Frage von leowan, 41

Ws sind die konkrete maßnahmen zur vorbereitung eines braunkohle tagebaus?

Als erstes werden ja neue häuser für die bewohner gebaut .und dann braucht man eine zuweisung landwirtschaftlicher flächen für die bauern...aber was kommt danach?

Antwort
von Nomex64, 19

Konkrete Maßnahmen ist gut, die sind so umfangreich das die beiden Konzerne in Deutschland die noch Braunkohlentagebau unterhalten da ganze Abteilungen an Mitarbeitern beschäftigen.

Zunächst ist ein riesiger Berg bürokratischer Arbeit zu erledigen. Dazu gehört z.B. das Planfeststellungsverfahren, die Bergrechtliche Genemigungen, die Umweltverträglichkeitsprüfungen, Wasserrechtliche Gutachten, Bürgerbeteiligungen um nur mal ansatzweise die Wichtigsten zu erwähnen. Dafür können schon mal 10 Jahre ins Land gehen.

Die Umsiedlung ist auch wesentlich umfangreicher. Da baut man nicht einfach ein paar Häuser und sagt den Leuten hier müsst ihr einziehen. Da wird erst mal mit den Leuten gesprochen. Dann wird gemeinsam ein neuer Standort gesucht. Auch hier sind wieder umfangreiche Gespräche mit allen Beteiligten wie z.B. Bürger, Verwaltungen, Medienversorgern, Umweltschutzorganisationen und vielen weiteren notwendig.

Eigentümer werden für ihren Besitz an Häusern und Grund und Boden entschädigt. Dann wird ihnen am neuen Standort Bauland angeboten und dort können sie dann ein neues Heim errichten. Für Mieter die mit an den neuen Standort ziehen wollen werden entsprechende Mietwohnungen errichtet. Gemeindliche Einrichtungen wie z.B. ein Kirche oder ein Bürgerhaus oder auch Spielplätze werden auch am neuen Standort errichtet.

Damit ist die Umsiedlung lange nicht abgeschlossen. Die Bergbauunternehmen begleiten die weitere Entwicklung noch über Jahrzehnte. Ich kann dir aus eigenem Erleben berichten das dabei keiner der Bürger hinterher schlechter dasteht als vorher. In meinem Fall, seit fast 20 Jahren am neuen Standort, hat sich für jeden die Lebensqualität verbessert.

Landbesitzern wird der Besitz zu den marktüblichen Preisen (die meist großzügig berechnet werden) abgekauft. Gleichzeitig bekommen die Leute, so sie es wollen, Unterstützung beim Erwerb von neuen bzw. Ausgleichsflächen. Auch werden sie beim Verkauf von rekultivierten Flächen bevorzugt.

So damit sind die Vorbereitungen noch nicht abgeschlossen. Als Nächstes wird die Notwendige Infrastruktur für den Tagebau geschaffen. Strassen- und Gleißanschlüsse, Bandanlagen, Verwaltungsgebäude, Sozialgebäude und Werkstätten...

Gleichzeitig wird mit dem Tiefbau bzw. Aufschluss des Tagebaus begonnen. Je nach Baufortschritt werden immer weitere Großgeräte zum Einsatz kommen. Nicht zu vergessen das das ganze Entwässerungssystem zur Grundwasserabsenkung eingerichtet werden muss. Dazu ist ein System von Pumpenriegel zu errichten und gegebenenfalls Dichtwandsysteme einzubauen.

Über der Kohle ist der Abraum zu entfernen bis man an das oder die Flöze kommt.

Wenn der Tagebau läuft beginnt schon die Rekultivierung. Nicht mehr benötigte Flächen werden entsprechend der weit vorher erstellten Planung gestaltet und wieder aufgeforstet bzw. in landwirtschaftliche Fläche umgewandelt.

Aber wende dich doch mal an die Presseabteilungen von Rheinbraun oder Vattenfall http://corporate.vattenfall.de/newsroom/presse-kontakt/ Die können dir sicher noch weitere Aspekte nennen die da eine Rolle spielen. Meine Ausführungen sind nur sehr oberflächlich und keinesfalls abschließend.

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