Frage von Hunkpapa, 192

Wozu brauchen wir Religionen - sie machen uns nur was vor?

Antwort
von Rosenblad, 94

„Menschen bleiben eine nur vorläufige, daher fallible Interpretation ihrer selbst.
Deshalb brauchen sie schon aus Gründen der Selbstkomplettierung Formate des Göttlichen.“ (Hogrebe, Mensch, S.110) oder

„Die Dauerhaftigkeit der Religion beruht nicht auf der Dauerhaftigkeit von Wünschen, die sich nur illusionär befriedigen lassen; sie beruht vielmehr auf der Dauerhaftigkeit einer Daseinslage, die uns auf Religion angewiesen sein läßt, um selbsttäuschungsfrei und wahrheitsfähig existieren zu können.“ (Lübbe, Religion, S. 255)

Religion entspringt der genetischen Disposition einer Religiosität als deren kulturelles "Medium" das zur Orientierung, Bewältigung und (Ab)Sicherung in einem durch irreduzierbare Ereignisse (wie Tod, Krankheiten, Katastrophen usf.) phänomenal und funktional dienen und versorgen kann.

Kommentar von Hunkpapa ,

Und das heißt auf gut Deutsch?

Kommentar von Rosenblad ,

Religion ist ein Teil unserer menschlicher Kulturerbringung - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

"Der stärkste Halt, die höchste Würde, der größte Reichtum, die tiefste Seligkeit eines Menschen liegt in der Religion.(……) Religion ist aber nicht nur etwas Heiliges, Wunderbares, Tröstendes, Lebensspendendes sondern auch Gefährliches - Rausch, Krieg, Fanatismus.“ (Friedrich Heiler „Erscheinungsformen und Wesen der Religion“)

Religion kann wie Du treffend schreibst belästigen - sie kann aber auch (wenn man die Dogmen, Engstirnigkeit und das was man zu gern mit dem Purpubegriff der Liebe darüber hängt, einmal nicht in den Vordergrund stellt ) auch "heilen" (als Therapeutikum wirksam sein).

Kommentar von Hunkpapa ,

Ja, ich weiß, dass Religion heilen und dass der Glaube Berge versetzen kann. Alles in allem haben aber die (Welt-)Religionen mehr Unheil als Heil gebracht. Diese Religionen konnten noch nicht einmal die 2 Weltkriege verhindern. Schließlich kämpften hauptsächlich Christen gegen Christen im 1. u. 2. Weltkrieg gegeneinander. Glauben sollte daher absolute Privatsache sein. Und wer beten will, der kann es auch zu Hause tun oder im Wald.

Antwort
von NichtZwei, 59

Die Menschen haben ein natuerliches Beduerfnis zu wissen, wer sie sind, woher sie kommen und wohin sie gehen werden. Die Wahrheit kann man ihnen natuerlich nicht erzaehlen, denn dann wuerde die Illusion hier unten durchschaut. Die Religionen dienen dazu, die Menschen zu kontrollieren und die wichtigen Fragen irgendwie im Dunkeln liegen zu lassen. Dadurch entsteht dieses mulmige Gefuehl, nicht genau zu wissen, wie man sich zu verhalten hat, weil man ja auch sieht, dass die Menschen sich anders im Leben verhalten als in der Kirche oder wo auch immer. Neuerdings hat die Wissenschaft die Aufgabe der Religion uebernommen, jedenfalls im der westlichen Welt. Auch hier das Gleiche, keine Antworten auf Fragen und viele Annahmen und nicht Konkretes. Das was alle Menschen wissen wollen ist, wer sie sind, da ist eine Sehnsucht nach dieser Einheit, die ja verloren wurde und nach der wir suchen. Die Menschen suchen im Aussen nach Antworten, obwohl alle Antworten Innen zu finden sind, in ihnen, nicht dort draussen. Die Menschen werden in Umwissenheit gehalten, dass ist das Wichtigste, um die Maschine hier unten am Laufen zu halten. Wenn du die Wahrheit weisst oder erfaehrst, dann bist du verloren fuer die Menschheit, dann kannst du nicht mehr ausgebeutet werden, physisch und psychisch, aber dann hast du die Freiheit gefunden, nach der alle suchen. Viel Glueck!

