglich, aber heute kaum noch in so kurzer Zeit - das wären wenn man 5 Tage heranzieht 

Ich will im Nachfolgenden auf keinen Fall die Gefahren herunterspielen, mir wäre auch bei Dosen ohne Langzeitschäden schon unwohl...

Heute ist das Gebiet deutlich weniger belastet - zwar sind weite Teile noch mit schädlicher Strahlung bei höherer Verweildauer gezeichnet, so stirbt man nicht zwingend in Tagen. Es sind meist Radionuklide mit längeren Halbwertszeiten übrig, allen voran Cäsium-137. Diese generieren etwa 1% der ursprünglichen Strahlungsenergie. Ein längeres Verweilen in der Gegend um den Reaktor und die durch Winde zur Zeit der Katastrophe stärker kontaminierten Gebiete, teils viele Kilometer entfernt in Weißrussland und Russland, ist auf lange Sicht Krebserregend und an einigen Stellen mit genug Dauer tödlich. Vor allem die Fauna und Flora, die in den ersten 3 Monaten der Katastrophe 80% der Radionuklide aufnahm trug schwere Schäden. Innerhalb der 3–7-km-Zone um den Reaktor wurde der Bestand an Wirbellosen um den Faktor 30 reduziert. Energiedosen von 3 Gy resultierten in früher Sterblichkeit der Nachkommen sowie Fortpflanzungsproblemen. Innerhalb eines Jahres migrierten jedoch andere Wirbellose aus weniger kontaminierten Gebieten in das Sperrgebiet ein, so dass nach zweieinhalb Jahren kein Unterschied in den Populationen zu Kontrollgruppen mehr feststellbar war, wenngleich die Artenvielfalt deutlich reduziert blieb. Die vollständige Erholung der Artenvielfalt an Wirbellosen konnte erst 1995 wieder festgestellt werden. Dass das überhaupt möglich war verwundert mich schon... http://www-pub.iaea.org/mtcd/publications/pdf/pub1239_web.pdf

Weiter siehe Antwort 2

Kommentar von VortexDani ,

Antwort 2:

4.1 Nachfolgend Werte zur Strahlendosis und der Auswirkungen aufsteigend:

Um den Reaktor herum wurden mehrere Meter mächtige Oberböden abgetragen und verlagert, somit ist der Bereich vor der Absperrung um den Sarkophag relativ sauber und um einiges sauberer als bestimmte Deponieplätze der kontaminierten Böden. 

Am Denkmal etwa 300m vom Reaktor entfernt herrscht eine Belastung von etwa 5,2-6 mikrosvievert pro Stunde. Direkt am Denkmal wären 24h Aufenthalt eher unbedenklich: 0,0052*24 ergäbe 0,125 mSv, etwa dem Wert einer einzelnen Röntgenaufnahme der Brust (0,1 mSv). 

Die Graphit-Kranklaue für Aufräumarbeiten weist heute Werte bis ca. 0,5 mSv/h an der stark kontaminierten Innenseite auf; https://www.youtube.com/watch?v=CCrDcxz9gNk

Dagegen sind im Keller des Krankenhauses von Pripjat noch heute an den Klamotten der Feuerwehrleute, die das Reaktorfeuer eindämmten, Werte von 2 mSv/h zu messen. Je nach Annahme von 7500 oder 10.000 mSv als lethale Akkumulation 

https://www.youtube.com/watch?v=TRL7o2kPqw0 (Veritasium-Link)

Bei einem Flug in mehr als 10 Kilometer Höhe und solchen in Polnähe erreicht man häufig über 3 mSv/h - somit erreicht man die durchschnittliche jährliche Dosis eines der 7,4 Mrd. Menschen von etwa 3 mSv innerhalb nur einer Stunde. Stattdessen könnte man auch 3 Wochen kontinuierlich am Denkmal von Tschernobyl bleiben um diesen Wert zu erreichen.

https://en.wikipedia.org/wiki/Background_radiation

Für eine Crew der polaren Route New York-Tokyo ergibt sich jährlich eine Dosis von 9 mSv.

Ein CT-Scan kann je nach Bereich 2-16 mSv zuführen!

Das Limit für beruflich Strahlenexponierte in den USA beträgt 50 mSv im Jahr.

Astronauten sind jährlich ca. einer Dosis von 80 mSv ausgesetzt.

Ab 100 mSv wird eine Steigerung der Krebswahrscheinlichkeit nachweisbar.  

Wie es scheint habe ich die Verteilung des radioaktiven Fallouts bei der anderen Antwort unterschätzt und solch kleine Details können die fragilen Zusammenhänge darstellen: http://www.sueddeutsche.de/panorama/warum-tabak-radioaktiv-ist-ein-rauch-wie-roe...

Somit ergibt sich für den durchschnittlichen Raucher eine Dosis von 160 mSv pro Jahr, also definitiv potentiell Krebserregend.

In Fukushima wurden am 15.3.2011 maximal 400 mSv/h gemessen. Ein Aufenthalt von kurzer Dauer wäre also Gesundheitsschädlich aber nicht direkt tödlich.

Hier wurde im Jahre 2012 abseits einer Straße ein Fragment des Reaktorbrennstoffs mit noch 500 mSv Emission gefunden https://www.youtube.com/watch?v=ejZyDvtX85Y

Weiter siehe Antwort 3

Kommentar von VortexDani ,

Antwort 3:

4.2 Zu den letalen Dosen, welche ja für deine Behauptung interessant werden, Chancen auf Heilung bestehen nicht immer:

https://de.wikipedia.org/wiki/Strahlenkrankheit

Bis zu 1000 mSv ist nicht unbedingt tödlich, falls akkumuliert aufgenommen und nicht in einer Dosis - wird in 5% der Fällen zum tödlichen Krebs führen. 

ab 1.000 bis 2.000 mSv: 10 % Todesfälle nach 30 Tagen (Letale Dosis (LD) 10/30)

mehrere Zwischenstadien nach LD bei 2-3, 3-4, 5-6 Sv(ausgelassen), diese erhöhen jeweils die LD und erschweren die Regeneration

6.000 mSv bis 10.000 mSv: 100 % Todesfälle nach 14 Tagen (LD 100/14) Interessant: Die Liquidatoren, welche häufig 6000 mSv starke Dosen erhielten starben teilweise

10.000 mSv bis 20.000 mSv: 100 % Todesfälle nach 7 Tagen (LD 100/7)

20.000 mSv bis 50.000 mSv: 100 % Todesfälle nach 3 Tagen (LD 100/3) 

über 50.000 mSv: sofortige Desorientierung und Koma innerhalb von Sekunden oder Minuten. Der Tod tritt in wenigen Stunden durch völliges Versagen des Nervensystems ein.

über 80.000 mSv: US-Streitkräfte rechnen bei einer Dosis von 80 Sv schneller Neutronenstrahlung mit einem sofortigen Eintritt des Todes. 

