Frage von tamashiinekun, 495

Wir gucken morgen im Theater "Frühlingserwachen" - fühle ich mich zurecht unwohl deswegen?

Morgen schauen wir uns "Frühlingserwachen" an und ich fühle mich dabei ein wenig unwohl. Ich bin ein sehr gläubiger Christ und konservativ,

Und ja, ganz klar haben sich die Charaktäre in der Geschichte einfach falsch verhalten (auch nach christlichen Glauben), aber ich habe das Gefühl dass das Drama sich schon irgendwie gegen das Christentum stellt..

Ich fühle mich einfach sehr unwohl dabei, zuzusehen wie zwei Jungen sich auf der Bühne küssen, oder ein Junge masturbiert, oder wie zwei Jugendliche Sex haben, etc., etc.

Wie findet ihr "Frühlingserwachen"?

Findet ihr, dass das Stück irgendwie "anti - christlich" ist?

Ich möchte nicht als religiöser Fanatiker ´rüberkommen, der allen Homosexuellen die Hölle wünscht.

Aber ich bin halt doch sehr gläubig und habe das Gefühl, dass man mir diese ganzen Sachen "unter die Nase reiben" will.

Antwort
von Eselspur, 240

Ich habe "Frühlingserwachen" einmal gesehen, in dieser Inszenierung damals waren keine wie auch immer explizite Handlungen zu sehen. 

Wie auch immer. Für mich ist das Stück primär anti-bürgerlich, oder besser es stellt Fragen, die in einer braven bürgerlichen Gesellschaft nicht gestellt werden sollten. Das Christentum ist mit dieser "braven bürgerlichen Gesellschaft" nicht ident, aber es gibt gewisse Berührungspunkte.

Ich persönlich denke mir:

  • Jeder Schüler/jede Schüler hat ein Recht auf Religionsfreiheit und die Freiheit, etwas schön zu finden, abzulehnen usw. - das wird üblicherweise vom Schulsystem akzeptiert.
  • Kein Schüler/Schülerin hat das Recht, selber zu bestimmen, was Unterrichtsstoff sein soll und was nicht.
  • Du hast offensichtlich das Stück bereits gelesen, also dich damit beschäftigt. Es ist kein wesentlicher Unterschied, ob du das jetzt siehst oder nicht.
  • Es tut unserem Glauben sehr gut, wenn es Christen gibt, die sich mit Kunst und Literatur beschäftigen - und sich ihre eigene Meinung bilden.
  • Ich nehme an, dein Glaube und deine Anständigkeit halten ein Theaterstück aus, das du nicht magst.
Antwort
von Tanzistleben, 222

Hallo,

sei mir bitte nicht böse, aber du übertreibst maßlos. Dir persönlich will sicher niemand etwas "unter die Nase reiben". Da nimmst du dich wohl etwas zu wichtig! 

"Frühlingserwachen" ist ein Theaterstück, nicht mehr und nicht weniger. Du solltest es völlig wertfrei anschauen und nicht schon mit jeder Menge Vorurteile hineingehen. Selbst wenn dich die Thematik nicht anspricht, schau es doch zumindest aus der Perspektive an, wie Schauspieler es schaffen, den sicher nicht einfachen Text zum Leben zu erwecken. Es ist auch immer interessant zu sehen, wie Schauspieler und Regisseure das Stück interpretieren.

Abgesehen davon geht es in dem Stück doch darum zu zeigen, mit welchen Schwierigkeiten Jugendliche mit ihrer erwachenden Sexualität und dem Erkennen ihrer sexuellen Identität haben. Vielleicht hilft es dir ja auch dabei, noch einmal zu überdenken, ob die Kirche, der du angehörst - ich nehme an, du bist römisch-katholisch - gerade in Sachen Homosexualität wirklich so richtig liegt, immer noch zu denken, es sei Sünde und abnormal. Die sexuelle Ausrichtung ist angeboren und somit wohl in all ihren Spielarten gottgewollt. Ich habe übrigens einen sehr lieben, sehr gläubigen Freund, der homosexuell ist und ich kenne viele heterosexuelle Menschen, die trotz christlicher Erziehung, mit dem Glauben überhaupt nichts am Hut haben. Vielleicht denkst du darüber einmal ein bisschen nach. 

Mein Rat an dich noch einmal: sei offen, sieh dir das Stück vorurteilsfrei an und schau, ob du nicht doch für dich etwas daraus mitnehmen kannst. Und wenn es dich tröstet: nichts, was du auf der Bühne siehst, geschieht in dem Moment wirklich. Es sind Schauspieler, die das Stück in Szene setzen und dabei versuchen, glaubwürdig darzustellen. Du wirst "Bühnenküsse" und eine vorgetäuschte Masturbation sehen. Vielleicht beruhigt es dich ja ein bisschen, das zu wissen. 

Alles Gute, ein schönes Theatererlebnis für morgen und liebe Grüße!

Kommentar von tamashiinekun ,

Die Bibel ist klar was Homosexualität angeht, nur weil etwas angeboren ist muss man diesem Verlangen nicht unbedingt nachgehen.

Das Verlangen jemandem weh zu tun ist ja auch Angeboren aber das heißt nicht dass man jemandem deswegen auch wehtuen sollte.

Jedenfalls danke für deine Antwort, sie hat mir ein gutes Stück weitergeholfen !

Kommentar von Tanzistleben ,

Da hast Du schon recht, dass man nicht allem nachgeben muss, was angeboren ist. Allerdings ist die Sexualität ja kein angeborener Impuls, sondern ein wichtiger Teil des Lebens. Lieben und geliebt zu werden, ist ein Grundbedürfnis des Menschen und da frage ich mich schon, warum das jemandem, der eben mit homosexueller Prägung geboren wurde, versagt bleiben soll. Der Freund, der sehr gläubig ist, und den ich vorhin erwähnt habe, lebt seit vielen, vielen Jahren, inzwischen auch schon fast acht Jahre offiziell verpartnert, mit seinem Partner in einer wunderbaren Beziehung, die ehrlicher und besser ist, als so manche heterosexuelle Ehe, die ich so kenne. Das sollte man vielleicht schon auch sehen. Er ist übrigens nicht nur sehr gläubig, sondern auch ein wunderbarer Kirchenmusiker und arbeitet in einem großen Stift als Sales Manager. So gesehen habe ich doch Hoffnung, dass sich die Kirche ein wenig öffnet, denn er hat nirgends ein Geheimnis aus seiner Homosexualität gemacht. 

Abgesehen davon freut es mich, wenn ich dir ein bisschen helfen konnte. 

Lieben Gruß und trotz allem einen schönen Tag morgen!

Antwort
von hertajess, 124

Nein, gläubig kannst Du nicht sein. Denn wärest Du gläubig dann würdest Du die Antwort auf die Frage an Jesus, g.s.S.N., kennen, ob nur Menschen eine Seele haben oder nicht. Bitte suche nach ihr. 

Homosexualität ist ein in der Natur sehr häufig vorkommendes Phänomen. Mir fallen dazu tatsächlich Delphine ein, Enten, manche sogenannten Nutztiere .... .

Hast Du die Antwort Jesu, g.s.S,N., gelesen? Ich habe ihr Nichts hinzuzufügen. Zumindest was das Thema Christentum und Gläubigkeit angeht. 