Kommentar von Rosenblad ,

Interessante Sicht auf die Dinge - aber welche "Wahrheit", also welche epistemologische Aussage verbirgt sich für Dich hinter diesem Begriff der "Wahrheit" - für eine Antwort wäre ich dankbar!

Antwort
von nowka20, 17

---Mit dem Paradiesrausschmiss ist dann eingetreten, mit Bezug auf die moralische Gesamtauffassung des Menschen, daß er sich als sündig fühlte, während er unfähig gewesen wäre, in die Sünde zu verfallen, wenn er im Paradies geblieben wäre, in dem Stande des instinktiven Geführtwerdens durch göttlich-geistige Mächte.
---Während er da unfähig zu sündigen war, also sündlos geblieben wäre wie ein bloßes Naturgeschöpf, ist er fähig geworden zu sündigen durch dieses Selbständigwerden gegenüber den göttlich-geistigen Mächten.
---Und es trat dann in der Menschheit dieses Sündenbewußtsein auf: Ich als Mensch bin nur dann nicht sündig, wenn ich meinen Weg wiederum zurückfinde zu den göttlich-geistigen Mächten. Was ich durch mich selber beschließe, das ist als solches sündhaft, und ich kann nur die Sündlosigkeit erringen dadurch, daß ich den Weg zu den göttlich-geistigen Mächten wiederum zurückfinde.
---Und dazu benötige ich unbedingt die Religion, damit mich diese auf meinem Weg stützen kann.

Antwort
von Hamburger02, 30

Das sehe ich genauso.

Was dem einfachen Volk wirklich nützt, ist nicht Religion sondern das sind die Menschenrechte. Besonders denke ich da an:
- Recht auf Unverletztichkeit (Freiheit, selber über seinen Körper zu entscheiden)
- Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit (Freiheit, sein geistiges Potential nach eigenem Ermessen auszuschöpfen, Freiheit des Denkens)
- Die Freiheit von Wort und Kunst. (Meinungsfreiheit)

Zumindest die drei monotheistischen Religionen lehnen diese Menschenrechte teilweise oder vollständig ab.

Damit die dummen Schäfchen das mitmachen, wird das Theaterstück von der Auferstehung und dem paradiesischen Jenseits aufgeführt.

Antwort
von derhandkuss, 69

Richtig - wofür brauchen wir eigentlich Religionen? Die sind bekanntlich Opium fürs Volk! Das wussten bereits wesentlich berühmtere Leute der Geschichte!

Kommentar von Hunkpapa ,

Das waren die Marxisten/Leninisten. Die meinten aber auch, dass man die Kapitalisten in der Welt wie  reudige Hunde totschlagen sollte - alles im Sinne der Sozialistischen Weltrevolution...."Arbeiter, Bauern nehmt die Gewehre, nehmt die Gewehre zur Hand - zerschlagt ...."

Antwort
von 3plus2, 60

Mahatma Gandhi, "Gott hat keine Religionen"

Gott hat die Welt gemacht, aber keine Religionen und wenn du die 10 göttlichen Gebote befolgst, dann ist dir das Paradies sicher.

Die Religionen wollen besser sein als Gott (!!!) Gott hat den Menschen 10 Gebote gegeben, aber die Religionen haben daraus über 1000 Verbote (haram) gemacht und haben alle das gleiche Ziel, die Leichtgläubigen zu unterjochen, die eigene Macht einzementieren und ein möglichst schönes Leben an der Spitze führen.


Kommentar von Hunkpapa ,

Ich will aber nicht ins Paradies. Ich will lieber Herausforderungen, Arbeit und Probleme haben. Liebe auch, ja. Aber in Maßen und nicht im Überfluss

Kommentar von Schleit ,

Du hast ja noch ein wenig Zeit auf dem blauen Planeten.

Kommentar von Hunkpapa ,

Was ist schon Zeit? "Zeit ist das, was wir auf unseren Uhren ablesen." meinte Einstein

Antwort
von Maybewrong, 67

Menschen wollen glauben und wir brauchen Erklärungen und finden wir keine, denken wir uns etwas irgendwie plausibles aus.
Z. B. Die Griechisch/Römische Mythologie mit den vielen hätten haben die Menschen sich die Welt erklärt
Auch im Christentum wird doch nur etwas erklärt das wir uns sonst nicht beantworten können, siehe den Ursprung der Welt und die Schöpfungsgeschichte.