Möglicherweise wurden für die 80 Sv Daten der Operation Plumbbomb mit genetisch relativ nahen Schweinen extrapoliert. Immerhin gab es Daten durch den grausamen Priscilla Test mit 719 Schweinen. Andere Tests in Labors mit den restlichen Schweinen der Operation oder sogar mit Bonobos kann man auch nicht ausschließen, falls die Unterlagen noch unter Verschluss liegen, das nehme ich aber nicht an. Möglicherweise hat man einfach durch hohe Dosen verunglückte Personen als Wert herangezogen.

Nach der Tschernobyl Reaktor 4 Explosion wurden in den folgenden Tagen diese extremen Werte gemessen und geschätzt (teils konnte man erst Monate oder Jahre später messen, da die Stellen wegen zu starker Strahlung auch nicht mit Robotern zugänglich waren):

Kontrollraum von Reaktor 4: 30 - 50 mSv/h

Betonmischer in der Nähe des Reaktors: 100 - 150 mSv/h 

Wasser im Raum 712: 10.000 mSv/h

Nahe der Elektrolyse 50.000 - 100.000 mSv/h 

Brennstoff Fragmente 150.000 - 200.000 mSv/h in der Nähe der Reaktorkühlpumpe

Nahe Reaktor Kern 300.000 mSv/h, in den ersten Tagen; 

Weiter siehe Antwort 4

Kommentar von VortexDani ,

Antwort 4:

4.3 Tschernobyl im Vergleich:

der  3."Corium-Fluss" der in der Formation des "Elefantenfuß" in einem Dampfverteilungskorridor erstarrte und sich 2m tief in den Betonboden fraß, hatte bei Entdeckung einen Wert von 100.000 mSv/h - ein Gebilde aus mehreren Tonnen dichter Lavaartiger Vermischung von Kernschmelze, Reaktorwandmaterial, Beton und Sand etc. ; 1996 noch 10% der Ursprungsemission, also 10.000 mSv/h, heute angeblich noch in 5 Minuten potentiell tödlich

In Bereichen der höchsten Dosen außerhalb des Sarkophags z.B. stark kontaminierte Fahrzeuge und Gerät auf den Schrottplätzen würde man nach einigen Tagen Aufenthalt irgendwann mal zu 100% Sicherheit Krebs bekommen, aber nicht sofort vor Ort sterben. Wenn man sich allerdings in stark verstrahlte Teile einiger Fahrzeuge etc. hineinlegt, könnte man innerhalb von Tagen tatsächlich sterben.

Bei den stark kontaminierten Kleidungen und Gegenständen, die von den "Liquidatoren" verwendet wurden und vor allem in Förderwägen in Gebäuden abgeladen wurden, ja dort würde man nach Tagen sterben. Aber außerhalb des stark kontaminierten Reaktorraums und der unteren Schächte für die ehemaligen Pumpen würde man je nach Objekt die Krebsgefahr erhöhen oder relativ sicher bedingen. In den weit weniger kontaminierten Bereichen ist auch ein mehrtägiger Aufenthalt ohne große Gesundheitsschäden möglich, klar das Krebsrisiko erhöht sich aber es kommt nicht zur definitiv sicheren Auslösung.

Was dagegen deutlich leichter zugänglich wäre und tödlicher:

Die höchste Strahlungskonzentration auf offenem Areal war wohl nach dem Kyschtym Unfall vorhanden: der heftige Grafitbrand in Tschernobyl beförderte einen Großteil der Radionuklide hoch hinauf in die Atmosphäre, während bei Majak aufgrund geringerer Thermik eine bodennahe Wolke entstand; bei einem weiteren Zwischenfall, bei dem 1967 radioaktiv kontaminierte Sedimentstäube aus dem Karatschai-See durch Winde ins Umland getragen wurden, ging ein Teil des Materials erneut in den bereits durch den Kyschtym-Unfall betroffenen Gebieten nieder. Eine wissenschaftliche Untersuchung der russischen und norwegischen Regierung von 1997 kommt zu dem Ergebnis, dass seit 1948 von Majak 90Sr und 137Cs mit einer Aktivität von insgesamt 8,9 Exa-Becquerel (EBq, 8,9 · 1018 Bq) in die Umwelt abgegeben wurden.

1990 war am Ufer des mittlerweile ausgetrockneten Karatschai-See ein Wert von etwa 6.000 mSv/h zu messen...das bedeutet den sicheren Tod nach einer Stunde Aufenthalt.

Laut einem Bericht des Worldwatch Institutes zu radioaktivem Abfall ist Karatschai der „am stärksten verschmutzte Ort“ der Erde. Der See enthielt im Jahr 1990 radioaktives Material mit einer Aktivität von rund 4,44 Exa-Becquerel (EBq), darunter 3,6 EBq aus Caesium-137 (was etwa 1,1 Tonnen des Isotops entspricht) und 0,74 EBq aus Strontium-90 (wovon 2009 noch etwa zwei Drittel übrig gewesen sein dürften; allerdings kommen noch immer neue Immissionen hinzu). Zum Vergleich: Bei der Katastrophe von Tschernobyl wurde Material mit einer Aktivität zwischen 5 und 12 EBq freigesetzt. Dieses verteilt sich jedoch auf ein weitaus größeres Gebiet.

Kommentar von Digarl ,

Mit Einschlag meinte ich einfach nur die Explosion. Das die Bombe nicht auf dem Boden explodierte wusste ich bereits. Die AN602 wurde ja sogar nur mit einem Fallschirm abgeworfen (hätte man sie denn im Ernstfall verwendet).

Eigentlich meinte ich die direkte Nähe zum Reaktor (in Tschernobyl). In den äußeren Gebieten leben ja auch weiterhin ganz normal Tiere. 

PS: Den Karatschai-See kenne ich. 

Kommentar von VortexDani ,

Also du meintest den Aufenthalt im Gebäude an bestimmten stellen und auf Teilen des Dachs und besonders in Reaktornähe - außerhalb des Gebäudes sind die Werte an den Wänden zwar etwas höher als am Denkmal, aber nicht in Tagen tödlich, da müssen aktuell einige Arbeiter seit 2006 den neuen Schutz montieren ;)

Jop, die 27 tonnen schwere AN602 wurde mit einem 800kg schwerem Bremsfallschirm ausgestattet um den Piloten der Tu-95V genug Zeit zu verschaffen, eine sichere Distanz zu erreichen und diese ist das schnellste Propeller-Flugzeug das es je gab ^^. 45km konnten sie sich entfernen und als die Schockwelle sie erreichte sank die Tu-95V abrupt einen Kilometer. Sogar die Treibstofftanks und die Bombenschachtklappen mussten aus Platz und Gewichtgründen abmontiert werden. Die beiden Flugzeuge, Tu-95V und Tu-16 wirden mit spezieller reflektiver weißer Farbe für den Hitzeschutz lackiert. Die Bombe wurde in 10,5km abgeworfen und etwa 4000m über Boden für eine möglichst weiträumige Zerstörung gezündet, der Feuerball reichte mit fast 8000m Durchmessern wegen der Druckwelle nicht den Boden, jedoch fast die Abwurfhöhe. Die Studie der etwa doppelt starken 100 Mt Variante hätte das Flugzeug zerstört und 25% der gesamten ionisierenden Strahlung durch Fallouts seit der Trinity Bombe ausgemacht. 