Was Schule angeht: Wenn diese eine Veranstaltung für die ganze Klasse plant und zur Teilnahme auffordert dann ist es in der Regel eine verbindliche Aufforderung. Lese im Landesschulgesetz nach. 

Antwort
von MissMarplesGown, 149

Vielleicht noch einmal eine "etwas andere" Antwort:

Solltest Du kein Troll sein: Ich finde es immer wieder erschreckend, wie dick die Scheuklappen sind und wie groß die Uninformiertheit und Verunsicherung mancher Christen immer wieder ist, wenn sie mit solchen Themen konfrontiert werden. Und wie unbedarft immer wieder über Homosexualität als Sünde gesprochen und antrainierter Ekel aber als "normal" hingenommen wird. Ich werde mich niemals daran gewöhnen.

Du bist alt genug, Dir mit der Klasse "Frühlingserwachen" anzusehen und Du bist alt genug, um freiwillig massive Vorurteile auf Deine Schultern zu laden und eine Bevölkerungsgruppe aufgrund einer Tatsache, die ihre absolute PRIVATANGELEGENHEIT ist, in ihrer menschlichen Moral und ihren aufrichtigen Gefühlen und Absichten in Frage zu stellen. Und darum bist Du auch alt genug für diese Antwort.

Du musst wissen, dass es NICHT Aufgabe des Theaters ist, christliche Interessen zu vertreten und ein Abbild christlicher Moralvorstellungen zu sein. Theater würde sehr schlecht funktionieren, wenn es sich dermaßen einschränken (lassen) würde, daran hat niemand Interesse. Das Theater erzählt von MENSCHLICHEN Geschicken, es nimmt sich der Geschichten an, die von unterschiedlichen Epochen und Gesellschaften, von Gewinnern und Verlierern, von Macht und Ohnmacht, von Liebe und Hass erzählen.

Der Mensch als weltlicher Erdenbewohner ist hier grundsätzlich im Vordergrund, selbst dann, wenn von seinen Erfahrungen in religiösen Gefilden berichtet wird. Theater dient nicht der Kirche und keinem Glauben, sondern dem Menschen. Ob dieser religiös ist oder nicht, spielt beim Theater, da es das Leben wiederspiegelt, buchstäblich keine Rolle. Ansonsten gab es aber auch Theaterleute wie Molière. Tartuffe habe ich einmal mit viel Spaß gespielt - gerade auch wegen der bissigen Kritik am Kirchenthema.

"Frühlingserwachen" ist Kunst und ist in Ordnung. In Ordnung ist NICHT, dass Du Homosexualität und ein angeblich "angeborenes Verhalten, jemandem weh zu tun" in einen Pott wirfst und das Eine neben das Andere stellst. Und Deine Bereitschaft, anderen Menschen weh zu tun, ist... gelernt? Welche Art von "Liebe" lehrt man in Deiner Gemeinde, dass sie in einem so erbärmlich unzulänglichen menschlichen Zustand ist?

Ganz ehrlich? Ich finde diese Form vorgeblich christlicher "Liebe" geheuchelt. Ich bin Schauspielerin. Und ich weiß aus eigener Erfahrung während meiner Anfangszeit am Theater, dass die Darsteller in den Inszenierungen von Frühlingserwachen zumeist nicht nur enorm jung sind (solche Stücke sind "Feuerproben"), sondern dass sie auch entschieden zu wenig Gage erhalten für das, was sie insbesondere in diesem Stück immer wieder leisten.

Du sollest hier die Courage sehen, die es braucht, in so jungem Alter solche Rollen zu meistern - und wissen, dass es so überaus gut ist, dass diese Rollen den jungen Schauspielern dermaßen viel Beherrschung und Konzentration abverlangen, dass sie nicht auch noch darüber nachdenken können, dass hier und da verklemmtes und voruteilsbehaftetes Volk im Zuschauerraum sitzt - das vor lauter Fremdprägung und Falschinformiertheit nicht über eine selbst interpretierte "Sündhaftigkeit" hinweg die künstlerische Leistung der Darsteller und der Regie zu erkennen in der Lage ist. Glücklicherweise spielen Schauspieler für alle anderen.

Man schreibt Dir hier, Du solltest Dir einfach denken, dass dies dann ja ein Theaterstück ist - und dass hier also keine echten Homosexuellen zu sehen sind. Ach du je. Habt ihr eine Ahnung, wie viele homosexuelle Männer am Theater zu finden sind - wie auch in allen anderen künsterischen Bereichen?

aber ich habe das Gefühl dass das Drama sich schon irgendwie gegen das christentum stellt..

Das kommt daher, dass man Dir gesagt hat, Dein Glaube sei so etwas wie ein Welt-Bauchnabel. Ein Irrtum. Die Leute, die Frühlingserwachen inszenieren, denken gar nicht an Dich bei ihrer Arbeit. Ebenso wenig wie die Lehrer, die sich das Stück für ihre Klasse auf den Plan schreiben.

Ich denke, dass "man" in Deinem Fall sicher nicht zwingend eine solche Erfahrung "braucht" - Theater könnte dann womöglich auch noch gefallen und man könnte ins Nachdenken kommen über das Thema - und das birgt nur neue und weitere Probleme - und bringt vom Glauben ab, der gut ohne Nachdenken und menschliche Verantwortung auskommt, solange man nicht versehentlich etwas "Weltliches" berührt. Aber ich denke vor allem auch, dass die Schauspieler die Erfahrung mit Zuschauern nicht brauchen, die sie so ansehen, wie Du es wahrscheinlich tun wirst. Erspare es ihnen, lass sie ihre Arbeit machen. Vielleicht kannst Du irgendwie krank werden.

Kommentar von holodeck ,

Großartig!

Kommentar von Tanzistleben ,

Eine großartige Antwort! 100% Zustimmung!

Kommentar von ZanderIn ,

Dieser brillanten Antwort ist nichts mehr hinzuzufügen!  

Antwort
von Hamburger02, 88

Zitat Claus-Peter Lieckfeld:

"Wenn Gott so verklemmt wäre wie seine Beamten auf Zeit, hätte er den Orgasmus nicht erfunden."

Antwort
von pinkyitalycsb, 191

Ich kann dich gut verstehen , denn ich würde mir das auch nicht ansehen wollen!

Soll doch jeder mit seiner Sexualität machen, was er für richtig hält. Das aber auf der Bühne - wenn auch nur gespielt – so auszuleben, finde ich nicht richtig und kann nur hoffen, dass du zu diesem Theaterstück nicht gezwungen werden kannst!


Kommentar von Tanzistleben ,

Kennst Du das Stück "Frühlingserwachen" von Frank Wedekind? Ich denke nicht! Es ist nämlich KEIN modernes Theaterstück, in dem auf der Bühne nur abstoßende Dinge geschehen,  was ich auch zutiefst verabscheue. Vielmehr ist es inzwischen ein Klassiker, der sehr sensibel mit der erwachenden Sexualität und den sich daraus ergebenden Sorgen und Ängsten, der Unsicherheit und Neugier junger Menschen umgeht. Natürlich ist vieles dabei überzeichnet, aber das geht nicht anders, wenn man so ein heikles Thema mit entsprechender Eindringlichkeit und Dramatik auf die Bühne bringen will. 

