Frage von DavidGobs19, 42

Wqs bedeutet Schneeballsystem?

Hallo ich habe eben etwas im Radio von einem Schneeballsystem in der Rente gehört. Was bedeutet das? Ich kann nichts mit dem Wort anfangen Danke!

Antwort
von SupraX, 22

Unten zahlen Leute ein und das Geld wird nach oben hin verteilt. Jeder Neue muss immer mehr nach oben abgeben (weil immer mehr Leute über ihm stehen) und irgendwann bleibt für die ganz unten nichts mehr übrig, es kommt nichts mehr nach, das System bricht zusammen.

Auf die Rente bezogen, es gibt immer mehr Rentner die das Geld oben bekommen aber nicht auch immer mehr Einzahler um entsprechend Geld einzunehmen. Das Geld der Einzahler wird auf immer mehr Rentner verteilt, bis es irgendwann nicht mehr reicht (und für die ehemaligen Einzahler später nichts mehr übrig bleibt).

Antwort
von Maimaier, 24

Das ist auch ziemlicher Quatsch. Die Rente ist ein Umlageverfahren, kein Schneeballprinzip.

Anstatt Schneeballsystem kann man auch Pyramidensystem sagen. Das Geld fliesst von der Basis höher bis zur Spitze, an der der Urheber des Systems reich wird, auf Kosten der Basis. Bei der Rente wird das was eingenommen wird (von Beitragszahlern) sofort wieder ausgeschüttet (an Rentner), fast alles vom Geld kommt so an. In der Bilanz von Lebensversicherern jedoch wird nur die Hälfte wieder ausgeschüttet, was in dem Jahr eingenommen wurde in Form von Beiträgen, also ein sehr viel schlechteres Verhältnis, z.B. weil die Versicherungsvertreter sehr viel Geld pro Vertragsabschluss bekommen was dann eben nicht mehr ausgeschüttet werden kann. Wer vorzeitig eine Lebensversicherung kündigt, bekommt teilweise sogar viel weniger raus als er eingezahlt hat.

Kommentar von kevin1905 ,

z.B. weil die Versicherungsvertreter sehr viel Geld pro Vertragsabschluss bekommen

Maximal 2,5%  der Bruttobeitragssumme dürfen auf den Kunden umgelegt (gezillmert) werden, dies erfolgt i.d.R. die ersten 5 Jahre nach Abschluss. Dazu kommt eine extrem geringe Bestandsbetreuungsvergütung von selten mehr als 0,5% des Jahresbeitrags.

Den größeren Posten machen die Risiko- und Verwaltungskosten aus. Eine kapitalbildende Lebensversicherung ist schon seit Jahren für niemanden mehr eine interessante Geldanlage.

Kommentar von Maimaier ,

Soweit ich weiss, bekommt ein Versicherungsvertreter bis zu 3% (ab Jan. 2015 2,5%) von der Versicherungssumme, also z.B. 3000€ bei 100.000€ Versicherungssumme. Diese Kosten werden sofort fällig, wenn ein Versicherungsnehmer dann nach einem Jahr kündigt bekommt er deswegen in der Regel gar nichts zurück (das einzig gute ist, das er nicht nochwas nachzahlen muss, wenn seine Beiträge weniger als die 3% waren). Bei den meisten Lebensversicherungen ist der Rückkaufswert (also was man zurückbekommt bei vorzeitiger Kündigung) erst nach eineinhalb bis zwei Jahren überhaupt größer als Null (hängt vor allem von der Laufzeit ab).

Das alles gilt nur für kapitalbildende Lebensversicherungen. Reine Risikolebensversicherungen sind ok, die haben keinen solchen enormen verstecken Kosten.

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