Frage von Harterkampfer 25.05.2010

Wozu dient letztendlich die Moral? Zum Ausgleich der Mangelhaftigkeit der Menschen oder der Welt?

  • Antwort von ZwiebelimKarton 25.05.2010
    6 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Die Ansicht, dass der Mensch die Moral erfand, da er sonst ein grausames Tier wäre, ist glaube ich seit ein paar Jahrhunderten überholt.

    Die Natur brachte die Moral hervor. Schaue dir dazu das Sozialverhalten höher entwickelter Tiere an. Der Mensch hat diese angeborene Eigenschaft nur verbalisiert bzw. im Zuge einer immer komplexer werdenen Gesellschaft verfeinert.

  • Antwort von Linda1 14.06.2010
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Alexander Wolcott

    Alles, was mir Spass macht, ist entweder illegal oder unmoralisch oder macht dick.

    Demoralisierung

    ist ein Prozess, durch den ein Akteur die psychologische Widerstandskraft eines Gegners mittels Ausübung von psychologischem Druck oder Gewalt zu brechen versucht.

    .

    Die Demoralisierung gelangt bewusst – zum Beispiel als Folge von strategischen oder taktischen Entscheiden in militärischen Kampfsituationen (Beispiel: Liquidierung einer Führungsperson) , im Sport und in der Arbeitswelt – aber auch unbewusst in vielen kompetitiven Situationen zur Anwendung.

    .

    Der Nutzen der Demoralisierung liegt darin, dass die Kosten eines Sieges – und darum geht es ja in kompetitiven Situationen – für den anwendenden Akteur sinken, da der Gegner seine eigene Stärke zunehmend in Frage stellt und dadurch an Widerstandskraft verliert.

    deprimieren, entmutigen, entnerven, mürbemachen, zermürben, zusetzen; (geh.): niederdrücken; (ugs.): fertigmachen, kleinkriegen.

    LG

  • Antwort von riara 26.05.2010
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Also erstmal zur Definition:

    Moral bezeichnet meist die faktischen Handlungsmuster, -konventionen, -regeln oder -prinzipien bestimmter Individuen, Gruppen oder Kulturen, sofern diese wiederkehren und sozial anerkannt und erwartet werden. So verstanden, sind die Ausdrücke Moral, Ethos oder Sitte weitgehend gleichbedeutend und werden beschreibend (deskriptiv) gebraucht. Daneben wird mit der Rede von "Moral" auch ein Bereich von praktischen Urteilen, Handlungen oder deren Prinzipien (Werte, Güter, Pflichten, Rechte) verbunden. So verstanden, wertet eine Unterscheidung von Moral und Unmoral. Eine solche Bewertung kann als bloßer Ausdruck subjektiver Zustimmung oder Ablehnung verstanden werden (vergleichbar zu Applaus oder Buhrufen), oder als Beurteilung von Handlungen, deren Maximen oder sonstige Prinzipien in moralischer Hinsicht, d.h. als moralisch gut oder moralisch schlecht. Letzteres entspricht einem metaethischen Realismus. Die theoretische Ausarbeitung unterschiedlicher methodischer Vorgehensweisen und Kriterien moralischer Urteile sind Gegenstand der philosophischen Disziplin der Ethik. (Zitat aus Wikipedia)

    Die Moral ist also keine automatische Errungenschaft die sich aus der Natur ergibt, oder durch genetische Informationen an die naechste Generation weitergegeben wird. Wir haben in der Geschichte mehrfach z.T. extreme Wechsel in den moralischen Werten erfahren. Eine der bedeutesten war sicher in der Zeit der Renaissance, aber auch die 68er Bewegung hat an den Grundfesten ethischer Grundsaetze geruettelt, die Befreiung der Frau, die Abschaffung der Sklaverei oder auch Dinge wie Sozialhilfe, medizinische Versorgung und humaner Strafvolzug fussen auf moralischen Grundsaetzen.

    Die Religionen haben Ihren Teil zu diesem Prozess beigetragen, moralische Werte fussen auf den Gesetzen der Bibel, Thora oder des Koran. Selbst die aeltesten Religionen stellen moralische Grundregeln und Gesetze fuer Ihre Anhaenger auf. Im 15. - 17. Jh. setzte dann der Humanismus ein, der durch die Wiederentdeckung antiker Schriften gefoerdert wurde. Herausragende Humanisten waren z.B. Erasmus von Rotterdam, Philipp Melanchthon oder das Bildungssystem der Jesuiten.

    Zum Ende des 18. Jh. traten dann mit Schiller, Herder, v. Humboldt, Goethe und Kant die neuen Humanisten auf. Der deutsche Begriff Humanismus wurde von Friedrich Immanuel Niethammer in dem 1808 erschienenen Buch "Der Streit des Philanthropinismus und Humanismus in der Theorie des Erziehungs-Unterrichts unserer Zeit" zuerst verwendet.