Jeder sollte sich seinen Glauben/oder nicht glauben frei wählen aber auch tolerant anderer Meinungen gegenüber sein, doch scheinbar ist genau das schwer. Vllt wäre die Welt besser dran wären wir alle Atheisten wer weiß? Niemand kann's mit Sicherheit sagen.

Kommentar von Hunkpapa ,

"Eure Religionen wollen belehren...Unsere meint, dass das Herz jedem Menschen seinen eigene Weg zeigt", sagte der Indianer MOWIHAIZ, MAGPIE (CHEYENNE)

Kommentar von OlliBjoern ,

Gefällt mir, der Satz bringt es gut auf den Punkt.

Antwort
von BlauerSitzsack, 100

Jeder darf an das glauben, an das er will, solange er niemandem damit schadet.

Kommentar von Hunkpapa ,

du kannst glauben, was du willst, irgendjemand wird sich immer davon belästigt fühlen

Kommentar von BlauerSitzsack ,

Witzig, dass ich Atheist bin ;-)

Kommentar von Hunkpapa ,

Witzig wird das nicht jeder empfinden. Und du kannst dir ja denken, wer das nicht witzig empfindet

Kommentar von BlauerSitzsack ,

Ich meine damit, dass ich jeden Glauben in Ordnung finde, obwohl ich selber an nichts glaube, weil du dachtest dass ich an etwas glaube.

Ist das SO schwer zu verstehen, ohne es in den falschen Hals zu kriegen?

Kommentar von Hunkpapa ,

Du findest also jeden Glauben in Ordnung? Findest du auch den Glauben in Ordnung, wenn jemand glaubt, dass er ins Paradies kommt, wenn er sich in die Luft sprengt?

Kommentar von BlauerSitzsack ,

das "SOLANGE ER NIEMANDEM DAMIT SCHADET" hast du wohl überlesen...?

Kommentar von Hunkpapa ,

Das kommt aber leider nicht so oft vor. Schließlich haben Gläubige hin und wieder den Drang, andere zu bekehren. Und das kann recht nervtötend und somit schädlich sein

Kommentar von Hunkpapa ,

Und den Zusatz hatte ich in deinem 2. Satz aber schmerzlich vermisst

Kommentar von BlauerSitzsack ,

Ich dachte es reicht, so was einmal zu erwähnen, da man sich sowas schon 10 Minuten merken können sollte :-)

Kommentar von Hunkpapa ,

Siehst du: Nicht immer ist das richtig, was man denkt und was man glaubt

Kommentar von Schleit ,

Hat schon einmal eine Religion jemanden in die Luft gejagt? Oder war es ein Mensch?

Kommentar von Hunkpapa ,

Wenn es keine Menschen mehr gibt, dann gibt es auch keine Religionen mehr. Das steht schon mal fest. Und das es dann trotzdem noch einen Gott gibt, wage ich zu bezweifeln.

Kommentar von Schleit ,

Derjenige kann sich so belästigt fühlen, wie er will. Die Religionsfreiheit ist in Deutschland rechtlich geschützt.

Kommentar von Hunkpapa ,

Aber überzeugen kannst du jemanden viel leichter, wenn er sich dabei wohl -und nicht bekehrt bzw. überrumpelt fühlt

Antwort
von Irusu, 31

Religion kann sehr schön sein, für viele auch tröstend oder erfüllend. Das kommt immer auf die Perspektive an und wie deine persönliche Einstellung zu diesem Thema aussieht.

Überflüssig oder sinnlos sind Religionen mit Sicherheit nicht. Solange niemand belästigt oder verletzt wird ist auch nichts schlimmes dran, aber das gilt auch für Leute die auf Religion verzichten.

Kommentar von Hunkpapa ,

Wenn sie nur überflüssig oder sinnlos wären, das wäre das geringste Problem. Gefährlich und hundsgemein können sie werden, das ist das Problem. Belästigungen, Beleidigungen und Verletzungen wird es auch in einer atheistischen Welt geben. Glaubenskriege und dergleichen aber nicht.

