Frage von Pflaumenfabrik, 133

Worin investiert ihr euer Geld. Welche Finanzanlagen usw.?

Hey Leute, ich wollte mich mal erkundigen, welche Investitionen ihr so tätigt. Bzw. wie ihr aufgestellt seit und worauf ihr dabei Wert legt. Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld, Aktien, Etfs, P2Ps oder gar Derivate ? Danke :)

Antwort
von RaienSix, 48

Wie so oft im Leben gibt es auch für Finanzanlagen keine allgemeingültigen Weisheiten. Auch wenn das viele selbsternannte Experten propagieren. Wie viel Kapital willst du über welchen Zeitraum anlegen? Soll die Anlage lediglich die Inflation ausgleichen oder willst du Gewinne erwirtschaften? Soll dein Geld kurzfristig zur Verfügung stehen oder kannst du zeitweilige Verluste aussitzen? Mit diesen Fragen muss man sich zwingend beschäftigen BEVOR man sich seine Anlagestrategie zurechtlegt.

Für Anlagezeiträume unter fünf Jahren sind Tages- oder Festgeldkonten nach wie vor der sicherste Hafen. Mehr als die Inflation lässt sich damit aktuell aber nicht ausgleichen, dein Geld wird sich real also nicht vermehren.

Für Zeiträume ab fünf Jahren werden auch vermeintlich riskantere Investments interessant (Aktien, ETF's), denn dann sinkt die Bedeutung von zeitweiligen Verlusten. Die Ertragschancen liegen hier im langjährigen Mittel deutlich über denen von Sparkonten. Als oberstes Gebot gilt jedoch: DIVERSIFIKATION. Wer sein Erspartes in einzelne Wertpapiere steckt riskiert mitunter seine wirtschaftliche Existenz. Bestes Beispiel hierfür ist das oft genannte Gold. Nach dem Höchststand Anfang der 80er kam ein erdrutschartiger Kurseinbruch, der erst jetzt - fast 40 Jahre später - wieder ausgeglichen ist. Wer in den Jahren dazwischen verkaufen musste machte ordentlich Verluste. Deshalb sollte ein Wertpapierportfolio immer möglichst breit aufgestellt sein. ETF's eignen sich dafür hervorragend, da sie zudem mit geringen Nebenkosten verbunden sind.

Über sonstige Anlagen würde ich mir nur Gedanken machen, wenn du diese auch Tatsächlich vollumfänglich verstehst (Derivate, ...), ansonsten geht der Schuss nach hinten los. Das gilt auch für Immobilien. Hier gibt es unzählige Makler und "Bankberater" die dir das blaue vom Himmel versprechen. Letztlich wolle diese Leute aber nur eines, und zwar dein Geld. Ob die versprochene Rendite später auch eintritt kümmert sie wenig und bleibt oft genug dem Zufall überlassen. Wer keine Ahnung von der Materie mitbringt hat also beste Chancen über den Tisch gezogen zu werden.

Kommentar von Pflaumenfabrik ,

Vielen Dank!

Bin bereits durch drei verschiedene Etfs langfristig und diversifiziert aufgestellt. Mein Kapital soll ca. 20% meiner Einnahmen sein. Gewinne wären natürlich wünschenswert und Verluste kann ich mMn. aussitzen. Von Derivaten habe ich mir geschworen, die Finger zu lassen, für Immobilien fehlt mir das Kapital. Für Einzelaktien auch, da ich dort sonst nicht breit genug aufgestellt wäre.

Wie bist du speziell aufgestellt? Hast du noch ein paar Tipps?

Vielen Dank für deinen Text

Kommentar von RaienSix ,

Wenn du gewillt bist längerfristig zu investieren sind ETFs eine sehr gute Wahl. Hier hast du ja den ersten Schritt bereits gemacht, auch wenn es in Sachen Diversifikation durchaus noch Optimierungsmöglichkeiten zu geben scheint, außer deine ETFs beinhalten an sich bereits mehrere Märkte. Die Details würden aber hier zu weit gehen. Ich kann dir in dem Zusammenhang nur wärmstens das Buch "Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs" von Gerd Kommer empfehlen. Hat mir persönlich unglaublich beim Erstellen meiner Anlagestrategie geholfen und ist meines Erachtens eine Pflichtlektüre für alle die an der Börse investieren wollen.

Aufgrund der daraus gewonnenen Erkenntnisse liegen aktuell ca. 50% meiner Mittel auf Sparkonten (Tagesgeld). Diese sind risikoarm und das Kapital ist im Bedarfsfall kurzfristig ohne Verluste verfügbar. Die andere Hälfte ist in ein breit diversifiziertes Wertpapierportfolio aus ETFs investiert. Dieses wird nach einer strikten Buy-and-Hold Strategie geführt.

Kommentar von Pflaumenfabrik ,

Danke, das Buch hab ich jetzt bestellt :) bin aktuell in den msci world, em markets und in einen europ. staatsanleihen-etf investiert.