Kommentar von Digarl ,

Oh, für den ersten Teil bedanke ich mich für die Korrektur! Das mit der AN602 wusste ich bereits ;)

Kommentar von VortexDani ,

keine Ursache, ebenfalls Danke für die Rückmeldung, ich war mir sicher, dass du einen Teil wusstest ;)

Ich habe vergessen zu erwähnen, dass die Tu-95V durch die enorme Zuladung an Geschwindigkeit einbüßen musste :)

Kommentar von Digarl ,

es würden definitiv viele Nahrungsnetze ausgedünnt und somit die Menschheit in bestimmter Zeit extrem dezimiert, aber ich denke isolierte Ökosysteme könnten überleben und darauf spezialisierte Einwohner

Das streite ich ja nicht ab. Nur sage ich, dass es Einzeller oder andere sehr kleine Lebewesen wären, die sich dann weiterentwickeln würden.

Antwort
von TheCookieOfDoom, 150

Die menschheit würde vermutlich jahre zurückgesetzt werden. Aber ausrotten? nein...egal was abgeht, irgendo überlebt immer was/wer aber ein großteil wäre ausgerottet wenn es weltkriegmaße hätte.

Antwort
von exxonvaldez, 148

Nein, das glaube ich nicht. Für die Industrienationen und besonders für die Ballungsräume und ganz besonders für die Hauptstädte wäre das natürlich tödlich.

Aber vermutlich würde sich niemand die Mühe machen, Tristan da Cunha mit einer A-Bombe zu bewerfen.

Das größte Problem wäre sicherlich der nukleare Winter, der zu weltweiten Ernteausfällen und Hungersnöten führen würde (ähnlich wie achtzehnhundertfrierdichtot "Das Jahr ohne Sommer").

Kommentar von Bevarian ,

Aber vermutlich würde sich niemand die Mühe machen, Tristan da Cunha mit einer A-Bombe zu bewerfen.

Auch Nachbarschaftsstreitigkeiten können mal eskalieren und ausarten...   ;(((

Kommentar von exxonvaldez ,

Nur dass die da keine Nachbarn haben.

Kommentar von Bevarian ,

Nachbarn hat jeder... - die einen direkt über'n Zaun, die anderen etwas weiter weg!

Kommentar von VortexDani ,

das ist der Ort auf der Erde mit der größten radialen Distanz zur nächsten Zivilisation :D, da bräuchte man schon leistungsstarke ICBMS und einen Grund eine geheime Militärbasis zu vermuten, die wenn man genauer nachdenkt in Vorbereitung an so einen Krieg dort auch tatsächlich gebaut werden könnte ^^ Aber es wird wohl nie einen Atomkrieg geben, da der Nutzen für Nationen nicht nur gering ist sondern sogar negativ, da die Wirtschaft drunter leidet und Gebiete nicht annektiert werden können, die Infrastruktur, das Wissen der Kriegsgegener nicht ausgenutzt werden kann ;)

Antwort
von JTKirk2000, 66

Vermutlich würde die Menschheit durch einen Atomkrieg nicht komplett ausgerottet werden, aber zweifelsohne würde das Arsenal aller Supermächte zusammengenommen den größten Teil der Menschheit in kürzester Zeit dezimieren, denn das betrifft zunächst einmal Ballungszentren und taktische Ziele. Der nukleare Fallout würde die Umwelt über eine lange Zeit belasten und Nahrungsmittelvorkommen sowie nützliche Insekten benachteiligen, wie beispielsweise die Bienen, die durch den Menschen schon übel genug dezimiert wurden und immer noch weiter werden. Übrig blieben dann nur jene, die sowohl die direkten Angriffe auf Gebieten geringer strategischer Priorität, den Fallout vermutlich durch entsprechende Schutzvorkehrungen und Nahrungsmittelknappheit durch entsprechende Vorräte und Rationierung überstehen, doch was für ein Leben wäre das dann noch, bis der Fallout endlich überstanden ist und Saatgut wieder auf unverseuchtem Boden angebaut werden könnte? 

Man bräuchte schon unterirdische Areale mit der Größe von Städten, um relativ wenige Personen mit einem künstlich erzeugten, autarken Ökosystem am Leben zu erhalten und quasi als Saat nach der Überwindung des Fallout zu dienen. Das künstliche Sonnenlicht, die notwendige Energie und die Statik einer entsprechenden unterirdischen Struktur, die im Notfall einem direkten Oberflächeneinschlag einer Wasserstoffbombe im Megatonnenbereich widerstehen müsste, sind dabei vermutlich die größten Herausforderungen. 

Kommentar von Digarl ,

Aus heutiger Sicht würden wir also auch laut deiner Aussage aussterben. Noch nie wurde es geschafft, ein künstliches Ökosystem zu errichten. 

Kommentar von JTKirk2000 ,

Noch nie wurde es geschafft, ein künstliches Ökosystem zu errichten.

Es wurde also noch nie im großen Rahmen geschafft, was ein Laie beispielsweise zum Marihuanaanbau in seinem Keller schafft? Das ist doch schon etwas unglaubwürdig, findest Du nicht auch?

Es wurden immerhin auch Bunkeranlagen und unterirdische Stützpunkte gebaut, von denen die Allgemeinheit, wenn überhaupt, erst Jahrzehnte nach dem kalten Krieg erfahren hat. Die heutigen Möglichkeiten sind sogar noch wesentlich moderner als damals. Von daher kann man sicher sein, dass solche künstlichen Ökosysteme existieren.

Kommentar von Digarl ,

Nein, wurde es nicht. Was der Laie für seinen Marihuanaanbau schafft, ist kein komplettes Ökosystem! Würde unser jetziges stark verändert oder gar vernichtet werden, würde das dieses Laien nicht mehr funktionieren. Das ist ein Ökosystem, dass von unserem abhängt. Und genau das hilft ja nichts. Wir benötigen eins, welches vollkommen eigenständig ist und sich auch eigenständig weiterentwickelt (so wie die uns bekannte Natur innerhalb der Erdatmosphäre beispielsweise eins ist).

Die Bunker im kalten Krieg stellen keine eigenständige Ökosysteme dar. Und ja, heute gibt es bereits viel besser entwickelte Bunker für Führungspersonen und Milliardäre die es sich leisten können. Doch auch diese Bunker sind nicht in der Lage, dass Überleben der menschlichen Art zu bewahren und sind auch kein eigenständiges Ökosystem. Sobald es keinen Vorrat mehr gibt, gibt es 2 Möglichkeiten: Entweder an die Oberfläche oder unten im Bunker sterben. Die Modernsten unter den modernen Bunkern könnten das Leben mehrerer Generationen sichern, dass stimmt. Doch langfristig stellt das eine Überlebenschance im Bereich von 0,01% der Menschheit da.

