Wozu dient letztendlich die Moral? Zum Ausgleich der Mangelhaftigkeit der Menschen oder der Welt?
Sind moralische Regeln notwendig, weil die Menschen über eine biologisch oder psychisch mangelhafte Ausprägung des Gemeinsinns verfügen?
Oder ist der Mensch so perfekt und so intelligent, dass er den Mangel im Gesamtaufbau der Welt wahrnimmt, diese als Ungerechtigkeit, Destruktion oder Fehlerhaftigkeit empfindet, und durch Regeln im Bereich seines eigenen Handelns Abhilfe schaffen will?
Diese Frage beschäftigt mich immer wieder, ohne dass ich zu einem definitiven Schluss komme. Was meint ihr denn?
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Die Ansicht, dass der Mensch die Moral erfand, da er sonst ein grausames Tier wäre, ist glaube ich seit ein paar Jahrhunderten überholt.
Die Natur brachte die Moral hervor. Schaue dir dazu das Sozialverhalten höher entwickelter Tiere an. Der Mensch hat diese angeborene Eigenschaft nur verbalisiert bzw. im Zuge einer immer komplexer werdenen Gesellschaft verfeinert.
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Alexander Wolcott
Alles, was mir Spass macht, ist entweder illegal oder unmoralisch oder macht dick.
Demoralisierung
ist ein Prozess, durch den ein Akteur die psychologische Widerstandskraft eines Gegners mittels Ausübung von psychologischem Druck oder Gewalt zu brechen versucht.
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Die Demoralisierung gelangt bewusst – zum Beispiel als Folge von strategischen oder taktischen Entscheiden in militärischen Kampfsituationen (Beispiel: Liquidierung einer Führungsperson) , im Sport und in der Arbeitswelt – aber auch unbewusst in vielen kompetitiven Situationen zur Anwendung.
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Der Nutzen der Demoralisierung liegt darin, dass die Kosten eines Sieges – und darum geht es ja in kompetitiven Situationen – für den anwendenden Akteur sinken, da der Gegner seine eigene Stärke zunehmend in Frage stellt und dadurch an Widerstandskraft verliert.
deprimieren, entmutigen, entnerven, mürbemachen, zermürben, zusetzen; (geh.): niederdrücken; (ugs.): fertigmachen, kleinkriegen.
LG
Kommentar von chromosonchromoson 14.06.2010Schwer verdaulicher Text - aber ich habe es geschafft. DH.
Kommentar von Linda1Linda1 22.06.2010Manche (nicht wenige) Gesetze sind UNmoralisch.
Dass Stevia verboten, dass Mütter keine Bezüge, Todesstrafen u. a.
LG
Kommentar von Linda1Linda1 23.06.2010Gesundes Stevia, Bankhofer, Uwe Kartstädt u. v. m. sind per Gesetz in UNmoral verboten.
LG
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Also erstmal zur Definition:
Moral bezeichnet meist die faktischen Handlungsmuster, -konventionen, -regeln oder -prinzipien bestimmter Individuen, Gruppen oder Kulturen, sofern diese wiederkehren und sozial anerkannt und erwartet werden. So verstanden, sind die Ausdrücke Moral, Ethos oder Sitte weitgehend gleichbedeutend und werden beschreibend (deskriptiv) gebraucht. Daneben wird mit der Rede von "Moral" auch ein Bereich von praktischen Urteilen, Handlungen oder deren Prinzipien (Werte, Güter, Pflichten, Rechte) verbunden. So verstanden, wertet eine Unterscheidung von Moral und Unmoral. Eine solche Bewertung kann als bloßer Ausdruck subjektiver Zustimmung oder Ablehnung verstanden werden (vergleichbar zu Applaus oder Buhrufen), oder als Beurteilung von Handlungen, deren Maximen oder sonstige Prinzipien in moralischer Hinsicht, d.h. als moralisch gut oder moralisch schlecht. Letzteres entspricht einem metaethischen Realismus. Die theoretische Ausarbeitung unterschiedlicher methodischer Vorgehensweisen und Kriterien moralischer Urteile sind Gegenstand der philosophischen Disziplin der Ethik. (Zitat aus Wikipedia)
Die Moral ist also keine automatische Errungenschaft die sich aus der Natur ergibt, oder durch genetische Informationen an die naechste Generation weitergegeben wird. Wir haben in der Geschichte mehrfach z.T. extreme Wechsel in den moralischen Werten erfahren. Eine der bedeutesten war sicher in der Zeit der Renaissance, aber auch die 68er Bewegung hat an den Grundfesten ethischer Grundsaetze geruettelt, die Befreiung der Frau, die Abschaffung der Sklaverei oder auch Dinge wie Sozialhilfe, medizinische Versorgung und humaner Strafvolzug fussen auf moralischen Grundsaetzen.
Die Religionen haben Ihren Teil zu diesem Prozess beigetragen, moralische Werte fussen auf den Gesetzen der Bibel, Thora oder des Koran. Selbst die aeltesten Religionen stellen moralische Grundregeln und Gesetze fuer Ihre Anhaenger auf. Im 15. - 17. Jh. setzte dann der Humanismus ein, der durch die Wiederentdeckung antiker Schriften gefoerdert wurde. Herausragende Humanisten waren z.B. Erasmus von Rotterdam, Philipp Melanchthon oder das Bildungssystem der Jesuiten.
