Frage von Xuleb, 41

Würde die Endurance aus Interstellar unter Gyroskopeffekten leiden?

Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass die Endurance aus Interstellar, wenn sie in Rotation versetzt wurde, immer genau um ihre Hauptachse rotieren würde (schon gar nicht, wenn mindestens eines der Landemodule ausgeklinkt ist) - der Schwerpunkt müsste sich doch eigentlich immer verschieben, wenn irgendwas an ihrer Struktur verändert wird, selbst dann, wenn die Besatzung umherläuft (oder?). Würden somit Gyroskop-Effekte auftreten? (Insbesondere in der Docking-Szene).

Es soll mal so diskutiert werden, als hätte man das Schiff wirklich gebaut ;)

Antwort
von Muchacho08, 25

Grundsätzlich müssen Raumfahrtzeuge, die Drallstabilisiert sind, immer um die Hauptträgheitsachse rotieren. Daher haben Drallstabilisierte Satelliten immer geometrisch "einfache Formen". 

Im Prinzip hat dies die Endurance ja auch, aber du hast recht, dass ungleiche Massenverteilung bzw. sonstige eingeleitete Kräfte eine Auswirkung auf das Raumschiff haben. Durch eine ungleiche Massenverteilung kommt es zu einer Unwucht des Raumschiffes und durch Krafteinwirkung kommt es zur Präzession/Nutation wie bei jedem Kreisel. 

Antwort
von dvdfan, 17

Man seid Ihr gut! 

Hab den Film förmlich verschlungen. 

Gerade weil der Roboter mal nicht menschenähnlich ist und weil darauf geachtet wurde, dass im Weltall keine Geräuschübertragung stattfindet. 

Aber das mit der Unwucht im gyroskopischen Raumschiff hätte ich als Technikfreak bemerken müssen. 

Die umherlaufenden Leute bringen das Schiff nur wenig aus der Mittelachse. Das ist technisch ausgleichbar. Aber beim an- und abdocken ist es eine immense Massenveränderung. Der Mittelbereich hätte ohne Drehung sein müssen und der Lebenbereich hätte drehbar gelagert dann für die Schwerkraft gesorgt. Ähnlich wie bei Mission to Mars. 

Antwort
von Roderic, 12

Mal davon abgesehen, daß es keinen SF Film gibt, der 100% vor physikalischen Fettnäpfen gefeit ist, kann man getrost davon ausgehen, daß...

...solange Energie an Bord verfügbar ist, es technische Möglichkeiten gibt, den Drehimpuls jedweder unerwünschten Eigenrotation mit Drallrädern aufzunehmen und diese dann, wenn es notwendig wird, mit Verniertriebwerken wieder zu entsättigen.

Die Technologien dazu sind bereits heute vorhanden und im Einsatz und haben sich bewährt.

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