Frage von Mismid,

Wozu soll eigentlich Gen-Food nützlich sein?

Außer den großen Herstellern von Gentechnik bringt es doch keine Vorteile sondern nur Nachteile! Auf der Welt gibt es genug Nahrung, aber dort wo es zu wenig Nahrung gibt nützt auch Genfood nichts, da es sich die Leute dort gar nicht leisten können es anzubauen. Es gibt zu wenig Risikostudien über die Schädlichkeit und werden kaum oder nur ungenügend durchgeführt. Wenn irgendwo Probleme auftauchen werden sie vertuscht. Genfood soll Tiere und Menschen unfruchtbar machen und möglicherweise auch Krebswachstum beschleunigen. Hinzu kommt, daß natürliche Gene, patentrechtlich geschützt werden und damit Bauern die seit hundert Jahren Tiere züchten, Geld dafür zahlen müssen. Wo sind die Vorteile?

Hilfreichste Antwort von elsni,
4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

"Außer den großen Herstellern von Gentechnik bringt es doch keine Vorteile" das ist - vermute ich mal - richtig. Aber die werden alle Hebel daran setzen ihren Gewinn zu maximieren. PALs (Probleme anderer Leute) sind dabei nebensächlich.

Kommentar von Mismid,

richtig und schalten für ihre Zwecke auch Politiker wie US-Präsident Bush ein, der die EU auffordert endlich ihren Widerstand gegen Gen-food aufzugeben um damit die Hungersnöte der Welt zu beseitigen. Diese Aussage hat nicht nur bei den Europäern sondern auch bei der Gentechnikindustrie für Gelächter gesorgt.

Antwort von seburg,
6 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ich selbst bin kein großer Fan von Gen-Food, habe aber schon viel darüber gelesen. Manche Experten argumentieren damit, dass beispielsweise Gen-Getreide besser an schlechte Bedingungen anpassungsfähig ist. So könnte es unter anderem auch auf nicht allzu fruchtbarem untd trockenem Boden wachsen. Dies rifft für einige Hungergebiete in Afrika zu. Klar wäre der Anbau mit Hilfe von Gen-Saat vorerst teuer, ein Problem, dass relativ schnell behoben werden könnte, wenn man z.B. in Europa mal darüber nachdenken würde, die vielen Milliarden an Entwicklungshilfe anstatt in korrupte Regierungskreise direkt in entsprechende Hilfsprojekte zu pumpen. Schon nach relativ kurzer Zeit würden sich solche Projekte von selbst tragen, da sich die hohe Produktivität, die durch genmanipuliertes Getreide und Gemüse (selten ist die Rede von Obst) entsteht, schon bald auszahlen würde. Wie gesagt, das ist die Meinung von Gen-Food-befürwortenden Experten. Man sollte das alles testen, abwägen und keinesfalls vorschnel verurteilen, denn eines sollte allen vorrangiges Ziel sein: Die Bekämpfung von Hungersnot. Was auf jeden Fall richtig ist: In Europa, Nordamerika und dem Rest der westlichen Welt, würde Gen-Food nur denen dienen, die es eh schon dicke haben!

Kommentar von Mismid,

Es ist ein großer Irtum, daß genmanipuliertes Getreide ertragsfähiger sei, als konventionelles! Das Gegenteil ist der Fall. Sie sind alleine gegen Parasiten resistenter. Dafür sorgen sie aber auch zu einem Absterben von Schmetterlingen Bienen usw. Wie gesagt, daß Argument mit der 3. Welt ist Quatsch, weil das Saatgut teuer eingekauft werden müsste und das Jahr für Jahr, weil es gar nicht möglich die Ernte wieder als Saatgut auszubringen. Und wenn dann wäre es verboten. Es gibt ja viel mehr Nahrung auf der Welt als verbraucht wird. Aber es besteht doch überhaupt kein Interesse diese Überproduktion ärmeren Ländern zu überlassen. Also braucht man dort auch kein Genfood. Normalerweise gäbe es kaum eine Zulassung für gentechnische Lebensmittel, wenn die Genindustrie nicht ihre eigenen Leute in die Regierungskreise eingeschleusst hätte und massiv Bestechungsgelder zahlen würde.