Zum Ende des 18. Jh. traten dann mit Schiller, Herder, v. Humboldt, Goethe und Kant die neuen Humanisten auf. Der deutsche Begriff Humanismus wurde von Friedrich Immanuel Niethammer in dem 1808 erschienenen Buch "Der Streit des Philanthropinismus und Humanismus in der Theorie des Erziehungs-Unterrichts unserer Zeit" zuerst verwendet.
Das Thema ist sehr komplex, im 20. Jh. muss man nur an Jaeger, Satre, Spranger, Plessner oder Heidegger denken...
Kommentar von ZwiebelimKartonZwiebelimKarton 26.05.2010Nur mal etwas zum Nachdenken:
"moralische Werte fussen auf den Gesetzen der Bibel, Thora oder des Koran."
In diesen heiligen Büchern stehen neben den coolen Dingen, die man zitieren kann auch ein gigantischer Haufen Mist, an den sich kein Mensch hält. Ergo gibt es etwas innerhalb des Menschen, welches sich die Rosinen rauspickt. Die Moral fusst also nicht auf heiligen Büchern, sondern auf einem inneren Verständnis von gut und böse. Wenn wirklich die Bibel und Co. absolute Nachschlagewerke für die Moral wären, wäre diese Welt ein Chaos.
Kommentar von riarariara 26.05.2010Deine Meinung...Nur gab es vor 1.000 Jahren noch keinen Kant, Satre oder Hebel, die heute wie vor 100 Jahren unsere moralischen Werte und den Humanismus bestimmt haben, jedenfalls bechaeftigen sich Studenten in Universitaeten nicht mit dem Urtrieb und der Natur wenn es um Moral und Ethik geht...
Kommentar von Reisswolf53Reisswolf53 26.05.2010... und beides sollte man schon auseinander halten!
Kommentar von ZwiebelimKartonZwiebelimKarton 26.05.2010Ich studiere Philosophie und muss über deine Milchmädchenrechnung lachen. Kants kategorischer Imperativ ist nichts anderes als eine evolutionär stabile Strategie. Und diese existieren bereits seit Millionen von Jahren. Die Herkunft der Moral aus dem Reich der Tierwelt wie zum Beispiel Frans de Waal sie in seinem Werk "Primaten und Philosophen - Wie die Evolution die Moral hervorbrachte" (übrigens von 2008, falls du immer noch an der törichten Behauptung festhalten willst, dass sich heutzutage niemand mehr mit "sowas" abgeben würde) ist Teil der Forschungsarbeiten innerhalb meiner Fakultät. Also bitte: wenn du hier schon rumtönen musst, dann auch in Bereichen, in denen du dich auskennst. Alles andere wirkt einfach nur arrogant und in diesem Fall sogar lächerlich.
Kommentar von riarariara 26.05.2010Wer hier arrogant ist darueber koennte man jetzt trefflich streiten...Schoen das Du Philosophie studierst, dann lass Dir mal von einem alten Philosophen den Ratschlag geben, dass niemand alles und einige mehr wissen als man selbst, wenn es um das Leben und die Philosophie geht ist das Alter und die Lebenserfahrung ein treuer Freund...:-)
Kommentar von ZwiebelimKartonZwiebelimKarton 26.05.2010lach
So liebe ich dich, riara. Erst etwas behaupten und wenn es einem vor der Nase schön auseinandergenommen und widerlegt wird, auf die objektive Unbeweisbarkeit der wissenschaftlichen Theorien pochen. Das ist arm, wirklich.
Schau dir deine Kommentare zu meinen Antworten an. Da wird nicht von "vielleicht", "kann man nicht wissen", sondern von "ha, das ist so aber nicht!" gesprochen. Und der Hinweis auf das Alter (als Maß der philosophischen Kompetenz) und der erneuten Arroganz "ich weiß es besser, egal, was du sagst"-Haltung zeigt, dass ich hier nicht mit einem Philosophen, sondern mit einem Schwafler rede und somit meine Zeit vergeude.
Gespräch beendet.
Kommentar von riarariara 27.05.2010Hauptsache Du kannst Dich selber leiden...:-)...Du Nulpe...
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die aufgabe des menschen auf der erde ist es, in geistabgeschittenheit das prinzip der freiheit kennenzulernen.
deshalb ist es auch in seine hände gelegt worden, den INNEREN NEINSAGER, die moral, deren anlage in jedem menschen ist, zu kultivieren. und das aus freien stücken.
es ist schon eine ganz schöne schwierigkeit, mensch zu sein, und auf das ziel, ein VOLLMENSCH zu werden, hinzuarbeiten.
Kommentar von NowkaNowka 25.05.2010moral stärkt den menschlichen gemeinsinn, wenn sie moralinsauer ist.
Kommentar von HarterkampferHarterkampfer 26.05.2010Diesen letzten Satz mit der Essigsäure musst du mir noch erklären!