Kommentar von pinkyitalycsb ,

Tansistleben!

Nein, ich habe dieses Stück nicht gesehen, und, ob Klassiker oder nicht, würde ich es auch auf keinen Fall sehen wollen, nach dem, was ich hier darüber gelesen habe!

Wenn auf der Bühne nicht nur abstoßende Dinge geschehen, bedeutet das also, dass sie geschehen, und das muss ich mir nicht antun!

Es ist wirklich nicht notwendig, so ein heikles Thema überhaupt auf die Bühne zu bringen! Wenn jemand Hilfe braucht, gibt es dafür genügend Bücher und Experten.

Natürlich steht es jedem frei, sich das trotzdem anzugucken! Aber niemand sollte dazu gezwungen werden können!

Kommentar von MissMarplesGown ,

Das aber auf der Bühne - wenn auch nur gespielt – so auszuleben, finde ich nicht richtig

"Theater" ist KEIN "schmuddeliges Angebot an Leute, ihre Unmoral und schrägen sexuellen Gelüste auszuleben". Beim Theater wird nichts privat "ausgelebt". Theater ist ein ARBEITSPLATZ. Es hat die Aufgabe, menschliche Geschichten zu erzählen und deren Vielschichtigkeit deutlich zu machen.

WAS hätten wir erreicht, wenn wir in aufgeklärten Gesellschaften heute noch derart unsinnige Tabus hätten? Sexualität und alle Fragen und auch Probleme, die dranhängen, gehören seit jeher untrennbar zur Entwicklungs- und Reifegeschichte junger Leute. Das ist NORMAL und NATÜRLICH und MENSCHLICH.

Ausgrenzungsbereitschaft, verklemmte Schambehaftetheit und die Unfähigkeit, bestimmte normalmenschliche Themen offen und sachlich zu kommunizieren - DAS war immer schon unnnatürlich und wird es auch bleiben.

Kommentar von pinkyitalycsb ,

MissMarplesGown!

Natürlich wird beim Theater nichts wirklich ausgelebt! Ist doch logisch! Trotzdem ist es nicht nötig, bei „menschlichen Geschichten“ auf der Bühne so weit in die Intimspäre einzugreifen!

Was du für „unsinnige Tabus“ hältst, ist für mich Respekt für gerade diese Privatsphäre!

Richtig! Sex ist normal, natürlich und menschlich, gehört aber meiner Ansicht nach nicht auf diese Weise in ein Theaterstück!

Das hat nichts mit „verklemmter Schambehaftetheit“ zu tun, denn, um über diese „normalmenschlichen Themen offen und sachlich zu kommunizieren“, gibt es anderweitige Orte und Gelegenheiten, durch wirkliche Sachverständige besser aufgeklärt zu werden, falls es für gut und nötig gehalten wird!

Aufklärung bedeutet nicht, immerzu Sex in jeder Form präsentieren zu müssen! Aufklärung ist Wissen und nicht „zur Schau stellen“!

Auf jeden Fall aber sind Sex und wirkliche Liebe für mich untrennbar!

Kommentar von MissMarplesGown ,

gehört aber meiner Ansicht nach nicht auf diese Weise in ein Theaterstück!

Du hast keine Ahnung, auf welche konkrete Weise, warum und zur Verdeutlichung von WAS und welcher Mißstände hier solche Szenen überhaupt eingesetzt wurden - und was und wieviel man hier womöglich zu sehen bekommt oder auch nicht. Im Stück wird das sehr deutlich - soweit man überhaupt für gesellschaftliche Themen aufgeschlossen ist.

Bei diesem Stück dienen solche Szenen nicht einer "Bloßstellung" von Personen oder einem Herzerren des Themas Sex an die vordere Bühnenrampe um der Darstellung wegen - und sie dienen auch nicht der "schrägen" Unterhaltung.

Bitte ERST einmal 3-5 unterschiedliche Inszenierungen von Frühlingserwachen aufmerksam anschauen (und bitte dabei nicht nur auf "sexuelle" Momente warten, so viele gibt es da nämlich gar nicht! Sondern nebenher auch den SINN, die AUSSAGE des Stücks erfassen!) - und dann erst über dieses Stück kritisch urteilen. Ich denke, die allein aufgrund von Hinweisen auf sexuelle Thematik Verunsicherten hier sind ausgerechnet diejenigen, die das Stück nie gesehen haben und aus Gründen, die in der eigenen Fantasie liegen, wohl auch nie sehen werden.

Sollte das in falsche Hälse gekommen sein bei denen, die beim Thema "Sex und Theater" lediglich sagen: "Danke, alles klar, mehr brauche ich nicht zu wissen! Das ist geschmacklos!": In dem Stück geht es um gesellschaftliches Verhalten. Hier übrigens auch. Anderer Ort, dasselbe Thema.

Die Kritik kommt von denen, die irgendwie meinen, Theater habe der reinen Unterhaltung zu dienen. Theater steht auch kritisch zur Gesellschaft, es beleuchtet menschliche Strukturen, Normen und Mechanismen und richtet Scheinwerfer auf Mißstände, die viele Leute lieber im Dunkeln aufbewahren. Theater ist ein Spiegel dessen, was sich beim Blick auf Gesellschaften zeigt. Auch DAS ist und war immer schon Aufgabe von Theater: Kritik an den Dingen zu inszenieren und sie in einer Geschichte, einem Beispiel darzubieten. Theater soll zum Nachdenken, zur Erweiterung von Geist anregen - über Themen, die nicht zwingend nett und bequem sein müssen.

Es ist ein "Stilmittel" dieses Stücks, dass es hier und da einige Momente lang auch wachrüttelt, erschüttet und "schockt" - insbesondere die bezüglich dieses Themas "Verkniffeneren" im Publikum. Denn Leute solcher Einstellung haben mit Scham, Verleugnung und Tabu die Sprachlosigkeit in der Gesellschaft inszeniert, die im Stück kritisiert wird.

Was du für „unsinnige Tabus“ hältst, ist für mich Respekt für gerade diese Privatsphäre!

Im Theater interessiert NICHT Deine eigene Privatspäre, denn die hast Du in Dir selbst und zuhause -sondern im Theater wird dem PUBLIKUM ein Blick in die "Privatspäre" imaginärer Personen ermöglicht. Um daran etwas aufzuzeigen. Hingucken, aufnehmen muss man schon wollen, sonst braucht man nicht ins Theater zu gehen.

Theater überschreitet historische oder auch aktuelle Tabus, Normen und Grenzen, macht sie sichtbar und "diskutiert" sie. Wenn es das nicht soll und darf, kann Theater nicht über die Dinge des Lebens, der Gesellschaft, der Welt "sprechen".

Geschichten über Maßstäbe, Werte, Sinn oder Unsinn von Strukturen sowie deren Folgen lassen sich ganz schlecht hinter "geschlossenem Vorhang" erzählen. Theater ist eine Kunstform, die "enthüllt". Solche Stücke haben ihre Berechtigung. Wem das nicht gefällt, der sollte ein solches Stück selbstverständlich nicht besuchen, es gibt haufenweise andere Angebote - aber er kann dann auch nicht über Dinge reden, die er nie gesehen und mit denen er sich nie auseinander gesetzt hat.