Der Anbau von Pflanzen wäre langfristig auch nicht möglich! Man benötigt für ein von Menschen geschaffenes Ökosystem immer eine Energiezufuhr. Deshalb ist es auch kein richtiges Ökosystem, es ist abhängig von weiteren Faktoren und kann nicht alleine überstehen. Die Pflanzen benötigten künstliches Licht. Da ist der Knackpunkt, es ist "künstlich". Das "Ökosystem" ohne künstlichem Licht würde nicht funktionieren. Deshalb würde kein Biologe dies als "Ökosystem" betiteln. Würde man unserer Erde die Sonne einfach nehmen und sagen wir mal einfach, die Gravitationskräft und deren Auswirkung würde sich nicht verändern (was natürlich Quatsch wäre). Dann würde es weiterhin leben geben können. Zwar nicht in unserer Form, doch es wäre Leben. Diese Spezies würden wir dann Extremophile nennen. Doch das wäre bei einem künstlichem "Ökosystem" so nicht möglich. 

Und irgendwann würde die Energie ausgehen, die man künstlich hineinpumpt. Dann keine Wärme und kein Licht mehr, keine Pflanzen mehr und schließlich kein anderes Leben mehr.

Ein richtiges Ökosystem generiert seine Energie notfalls auch selber!

Kommentar von VortexDani ,

da muss ich dir absolut Recht geben - wir sind einfach von Energiezufuhr und Primärproduktion, den Autotrophen Organismen die wiederum Energie und bestimmte Bedingungen benötigen abhängig - in Bunkern betroffener Gebiete wäre man langfristig nicht sicher, das wussten die Wissenschaftler und Betreiber - es gab eine begrenzte Zeit der autarken Lebenserhaltung - bis man Nachproduktion von Nahrungsmitteln benötigt und weitere vom Ökosystem abhängigen Produkte - auch Sonnenlicht wäre wichtig - das mit den Generationen bezweifle ich sogar, wahrscheinlich nicht mal Jahrzehnte außer in speziellen Lebensmitteln und Pflanzen(samen) erhaltenden Bunkern wie z.B. die Svalbard Global Seed Vault - und es gibt so viele Faktoren zu bedenken - aber ich wollte dir nur zeigen, dass auch die Gesamtmenge aller Atomsprengköpfe nicht sicher, heißt nur potentiell ausreichen würde um global bis in die isoliertesten Ökosysteme ein Sterben aller für den Mensch notwendigen Arten garantiere - das ist schlicht unberechenbar ;)

Kommentar von Digarl ,

@VortexDani 
Also ich ging jetzt nicht von einem "normalen" Zivilbunker aus. Ich ging sicher von einem Bunker aus, den es so nicht gibt, der aber theoretisch möglich wäre. Einen in dem es genügend fertige Lebensmittel für die nächsten Generationen gäbe (das würde Energie sparen). Das dies langfristig zu nichts führt ist sicher jedem klar, doch es geht ja eigentlich (wenn wir ehrlich sind) jedem nur um das "Jetzt" und nicht um das Morgen. Und naja, ich bezweifle auch das die Lebensqualität in einem solchen Bunker sehr hoch bzw. überhaupt "normal" wäre. Ich denke eher, es wäre "schöner" im engsten Kreis der Detonation zu sein, als sich dieses Leid danach anzutun (also im Globalen Konflikt). 

Kommentar von VortexDani ,

Achso du meintest wohl hypothetische technische Möglichkeiten die noch nicht realisiert wurden - als sicherste dürften wohl einige des US Militärs und Regierung wie auch der russsischen Regierung gegolten haben - inwiefern diese autark Leben erhalten könnten weiß ich leider nicht und das wird wohl einen Grund haben, dass dazu zu modernen keine Zahlen veröffentlicht werden :)

also ich würde auch lieber kurz und relativ Schmerzlos und großem Knall sterben als langsam leidend durch Verbrennungen 2.-4. Grades und/oder Strahlenkrankheiten :( das haben einige Filme, die zwar Stellenweise etwas Fehlerbehaftet sind relativ gut rüber gebracht, darunter The Day After; aber nichts kommt an die Realität heran, die realen Aufzeichnungen und Erzählungen der Hibakusha

Kommentar von Digarl ,

@VortexDani

Genau die meinte ich. Also sozusagen wie der Weltraumlift. Er wäre ja auch rein theoretisch möglich. Ob er heutzutage Sinn machen würde wäre aber eine andere Frage. Ich bin mir auch sicher, dass es bereits Bunker gibt von denen wir nichts wissen und die definitiv sicherer sind als die, aus dem kalten Krieg. Heutzutage kennt man ja zumindest theoretisch die Folgen. Theoretisch wäre ein langes Überleben ja auch möglich, doch dafür müssten wir uns Hilfsmittel bauen die es entweder noch nicht gibt, oder der Masse vorenthalten werden. Vermutlich eine Mischung aus beidem, es gibt zwar keine die ein durchgehendes Überleben ermöglichen (z.B. mehrere Jahrhunderte) aber immerhin welche die ein qualitatives Leben für wenige Jahre ermöglichen. Oder halt ein Leben über mehrere Jahrzehnte, was das aber wirklich auch nur überleben ist.

Ich denke das die Druckwelle einer modernen H-Bombe dich gar keine Verbrennungen mehr spüren lässt. Aber ... was wenn man sich so weit weg befindet, dass die Druckwelle dich nicht sofort erreicht und du dennoch spürst wie dir die Haut abbrennt? Aber ich denke das es so ist, dass man es im Friedenszustand vollkommen überschätzt. Und später wenn man sowas mit ansehen muss unterschätzte man es. Also wenn du weißt wie ich es meine. 

Antwort
von Bomberos911, 117

Ich habe mal gehört, dass für den Fall eines Atomkrieges zwischen Sowjetunion und USA (plus jeweilige Verbündete) allein über Westdeutschland 400 Atombomben durch die Sowjets abgeworfen werden sollten...

Antwort
von 0youknow0, 129

Auf jeden fall aber ich denke das ein paar menschen überleben...ditch zufall

Antwort
von VortexDani, 60

Also ich habe irgendwann schon einmal mit einer ausführlicheren Antwort auf einen Kommentar gleicher Frage geantwortet, müsste diesen aber langwierig suchen :/ Kurz gesagt glaube ich es auch nicht, da der mensch extrem vielfältige Lebensräume eingenommen hat, und selbst die über 20.000 noch vorhandenen Nuklearsprengköpfe samt Interkontinentalraketen nicht ausreichen um allein alle Ballungszentren aller Nationen auszulöschen - die stärksten mit 15-56 Megatonnen produzierten sind extrem aufwendig in der Produktion und langwierig, siehe Anreicherung in den Mengen und Konstruktion sowie Finanzierung - daneben meist zu schwer und sperrig um von ICBMs weit genug oder überhaupt transportiert zu werden (siehe Abwurf der AN602 "Tsar" per Tupolev Tu95 und Bremsfallschirm). 