Kommentar von NowkaNowka 09.06.2010völlig richtig! ich habe da ein wort ausgelassen. es sollte heißen:
moral stärkt den menschlichen gemeinsinn, wenn sie NICHT moralinsauer ist.
Kommentar von HarterkampferHarterkampfer 17.06.2010Jetzt ist es einfach zu verstehen!
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Moral ist meiner Meinung nach von Menschen gemacht und sehr relativ.
Ich nehme mal ein einfaches Beispiel: Neben dem KZ Buchenwald ist eine Grünanlage ,auf der auch die Frauen/Kinder der Beamten oft gewesen sind. Dass nebenan gerade massenhaft Leute starben ,hat da niemanden gestört, da es eben moralisch aus ihrer Sicht eine gute Sache war.
Aus unserer Sicht sieht das Ganze schon wieder anders aus.
Aber gibt es eigentlich einen Mangel?Morde, Verbrechen, etc?
"Fressen und gefressen werden" war schon immer ein Grundprinzip der Natur, aus unserer Sicht ist es unmoralisch..aber ist es das nun wirklich?
Kommentar von HarterkampferHarterkampfer 26.05.2010Genau diesen Sachverhalt meine ich, Sabazius!
Ich stelle fest, die Natur ist jenseits der Moral. Sie baut ein System auf, in dem man den Artgenossen oder einen von der anderen Art erschlagen, häuten, zerlegen und fressen muss! Da kennt die Natur nix, und sie hat keinerlei Hemmungen! Die Zebras werden von den Krokodilen hinten schon zerrissen, während sie mit den Vorderhufen versuchen zu entkommen! Fische werden lebendig von den Vöglen verschlungen und verenden elend in der Magensäure… Die Natur kennt kein Mitleid, und legt sich keine selbstgewählten Beschränkungen auf.
Aber der Mensch ist dazu in der Lage. Er tut es auch gelegentlich.
Deswegen denke ich oft, die Moral der Menschen ist der Versuch, die Mangelhaftigkeit der Welt auszugleichen!
Wenn ich religiös wäre, würde ich sagen, die Moral ist der Versuch, die Unzulänglichkeit der göttlichen Schöpfung zu beseitigen! Anders gesagt: Moralisches Verhalten der Menschen ist immer eine Auflehnung gegen Gott!
Kommentar von Sabazius25Sabazius25 26.05.2010Ich stimme dir zu.Einen Satz noch:Warum kennt die Natur kein Mitleid?Ganz einach:Weil Mitleid auch relativ ist und von Menschen gemacht.
Kommentar von NowkaNowka 15.06.2010alles, was moral betrifft, betrifft ausschließlich den menschen.
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moral hat gar nichts mit natur zu tun.
das ist eine ganz andere ebnene.
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moralisches verhalten ist NICHTS, was sich auflehnt gegen gott.
Kommentar von HarterkampferHarterkampfer 17.06.2010Doch Nowka! Wenn ich mich nicht an die Lösungswege halte,die mir die Situation, die Tradition, die Gegebenheiten also aufdrängen und mich unabhängig von all dem für einen eigenen Weg entscheide, dann suche ICH mir einen eigenen Weg! Also hadele ich dagegen, was von Religiösen als die Schöpfung, oder als Gott bezeichnet wird!
Ich füge mich nicht, ich gehorche nicht, ich unterwerfe mich nicht, und ich bin nicht demütig...! Diese würden den religiösen Weg darstellen!
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Moral ist der (vergebliche) menschliche Versuch, die eigenen Schlechtigkeit in den Griff zu bekommen.
Kommentar von Reisswolf53Reisswolf53 26.05.2010Logik: A) Moral gibt es nur da, wo schlechte Menschen existieren; oder B) alle Menschen sind schlecht, also gibt es überall Moral! Sehr interessant! Bist Du moralisch sauber??
Kommentar von daddysdearestdaddysdearest 26.05.2010B
Und das betrifft mich genauso wie jeden anderen. Nur weiß ich, dass Jesus Christus die einzige Antwort darauf ist.
Kommentar von HarterkampferHarterkampfer 28.05.2010Dein Moralbegriff, Daddy, ist geprägt von deiner christlichen Auffassung. Die aber ist dafür konstruiert, dem Menschen das selbstbewusste Existenzrecht zu entziehen – um es ihm anschließend mit Auflagen und Bedingungen eines Gottes wieder zurück zu vermieten! Das schafft Abhängigkeit von Gott.
Lass aber mal diese christliche Herabwürdigung der eigenen Art weg („der Mensch ist schlecht, Erbsünde usw.“)! Auch bei selbstbewussten Menschen findest du das Bestreben, das eigene Handeln an den Vorstellungen auszurichten, die man für richtig hält! Die Moral ist also keineswegs an die Vorstellung gebunden, der Mensch sei „schlecht“! Auch benötigt sie nicht ein vorgefertigtes Verordnungswerk einer auswärtigen Instanz (Gott)!