Kommentar von MissMarplesGown ,

Aufklärung bedeutet nicht, immerzu Sex in jeder Form präsentieren zu müssen! Aufklärung ist Wissen und nicht „zur Schau stellen“!

Du hast völlig falsche Fantasien über das Stück. Dort wird nicht über Sex aufgeklärt.

Auf jeden Fall aber sind Sex und wirkliche Liebe für mich untrennbar!

Das Stück propagiert nicht Sex ohne Liebe. Es ist keine Darstellung von "Pornografie", solltest Du Dir dies so vorstellen. Es geht um Jugendliche, ihre Entwicklung, ihr Bewusstsein, ihre Zweifel und Verunsicherungen, ihre Fragen, ihre Emotionen - und um die Erfahrungen, die sie mit einer prüden und verschlossenen Erwachsenenwelt machen, an der sie mit sich selbst scheitern - und über die massiven negativen Folgen der Sprachlosigkeit, Ablehnung und Tabuisierung des Themas Sex für junge Menschen.

Verd... nochmal, sieh Dir das Stück an, bevor Du falsche Vorstellungen davon entwickelst - und lass es Dir zusätzlich bezüglich des tieferen Sinns erklären von jemandem, der etwas davon versteht. Oder lese darüber im Internet.

Antwort
von Hamburger02, 159

Schon klar. Genau solchen Leuten wie dir soll da der Spiegel vorgehalten werden. Strenggläubige mögen es im Allgemeinen gar nicht, wenn man ihre Doppelzüngigkeit und heuchlerische Moral offenlegt. Aber da musst du durch und wenn du es nicht aushälst, dann zeigt das nur, wie unsicher du dir selber in deinem Glauben bist.

Antwort
von Whitekliffs, 204

Ich kenne das Stück nicht. Ich hab grad gegoogelt und mir einige Abbildungen angeschaut.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich hingehen würde. 

Ein Buch zu lesen und möglicherweise Szenen überfliegen oder einfach umblättern ist noch ganz was anderes, als Szenen gespielt, mit Geräusch und allem, zu sehen.

Sexuelle Handlungen, egal wer mit wem, gehören in die Intimsphäre, hinter geschlossene Türen. Und nicht auf eine Bühne. Das heisst, wer das sehen will, soll hingehen. Wer aber sein Herz rein halten will für den zukünftigen Lebenspartner, ....hm..geht das bei so einem Stück? Ich hab meine Zweifel.

Lieber Fragensteller, lies 2.Timotheus 2, 22

Manchmal kostet es ganz schön was um Christ zu sein.

Kommentar von Technomixer ,

Naaaa, ich denke das siehst Du viel zu streng.

Kommentar von Whitekliffs ,

Und ich denke, du darfst das locker sehen. Aber als Christ, als Familienmitglied des himmlischen Vaters sage ich: noblesse oblige.

Kommentar von MissMarplesGown ,

noblesse oblige

Superbia: eine der 7 Todsünden.

Hochmut, Eitelkeit, Übermut. Die Sünde lauert überall, nicht wahr.

Kommentar von Whitekliffs ,

:-) Danke!

Kommentar von MissMarplesGown ,

Hier ist nun unsere Diskussion unter Deinem Grinsemännchen sauber gelöscht? Ok., @whitecliffs!

Dann nimm an dieser Stelle zur Kenntnis, dass Dein Dank unter meiner Kritik an Deiner Demonstration vorgeblich "christlicher" Haltung entweder als Dummheit oder als alberne Ablenkung aufgefasst werden kann. Solltest Du dies hier nicht ganz verstanden haben: Ich hatte Deine Äußerung als puren Hochmut (Superbia) bezeichnet und Dir aufgezeigt, dass Hochmut eine der 7 Todsünden ist. Da gibt es nichts zu danken und erst Recht nichts zu grinsen.

Ob traditionelle Kirche, freikirchlich oder gar nicht "angebunden": Für JEDEN Menschen, der behauptet, Christ zu sein, ist alles, was Du hier schriebst - inklusive "noblesse oblige" vollkommen indiskutabel. Christen erkennen wir an ihrer Haltung und Handlungsweise. Und wir können sie nur soweit ernst nehmen, wie sie selbst sich glaubwürdig verhalten.

Kommentar von Whitekliffs ,

Hallo MissMarples

ich weiss nicht, irgendwie fehlt da doch ein Stück. Wir haben doch weitergeredet. Ich weiss nicht, wo das geblieben ist oder warum es möglicherweise gelöscht wurde.

Kommentar von MissMarplesGown ,

Nun, auf GF wird "Meinung gemacht", das ist bekannt. Und Support unterstützt so etwas entweder hier und da aufgrund persönlicher Weltbilder - oder er löscht blind und ungesehen, was von Meinungsmachern beanstandet wurde - aus Mangel an Interesse, aus Mangel an Zeit, aus Mangel an Kompetenz. Auch dies ist bekannt.

Ich hatte das Verhalten mancher Christen und nebenher auch die Kirche kritisiert. Und wie Du gelesen hast, als Du mein Profil besuchtest: Ich lege auch noch nebenher Karten. Das genügt, um Texte und Argumentationen verschwinden zu lassen.

Anbei: Es war absolut in Deinem Sinn, dass dieser Dialog verschwindet. Wenn Du möchtest, dass er hier wieder zu lesen ist, beschwere Dich beim Support, man wird sich darum kümmern und ihn wieder einstellen.

(Das war jetzt gemein, ich weiß!;-))

Kommentar von Whitekliffs ,

Ob traditionelle Kirche, freikirchlich oder gar nicht "angebunden": Für JEDEN Menschen, der behauptet, Christ zu sein, ist alles, was Du hier schriebst - inklusive "noblesse oblige" vollkommen indiskutabel. Christen erkennen wir an ihrer Haltung und Handlungsweise. Und wir können sie nur soweit ernst nehmen, wie sie selbst sich glaubwürdig verhalten

Liebe MissMarple

ich habe viel nachgedacht und es ist mir klar geworden, dass Theater für dich sehr wichtig ist. Es tut mir leid wenn du dich durch meine Worte persönlich angegriffen fühltest. Es ist mir auch klar, dass ich den Begriff "noblesse oblige" zu vorschnell gebraucht habe, weil er eben als hochmütig oder als "wir sind die besseren Menschen " verstanden werden könnte. So war er nicht gemeint. es ging mir um die VERPFLICHTUNG, die es mit sich bringt, um Jesus nachzufolgen, um ein Kind Gottes zu sein. Die besseren Menschen sind wir nicht, denn Jesus ist ja für die Sünder gekommen. 

ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße! 

Mir ging es genau um den fettgedruckten Teil des Zitates von dir. ich stimme dir voll zu. Weil ich Christ bin, muss ich meine Haltung und Handlungsweise an Jesus Christus prüfen, so wie es im 1.Johannes 2 steht:


Wer da sagt, er bleibe in ihm, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist.


Ich hoffe, dass ich ein sprachliches Missverstândniss nun geklärt habe.

Von Herzen lieben Gruss und einen schönen Tag
Whitekliffs 


Kommentar von MissMarplesGown ,

Ich hoffe, dass ich ein sprachliches Missverstândniss nun geklärt habe.

Nein, hast Du nicht.

