Frage von MagKuscheltiere, 67

Worin liegt genau das Mimikproblem eines Aspergerpatienten?

Heyho,

Bei mir ist das so, dass wenn ich jemanden sehe, der traurig ist, nur weiss DAS er traurig ist und dabei weder weiß welche der viele Facetten von Traurigkeit er fühlt, noch selber mitfühle. er ist einfach so ein Bauchgefühl, was mir sagt, dass derjenige traurig ist. Ist das das Problem eines Autisten, oder haben diese garnicht erst das Bauchgefühl?

Antwort
von belem3, 45

Autisten, die du meinst sind nicht in der Lage nachzuempfinden was jemand anderes empfindet; sie sind "unsympathisch" oder Empathilos. Das hängt nicht damit zusammen, daß sie nicht erkennen können, daß der andere einen bestimmten Gesichtsausdruck macht sondern damit, daß sie nicht in der Lage sind sich in ihn hinein zu versetzen. Sie verstehen den Schmerz des anderen nicht, weil sie oft auch zur eigenen Emotionswelt distanziert leben - Trauer um einen gestorbenen Verwandten z.B. nicht oder nur gedämpft empfinden. Folglich bleibt ihnen die Trauer anderer um verstorbene Personen ein Rätsel. Sehr wohl sind aber einige in der Lage zu lernen, was es bedeutet wenn jemand traurig guckt und was gesellschaftlich dann verlangt wird.

Kommentar von MagKuscheltiere ,

Noch eine Frage: versetzen sich NT's denn intuitiv beim anblick des Gesichtsausdruckes in die Lage das anderen, oder müssen sie das herbeiführen, so wie es bei mir ist?

Kommentar von belem3 ,

Wie gesagt, sie können sich nicht in die Lage der anderen Person versetzen. Weder bewusst noch unbewusst. Das einzige was sie können ist kognitiv zu erlernen welches Verhalten, Mimik, Gestik bei anderen zu welchem Gefühl gehört um dann entsprechend zu reagieren... Aber selbst das fällt ihnen oft sehr schwer, weil sie zum Teil mit dem Konzept "Gesicht" nichts anzufangen wissen.

Antwort
von Lalala1718, 37

Wenn eine Person weint dann ist es egal. Man sieht er weint und Joa dann weint er hält. Gesellschaft gewollt ist das man zu ihm/ ihr geht und sagt es wird alles gut blabla und ihm/ ihr Vllt noch auf die Schulter klopft oder so. Danach hofft man das es das war und man sich nciht noch überlegen muss was man noch sagen muss bis er/sie aufhört zu heulen. Denn leider ist es ja gesellschaftlich gewollt das man zu der Person hingeht 😐

Antwort
von neuerprimat, 42

Klingt eher wie bei einem Durchschnitts-Mann. Gegenfrage: wenn du dich dann für die Person interessierst und dich auf sie einlässt, kannst du dann mehr nachfühlen?

Antwort
von Harald2000, 40

Du möchtest wohl gern autistisch sein ?!

Kommentar von Revic ,

Es ist wirklich traurig, dass Autismus, speziell Asperger, immer mehr zur Wunschdiagnose mutiert. Dabei ist eine unheilbare Entwicklungsstörung nun wirklich nicht erstrebenswert. Und diese kleinen Vorteile wie Inselbegabungen (welche im übrigen nur äußerst selten auftreten) stehen in keinster Weise im Vergleich zu den vielen Beeinträchtigungen, welche man bedingt durch das Asperger-Syndrom und unserer konservativen Gesellschaft sein ganzes Leben lang haben wird. Deshalb, lieber Fragesteller, hoffe ich für dich, dass du vollkommen gesund bist und diese Gesundheit auch zu wertschätzen weißt. Denn würde man mir ein autismusfreies Leben anbieten, ich würde es ohne zu zögern eintauschen.

Kommentar von Harald2000 ,

Wie wahr !

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