Kommentar von daddysdearestdaddysdearest 28.05.2010Die aber ist dafür konstruiert, dem Menschen das selbstbewusste Existenzrecht zu entziehen – um es ihm anschließend mit Auflagen und Bedingungen eines Gottes wieder zurück zu vermieten
Falsch. Mehr Futter für das Selbstwertgefühl als das Wissen um die Liebe Gottes kann es gar nicht geben.
Das schafft Abhängigkeit von Gott
Das Wissen darum - welches anderen Menschen fehlt.
christliche Herabwürdigung
Das Gegenteil ist der Fall.
Auch bei selbstbewussten Menschen findest du das Bestreben, das eigene Handeln an den Vorstellungen auszurichten, die man für richtig hält!
Was immer subjektiv ist.
Die Moral ist also keineswegs an die Vorstellung gebunden, der Mensch sei „schlecht“!
Natürlich nicht. Sie ist ja auch nur ein Ersatz für göttliche Werte.
Auch benötigt sie nicht ein vorgefertigtes Verordnungswerk einer auswärtigen Instanz (Gott)!
Gott will Beziehung, nicht Verordnungen.
Kommentar von SajonaraSajonara 28.05.2010Man höre und staune: "Falsch. Mehr Futter für das Selbstwertgefühl als das Wissen um die Liebe Gottes kann es gar nicht geben."
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die ursprüngliche moral wurde vergessen (sie sitzt tief in dir drin)
deshalb baut man moralgesetze auf
Kommentar von HarterkampferHarterkampfer 28.05.2010Demenz der ganzen Art...? Das ist eine abenteuerliche Vorstellung?
Zu welcher Zeit war sie voll da?
Durch welche Krankheit trat der Gedächtnisverlust ein?
Ist eine medikamentöse Therapie möglich?
Kommentar von NowkaNowka 15.06.2010im ganzen kosmos gibt es NUR moralgestze.
da der mensch die freiheit kennenlernen soll, muß er sich die moral erst erarbeiten.
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Zuerst einmal ein Kompliment, dass du dir solche Fragen stellst. Du zeigst damit, dass du ein (im guten Sinn) denkender Mensch bist. Und davon kann es nicht genug geben. Hier meine Ansicht zu deinen zwei Fragen. Beides gilt und beides gilt nicht. Das liegt daran, dass es "den Menschen" nicht gibt. Es gibt nur einzelne Menschen und diese zusammen bilden die Menschheit. So betrachtet kannst du zu folgendem Schluss kommen: Je reifer ein Mensch ist, desto weniger moralische Regeln braucht er. Angenommen, es gibt irgendwo einen perfekten Menschen auf dieser Erde. Dieser wird ganz ohne von aussen vorgeschriebene Regeln auskommen, weil sein Handeln sowohl für ihn selber wie auch für seine Mitmenschen stets segensreich ist. Weil die wenigsten unter uns diese geistige Reife erlangt haben, sind wir auf (mehr oder weniger) moralische Leitlinien angewiesen.
Kommentar von MikaneosMikaneos 26.05.2010Um keine Missverständisse aufkommen zu lassen, hier eine Ergänzung zu meinem Schlusssatz. "Mehr oder weniger" bezieht sich auf "Leitlinien" (nicht auf "moralische"). Es gibt Menschen, die brauchen viele äussere Regeln (oft ohne, dass ihnen das bewussst ist), andere brauchen weniger davon und handeln dennoch meistens lebensfördernd.
Kommentar von HarterkampferHarterkampfer 26.05.2010Sehr interessanter Gedanke, Mikaneos! Das würde bedeuten, die evolutionäre Entwicklung bestehe darin, die Trennung niederzureißen zwischen den Empfindungen, die zur Erhaltung des eigenen Lebens notwendig sind (Egoismus), und denen, die auf "Gemeinschafterhaltung" oder "Welterhaltung" ausgerichtet sind!
Den Egoismus sozusagen in seinen Gegensatz hinein zu erweitern! So, wie man im Altertum irgendwann auch die Sklaven zur Gemeinschaft der Menschen zählte! Oder wie man begann, auch die Ungläubigen als vollwertige Geschöpfe der jeweiligen Götter anzusehen!
Das fängt im Grunde an, wie eine Psychose: zwei in ihrer Natur entgegengesetzte Elemente werden in einer neuen, verrückten Weise zu einer Einheit verbunden!
Kommentar von MikaneosMikaneos 26.05.2010So wie ich es sehe, existiert die Trennung, von der du schreibst, in Wirklichkeit gar nicht. Was zur Erhaltung des eigenen Lebens notwendig ist, dient letztlich auch der "Gemeinschaftserhaltung". Was im Tierreich gilt, darf nicht einfach so auf die Menschheit übertragen werden.
Kommentar von Reisswolf53Reisswolf53 26.05.2010Harterkämpfer! Auch Dein "Gemeinschaftssinn" entspringt einem gesunden Egoismus, denn dieser ist i. d. R. nötig für das Überleben der Individuen! Wenn es keine Überlebensnotwendigkeiten für den einzelnen gibt, wirst du auch wenig Gemeinschaftssinn finden!