"Noblesse" bedeutet "Adel", nichts anderes als dies. Erbadel, Geldadel, gekaufter Adel, verliehener Adel. Als eine gesellschaftliche "Erhöhung" und "Veredlung", die Anderen verwehrt ist.

Adel ist ein klar definierter Begriff und meint nicht, überzeugter "Anhänger" von etwas oder jemandem (oder einem Gott) zu sein, sondern: eine Vorrangstellung zu haben, zur Elite zu gehören und aus der Adelszugehörigkeit spezielle Privilegien und Rechte ableiten zu dürfen, die das "gemeine Volk" nicht hat.

Du kannst diesen Begriff nicht beliebig passend biegen, bis er an der von Dir eingesetzten Stelle die damit einher gehende Arroganz und Überheblichkeit verliert. Er verliert sie nicht und er steht einem Christen ganz schlecht - auch dann noch, wenn man dranhängt, dass diese Vormachtstellung und Erhabenheit nebenbei auch "Pflichten" mit sich bringt.

Sich selbst "adelig" zu nennen (und über die eigene Person mit "Noblesse oblige" eine Aussage zu machen) ist völlig daneben gegriffen und zeigt nicht nur kein Händchen für die eigene religiöse oder auch soziale und gesellschaftliche Haltung und vor anderen Leuten, sondern auch mangelnde historische und gesellschaftliche Kenntnisse bzw. Bewusstsein.

Womit wir wieder beim Thema wären: Du verstehst die Aufgabe von Theater nicht.

Theater macht sich nicht zur Aufgabe, vor allem lustige Unterhaltung, bunten Kunstgenuss und Tralala abzuliefern, sondern: Gesellschaft, Menschen und Kultur zu spiegeln, in Frage zu stellen, zu kritisieren - UND: auf direkte oder auch kunstvolle, d.h. symbolhafte Weise die vielen Misstände aufzuzeigen, die sich am Leben und Erleben von Menschen, in Einzel- und Massenschicksalen zeigen.

"Frühlingserwachen" kritisiert eine verklemmte und ignorante Gesellschaft, die ihre heranwachsenden Kinder einer Moral opfert, die es unmöglich macht, über natürliche und tatsächlich bestehende Fakten zu sprechen. Diese Gesellschaft lässt Junge Menschen mit ihren Problemen der Identifikation und des emotionalen und sozialen Erwachsenwerdens allein und konfrontiert sie mit einer Moral, die Schuld- und Schamgefühle auf ihre Schultern häuft - so sehr, dass manche darunter nicht nur verbogen werden, sondern regelrecht zerbrechen, sich selbst  und jeden gesunden Zugang zu den eigenen Emotionen und Wahrnehmungen aufgeben.

Bei diesem Stück steht die Kritik an der (christlich-verklemmten"!) Gesellschaft im Vordergrund - und daher ganz bestimmt nicht die Demonstration sexueller Verklemmtheit. Denn um diese geht es ja gerade. Wäre dieses Stück "züchtig" in dem Sinn, der Dir zusagen würde, würde die Aussage sich selbst in den Rücken schießen. Zu der Zeit, als Frühlingserwachen erstmals so inszeniert wurde, SOLLTE es wachrütteln, schockieren, man SOLLTE darüber sprechen, da das Thema ein sehr wichtiges ist. Dies bestätigen auch Pädagogen und Psychologen. Was ausgerechnet eine Religion dazu meint, die einer Gesellschaft dieses Problem eingebrockt hatte, soll hier nicht berücksichtigt werden.

und es ist mir klar geworden, dass Theater für dich sehr wichtig ist.

Nun, ich bin gelernte Schauspielerin. Bühne. Schauspieler setzen sich in ihrer Ausbildung einige Jahre lang mit gesellschaftlichen Themen, mit Religion und soziologischen Aspekten intensiv auseinander, sie müssen sich in jeder Epoche, Szenerie und Rolle orientieren können. Ich weiß sehr genau, was Religion, was Glaube ist und kenne auch die psychologischen Untergründe des Themas - aber ich kenne auch das Stück und weiß, was Theater tut und warum. Und ich ordne diese Ziele keiner verstaubten Moral unter - erst Recht keiner, die so viel Schaden angerichtet hat.

Im Fall dieses Stücks ist es UNUMGÄNGLICH, die Sexualität junger Menschen auch einmal in den Vordergrund zu rücken, denn im Erleben von Jugendlichen IST dies ihr gesunder und natürlicher Platz.

Es geht um eine Metapher: Wenn Sexualität (und das Zurechtfinden in ihr) als Thema auch hier wieder nur unsichtbar bleibt, findet die wesentliche Aussage schlichtweg nicht statt. Es geht in diesem Stück NICHT darum, hemmungslos öffentlich herum zu sauen - weder im Stück, noch im real life - sondern darum, das Thema ins Sichtbare zu holen - und somit in die vorhandene Realität, wo es zuvor Jahrhunderte lang in weiten Kreisen verleugnet und totgeschwiegen wurde - ebenso wie Lust, Homosexualität, Schwangerschaft, Verhütung etc.

Es tut mir leid wenn du dich durch meine Worte persönlich angegriffen fühltest.

Auch dies: Falsch! Ich empfinde Christen o. a. Gläubige IN KEINER WEISE als irgendwie überlegen und mein Selbst-Bewusstsein ist stabil vorhanden. Weder sehe ich unter Christen viele, die ich auch als gute und bewusste, wirklich liebende und tolerante Menschen bezeichnen würde - noch sagt mir meine Menschenkenntnis und Erfahrung, dass man überhaupt irgendwie gläubig sein muss, um ein solcher Mensch zu sein. Die Welt braucht nicht "Moral" als Verleugnung, sondern Verstand, Güte, Liebe u. Offenheit.

Kommentar von Whitekliffs ,

"Frühlingserwachen" kritisiert eine verklemmte und ignorante Gesellschaft, die ihre heranwachsenden Kinder einer Moral opfert, die es unmöglich macht, über natürliche und tatsächlich bestehende Fakten zu sprechen. Diese Gesellschaft lässt Junge Menschen mit ihren Problemen der Identifikation und des emotionalen und sozialen Erwachsenwerdens allein und konfrontiert sie mit einer Moral, die Schuld- und Schamgefühle auf ihre Schultern häuft - so sehr, dass manche darunter nicht nur verbogen werden, sondern regelrecht zerbrechen, sich selbst  und jeden gesunden Zugang zu den eigenen Emotionen und Wahrnehmungen aufgeben.

Bei diesem Stück steht die Kritik an der (christlich-verklemmten"!) Gesellschaft im Vordergrund - und daher ganz bestimmt nicht die Demonstration sexueller Verklemmtheit. Denn um diese geht es ja gerade. Wäre dieses Stück "züchtig" in dem Sinn, der Dir zusagen würde, würde die Aussage sich selbst in den Rücken schießen. Zu der Zeit, als Frühlingserwachen erstmals so inszeniert wurde, SOLLTE es wachrütteln, schockieren, man SOLLTE darüber sprechen, da das Thema ein sehr wichtiges ist. Dies bestätigen auch Pädagogen und Psychologen. Was ausgerechnet eine Religion dazu meint, die einer Gesellschaft dieses Problem eingebrockt hatte, soll hier nicht berücksichtigt werden.