Eine Ausnahme ist die von 1986-2009 stationierte Variante der russischen (sowjetischen) R-36M, nämlich der R-36MUTTH (RS-20B) oder Nato: SS-18 Satan mod 5 mit 20! Megatonnen, 16.000 km Reichweite und 370m Treffgenauigkeit, von denen 30 produziert wurden. Eine ältere R-36 SS9 Mod 2 konnte sogar einen 25 Megatonnen Sprengkopf mitführen. 

Solche sehr starken Sprengköpfe wurden für Städte aber als "Verschwendung" angesehen, außer für Metropolen oder starke Bunkeranlagen, ihre Hauptaufgabe war häufig, den durch ihre hohe Energie möglich gewordenen elektromagnetischen Impuls bei der Zündung in großen Höhen über feindlichem Gebiet auszunutzen und damit elektronische Systeme lahmzulegen, einerseits um Kommunikation zu unterbinden sowie Logistik, Panik bei der Bevölkerung zu schüren und den Weg für nachfolgende MIRVs zu bahnen, die nun von deaktivierten/zerstörten Erfassungssystemen nicht entdeckt werden könnten und dadurch ihr Ziel erreichen.

Die mit dem stärksten Sprengkopf ausrüstbare momentan stationierte ist die chinesische Dongfeng-5 oder Nato: CSS-4 (Ostwind-5) mit 12.000 km Reichweite und maximal etwa 5 Megatonnen. Das CSS-4A Äquivalent kann 4 bis 6 MIRV zu je 350 oder 500 kT aufnehmen.

Südamerika wäre sozusagen noch unerreichbar für China. Aber die neue sich in der Testphase befindende Dongfeng-41 könnte sogar 15.000 km erreichen, womit sie die möglicherweise aktuell weitreichendste ICBM der welt wäre (die Reichweite der mit dem maximal 1.2 Megatonnen W56 Sprengkopf (die alle bis 2006 ausgemustert wurden) ausrüstbaren LGM-30 Minuteman Varianten der USA wird auf 13.000 km geschätzt.)

Kein Land kann von Festlandsilos durch standardisierte ICBMs, die wahrscheinlich 16 Tausend Kilometer nie überstiegen haben, jede Fläche der Erde ausreichend allein erreichen, das heißt ohne U-Boote, die auch große ICBMs teilweise mitführen/mitgeführt haben, wie die größten je gebauten 172m langen U-Boote vom Projekt 941 „Akula“ welche alle mittlerweile ausgemustert wurden (Nato: Typhoon-Klasse mit R39ern und 10MIRV mit je 100kt), aber in der Realität waren U-Boote ein wesentlicher Teil der Nuklearen Streitmacht, vor allem für Zweitschläge, also wäre doch jedes Land erreichbar, und noch heute sind vor allem die USA mit einer großen Nuklear Uboot Flotte dabei. 

Aber selbst dann und mit geballter selbstzerstörerischer Logistik (man nehme an die Menschheit wäre in einem Zustand einer suizidalen Sekte und würde zusammenarbeiten mit etwa der aktuellen Anzahl an Nuklearsprengköpfen, und logistisch Jahre lang planen alle Menschen zu treffen, dann wäre es nur möglich falls die Menschen alle in die Ballungszentren wandern, denn ansonsten überleben mehrere zig Millionen in abgelegeneren gebieten. Auch sind neben der ICBM Anzahl die stärken und die Reichweiten im Durchschnitt gesunken. (Nur Länder wie China, Indien, Pakistan und Nordkorea entwickeln weiterhin stärker in dieser Richtung.)

Das kann man ganz einfach mit Simulationen nachberechnen wie den Nukemaps von Alex Wellerstein - die kombinierten Winde wären gefährlich und würden einen Großteil der Überlebenden wahrscheinlich ausrotten, jedoch sind starke Nuklearwaffen meist "relativ" sauber, es sei denn sie explodieren nahe dem Boden, sodass schmutz sich mit dem Feuerball verbindet, aufgewirbelt wird und einen sehr stark konzentrierten Fallout bildet. Auch von den über 2000 gezündeten ist nicht mehr "viel" Radioaktivität übrig geblieben, wenn man einen Atomkrieg als Vergleich heranzieht. 

Im Sprengkopf-Bus sogenannt der Trägerkasten, also MIRV-Bus (Multiple independently targetable reentry vehicle), was unabhängig zielbarer Mehrfach-Wiedereintrittskörper bedeutet können individuelle Sprengköpfe die aus einer Rakete ab einer bestimmten Nähe austreten und mehrere Ballungszentren oder militärische  Anlagen treffen sollen eine höhere "Effektivität" haben, als ein starker Sprengkopf, in einer geplanten Ausführung der R-36 wurde sogar ein 38 MIRV System mit je 250 kT überlegt.

Fazit: Ohne der Wille sich selbst auszulöschen würden entfernte Bereiche überleben und nach hundert Jahren und allen Klimaschwierigkeiten können und werden sich die Vegetationen etc. erholen und die Flächen können wieder besiedelt werden, es wäre quasi ein Neuanfang mit wenig Logistik und viel Wissen würde verloren gehen, extrem viel Infrastruktur und Technik verfallen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass genau die Menschen die abseits von großen Urbanen Räumen oder in extremen Klimagebieten leben zufällig auch die am besten fürs Überleben ohne große Zivilisation geeignet sind.



Kommentar von VortexDani ,

Das obere video lohnt sich übrigens anzusehen, und zwar komplett, um mal einen  Überblick darüber zu bekommen, wie viele, in welchen Jahren und Regionen Atomtests stattfanden - viele waren auch unterirdisch, und nur noch solche werden heutzutage von einigen Ländern durchgeführt.