Kommentar von HarterkampferHarterkampfer 27.05.2010Ja, guter Aspekt, Reißwolf! Der Gemeinschaftsinn ist der Egoismus der Gruppe oder der Art!
Wenn ein Mann sein Leben (etwa im Krieg) für die Verteidigung seiner Kinder aufopfert, so stellt das nichts anderes dar, als den hartnäckigsten Überlebenswillen für seine Nachkommen!
Das ist eine wichtige Erkenntnis - allerdings bringt sie Religiöse in Schwierigkeiten, die die Nächstenliebe als das Gegenteil des Egoismus propagieren!
Ich finde, es gibt nur verschiedene Ausprägungen dessen, was mit dem Begriff des Egoismus bezeichnet wird! Aber ob direkt erkennbar oder als Nächstenliebe verborgen - in beiden Fällen geht es um den Versuch, sich und sein biologisches oder soziales Umfeld zu behaupten!
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Vielleicht hilft es ja, wenn man sich erstmal eine Definition der "Moral" erarbeitet.
Zusammengefasst kann man sagen, die Moral ist ein Handlungsmuster. Der Mensch schafft sich eine Schablone um gut von schlecht unterscheiden zu können.
Ich finde es übertrieben zu sagen, der Mensch wolle durch Moral eine mangelhafte Ausprägung von Gemeinsinn kompensieren. Ich finde, Moral hat eher den Zweck der Steuerung und Kontrolle. Die von Menschen geschaffenen Moralen zielen in der Regel auf Gewaltlosigkeit, Friedfertigkeit, Bescheidenheit und Toleranz ab. Also auf defensive Haltung. Ein Haufen defensiver Menschen ist ein Paradies für die offensiven.
Ich denke also, Moralen sind eher aus der Intelligenz einiger weniger entstanden, statt aus der Dummheit vieler.
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Die Moral ist Hauptsächlich dazu da,das so manche Glaubensfanatiker einen oder einen Unterdrücken können und zum Machtmißbrauch,die einem einprägen wollen die Moral ist ein zu halten und selber sind sie die schlimmsten.Ich halte nichts mehr von solchen Moralpredigern und Glaubensfanattiker.Jeder soll selber von Moral das denken was er oder sie will.Meine Moral ist jene;liebe die Frauen und mache sie Glücklich,dann hat man einen Schatz im Himmel!!!Und der Frauens Wunsch ist des Mannes Befehl!!!!
Kommentar von HarterkampferHarterkampfer 26.05.2010Nicht verkeht, Gottie...! Da ist was dran!
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Also die Mensch ist ganz und gar nicht perfekt und braucht die Moral,auch wenn es wenige gibt die sich daran halten.Viele haben keine und verhalten sich auch nicht wie ein Mensch sich verhalten sollte, sondern zerstören die Welt und strotzen nur so vor Egoismus und Habgier.
Das zweite Beispiel gefällt mir besser,auch wenn es wenige gibt die so sind wie du es beschrieben hast.
Viele sehen das eben gar nicht,das ist ja das Traurige.
Ich bin nicht Pessimistin,sondern Realistin.
Die Welt ist am Ende,besser wird es ganz sicher nicht.
Es gibt sie schon tausende von Jahren,aber trotzdem gibt es immer noch solche, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten.
Auch hat nicht jeder genug zu essen oder zu trinken,obwohl es viele gibt die im Überfluss leben.
Bei einigen ist die Nächstenliebe total verloren gegangen,man ist gleichgültig geworden,ungerecht und selbstsüchtig.
Das Beste ist bei sich selbst anzufangen,auch wenn es einen deprimieren kann mitansehen zu müssen,dass man fast der Einzige ist der etwas tut.
Leider haben Menschen die etwas bewirken wollen oder könnten,oft keine Möglichkeit die Welt zu verbessern und anderen zu helfen(finanziell)
Anderen zuhören oder zu helfen kostet nichts,aber macht die Seele reich.
Kommentar von HarterkampferHarterkampfer 26.05.2010Du beklagst, dass der Mensch durch Egoismus und mangelnde Selbstbeschränkung die Welt zerstört. Deswegen brauche man die Moral.
Ich aber sehe, dass es die Natur es war, die den Egoismus als einen zentralen Antrieb aller Tiere hervorbrachte!
Dann kann ich doch nicht dem Menschen einen Vorwurf machen! Wie ich einem nicht sein Mondgesicht oder seinen Eierkopf vorwerfen kann!
Vielleicht sollten wir den Fokus von der Vorwürflichkeit den anderen Artgenossen gegenüber nehmen und daran denken, dass unsere Fähigkeit, moralisch zu handeln, eine Schöpfungskraft ist, mit der wir die Gegebenheiten der Welt (religiös: der Schöpfung) in unserem Sinne und nach unseren Erkenntnissen korrigieren können!