Antwort von acardipane2017,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Mein Schwiegervater der im Landwirtschaftsministerium sitzt sagt das der neue z.b Gen- Mais sich nicht mehr selbst reproduziert somit müssen die Bauern immer nachkaufen und könne aus der ersten Ernte nicht die Zweite bestellen. Also, es nützt nur den großen

Antwort von Katzentatze,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ich weiß gar nicht, warum so ein Theater um Gen-Gemüse gemacht wird. Wir alle essen seit vielen Jahren bereits genmanipulierte Lebensmittel. Schon im Mittelalter wurden Tiere und Gemüse/Obst durch Kreuzungen und Zuchten manipuliert. Alles wurde größer, resistenter oder leistungsstärker gezüchtet. Die heutige Genforschung beschleunigt dies nur. Es gibt heute so gut wie keine "originalen" Lebensmittel mehr. Die Milch kommt von Hochleistungskühen, Schweine haben schon mit wenigen Wochen ein gewaltiges Schlachtgewicht, Kartoffeln sind größer als früher, Möhren gerader. Da finde ich die Entwicklung von Geschmacksverstärkern, Stabilisatoren, Konservierungsstoffen, Farbstoffen, etc. wesentlich bedenklicher.

Kommentar von Mismid,

die Gentechnik beschleunigt nicht einfach den Faktor der Kreuzungen! Es werden Gene ausgetauscht die bei dieser Art von Tieren niemals vorkommen würde. So werden Kühen die Gene von Quallen eingepflanz, damit diese ultraviolettes Licht abgeben. Außerdem sind ja nicht der Austausch der Gene an sich das schlimme, sondern die Art wie es geschieht, nämlich mit Hilfe von Viren und Bakterien, die bei der Produktion nicht komplett entfernt werden können und im Endprodukt verbleiben. Dies stellt ein enormes Risko dar.

Antwort von fourseasons,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Man sieht schon an den ersten Antworten, daß dies ein heißer Diskussionsstoff mit viel PRO und CONTRA ist.

Da gibt es sogar Gottesvertreter, die von Teufelswerk sprechen. Industrievertreter sprechen vom Segen Gottes.

Die Wahrheit liegt wahrscheinlich wie immer, irgendwo dazwischen.

Unser aller Hauptkriterium ist die Angst vor dem Ungewissen und daß wir mit der Gentechnik in eine irreversible Richtung gehen.

Da können wir jetzt sowieso kaum mehr ändern. Möglicherweise werden irgendwann die Menschen an die Gentechnik angepaßt werden müssen.

Zum Schluß als mein Beitrag zur Diskussion noch ein positives Statement, das ich irgenwo im Web gelesen habe:

"Gutes Beispiel für den gesundheitlichen Vorteil von genfood ist der "goldene Reis". Durch die gentechnische Veränderung kann er Betacarotin und Aminosäure produzieren und die normalerweise vom Reis gehemmte Eisenaufnahme verbessern. Er ist somit als Grundnahrungsmittel geeignet und könnte zur Lösung des Ernährungsproblems, vor allem in den asiatischen Entwicklungsländern einen großen Beitrag leisten."

Antwort von soust,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ich bin da auch sehr skeptisch. Wer Gene manipuliert, wirft einen vorgegebenen Bauplan um und bestimmt gewisse Einzelheiten selbst. Das kann man, finde ich, mit dem Kreuzen nicht vergleichen.

Sicher, "Experten" sagen viel Beschwichtigendes. Von einem Regensburger Uni-Professor (Bio, glaub ich) war zu lesen, dass er bei italienischen Nudeln viel mehr Bedenken trägt als bei Gen-Nahrung, weil in den Siebziger-Jahren 70% der Getreidefelder in Italien massiv mit irgendwelchen Pestiziden und anderen Chemikalien besprüht wurden und der Boden damit so "verseucht" wurde, dass die Substanzen auch im heutigen Getreide noch vorhanden wären.

Trotzdem: nur weil es schädlich ist zu rauchen, heißt das noch lange nicht, dass ich deswegen zum Alkoholiker werden möchte.....

Antwort von abibremer,

das zeug wird ja nicht hergestellt um als "genfood" verkauft zu werden, sondern u.a. deshalb, weil sich damit der einsatz teurer chemie vermeiden lässt: bestimmte gen-maissorten sind gegen den maisschädling maiszünsler resistent, so dass keine pestizide eingesetzt werden müssen.

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