Antwort
von jsch1964, 27

Also ich selbst und nicht das, was bei meinen Kunden als Anlage-Empfehlung herauskommt?

Ich investiere in Private Equity Fonds als langfristige Anlage, habe zwei ausgezeichnete Händler für gemanagte Forex-Depots und in letzter Zeit stecke ich auch mehr und mehr Geld in Kryptowährungen. Alles Andere, wie normale Fonds, habe ich inzwischen abgestoßen, weil es mir persönlich zu langweilig und renditeschwach ist - und völlig unnötig viel zu sehr sämtliche Bewegungen im Markt mitmacht. Meine Ziele sind allerdings auch mindestens zweistellige Renditen pro Jahr. Das lässt sich mit im Verhältnis ziemlich geringem Risiko gut darstellen. (z.B. im Forex: Chance/Risiko-Verhältnis: 21,42; Profit-Faktor: 2,08)

Aber, wie schon gesagt, das sind meine persönlichen Anlagen, weil ich weiß, was ich tue. Die meisten mir bekannten privaten Anleger wissen nicht, was sie tun, fagen Mutti und den Nachbarn um ihre Meinung zu Anlagen, die sie nicht verstehen und schließen dann irgendetwas im Ultra-Niedrig-Risiko/Rendite-Bereich ab oder versuchen sich an ETFs, weil ja überall geschrieben steht, dass man das tun soll.

Bei Investments vertrete ich generell die Auffassung, dass man sich entweder selber regelmäßig darum kümmern muss (was auch viel Lernen und Lesen beinhaltet), oder man bezahlt jemand anderen für das Kümmern, egal ob es sich um offene Fonds, Derivate oder sonst etwas handelt. Damit kommt dann auch Otto Normalverbraucher klar und freut sich über die Ergebnisse - insbesondere, wenn in Krisenzeiten schnell in seinem Depot reagiert wird und nicht der große Absturz schon vorbei ist, bevor er selber in der Lage ist, aktiv zu werden.

Kommentar von Pflaumenfabrik ,

Vielen Dank auch für deine Antwort. Ich habe durchaus eine hohe
risikoaffinität und überlege neben meiner langfristigen Anlage vllt. dazu einen Broker für mich handeln zu lassen, um evtl. mehr rendite rauszubekommen.

Hast du da eine Empfehlung für mich?

Liebe Grüße

Kommentar von jsch1964 ,

Die habe ich wahrscheinlich schon. Es hängt natürlich davon ab, was "risikoaffin" im Detail für dich bedeutet und von welchen Summen wir hier reden. Mehr am besten per PN, bzw. Freundschaftsanfrage.

Antwort
von kevin1905, 42

Schwerpunkt sind meine Einzelaktien und ETFs dazu eine vermietete Wohnung.

Ein bisschen P2P und ein paar Bargeldreserven.

Auf Zockerei mit Derivaten habe ich mittlerweile keine Lust mehr.

Antwort
von bronkhorst, 24

Über meine eigenen Investments möchte ich nicht sprechen - das würde auch nur Leuten in derselben Lebenssituation helfen, und dann wird das hier sehr, sehr persönlich.

Ich würde bei der Geldanlage darüber nachdenken, wieviel Geld zur Anlage zur Verfügung steht (auch, ob es ein bestimmter Betrag oder ein monatlicher wiederkehrender Finanzüberschuss ist), für wie lange und mit welchem Bedarf an Sicherheit Du anlegen kannst und willst.

Kontenguthaben (Spar, Festgeld etc.) sind heute extrem niedrig verzinst und damit eigentlich nur über kurze Zeitdauer ratsam.

Aus dem Grund empfehlen sich für längerfristige Geldanlagen Sachwerte, zu denen auch Aktien zählen, mit denen man ja an Unternehmen und ihren Anlagevermögen beteiligt ist. Wer dabei Risiken streuen und die Mühe der Aktienauswahl vermeiden will, kann sein Geld dabei in Investmentfonds anlegen - dazu gibt es hier schon reichlich posts.

Und je nach Lebenssituation (Alter, berufsbedingte Mobilität, familiäre Situation) können auch Immobilien zu sinnvollen Invstitionen zählen.

Finanzderivate sind nur Leuten zu empfehlen, die risikobereit sind und sehr genau wissen, was sie tun. Wenn ich mir einige Fragen zu z.B. binären Optionen anschaue, habe ich den Eindruck, dass es mit dem Kenntnisstand vieler Leute sehr traurig aussieht, sie eigentlich nur zocken und damit langfristig fast zwangsläufig verlieren.