Kommentar von LejliLejli 26.05.2010Ja,da stimme ich dir zu aber Menschen sind keine Tiere und man kann und darf sie für ihr egoistisches Verhalten verantwortlich machen. Es ist auch nicht jeder gottbezogen und glaubt an eine höhere Macht.Naja,jeder hat eigene Augen um zu sehen, was in der Welt passiert. Die Menschheit ist am Ende,da bin ich mir sicher.Sie hat es zu nichts gebracht,mal abgesehen von der medizinischen Forschung.Es ist ungerecht und lieblos.Ich werde im August 24 und kann sagen,dass ich lieber keine Kinder auf diese korrupte und besch...Welt setzen möchte,das fände ich verantwortungslos!Es gibt auch andere Gründe aber das ist einer von den wichtigsten.Die Mehrheit der Menschen ist böse und ungerecht,das kann ich nicht ändern.Ich möchte das niemandem zumuten,schon gar nicht einem unschuldigen Kind.
Kommentar von HarterkampferHarterkampfer 26.05.2010"...Also die Mensch ist ganz und gar nicht perfekt und braucht die Moral..."
Ich glaube, es ist anders, Lejli! Moral ist nicht die Reaktion auf eine Unzulänglichkeit der Menschen (sozusagen Defensive), sondern eine Erkenntnis, dass der Mensch es besser machen kann, als er es in der Welt vorfindet (also Offensive)!
Ich meine, eigentlich haben die monotheistischen Religionen die Moral so defensiv, schuldbeladen und vorwürflich geprägt, wie wir sie kennen! Aber die Fähigkeit, moralisch zu denken und zu empfunden ist eine offensive und unschuldige Fähigkeit des Menschen, die ihn in die Lage versetzt, sich für bessere Lösungen zu entscheiden, als die Welt, die Situation ihm eigentlich nahelegt!
Ich nenne das mal eine "existenzialistische Moral" (jenseits von religiöser Einbindung).
Also eine existenzialistische Moral ist eine, die ohne Vorwürfe und Schuldgerede laufend kreativ neue Umfangsformen mit grundsätzlich unlösbaren Konflikten findet!
Kommentar von LejliLejli 26.05.2010JOPA,diese Meinung kann ich doch irgendwie teilen,in der Hoffnung,auch alles richtig verstanden zu haben.Ich sehe keine Hoffnung und hätte mir sogar gewünscht,früher gelebt zu haben.Früher hatten die Menschen eindeutig mehr Moral als heute,heute macht jeder was er will.Meine Grossmutter erzählt mir immer schöne Geschichten aus ihrem Leben,da kann ich nur staunen.Bestimmt ist das Leben heute bequemer aber die Menschen sind dadurch nicht automatisch zufriedener,im Gegenteil,man möchte immer mehr.Ich hätte mir alles erfüllt,wenn ich irgendwann mal in Wien leben könnte.Grössere Träume habe ich nicht,aber diese Stadt ist das Schönste was ich je gesehen habe.Ansonsten stelle ich auch keine Erwartungen,ich sehe wie es läuft.
Kommentar von HarterkampferHarterkampfer 27.05.2010Du meinst, früher hätte es mehr Moral (ich vermute im Sinne von Gemeinschaftssinn) gegeben, und du würdest gerne früher gelebt haben, Lejli.
Ich befürchte ernsthaft, du wärest sehr enttäuscht, wenn eine solche Zeitreise technisch machbar wäre! Denn bedenke: die Ideologien der vergangenen sagen wir 2.500 Jahre waren viel rigider als die heutigen! Das Leben der Menschen war durch religiöse und traditionsgebundene Gebote geregelt, so dass kaum Spielraum für selbstüberdachte Entscheidungen bestand!
Noch in meiner Kindheit, in den 1950er Jahren, habe ich erlebt, wie die Erwachsenen um mich herum Angst hatten, ihre Meinung zu äußern. Wie Gruppen von Menschen zusammenrückten und heimlich mit Herzklopfen ihre Ansichten hinter zugezogenen Vorhängen austauschten, dann war das zwar sehr mutig, aber alles andere, als eine Grundlage für selbstentschiedene Handlungen im Sinne einer Gemeinschaft!
Sicher, es gab oft ein gemeinsames Feindbild, das die Individuen verband, zum Beispiel im Sozialismus. Möglicherweise sind das die Ereignisse, über die deine Großmutter oft spricht. Zugegeben, das sind schöne Erlebnisse. Aber ich sage dir, solche gemeinschaftsstiftende Kulturen zerfallen oft, wenn das Feindbild stirbt – wie in der ehemaligen DDR und den früheren sozialistischen Ländern. Danach muss man Gemeinschaftsbindung ohne Feindbild aufbauen! Das ist oft schwieriger, aber sehr schön!
Und die Möglichkeiten dazu hat man eher in der Gegenwart! Also: Das Heute ist gar nicht so schlecht, wie sein Ruf…!
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Die Moral ist nicht von Menschen gemacht Moral besitzen in verschiedenem Maß mehr oder weniger alle höheren Säuger Aber hier ist nicht der richtige Ort ein so komplexes Thema zu behandeln
Kommentar von FlyingTaxiFlyingTaxi 26.05.2010"Das ist ein zu weites Feld, Effi..."
Kommentar von HarterkampferHarterkampfer 26.05.2010Meinst du zum Beispiel Delphine und Elefanten?
