XSoyaX am 15.09.2009 um 18:42 Uhr
Mir ist klar, dass die Tiefe einen Angst machen kann, besonders bei freistehenden Plattformen oder was auch immer.. möchte diesen Angstzustand auch nicht verharmlosen.. nur frage ich mich, wann ist diese Angst angebracht? Meine Frage kommt daher, da ich einen Bekannten (42J.) habe, bei dem ich mancher seiner Verhaltensweise einfach nicht nachvollziehen kann.
Beispiel: Letztens haben wir Jemanden im Krankenhaus besucht..im 1. Stock.. da fing er schon im Aufzug an, krallte sich vor Angst überall fest und war leicht geistesabwesend. Bis zum besagten Zimmer musste er sich an seiner Freundin festhalten. Wovor diese Angst? Man sieht doch nichts, es sind schließlich keine Fenster im Aufzug oder in den Gängen. Ganz ehrlich, ich verstehe das nicht. Oder reicht allein das Wissen, dass man etwas höher ist? Und wenn, was wäre ganz ehrlich daran schlimm? Man ist schließlich IN einem Gebäude. Das die Wände einstürzen und man herunterfällt?
Fragen kann ich den Bekannten leider nicht (mehr), da ich es laut ihm eh nicht verstehen würde und er ist halt darauf nicht gut zu sprechen.
Vllt können sich ja Betroffene hier mal melden :)

Heute hatte ich in einem Lift regelrecht panik. Das ist mir seit Jahren nicht mehr passiert (nicht einmal auf Achterbahnen). Allerdings war ich allein und der Lift und die Etagen waren durchsichtig (Glas). Ich denke, das Gefühl wird ausgelöst, wenn man das Gefühl der Kontrolle verliert. Ich kann mich noch gut an heute erinnern, der Lift ging immer weiter hoch, bis eine Etage nicht aus Glas bestand. Ich dachte, wir krachen da voll hinein, dabei war es doch nur normaler Boden neben dem Lift. Es kann gut passieren, dass man da plötzlich Dinge falsch einschätzt (Abstand etc.). Man spürt schliesslich genau, wie man immer höher hinauf geht.

Ich habe Höhenangst (allerdings nicht in einem Fahrstuhl - da würde ich das eher als Angst vor engen Räumen betrachten). Leider kann man das sehr schwer erklären, was da vor sich geht. Man fühlt sich hundeelend, obwohl einem der Verstand sagt, dass nichts passiert. Aber das Gefühl sagt - es könnte was passieren - und dieses Gefühl ist einfach stärker. Anders kann ich es nicht beschreiben - es beeinträchtigt einen manchmal schon ziemlich.

Strenwanderer am 15. September 2009 18:45
Strenwanderer am 15. September 2009 18:46
Strenwanderer am 15. September 2009 18:50 vielleicht sollte er eine Psychologische Therapie mal machen, sehe hier die Therapie mal an. http://www.asklepios.com/klinikumnord/html/fachabt/psych1/index.asp

In deinem geschilderten Fall, handelt es sich um Platzangst.
XSoyaX am 15. September 2009 19:00 Er hat keine Platzangst, das mit dem Fahrstuhl war ja nur ein Beispiel. Es geht bei ihm nur um die Höhe.. Er sagt von sich selber er habe höhenangst.

bei Höhenangst besteht die Angst vor dem Fall, der instinktiv als tödlich eingestuft wird.

Hm, ich rede hier nicht von freistehenden Plattformen, wie eine Brücke oder einen Balkon, denn DAS kann ich nachvollziehen, obwohl ich selbst keine Höhenangst habe. Ich rede hier von Gebäuden, also wenn man sich drinnen aufhält, wie z.b. in einem Krankenhaus oder was auch immer...
Vor dem "Fall". Den können wir ohne Hilfsmittel (Fallschirm) nicht kontrollieren und sind dem ziemlich ausgeliefert. Jeder hat sich schon mal beim Sturz verletzt.
Ok, DAS könnte ich auch noch nachvollziehen. Schließlich hast Du durch das Glas alles sehen können..
Womöglich hat bei deinem Bekannten allein die Vorstellung daran gereicht.
Also die Angst vor der Angst? Man steigert sich regelrecht rein.. und stellt dich Dinge vor, die mit der Realtität nichts zu tun haben. Ich finde sein Verhalten immer so dermaßen übertrieben (auch wenn ich nie etwas dazu sage.. er lässt sich sowieso nichst sagen), aber das man sich nicht zusammenreißen kann und sogar IN geschlossenen Gebäuden Höhenangst haben kann, als wäre man regelrecht in Lebensgefahr, kann ich immer noch nicht wirklich begreifen...