Danke. Das ist sehr aufschlussreich.

Es steht ja jedem frei, ein Theaterstück seiner Wahl zu besuchen. Je nach Interesse und je nach dem, was für Werte, welche Moral man wichtig und richtig findet. 

Genau aus dem Grund (siehe deine Beschreibung im Zitat oben) würde ich da freiwillig nie hingehen. Und diese Freiheit hab ich ja. 

Wenn es sich aber um eine verpflichtete Unterrichtsstunde handelt, hat der Schüler ja kaum die Freiheit.

Meine Frage ist jetzt: warum ist die Moral in diesem Theaterstück besser als meine? Wer bestimmt, was besser ist? Woran kann man 'besser' messen? Wer ist der Moralgeber?

Dürfen wir nicht einfach selber entscheiden, wie wir leben wollen? Oder ist das nur den nichtchristlich-unverklemmten gegönnt?

Ich lege dir und deinen (zukünftigen?) Kindern meine Moral nicht auf und würde niemals deine Kinder zwingen, ein christliches Theaterstück zu besuchen.

Umgekehrt aber geschieht das. Komisch, finde ich.

Kommentar von MissMarplesGown ,

Sorry: Meine Kinder sind 21 und 24 Jahre alt (ich werde im nächsten Frühling 50J.) und sie sind intelligente, freundliche, aufgeschlossene und tolerante Menschen geworden - mit menschlichen und stabilen Werten.

Ihre Entwicklung ist bisher ganz wunderbar verlaufen. Und selbstverständlich wissen sie auch über christlich-religiöse Werte Bescheid - so wie ich ebenfalls. Auch wenn sie letztlich keine gläubigen Christen sind, sondern ein anderes Weltbild vertreten. Und NEIN, sie denken, fühlen und verhalten sich nicht im herkömmlichen Sinn unmoralisch, zeigen auch kein sexuell "freizügiges" Verhalten oder befürworten dies, sondern betrachten ihre eigene Sexualität und die anderer Menschen als etwas Intimes und Privates, das wertgeschätzt und geschützt gehört.

Meine Kinder wissen, dass "Ehe" nicht die einzige sinnvolle und positive Form von Partnerschaft ist - und sie wissen, dass das christlich-historische Gebot "kein Sex vor der Ehe" aus einem Jahrtausende alten Patriarchat stammt, in dem die Erbfolge geklärt sein musste und in der es aber keine Verhütungsmittel gab, die zuverlässig genug waren.

Auch musste ein Vater zusehen, dass er seine Tochter möglichst gewinnbringend bzw. ohne Verlust an einen Mann und dessen Familie brachte - daraus entwickelten sich die "jungfräulichen Qualitäten" der "unbenutzten" Heiratskandidaten.  Es ging nicht um "Reinheit" als "Gotteshuldigung", sondern um einen Beleg dafür, dass eine Braut oder ein Bräutigam nicht gleich mehrere Basta- rde in die Stammfamilie mitbrachten. Geld und Ansehen sollten unvermengt und ungeteilt bleiben, was nachvollziebar war. Heute präsentieren sich Familien nicht mehr über familiäre Attribute dieser Art, auch geht es nicht mehr darum, Ziegenherden, Weingärten oder Brunnen nicht mit Basta rden und deren Sippen teilen zu müssen. Jeder kauft heute "seinen eigenen Wein" - und Wasser kommt längst aus der Leitung und steht in unseren Breitengeraden unbegrenzt zur Verfügung.

Meine Kinder sind in der Lage, ein Theaterstück Christlichen Inhalts sowie auch z.B. ein gesellschaftskritisches Stück wie Frühlingserwachen ohne Scham- oder Tabukonflikte, also wertneutral anzusehen und sich auf die Inhalte einzulassen, um diese dann zu reflektieren (und DIES ist auch päd. Ziel für Schulklassen!). Warum sind sie hier aufgeschlossen? Weil ihnen Moral fehlt? Nein, weil sie beides aufgrund von Geist, Bildung und Aufgeklärtheit KORREKT EINORDNEN KÖNNEN und es ihnen nicht erschrocken und schockiert aus dem Kontext fällt, in den es gehört.

Ich habe zwei abgeschlossene Berufsausbildungen, eine künstlerische und eine pädagogische. Ich weiß über die psychosozialen und emotionalen Entwicklungsprozesse Bescheid, die Kinder, Teenager, Jugendliche durchlaufen, weiß Bescheid darüber, wie wesentlich das Gelingen dieser Entwicklungsphasen für das Reifen der gesunden Persönlichkeit (und somit für eine gesunde Gesellschaft) ist und: Dass Sexualität zwingend zum Leben gehört und welche Folgen es hat, wenn diese tabuisiert und an Schuldgefühle und Scham gekoppelt wird. Auch was um 1800, als dieses Stück geschrieben wurde, diesbezüglich in der Gesellschaft los war, ist mir bekannt - und welche Prozesse die sachliche Aufklärung und die Enttabuisierung dieses Themas nahmen - und warum diese wesentlich und wichtig waren und sind, um psychischen Verirrungen, Unaufgeklärtheit, Manipulation, Frühschwangerschaft, Depressionen, Missbrauch sowie einem negativen Selbstbild und auch Selbstmord vorzubeugen.

Als Pädagogin frage ich mich, wie DU Deine Kinder gesund durch die wirklich wichtigen und wesentlichen pubertären Entwicklungsprozesse bringen willst, wenn Du selbst hier den Knackpunkt nicht siehst, weil Deine Religion exakt an diese Stelle einen blinden Fleck und ein Tabu setzt.

Bitte bedenke, dass wenn Du "Frühlingserwachen / Theater" googelst, Du auf eine Reihe von Bildern stößt, die NICHT aus ein-und-derselben Inszenierung, sondern aus vielen (viele Orte, Bühnen, Ensembles und Zeiten) stammen. Zu diesem Stück wählt man für die Öffentlichkeit des Internet immer wieder vor allem die "nackteren" Szenen aus, da sie medienwirksamer sind. Der Gesamteindruck täuscht darüber hinweg, dass im Gesamtstück nur wenige "solcher" Szenen vorkommen. DIES zeigt NICHT das Stück Frühlingserwachen über seine gesamte Länge und in allen Szenen und es geht dort NICHT um eine permamente Zurschaustellung von Sexualität und Nacktheit, sondern vor allem um EMOTIONALE Themen wie Liebe, Zuneigung, Angst, Verzweiflung, Unsicherheit, Neugierde, Wut, Sehnsucht. Sehnsucht - nicht nach Sex und "Unmoral", sondern: Nach Akzeptanz, Vertrauen, Aufgehobensein, Geleitetsein - durch Eltern und andere Erwachsene", NICHT durch irgendwelche Sexualpartner - solltest Du dies meinen. DIES ist Thema.

Die Problematik betrifft Jugendliche bis heute und sie zu ignorieren und hier die Auseinandersetzung zu verweigern hat Folgen. Auseinandersetzung u. Problembewusstsein haben falsche Moral, Unsicherheit u. Tabu abgelöst und das ist notwendig.

Kommentar von MissMarplesGown ,

Meine Frage ist jetzt: warum ist die Moral in diesem Theaterstück besser als meine? Wer bestimmt, was besser ist? Woran kann man 'besser' messen? Wer ist der Moralgeber?