Kommentar von Digarl ,

Du machst aber einen riesen Fehler! Du hast natürlich Recht, sogar die wenigsten Menschen werden an den direkten Detonationen sterben. Es wäre auch taktisch mehr als sinnlos, jeden Winkel sprengen zu wollen. So würde sicher niemand eine Interkontinentalrakete in den Regenwald schießen. Dennoch ... du hast die Radioaktivität vergessen! Bei einem weltweitem Atomkrieg würde soviel Strahlung freigesetzt, dass die Menschen sowie sehr viele Tierarten gleich mehrmals aussterben könnten (also wenn das gehen würde). Man sagt ja, dass Kakerlaken einen Atomkrieg überleben können, da deren Panzer die Strahlung abhält. Selbst das ist aus heutiger Sicht nur noch Schwachsinn. Das galt noch im kalten Krieg, doch bei einem heutigen Konflikt wäre die Strahlendosis um ein vielfaches höher. Der Atomkrieg selbst tötet zwar nicht alle Menschen, doch die Folgen würden alle Wirbeltiere und auch alle Insekten töten! Auch sämtliche Pflanzen würden aussterben, Einzeller, Bakterienarten und auch viele Arten von Viren (keine Wirke mehr). Doch es gäbe noch Bakterien und es gäbe noch gewisse Einzeller und Pflanzen. Ebenso könnte es noch spezielle Arten von Pilzen geben. Das alles aber nur noch so klein, dass wir es nicht mehr sehen könnten. Das Leben auf der Erde würde sich dann sicher wieder entwickeln. Irgendwann gibt es sicher auch wieder große Organismen wie Elefanten, Wale oder eventuell auch Saurier ähnliche Wesen. Doch das wären dann aus unserer Sicht Extremophile, also Wesen die bei extremen Lebensbedingungen überleben (aus unserer Sicht extrem). 

Fazit: Der Mensch und auch alle anderen größeren Wesen (alle für uns sichtbaren) würden aufgrund der extrem hohen Strahlenbelastung aussterben. Auch Menschen die in einem Bunker leben würden, der nicht getroffen wurde und in dem die Strahlenbelastung einen Wert von 2,4 mSv pro Jahr (deutscher Durchschnitt) hat, würden sterben. Der Grund dafür wäre, dass Landwirtschaft sowie alle anderen Arten der Nahrungsbeschaffung nicht mehr möglich wären. Die Atom- bzw. Wasserstoffbombe ist nicht so gefährlich, weil sie eine solch "hohe" Sprengkraft hat. Sie ist gefährlich weil sie ionisierende Strahlung freisetzt. Viele Menschen in Japan sind noch heute krank, weil das Erbgut ihrer Vorfahren durch den Atombomben von Hiroshima und Nagasaki zerstört wurde.

Kommentar von VortexDani ,

Das stimmt nicht ganz. Ich will so eine nukleare globale Katastrophe nicht herunterspielen, aber auch nicht die Möglichkeiten überschätzen und die häufige Unsicherheit solch komplexer Vorgänge hervorheben:

Man kann nur von Wahrscheinlichkeiten ausgehen und ein definitives Ergebnis wurde nie berechnet, die Behauptung der potentiell mehrfachen Ausrottung der Menschheit wurde nie wissenschaftlich belegt oder ist gar möglich anhand der komplexen Vorgänge und Variablen, aber theoretisch möglich - bei Heranziehen der Werte aller über 2000 bisher detonierten und dem Mittelwert der existenten im Vergleich viel effizienteren also prozentual sauberen (aber etwa gleich oder weniger stark verstrahlenden) modernen Kernwaffen kann man mitnichten von sicherer mehrfacher Ausrottung sprechen, auch nicht im pessimistischsten Falle - "nur" noch etwa 3-10% der Energie gehen bei der Zündung in Strahlung über.

https://www.ctbto.org/nuclear-testing/the-effects-of-nuclear-testing/general-ove...

https://en.wikipedia.org/wiki/Nuclear_warfare

Die Radioaktivität habe ich nicht vergessen! habe ich aber nur kurz angedeutet, dass mit den Winden eben der Fallout weiter getragen würde und die fragilen Ökosysteme sind logischerweise wichtig für den Menschen - inwiefern aber durch bestimmte Gegebenheiten isolierte Populationen der Flora und Fauna überleben und sich die Radioaktivität verteilt bei der Konzentration auf die Kriegsparteien, das kann man einfach nicht wissen - Ja, kein Organismus hält eine bestimmte Dosis mehr aus, selbst die bei ausreichend langsam abfolgender Abkühlung kryoresistenten Arten der Bärchentieren, die länger im Vakuum und 1000-fach terrestrische Strahlungsdosis ausgesetzt überleben können, haben eine Grenze und nur etwa 10% überleben eine erste Phase.

Die besonders resistenten Bakterien Deinococcus radiodurans würden mit ihrer LD50 von 10.000 Gray wohl auch in den getroffenen Gebieten abseits der thermischen Vernichtung und zu hoher Konzentration mit ihrer schnellen Reparaturfähigkeit überleben - Gebiete, in denen die Radioaktiven Partikel günstig verteilt werden (bestimmte Faktoren die eine Ausdünnung erlauben) wären nach einigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten wieder bewohnbar, wie man mit Messungen feststellen kann - man müsste schon eine große Zahl absichtlich schmutziger Bomben herstellen - der Fokus vor allem in den modernen Sprengköpfen lag aber meist auf größerem Zerstörungsradius - man wollte ja nicht die globale Belastung zu stark erhöhen und damit die Auswirkung auf die eigenen Gebiete erstrecken - in einem relativ gesehen geringen Schlagabtausch, man nehme an ein paar hundert Ziele mit Einsatz einiger Tausend von 15.375 Sprengköpfen, es sind ja häufig MIRV-Systeme, mit nur Treffern der wichtigsten Ziele der beiden Hauptmächte USA und UdSSR hätte es zwar starke Belastungen dieser Staaten und Anrainer gegeben aber nicht die vollständige Vernichtung der Population dieser Staaten oder gar der Menschheit - bei voller Ausnutzung aller Sprengköpfe hingegen hätten Einwohner in durch meteorologische Vorgänge betroffene Gebiete wohl auswandern müssen..

Kommentar von Digarl ,

Man muss immer davon ausgehen, dass sie sich flächendeckend verteilt! Man geht nämlich immer vom schlimmsten in solchen Fällen aus.

Das kleine Lebewesen (Bakterien sind Lebewesen) überleben, habe ich doch gesagt! 

wären nach einigen Jahrzehnten oder Jahrhunderten wieder bewohnbar

... Denk mal nach! Wenn eine Fläche über Jahrhunderte nicht bewohnbar ist, ist sie auch für die Nahrungsbeschaffung nicht nutzbar. Und bei gleichmäßiger Verteilung nach einem nuklearen Weltkrieg, wäre das die definitive Ausrottung von allen größeren Organismen die sowohl an Land als auch im Wasser leben.

                 --- (Folgendes geht an deine 2. Antwort)---

Und wieder tust du es .... es kommt nicht auf die Umstände an! Zumindest nicht in der Theorie. In der Theorie muss man immer vom schlimmst möglichen ausgehen, um auf das schlimmst mögliche vorbereitet zu sein und somit auch alles überleben zu können (was hier zwar eh keinen Sinn macht, also mit dem Überleben)! Und man muss davon ausgehen, dass sämtliche Partikel aufgrund des Fallouts auf dem Boden haften werden. Und man muss auch, von der möglichst gleichmäßigsten Verteilung des Fallouts ausgehen. 