    Das Thema ist sehr komplex, im 20. Jh. muss man nur an Jaeger, Satre, Spranger, Plessner oder Heidegger denken...

  • Antwort von Nowka 25.05.2010
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    die aufgabe des menschen auf der erde ist es, in geistabgeschittenheit das prinzip der freiheit kennenzulernen.


    deshalb ist es auch in seine hände gelegt worden, den INNEREN NEINSAGER, die moral, deren anlage in jedem menschen ist, zu kultivieren. und das aus freien stücken.


    es ist schon eine ganz schöne schwierigkeit, mensch zu sein, und auf das ziel, ein VOLLMENSCH zu werden, hinzuarbeiten.

  • Antwort von Sabazius25 25.05.2010
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Moral ist meiner Meinung nach von Menschen gemacht und sehr relativ.

    Ich nehme mal ein einfaches Beispiel: Neben dem KZ Buchenwald ist eine Grünanlage ,auf der auch die Frauen/Kinder der Beamten oft gewesen sind. Dass nebenan gerade massenhaft Leute starben ,hat da niemanden gestört, da es eben moralisch aus ihrer Sicht eine gute Sache war.

    Aus unserer Sicht sieht das Ganze schon wieder anders aus.

    Aber gibt es eigentlich einen Mangel?Morde, Verbrechen, etc?

    "Fressen und gefressen werden" war schon immer ein Grundprinzip der Natur, aus unserer Sicht ist es unmoralisch..aber ist es das nun wirklich?

  • Antwort von daddysdearest 26.05.2010
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Moral ist der (vergebliche) menschliche Versuch, die eigenen Schlechtigkeit in den Griff zu bekommen.

  • Antwort von coeleste 26.05.2010
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    die ursprüngliche moral wurde vergessen (sie sitzt tief in dir drin)

    deshalb baut man moralgesetze auf

  • Antwort von Mikaneos 26.05.2010
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Zuerst einmal ein Kompliment, dass du dir solche Fragen stellst. Du zeigst damit, dass du ein (im guten Sinn) denkender Mensch bist. Und davon kann es nicht genug geben. Hier meine Ansicht zu deinen zwei Fragen. Beides gilt und beides gilt nicht. Das liegt daran, dass es "den Menschen" nicht gibt. Es gibt nur einzelne Menschen und diese zusammen bilden die Menschheit. So betrachtet kannst du zu folgendem Schluss kommen: Je reifer ein Mensch ist, desto weniger moralische Regeln braucht er. Angenommen, es gibt irgendwo einen perfekten Menschen auf dieser Erde. Dieser wird ganz ohne von aussen vorgeschriebene Regeln auskommen, weil sein Handeln sowohl für ihn selber wie auch für seine Mitmenschen stets segensreich ist. Weil die wenigsten unter uns diese geistige Reife erlangt haben, sind wir auf (mehr oder weniger) moralische Leitlinien angewiesen.

  • Antwort von FlyingTaxi 26.05.2010
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Vielleicht hilft es ja, wenn man sich erstmal eine Definition der "Moral" erarbeitet.

    Zusammengefasst kann man sagen, die Moral ist ein Handlungsmuster. Der Mensch schafft sich eine Schablone um gut von schlecht unterscheiden zu können.

    Ich finde es übertrieben zu sagen, der Mensch wolle durch Moral eine mangelhafte Ausprägung von Gemeinsinn kompensieren. Ich finde, Moral hat eher den Zweck der Steuerung und Kontrolle. Die von Menschen geschaffenen Moralen zielen in der Regel auf Gewaltlosigkeit, Friedfertigkeit, Bescheidenheit und Toleranz ab. Also auf defensive Haltung. Ein Haufen defensiver Menschen ist ein Paradies für die offensiven.

    Ich denke also, Moralen sind eher aus der Intelligenz einiger weniger entstanden, statt aus der Dummheit vieler.

  • Antwort von Gottie 26.05.2010
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Die Moral ist Hauptsächlich dazu da,das so manche Glaubensfanatiker einen oder einen Unterdrücken können und zum Machtmißbrauch,die einem einprägen wollen die Moral ist ein zu halten und selber sind sie die schlimmsten.Ich halte nichts mehr von solchen Moralpredigern und Glaubensfanattiker.Jeder soll selber von Moral das denken was er oder sie will.Meine Moral ist jene;liebe die Frauen und mache sie Glücklich,dann hat man einen Schatz im Himmel!!!Und der Frauens Wunsch ist des Mannes Befehl!!!!

  • Antwort von Lejli 25.05.2010
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Also die Mensch ist ganz und gar nicht perfekt und braucht die Moral,auch wenn es wenige gibt die sich daran halten.Viele haben keine und verhalten sich auch nicht wie ein Mensch sich verhalten sollte, sondern zerstören die Welt und strotzen nur so vor Egoismus und Habgier.