Religion denkt nicht über "Moral" hinaus - es gibt aber noch ganz wesentliche andere Kriterien, die zur Bewertung von Haltungen zu diesem Thema beitragen:

Psychologische Erkenntnisse, menschliche und "beziehungstechnische" Aspekte, pädagogische Beobachtungen und Überlegungen.

Anhand dieser gewinnen Aufklärung, Bewusstmachung und Reflexion ganz entschieden gegen die Problematik, die Tabu, Angst, (Selbst)zweifel und Verunsicherung automatisch, seit jeher und belegbar mitbringen.

Mit sind in Leben und Beruf ausnahmslos keine erzchristlichen Menschen begegnet, denen Aspekte aus der Psychologie o. aktueller Päd. vertraut gewesen wären.

Kommentar von Whitekliffs ,

Dann bin ich ja noch älter wie du :-) Auch ich habe tolle erwachsene Kinder zwischen 21 und 28.

Wir sehen dieses Thema ganz unterschiedlich. Ich denke, solang man anderen Menschen diese Freiheit lässt, ist das kein Problem. 

Jeder so wie er es für richtig findet. Mich stört hier lediglich die Verpflichtung. 

Es ist auch so, dass man einem Menschen, der keine echte Beziehung zum lebendigen Gott hat, so ein Thema schwierig erklären kann. 

Vielleicht lassen wir es einfach.

Antwort
von Netie, 59

"Liebt nicht die Welt und alles was in ihr ist,... die Begierde des Fleisches und die Begierde der Augen und der Hochmut des Lebens ist nicht vom Vater, sondern ist von der Welt. Die Welt vergeht und ihre Begierde; wer aber den Willen Gottes tut bleibt in Ewigkeit." Die Bibel, Gottes Wort

So einfach ist das, hat nichts mit religiösem Fanatismus zu, sondern einfach Das Tun dessen, was der sagt, der es mit unseren Seelen gut meint.

Kommentar von Cassie5 ,

Wo steht Das Bibelzitat? Es ist ein wichtiger Vers...

Kommentar von Netie ,

Er steht in 1. Johannes 2 Vers 15-17

Ganz viel Kraft zur treuen Nachfolge wünscht dir Netie.

Antwort
von smileywithmusik, 158

Bielleicht sagst du es einfach deinen Eltern und die entschuldigen dich den für denn tag

Kommentar von Tanzistleben ,

Das wäre sicher der falsche Weg! Manchmal muss man sich auch unangenehmen Themen stellen, um zu lernen, zu reifen und die eigene Persönlichkeit zu entwickeln.

Antwort
von Grammatikus, 133

Gerade diese Heuchelei und Bigotterie der "ehrbaren" Bürger wollte Wedekind u. a. mit diesem Stück blossstellen. Brechen mit den Konventionen ist typisch für die Moderne.

Antwort
von holodeck, 140

Findet ihr das das Stück irgendwie "anti - christlich " ist ?  

Du bist also christlich?  
Sicher?  

Gut.

Wenn du Christin meinst, dass eine unverklemmte Sexualität ein anti-christliches Ansinnen ist, dann ist das Stück anti-christlich.

Wenn du Christin der Auffassung bist, dass es besser sei, Jugendliche nicht aufzuklären und sie den vielen Fragen wie Unsicherheiten rund um einen sich verändernden Körper selbst zu überlassen, dann ist das Stück schon sehr anti-christlich.  

Wenn du Christin glaubst, dass es richtig sei, Jugendlichen zu erzählen, Kinder würden vom Heiraten kommen, dann ist das Stück anti-christlich. 

Wenn du Christin denkst, dass Jugendliche keine fürsorglichen und einfühlsamen Eltern oder Pädagogen mehr brauchen und zusehen sollen, wie sie selber klar kommen, dann ist das Stück anti-christlich.

Solltest du Christin gar denken, dass es besser ist, so ein Pubertierender nimmt sich unter dem Druck seiner von verklemmten Erwachsenen getriggerten Unsicherheit und Angst das Leben, dann ist das Stück anti-christlich.

Und das ist auch gut so!

Kommentar von Whitekliffs ,

Hm, sich für den zukünftigen Lebenspartner rein halten, sich nicht mit Bildern von sexuellen Handlungen füllen, sondern auch die Phantasie soweit wie möglich rein halten, ist 'verklemmt'. Richtig?

Ein Bühnenstück bietet endlich die notwendige Aufklärung, die man sonst nirgends bekommt. Richtig?

Aufklärung, also der biologische Aspekt, die Körperfunktionen usw. lernt man in dem Alter erst durch dieses Bühnenstück. Richtig?

Fürsorglich und einfühlsam ist man als Eltern oder Pädagogen nur, wenn man Jugendliche zum Theaterstück schickt. Aber nicht wenn man sie dazu ermutigt, Sexualität als etwas für die Lebenspartnerschaft (sprich Heirat) aufzusparen und seine Jugend (Gedanken, Freizeit usw.) mit anderen Dingen zu füllen als mit Sexualität. Richtig?

Jugendliche, die Jesus nachfolgen wollen und ihr Herz, ihre Phantasie, ihre freie Zeit anders füllen und leben wollen als mit der heute ganz sicher völlig übertriebene Betonung auf Sexualität, werden sich das Leben nehmen. Richtig?

Persönlich halte ich so ein Bühnenstück im  Schulunterricht für Zwangsindoktrinierung. Privates wird einem aufgezwungen. 

Sexualität ist Privatsache und kein Unterrichtsfach

Kommentar von holodeck ,

Persönlich halte ich so ein Bühnenstück im  Schulunterricht für Zwangsindoktrinierung.  

Als Indoktrinierter hast du auch keine andere Wahl. Das ist ja das Wesen von Indoktrination: Kritik auszuschalten.  

Kommentar von Whitekliffs ,

Ah, darum darf man keine Kritik äussern. Verstehe :-)

Kommentar von holodeck ,

Ah, darum darf man keine Kritik äussern. Verstehe  :-)

Bei mir darfst du Kritik äußern. Aber ich bin ja auch nicht indoktriniert.    

Wohingegen die Autoren von Theaterstücken dasselbe in deiner Welt nicht dürfen, ohne dass du dies als Zwang erlebst und darstellst. Und ganz ordentlich Stimmung machst dagegen.

Kommentar von Whitekliffs ,

Aha. 

Die Autoren dürfen schreiben, was sie wollen. Die Schauspieler dürfen spielen, was sie wollen. Es darf hingehen, wer will. Und sooft wie jeder will. Ich lasse da Jeden völlig frei.

Kommentar von holodeck ,

Die Autoren dürfen schreiben, was sie wollen.

Der Autor ist verstorben, den wird dein Freigeist und deine Großzügigkeit nicht mehr erreichen.

Wie aber steht es mit deinen Kindern?    

Dürfen sie über ihre Sexualität selbst bestimmen? Wirst du mit deiner Tochter zum Frauenarzt gehen, wenn sie 18 ist und mit ihrem Freund intim werden möchte? Wirst du deinen Sohn, der sich zu Jungs mehr hingezogen fühlt als zu Mädchen, ermutigen, sich in einer Jugendgruppe mit schwulen, lesbischen und bi-sexuellen Jugendlichen zu engagieren, damit er beizeiten ein gesundes Verhältnis zu seinen Gefühlen und zu seiner Sexualität entwickeln kann. Unabhängig von Lebenspartnern, die noch lange nicht in Sicht sind.       