Kommentar von Irusu ,

Das trifft auf Menschen zu, nicht auf Religion. Sex kann auch toll sein, Spaß machen und verbinden - trotzdem gibt es die Vergewaltiger. Sollte man das gesamte Thema deshalb schlecht machen? Sobald sich eine Gruppe von Menschen einer Sache annimmt kommen Dinge ans Licht, die gut oder schlecht sein können. Gute Dinge können schlechte nicht aufheben oder abmildern, ebensowenig wie schlechte Dinge gute abwerten oder überschatten können. Hier mit natürlicher Arroganz zu nörgeln, zu pauschalisieren und anzuprangern ist dumm und widerspricht dem logischen Grundsatz, den Menschen gerne verfolgen würden. Du bist kein Fan von Religionen - schön für dich. Diese Meinung hast du niemandem sonst aufzudrücken.

Kommentar von Schleit ,

Guter Vergleich, irgendwie...

Antwort
von ratlosratsam, 64

Unser Land hat auch eine Geschichte, Klöster und Kirchen wurden erbaut, nicht zu vergessen die Döme.  Feiertage haben wir auch. Es liegt an jedem selbst, sich dafür zu interessieren, wo dies alles seinen Ursprung her hat.

Kommentar von Hunkpapa ,

Jedes Land und jedes Volk hat eine Geschichte. Eskimos haben auch eine Geschichte

Antwort
von comhb3mpqy, 45

Was meinen Sie mit dem "sie machen uns nur was vor?" Wollen Sie wissen, ob Religionen uns was vormachen, oder sind Sie der Meinung, dass Religionen uns was vormachen?

Kommentar von Hunkpapa ,

ich bin der meinung, dass sie uns was vormachen. vielleicht irre ich mich auch. irren ist menschlich

Kommentar von comhb3mpqy ,

ich bin anderer Meinung, ich glaube an Gott. Wenn Sie Gründe/Argumente wissen möchten, warum ich an Gott und das Christentum glaube, dann können Sie ja mal auf mein Profil gehen, da findet man Argumente, warum ich daran glaube. Oder man fragt mich hier einfach.

Kommentar von Hunkpapa ,

Die Gründe kenne ich zur Genüge. Sie sind ja auch o.k. diese Gründe - in der Theorie zumindest... Frieden, Mitgefühl, Nächstenliebe, Barmherzigkeit usw. usw.

Kommentar von comhb3mpqy ,

Nächstenliebe und Barmherzigkeit, Frieden und Mitgefühl sind im Christentum wichtig und ich finde, dass das gute Sachen sind. Wenn man auf mein Profil guckt, dann kann man aber vor allem andere Argumente finden. Hier einige:


Ich glaube, dass diese durchdachte Welt geplant wurde, ich glaube
nicht, dass die Erde "einfach so" entstanden ist. Wissen Sie, wie gering die Chance ist, dass ein Planet wie die Erde entsteht? Auch gibt es die Meinung, dass für den Urknall ein Eingreifen von Gott nötig ist.


Auch in der heutigen Zeit passieren Wunder, die auch von Ärzten
untersucht werden. Wenn es keine wissenschaftliche Erklärung gibt, warum ein Mensch gesund wurde, dann ist ein Schritt getan, damit das Wunder auch bestätigt wird. Ein Wunder kann eine Bedingung sein, damit jemand von der katholischen Kirche heilig gesprochen werden kann. Die Ärzte wissen auch nicht immer, dass ihre Untersuchungen für die Kirche sind.

Sie können im Internet ja auch mal nach "Wissenschaftler Nahtoderfahrung Buch" suchen oder "Mädchen begegenet Jesus" (ohne Anführungszeichen).


Kommentar von Hunkpapa ,

Die Erde ist nur einer von Trillionen Planeten in unserem Universum. Und die Wahrscheinlichkeit von zahlreichen ausserirdischen Kulturen ist um ein Vielfaches größer als ein persönlicher Gott, der dieses Universum erschaffen hat - meine Meinung

Kommentar von comhb3mpqy ,

wenn Außerirdische existieren würden, wäre das für Sie ein Grund, um nicht an Gott zu glauben?

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