Erkläre mir bitte, wie funktioniert bei den Säugetieren die Moral?
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Moral ist das Ergebnis einer positiven Ausprägung des Gemeinsinns, der allen Menschen weltweit innewohnt. Wer Moral hat, hat gute Sitten und Manieren. Darüber muss man nicht philosophieren.
Kommentar von FlyingTaxiFlyingTaxi 26.05.2010woher weißt du, ob die besagten Sitten tatsächlich gut sind? Was ist gut? Und woher weißt du, ob es gut ist?
Und ob man darüber philosophieren kann!
Kommentar von jobuljobul 26.05.2010Na gut, philosophieren geht immer. Aber gut ist jedenfalls, was niemanden schadet.
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Leute, ich danke euch, das war für mich eine sehr interessante Diskussion! Mir ist im Nachhinein Vieles konkreter geworden!
Eigentlich sollte diese Bemerkung ans Ende...
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Jeder Mensch hat Gefühle fest in seinem Erbgut einprogrammiert. Zu diesen Gefühlen gehören auch Mitleid, Rücksicht, Hilfsbereitschaft, und dergleichen. Zusätzlich hat auch jeder Mensch eine Portion Egoismus fest im Erbgut einprogrammiert. Beides muss sein, damit ein Ausgleich zwischen persönlichen Interessen und gesellschaftlichen Interessen stattfinden kann. Oft überwiegt aber Gier bei einzelnen (Egoismus) und es kommt zu Ausbeutung vieler und manchmal auch zu Krieg. Das empfinden wir als unmoralisch - zurecht. Gesetze und Regeln sind also notwendig, um exzesse zu vermeiden. In Deutschland ist dies nach dem 2. WK versucht worden, mit Hilfe der sozialen Marktwirtschaft. Wie wir alle sehen, haben wir uns aber nun (gezwungen?) die freie Marktwirtschaft importiert (aus China und USA überwiegen). Ungerechtigkeiten häufen sich wieder. Ein optimaler Ausgleich zwischen persönlichen Interessen und Gesamtgesellschaftsinteressen war bisher im Verlaufe der Menschheit noch nie gegeben. Allerdings sollte das das erstrebenswerteste Ziel der Menschheit sein. Vielleicht in 1000 Jahren könnte es soweit sein - who knows? Die Evolution geht weiter....
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Also für mich ist "Moral" die Summe von Regeln und Handlungsweisen, die sich im menschlichen Zusammenleben über die letzten Jahrtausende (ev. nach Kulturkreisen unterschiedliche) entwickelt haben, damit das Zusammenleben dieser Menschengemeinschaft auch funktioniert. "Moralische Regeln" sind also sprachlich eine Tautologie wie "schwarzer Rappe" oder "weißer Schimmel".
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Ich denke, Moral ist eine Ansammlung von praktischen Urteilen, Handlungen oder deren Prinzipien. Allerdings immer subjektiv. Jeder Mensch hat eigene Wertvorstellungen. Moral beschreibt demnach, wie Menschen handeln und zu Handeln erwarten oder auch, was sie dabei faktisch für richtig halten. Ein interessanter Gesichtspunkt ist der Ausspruch: Das tut man nicht. Aber wer ist in diesem Fall "man"? Jeder Mensch hat seine eigenen Vorstellungen von Moral, bedingt durch Erziehung, Erfahrung, innere Einstellung zu gewissen Dingen.
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ich glaube nicht das man eine grundsatzdiskussion lösen kann geschweige dass hier die richtige plattform dafür ist...
Kommentar von HarterkampferHarterkampfer 26.05.2010Wo denn sonst...?
Die Gesellschaft schreibt dir vor,was moralisch ist und was eben nicht.Moral ist relativ und somit weder eindeutig noch von Natur aus in dem Sinne gegeben noch überall gleich
Genau diese Ansicht ist überholt...
Sorry, aber ich beschäftige mich mit der Forschungsliteratur der heutigen Zeit und nicht mit Milchmädchenrechnungen der Vergangenheit. ;-)
Also das Moral aus der Natur kam, wird selbst in der heutigen Forschung wohl niemand behaupten, der Vergleich mit den Tieren hinkt...
Irgendetwas sagt mir, dass du dich mit der aktuellen Forschung nicht auskennst....ach ja: dein Kommentar.
Ja genau...Nur Zwiebel kennt sich da umfassend aus...witzig, witzig...:-}}
Irgendwie ist es mir eine Freude, dir deine Aufgeblasenheit vor Augen zu führen. Bitte schau dir meinen letzten Kommentar zu deiner Antwort an.
Schreibe doch einen viel cooleren Spruch über dein Avatar:
"Hätte ich geschwiegen, wäre ich ein Philosoph gewesen"
Ein bisschen abweichend vom Original aber umso treffender, wenn es um dich geht.