    Das zweite Beispiel gefällt mir besser,auch wenn es wenige gibt die so sind wie du es beschrieben hast.

    Viele sehen das eben gar nicht,das ist ja das Traurige.

    Ich bin nicht Pessimistin,sondern Realistin.

    Die Welt ist am Ende,besser wird es ganz sicher nicht.

    Es gibt sie schon tausende von Jahren,aber trotzdem gibt es immer noch solche, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten.

    Auch hat nicht jeder genug zu essen oder zu trinken,obwohl es viele gibt die im Überfluss leben.

    Bei einigen ist die Nächstenliebe total verloren gegangen,man ist gleichgültig geworden,ungerecht und selbstsüchtig.

    Das Beste ist bei sich selbst anzufangen,auch wenn es einen deprimieren kann mitansehen zu müssen,dass man fast der Einzige ist der etwas tut.

    Leider haben Menschen die etwas bewirken wollen oder könnten,oft keine Möglichkeit die Welt zu verbessern und anderen zu helfen(finanziell)

    Anderen zuhören oder zu helfen kostet nichts,aber macht die Seele reich.

  • Antwort von Juergensenior 25.05.2010
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Die Moral ist nicht von Menschen gemacht Moral besitzen in verschiedenem Maß mehr oder weniger alle höheren Säuger Aber hier ist nicht der richtige Ort ein so komplexes Thema zu behandeln

  • Antwort von jobul 25.05.2010
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Moral ist das Ergebnis einer positiven Ausprägung des Gemeinsinns, der allen Menschen weltweit innewohnt. Wer Moral hat, hat gute Sitten und Manieren. Darüber muss man nicht philosophieren.

  • Antwort von Harterkampfer 01.06.2010

    Leute, ich danke euch, das war für mich eine sehr interessante Diskussion! Mir ist im Nachhinein Vieles konkreter geworden!

    Eigentlich sollte diese Bemerkung ans Ende...

  • Antwort von Mosus 26.05.2010

    Jeder Mensch hat Gefühle fest in seinem Erbgut einprogrammiert. Zu diesen Gefühlen gehören auch Mitleid, Rücksicht, Hilfsbereitschaft, und dergleichen. Zusätzlich hat auch jeder Mensch eine Portion Egoismus fest im Erbgut einprogrammiert. Beides muss sein, damit ein Ausgleich zwischen persönlichen Interessen und gesellschaftlichen Interessen stattfinden kann. Oft überwiegt aber Gier bei einzelnen (Egoismus) und es kommt zu Ausbeutung vieler und manchmal auch zu Krieg. Das empfinden wir als unmoralisch - zurecht. Gesetze und Regeln sind also notwendig, um exzesse zu vermeiden. In Deutschland ist dies nach dem 2. WK versucht worden, mit Hilfe der sozialen Marktwirtschaft. Wie wir alle sehen, haben wir uns aber nun (gezwungen?) die freie Marktwirtschaft importiert (aus China und USA überwiegen). Ungerechtigkeiten häufen sich wieder. Ein optimaler Ausgleich zwischen persönlichen Interessen und Gesamtgesellschaftsinteressen war bisher im Verlaufe der Menschheit noch nie gegeben. Allerdings sollte das das erstrebenswerteste Ziel der Menschheit sein. Vielleicht in 1000 Jahren könnte es soweit sein - who knows? Die Evolution geht weiter....

  • Antwort von angy2001 25.05.2010

    Also für mich ist "Moral" die Summe von Regeln und Handlungsweisen, die sich im menschlichen Zusammenleben über die letzten Jahrtausende (ev. nach Kulturkreisen unterschiedliche) entwickelt haben, damit das Zusammenleben dieser Menschengemeinschaft auch funktioniert. "Moralische Regeln" sind also sprachlich eine Tautologie wie "schwarzer Rappe" oder "weißer Schimmel".

  • Antwort von Danielle64 25.05.2010

    Ich denke, Moral ist eine Ansammlung von praktischen Urteilen, Handlungen oder deren Prinzipien. Allerdings immer subjektiv. Jeder Mensch hat eigene Wertvorstellungen. Moral beschreibt demnach, wie Menschen handeln und zu Handeln erwarten oder auch, was sie dabei faktisch für richtig halten. Ein interessanter Gesichtspunkt ist der Ausspruch: Das tut man nicht. Aber wer ist in diesem Fall "man"? Jeder Mensch hat seine eigenen Vorstellungen von Moral, bedingt durch Erziehung, Erfahrung, innere Einstellung zu gewissen Dingen.

  • Antwort von seulberg1 25.05.2010

    ich glaube nicht das man eine grundsatzdiskussion lösen kann geschweige dass hier die richtige plattform dafür ist...

Diese Frage und Antworten teilen:

Verwandte Fragen

Fragen Sie die Community –

anonym und kostenlos!