Ja, selbst die Wirbeltiere haben überlebt (in Form von Nagern). Aber bitte ... welche "Radioaktivität"? Sehr viele Asteroiden tragen z.B. radioaktive Isotope von Eisen oder Aluminium in sich (in extrem großen Mengen). Doch diese spalten sich meist schon nach der Entstehung des Asteroid, weshalb er sich enorm erhitzt und sich auch schwere Metalle in seinem Kern absetzen, was die Dichte (und damit im Endeffekt auch die "Durchschlagskraft" laut F=m*a) nochmals enorm erhöht. Tatsächlich ist im Gestein von Asteroiden noch stark radioaktives Material zu finden, doch dieses wurde in der Regel nicht freigesetzt! Das ist dann so, wie mit den unterirdisch gelagerten Castoren. Es ist da, doch nicht freigesetzt. Außerdem wird die meiste Strahlung beim Eintritt in die Atmosphäre freigesetzt. Der meiste Teil betritt die Atmosphäre dabei aber nicht, da die die Strahlung exakt zwischen Atmosphäre und Vakuum freigesetzt wird. 

Kommentar von VortexDani ,

Du hattest Recht, ich habe da etwas durcheinander gebracht, Verzeihung - lediglich die Zahlen zu den Atomwaffensystemen, die Verteilung und deren initiale physische Auswirkungen stimmen. Entschuldige auch die Fettschrift, die ging nicht mehr weg.

Auch bei der Berechnung der letztendlichen Verteilung der radioaktiven Isotope und ihrer relativen Häufigkeiten und Auswirkungen fehlen mir die Daten - wäre super wenn du da welche verlinken könntest, vor allem würde mich interessieren wie hartnäckig sich diese in bestimmten Böden halten und inwiefern sie abgesehen von der globalen Verteilung durch atmosphärische Zirkulation durch Bioturbation, hydrogeologische und äolische Prozesse in kleineren Räumen verteilt würden bzw. in tiefere Schichten gelangen... 

Ich bin da halt bisher einfach etwas skeptisch was die Verteilung bis in entlegenste Gebiete angeht: klar, die Radioaktivität wird messbar überall etwas ansteigen, aber von einer ursprünglichen Konzentration auf Ballungsräume auf eine gleichmäßige Verteilung würde ich nicht auf alle Gebiete kommen... allerdings gibt es verschiedene Ströme in unterschiedlichen Höhen, dann könntest du wieder Recht haben.. hmm eine Grafik wäre da hilfreich

Allerdings habe ich einen weiteren Fehler gemacht: in einem abschnitt des earth impact effect programs wurde "thermal radiation" mit "radiation" abgekürzt, mit Energie beziffert und mit der Energie aller nuklearen Waffen verglichen und ich habe das falsch interpretiert - es wäre nämlich verwunderlich, da keine großen Vorkommen an kurzlebigen Isotopen mehr in der Lithosphäre existieren, welche für einen Fallout benötigt würden, auch der seit 1,5 Mrd. Jahren erloschene Naturreaktor Oklo wurde nie durch einen Asteroiden getroffen... abgesehen davon, dass seine Vorkommen zu klein gewesen wären, würden bei impakt hauptsächlich Tektite abregnen und die Aerosole und andere Dämpfe Gesundheitsrisiken darstellen, so gut wie keine radioaktiven Aerosole und Fallout

Es wird keine natürlichen Reaktoren mehr geben, das U235/U238 Verhältnis ist mittlerweile zu niedrig, was sich in ihren unterschiedlichen Halbwertszeiten begründet.

Bei den Asteroiden hast du vollkommen Recht, ich hätte nur kurz überlegen müssen wie lang diese nach der Entstehung brauchen um die Erde zu erreichen und wie kurzlebig die Isotope für den Fallout sind ;)

Vielen Dank für die Berichtigung :)

Kommentar von Digarl ,

Das Problem mit dem Editor auf dieser Seite hatte ich auch schon, ich dachte schon ich wäre der einzige ;)

Natürlich, Ballungsräume und vor allem strategisch wichtige Standpunkte würden immer höhere Strahlenbelastung haben als z.B. irgendein Ort mitten im Regenwald (obwohl ich da nicht weiß, wie es vor allem im Regenwald mit Fallout aussehen würde). Aber wir Menschen müssen uns schon bei Röntgenstrahlen schützen. Stell dir mal vor wir wären 24/7 ɣ-Strahlung ausgesetzt. Selbst wenn wir irgendwo sein würden, wo es zufälligerweise keinen Fallout gibt, würden wir sicher irgendwann an Folgeerkrankungen sterben oder unsere Kinder würden behindert werden. Es geht ja nicht darum, dass eine ganze Generation innerhalb eines Jahres tot ist. Es geht darum, dass man langfristig ausstirbt. Da reicht es doch schon wenn unser Erbgut zerstört wird.
Meinst du welche genauen Isotope bei einer Kernwaffenexplosion in welcher Konzentration freigesetzt werden? Ich denke 100%ig genau kann dir das wohl nur der Entwickler der jeweiligen Bombe sagen, da ich denke das sie nicht zu 100% alle gleich zusammengesetzt sind. Oder ist das Mischverhältnis immer gleich? Ich denke bei der Waffentechnischen Seite bist du mir im Vorteil ;) Normalerweise werden ja die Wasserstoffisotope Tritium und Deuterium miteinander verschmolzen. Aber radioaktiv sind die beide nicht. Aber es gibt auch mehrere Lithium Isotope wie 6Li und 7Li. Auch Helium Isotope (4He) sind an der Reaktion beteiligt. Aber wie wir wissen sind auch solche Stoffe an der Reaktion beteiligt 238U, ein Isotop von Uran. Also ja, genaue Angaben zu den Isotopen kann ich dir nicht geben. Aber ehrlich gesagt finde ich die Halbwertszeiten wichtiger. Denn kurzzeitig könnten wir uns ja tatsächlich schützen (sofern wir nicht selber getroffen werden). Würden wir tief genug sein würden wir auch vom Fallout verschont bleiben. Aber solche Bunker wären ja für die Allgemeinheit "Geldverschwendung" ... lieber bohrte die UdSSR das tiefste Loch der Welt .. für "Forschungszwecke". Naja, wären die Halbwertszeiten um ein vielfaches geringer würde sicher auch die Angst eines Atomkriegs sinken. Denn dann wäre Tschernobyl beispielsweise wieder bewohnbar. 

Meinst du eigentlich, dass es Mittel und Wege geben würde die freigesetzte Energie der Kernspalte zu 100% in Thermische und Kinetische Energie umzuwandeln? 

Kommentar von VortexDani ,

also die mit 12,262 Km tiefste der Kola-Bohrungen hat schon relativ wichtige Erkenntnis über die baltische kontinentale Kruste erbracht, man erwartete nicht den raschen Hitzeanstieg und konnte 2,5 Mrd. Jahre altes Gestein untersuchen - daneben viele weitere Erkenntnisse für die Geologie - DE hatte da ja auch etwas in Bayern https://de.wikipedia.org/wiki/Kontinentales_Tiefbohrprogramm_der_Bundesrepublik_...