;-)
Du blaest Dich doch auf...Was cooler ist oder nicht, dass lasse ich mir von einem Hslbstarken wie Dir sicher nicht erzaehlen...:-))
Diese Ansicht ist nicht überholt.Die Natur kennt kein gut und böse.Die Natur kennt nur die Naturgesetze ,mehr nicht. Die Natur hat festgelegt,dass man versuchen osll zu Überleben - egal mit wlechem Mittel. Somit ist es nicht logisch ,dass uns die Natur auf der anderen Seite nun doch so etwas wie Moral vermitteln will. Du beschäftigst dich mit Fachliteratur?Schön und gut.Es gibt diese und jene Sichtweisen ,aber zu behaupten,dass diese Meinung überholt wäre, ist falsch.
Der Oberschlaue wird sich auch mit Deinem - sehr richtigen - Hinweis nicht von der Unrichtigkeit seiner Aussage ueberzeugen lassen...:-)
Dass Moral etwas tradiertes ist, also nicht aus dem Jetzt und der aktuellen Situation kommt ist Ihm nicht klar, da kann man nichts machen...
Das Beispiel mit den spielenden Kindern neben dem KZ ist für unser Verständnis unmoralisch, da der kategorische Imperativ (plus Arterhaltungstrieb) diese Handlung als absolut böse ansieht. Die Vorstellung damals beinhaltete aber (durch völlig falsche Politik kombiniert mit verrückten Ansichten), dass es sich bei dem Juden um eine Bedrohung der "eigenen Art" (das Hirngespinst des arischen Menschen) handeln würde. Der Instinkt der "Arterhaltung" sorgte dafür, dass der kategorische Imperativ an "Kraft" verlor und somit die menschenverachtende Handlungsweise bei viel zu vielen Menschen als legitim angesehen wurde. Euer Argument würde hier aber nur greifen, wenn alle Mitglieder der Kultur grundsätzlich von der Richtigkeit der Handlung überzeugt worden wäre. Das war aber zum Glück nicht der Fall. Es gab innerhalb des deutschen Volkes eine Vielzahl von Gegnern dieser wahnsinnigen Politik.
Auch wenn es hier wirkt, als ob ich Perlen vor die Säue werfen, gebe ich einen kleinen Einblick in das wissenschaftliche Verständnis der Moral und des Irrtums einer Tradition.
Euer Argument bezieht sich auf die verschiedenen Überzeugungen innerhalb bestimmter Kulturen in Bezug auf den gleichen Sachverhalt. Das sei für euch Beweis genug, dass die Moral innerhalb dieser Kulturen entstanden und weitergegeben wird, so dass ein natürlicher Mechanismus als Grund für die Entscheidung nicht akzeptabel scheint.
Doch hier die Interpretation, die diesen "Beweis" aushebelt.
Jede Entscheidung oder jedes Gesetz orientiert sich an den Moralvorstellungen, die der Mensch besitzt. Soweit dürftet ihr mir auch zustimmen. Doch entsteht die Moralvorstellung aufgrund natürlicher Instinkte, die bei der Entscheidungssuche befriedigt werden wollen.
Einen wehrlosen Menschen nur aus Spaß zu töten wird in jeder Gesellschaftsform als böse angesehen werden. Hierbei gibt es keine kulturellen Unterschiede.
Auf die Frage, ob man Fleisch essen sollte oder nicht, gibt es hingegen mehrere Auffassungen (Vegetarier und Veganer). Doch warum? Weil der Entscheidungsprozess auf mehrere Instinkte trifft, die befriedigt werden wollen. Die eigene Lebenserhaltung (Instinkt) trifft auf das uralte Prinzip "was du nicht willst, was man dir tu´, das füge keinem anderen zu." (der kategorische Imperativ einfach ausgedrückt). Jedesmal, wenn mehrere Wahlmöglichkeiten verschiedene Instinke ansprichen (und es keinen "großen entscheidungsbestimmenden Instinkt" gibt), stößt man auf unterschiedliche Auffassungen der Moral.
seufz...die ersten beiden Kommentare sind vertauscht.
Text 3:
Was hiermit also auf einfache Weise gezeigt werden soll: unterschiedliche Auffassungen über die Moral (ja, auch die ganzen Streitereien über Abtreibungen und Co., in denen sogar religiöse Motive die Rolle eines Instinktes übernehmen sollen) resultieren aus der Tatsache, dass mehrere Instinke zugleich angesprochen werden, was - sollte kein Instinkt in jedem Fall überwiegen - zu unterschiedlichen Ansichten führen wird.
Der Ursprung aller Moralvorstellungen sind natürliche Instinkte, so wie sie bei fast allen höher entwickelten Tiere in der ein oder anderen Weise zu finden sind.
Dass der menschliche Geist nun in der Lage ist, im Vorfeld über Konsequenzen seiner Handlungen nachzudenken und hierbei sein instinktives Verständnis von gut und böse einsetzt, bedeutet nicht, dass die Moral vom Himmel gefallen ist. Die Moral ist ein Resultat evolutionärer Prozesse.
Kurz einen Satz hereinwerfe: Tiere (die "grausamen") haben das, was wir Moral nennen in den Genen satzfortsetze wenn in einem Kampf ein Tier unterlegen ist und das anzeigt, wird es nicht mehr weiter attackiert...