Worin unterscheid man Politikberatung und Lobbyismus?

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4 Antworten

Politikberatung: Menschen werden von der Regierung, einem Ministerium oder einer Partei mit der Beratung zu bestimmten Fragen beschäftigt (z.B. Anwälte, Marketingexperten etc.).
Lobbyismus: Einflussgruppen wie z.B. die Industrie, das Handwerk, der Handel, Umweltverbände, Kirchen, Gewerkschaften etc. versuchen, durch ihre Verbände gezielt Einfluss auf Politiker zu nehmen, um Entscheidungen in ihrem Sinne zu beeinflussen.
In der Praxis existieren natürlich auch Mischformen. Und man kann auch nicht sagen, dass Politikberatung grundsätzlich gut und Lobbyismus grundsätzlich schlecht wäre. Bei der Politikberatung muss man sich nämlich fragen, warum die Behörden nicht selbst gut genug besetzt sind, um Entscheidungen zu treffen (oft handelt es sich dabei einfach um den Versuch, Verantwortung zu delegieren oder unangenehme Entscheidungen als "alternativlos" zu kennzeichnen - man hat ja die besten Experten gefragt). Und Lobbyismus ist nicht immer böse, weil Gesetzgebung oft davon lebt, dass Expertenwissen aus den verschiedenen Branchen in die Gesetze kommt und sich die Lobbyisten zudem selbst nicht immer einig sind (es gibt z.B. drei bedeutende Pharmaverbände in Deutschland, die ganz unterschiedliche Ziele haben).

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Kommentar von earnest
02.11.2015, 19:07

Diese Pharmaverbände sind sich in EINEM Ziel einig: den Verbraucher finanziell bluten zu lassen. Da die Pharmalobby den Abgeordneten auch schon mal Gesetzesvorlagen schreibt, bedarf deine Aussage, Lobbyismus sei "nicht grundsätzlich schlecht", der Relativierung.

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Das ist eine gute Frage!

Im Grund ist jede Einflußnahme auf die Politik durch Interessensgruppen Lobbyismus.

Meiner Meinung nach ist Lobbyismus ansich gut und notwendig für die Demokratie. Doch wo es zu Korruption wird ist spätestens Schluss. Also wenn es um Kaufen von Stimmen durch Geld oder Gefälligkeiten geht.

Der Grad ist schmal und ich fürchte eine eindeutige Unterscheidung ist nicht möglich.

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Kommentar von jessiehp
02.11.2015, 18:51

Lobbyismus ist immer wider der Demokratie. Wenn Politiker von einzelnen Interessengruppen manipuliert werden, ist die Regierung nicht mehr Vertretung des Volkes, ergo keine Demokratie.

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Kommentar von EgonL
15.11.2015, 14:21

Sehr oft sind auch Politiker, selbst die Lobbyisten

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  • Beratung ist immer neutral. Sie kann auch zum eigenen Nachteil führen.
  • Lobbyismus ist immer "Interessenvertretung". Sein Ziel ist IMMER der eigene Vorteil, ganz egal, was es die anderen kosten könnte.

Was ist dieses Lobbyismus? 

Lobbyismus ist es, wenn die Automobil-Konzerne eigene Vertreter zu den Politikern schicken; und diese dann den Politikern sagen, dass sie die Gesetze (z.B. beim Schadstoff-Ausstoß) nicht verschärfen sollen, weil das Arbeitsplätze gefährde.

  • Ein "Lobbyierter" soll also die Meinung des Lobbyisten übernehmen und sich KEINE EIGENE MEINUNG bilden.

Was ist die Politikberatung?

Politikberatung ist es, wenn eine Universität Forscher zu den Politikern schickt; und diese dann den Politikern sagen, dass die Schadstoff-Ausstöße von Autos gesundheitsgefährlich sind und man sie deshalb reduzieren sollte.

  • Ein "Beratener" soll sich die Fakten anhören und sich dann EINE EIGENE MEINUNG bilden.

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Der Unterschied zwischen "Beratung" und "Lobbyismus" ist also nur ein einziger Buchstabe. ;)

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Kommentar von barfussjim
02.11.2015, 22:18

Es gibt auch Umweltlobbyismus. Ein Wissenschaftler kann im Sinne der Umweltlobby tätig sein.

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"Politikberatung" klingt besser. In der Sache gibt es keinen Unterschied. Es sollte aber festgehalten werden, daß Lobbyismus auch Politikgestaltung ist.

P.S.: im Voraus 

Gruß, earnest


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