Hmm, glaube erst mal nicht, dass man Energie aus diesen nuklearen Prozessen sei es Fission oder Fusion zu 100% ohne radioaktive Strahlung erzeugen könnte - wobei die Fusion da vielversprechender ist, man müsste da nur nach einiger Zeit leichter kontaminierte Magnetwände austauschen

Kommentar von VortexDani ,

Die Strahlenbelastung aller 15.375 Atomsprengköpfe auf die Ballungszentren reicht wahrscheinlich nicht um die Böden aller Ökozonen komplett unnutzbar zu machen, die potentiell klimatisch und orografisch isolierten Bereiche sind Lebensraum für einige millionen Menschen - die Radioaktivität würde sich in der Atmosphäre durchschnittlich erhöhen, und somit global überall ein Anstieg verzeichnet - aber am Boden nicht so stark wie mit niedrigeren Zündungen - Berechnungen am Beispiel AN602 ergaben, dass eine einzelne Fission Fusion Fission Bombe mit dem deshalb verworfenen ursprünglich geplanten Uranmantel für die 100Mt Version, welcher 3200% höheren Fallout als die gezündete 57Mt Version verursacht hätte, größere Auswirkungen hätte als tausende der anderen niedrig und mittel Starken die 1961 existierten - falls man diese ebenfalls konzentriert auf wenige Bereiche gezündet hätte wäre daneben nur lokal eine besonders hohe Konzentration vorhanden - es kommt auch wesentlich auf die Bindenen Stoffe an, Bodenzündungen erhöhen den Fallout, da höherer Luftdruck und mehr Aufnahme der Strahlung; die wohl häufigsten Zündungen im Kriegsfall wegen gewünschter Flächenzerstörung durch Druck, Thermik und in 100Km+ für EMP verlieren aber einen Großteil der Strahlung in die Atmosphäre und das All... die starke Verringerung fragiler Ökosysteme und notwendiger Arten, vor allem Insekten werden einen weiteren großen Teil ausrotten, das habe ich hiervweggelassen

Wichtigkeit der Praxis: Ergebnisse in Tests ergaben eine niedrigere Radioaktivität als oft angenommen - dagegen wurde die Sprengkraft oft unterschätzt - das heißt, dass ein größerer Teil der Energie in thermische und kinetische Energie überging, als angenommen - das ändert sich in bestimmten Klimaten, Höhenlagen, Zündungsarten - es ist wie mit vielen Szenarien, man kann nicht SICHER sagen, ob sie ausreichen würden und inwiefern die Biosphäre sich regenerieren würde - es gab durch Asteroideneinschläge wie Vredefort vor 2 Mrd., Sudbury vor 1,8 Mrd. und 65 Mio Jahren Chixculub vielfach höhere Radioaktivität durch sekundäre "Bomben", aufgeschmolzene Lithosphäre und weitere Prozesse als man selbst 1985 mit der höchsten Anzahl, 70.000 Sprengköpfe, an Radioaktivität verbreiten hätte können - und obwohl diese Massensterben einleiteten überlebten zumindest den rezenten überraschend komplexe Arten... darunter auch Insekten



Kommentar von VortexDani ,

Edit: Digarls Antwort ist eher korrekt, da habe ich was mit der thermischen Strahlung und radioaktivem Fallout bei Asteroidenimpakten durcheinander gebracht

Antwort
von voayager, 50

Eines ist mal gesichert, hier bei gf werden wir jedenfalls nicht mehr surfen können, den sonstigen Rest möge ausmalen wer da möchte.

Antwort
von BlackDragon1786, 79

Ich denke nicht, dass Atombomben eingesetzt werden würde. Ich würde mehr auf biologische Kriegsführung tippen. Ich denke jeder kennt die verheerenden Auswirkungen einer Atombombe. Hoffen wir einfach, dass der Mensch intelligent genug ist keinen dritten Weltkrieg zu starten. Zwei sind schon zuviel gewesen.

Kommentar von Digarl ,

Weshalb denn bitte biologische? Wenn überhaupt chemische! Biologische Kriegsführung ist mehr als dumm, denn sie ist unberechenbar. 

Kommentar von BlackDragon1786 ,

Na ja. Sicher sind sie unberechenbar, aber jeder hat denke ich schon einmal davon gehört, dass Seucheviren entwickelt und weiter vermehrt worden sind. Zudem hat man im Mittelalter schon biologische Kriegsfuehrung betrieben (Pestopfer ueber Stadtmauern mit Katapulten geschleudert.) Und in Anbetracht der Unberechenbarkeit träfe das mit Sicherheit auch auf chemischen Waffen zu. Wie ich bereits geschrieben habe, hoffen wir einfach das es keinen dritten Weltkrieg geben wird.

Kommentar von Digarl ,

Mir ist durchaus bewusst, dass auch mit Pockenviren "geforscht" wird. Selbst das Bakterium Yersinia Pestis wird doch im Labor gehalten. Doch das ist für uns Europäer mehr oder weniger unschädlich. Wir haben eine Resistenz gegenüber "dem schwarzen Tod" entwickelt. Durch die damalige Kriegsführung hat sich die Pest auch so schnell aus dem asiatischen Raum nach Europa ausgebreitet, auch das weiß ich.

Dennoch ist es sehr unlogisch heutzutage biologische Kriegsführung zu verwenden. Damals wusste man nichts darüber, heute durchaus. Würde das Pockenvirus auf befeindete Soldaten gefeuert werden (was mit speziellen Patronen geht) könnten sich diese Seuchen auch ins eigene Land ausbreiten. Man weiß nicht wie sich das Virus/Bakterium/der Pilz o.Ä. verhalten wird. Niemand würde sowas einsetzen, eher würde man eine Wasserstoffbombe abschießen.

Sowas ist bei chemischer Kriegführung nicht möglich. Dies ist eine sehr sichere Angelegenheit. Giftgase oder auch Eiweiße wie Rizin können perfekt eingeplant werden und schaden auch nur dem, dem es schaden soll. Chemische Waffen sind auch berechenbarer als nukleare Waffen. Von den ABC-Waffen sind die chemischen die harmlosesten. 

Antwort
von Kugelflitz, 83

Das Problem sind nicht die Bomben an sich, sondern der atomare Fallout mit Verstrahlung und einer langen Kälteperiode.

Ausrotten würde es die Menschheit wahrscheinlich nicht (sofort), dazu gibt es zu viele davon.

Antwort
von Alpako995, 81

Klar ist viel werden sterben und die heutige Zivilisation wäre auf jeden Fall ausgerottet!

Antwort
von beroks69, 64

Die politiker wissen das wenn sie eine Atombombe benutzen es schluss ist mit ihrem leben

Antwort
von pabbl, 74

Würde ich mir ne Waffe aussuchen wäre es ne Atombombe die hat nen. Großen Radius aber die einzusetzen verstößt gegen  die Kriegsregeln .

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