Antwort
von constein, 24

Hallo, für langfristige Anlagen lohnt sich auch ein flexibler Sparvertrag im Versicherungsmantel. Es gibt moderne Rentenversicherungen, die alle Anlagen in einem Produkt bieten und diese jeder Zeit kostenfrei verändert werden können, also der Wirtschaft/ Märkten angepasst werden kann. Auch kann jeder Zeit Geld entnommen und zugezahlt werden. Vorteil im Alter bis 80.-85. frei verfügbar für Auszahlpläne bzw. kann auf Verrentungen entschieden werden. Also im Alter auch flexibel entscheiden. Steuerbegünstigte Auszahlungen ab 62. Nachteil Abschlusskosten! Es gibt kein Sparen ohne Kosten, Gewinne Fonds bei Änderung Abgeltungssteuer und auch wenn es entnommen werden soll für eine Verrentung. Egal welcher Weg die richtige Anlage über 30 Jahre dafür braucht man viel Glück. Kostenfrei immer alles anpassen, kann am Ende mehr bringen. Es gibt viele Wege, ich finde Diesen sehr gut. Es gibt nur wenige Anbieter die  in Frage kommen und ist es zum Vorteil auch dabei einen Ansprechpartner über Jahre zu haben. Viel Glück! constein

Antwort
von TheHeckler, 86

Ganz ehrlich: Gar nicht - bzw. nicht mehr!
Ich gehe arbeiten um mir von meinem Geld was zu leisten zu können. Ich gehe gerne in den Urlaub, richte meine Bude hübsch ein und gönne mir alle Jahre mal ein neues Auto.
Ich habe natürlich was zur Seite gepackt um auch mal härtere Zeiten zu überbrücken. Das Geld liegt auf einem Tagesgeldkonto. Es soll sich nicht vermehren, es liegt da nur für den Notfall.
Ich lebe jetzt und jetzt kann ich das Geld gebrauchen und Spaß damit haben. Wenn ich alt und gebrechlich bin hab ich nichts mehr davon.

Kommentar von unddannkamessah ,

Was ist mit deinen Kindern? (ggf) Die Einstellung ist für niemanden etwas der sich um Nachwuchs kümmern muss, gerade im Hinblick auf unsichere Zukunft momentan.
Finde ich zumindest. Was nicht heißen soll, dass man sich nichts gönnen soll!

Kommentar von TheHeckler ,

:-) Du hast dir deine Frage schon selbst beantwortet.
Was ist mit meinen Kindern? - ich habe keine Kinder erwähnt, weil ich keine habe.

Aber ja, wenn ich Kinder hätte würde ich das Thema wohl anders angehen.

Kommentar von jsch1964 ,

So, du verballerst also alles und wenn du alt und gebrechlich bist, dann sollen wir dich womöglich mit durchfüttern? Spitzenidee.

Was glaubst du wohl, wie deine unterbezahlten Pfleger sich freuen werden, dass sie mit drei Leuten 50 altersarmen Windelträgern den Hintern abwischen dürfen, die da in der Pflege-Senioren-Herberge auf Halde vor sich hin vergammeln, bloß weil sie nicht glauben wollten, dass sie auch im Alter Geld zum Leben brauchen.

Kommentar von TheHeckler ,

Eigentlich wollte ich einen langen und ausführlichen Kommentar schreiben. Hab drüber nachgedacht - Nein, mache ich nicht.
Du kommentierst einen Sachverhalt, der nicht mal ansatzweise erwähnt  worden ist.
Es geht darum ob man sein Geld investiert, nicht um Altersvorsorge! Man kann auch Altersvorsorge betreiben ohne sein Geld in Aktien oder Immobilien etc... anzulegen - das war aber nicht das Thema der Frage!

Antwort
von xFamelezz2, 75

Alles Geld was Ich erwirtschafte, wird zurückgelegt und in Immobilien gesteckt/gekauft/saniert/ etc. Falls dazu einem das Geld fehlt, dann "immernoch" Gold.

Antwort
von carolinebecker, 7

Hi, das ist nicht ganz so einfach! Jeder Mensch hat verschiedene Vorstellung was Riskio und Ertrag aus seiner Geldanlage betrifft. Versuche am besten von allem etwas, denn eine breite Streuung vermindert ein Klumpenrisiko. Vielleicht kann dir diewww.geld.vermoegen-kapital.deital.de weiterhelfen. Die befassen sich mit der Geldanlage in allen Gebieten.

Antwort
von AnnaStark, 26

Wie Du Dich aufstellst, kommt natürlich auf Deine Risikobereitschaft an als auch auf Deine Mittel.

Ich hab ein Großteil in vermieteten Immobilien, ein weiterer Teil in relative sicheren Fonds, ein Teil in Einzelwerten (Aktien) und mit einem (kleinsten) Teil mache ich Quartalstrading.

Antwort
von lesterb42, 21

20 % Tagesgeld

10 % Aktien

70 % Immobilien


Antwort
von Asturias, 48

Wald, Gold, Ackerland

Antwort
von ichweisses2000, 68

Ich Kauf gold ...

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