Oder wirst nichts von all dem tun und deinen Kindern ähnlich elegant das Wort im Munde herumdrehen und ihnen Aussagen unterstellen, die sie nie getroffen haben; so, wie du es bei meiner Antwort getan hast?   

Freigeist!

Kommentar von MissMarplesGown ,

Sexualität ist Privatsache

Wollen wir dies für Christen einmal festhalten, ja?

Und dieses Argument funktioniert dann bitte auch... bei der öffentlichen Anprangerung natürlicher sexueller Neigungen fremder Menschen, die mit dem öffentlich verurteilenden "Christen" gar nichts am Hut haben und sich auch in SEINE Sexualität niemals einmischen würden.

Was hast Du nur immer mit "FÜLLEN? Wer "füllt" sich denn bitte mit Bildern von sexuellen Handlungen? Gedanken kommen und gehen wieder. Und wenn man sie gerade über die Jahre der Kindheit und Pubertät schuldbewusst und verschämt abblockt, fängt man sich NEUROSEN ein. Das ist psychologische Realität.

Das Stück Frühlingserwachen "beschädigt" und "verschmutzt" in einem Menschen nichts. Ich habe es damals mit 14 und später noch mehrmals gesehen (ergibt sich automatisch im Beruf) und hatte mit 20 auch mal eine Rolle darin. Und ich bin ein "hochanständiger" Mensch geworden, bin hochgeradig beziehungsfähig, strebe stets beständige und ernsthafte Beziehungen an, respektiere meinen Partner und biete absolute Treue - und weiß aber auch, was Sex ist. Also... Alles gut gelaufen!

Wer ein solches Stück einmal ansieht, "füllt" sein Leben und seine Freizeit doch nicht mit sexuellen Handlungen auf! Anstatt Tabus zu pflegen, wäre es schön, wenn Christen Toleranz und Menschlichkeit predigen UND leben würden - und nebenbei wäre auch schlichtweg mehr und besser verteilte Bildung sehr schön. Z.B. über Kunst, Kultur, Historie, Gesellschaft, Entwicklungspsychologie, Pädagogik, Theater.

Kommentar von Tanzistleben ,

Gut gebrüllt, Löwe!

Kommentar von hertajess ,

@Whitekliffs Wenn ich als eine Person die ihre Taufe aktiv angenommen hat meine Seele rein halten will dann bin ich fähig und bereit einem von der Schule ausgesuchten Theaterstück den angemessenen Wert in meinem Leben einzuräumen. Bin ich dazu nicht fähig - dann darf mit gutem Recht an entsprechender Erziehungsleistung der Eltern gezweifelt werden. 

Kommentar von Whitekliffs ,

Interessant dass ihr euch so aufregt weil ein Mensch anderer Meinung ist wie ihr. Es gilt also nur eine Meinung?? Von Toleranz gesprochen. :-)

Kommentar von hertajess ,

Es geht hier nicht um Meinungen. Es geht allerdings durchaus darum dem Staat zu geben Was des Staates, Gott Was Gottes. 

Wer von sich behauptet bibelfest zu sein sollte diese meine Antwort verstehen können. Denn so wie die Steuer des Staates und eben nur des Staates, so jedes andere staatliche Recht. 

Seine "Seele rein halten" ist persönliche Aufgabe. Dazu gibt es dann in den Überlieferungen viele Beispiele. Fange ich erst gar nicht an aufzuzählen. Denn wer von sich behaupten will bibelfest zu sein, streng gläubig als Christ, dem sollten die entsprechenden Stellen geläufig sein. Finde ich. - Das ist dann tatsächlich meine persönliche Ansicht. - 

Hier aber geht es um eine schulische Veranstaltung die im Rahmen staatlichen Rechts stattfindet. Deren Teilnahme innerhalb dieses staatlichen Rechts verpflichtend ist. 

Antwort
von 1988Ritter, 101

Das Stück ist nicht antichristlich, es ist einfach nur geschmacklos.

Wenn es Dir zu viel wird, steh auf und verlasse die Veranstaltung.

Kommentar von Tanzistleben ,

Kennst du das Stück so gut? Hast du dich eingehend damit beschäftigt? Nein? Dann rede bitte nicht mit!

Noch einmal: nichts an dem Stück ist geschmacklos, im Gegenteil, es zeigt zutiefst menschliche Verhaltensweisen und stellt für die, meist noch sehr jungen Schauspieler eine enorme Herausforderung dar. 

Ja, es ist oft unangenehm, einen Spiegel vor's Gesicht gehalten zu bekommen. Aber das hat das Theater schon immer gemacht, ja, es ist Aufgabe des Theaters, das zu tun. Als einigermaßen erwachsener, reifer Mensch muss man das schon aushalten können, vor allem dann, wenn stück- und autorengerecht inszeniert wurde. 

Kommentar von 1988Ritter ,

Ja das ist mir doch egal.....ich muss mir nicht alles anschauen wo einer meint es wäre Kunst.

Wenn wir hier einerseits über Sittenverfall philosophieren, und wir dann anderseits visuelle Anleitungen zum "so geht`s" proklamieren, dann ist dies für mich geschmacklos.

Dabei bleibt es.

Kommentar von Tanzistleben ,

Sag, was redest du da eigentlich? Hier geht es nicht um Hermann Nitschs unappetitliche Blutorgien, die ich mich auch weigere zu besuchen.  Wir reden hier von einem sehr guten Theaterstück, von dem du sichtlich nicht die geringste Ahnung hast. Es geht darin weder um "visuelle Anleitungen von so geht's", noch um Sittenverfall. Wenn du hier schon mitreden willst, dann lies das Stück wenigstens, um dir ein Urteil bilden zu können, sofern du nicht jetzt schon voller Vorurteile bist. Ich kann nur Dinge, die ich kenne, ablehnen oder ihnen zustimmen. Hast du MissMarplesGown Kommentare gelesen? Sie erklären mehrfach sehr gut, worum es in dem Stück wirklich geht. Oder sind dir diese Texte schon zu lang und anstrengend zu lesen und darüber nachzudenken. Es wäre traurig, wenn es so wäre.......

Antwort
von Gerhardraet, 99

 > Ich bin ein sehr gläubiger Christ und konservativ

Das ist der Hauptfehler. Tiefgläubigkeit kann man heute mit Unbildung und Einfältigkeit gleichsetzen.

Besorge Dir bei Amazon: "Der Jesuswahn: Wie die Christen sich ihren Gott erschufen." Die Entzauberung einer Weltreligion durch die wissenschaftliche. Forschung von Heinz-Werner Kubitza

Dir werden die Augen übergehen, wie sehr Du Dich durch das Glaubensgerede hast einwickeln lassen.

Kommentar von BigBene ,

Du meine Güte - dieses Buch kann höchstens jemandem, der sich noch nie ernsthaft mit Religion beschäftigt hat - weder mit Religionsgeschichte oder Theologie noch Erkenntnistheorie oder theoretischer Physik oder Biologie - die "Augen übergehen lassen" oder in seinem naiven Kinderglauben erschüttern.

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