Fonckl am 22.09.2009 um 22:55 Uhr
Ist es nicht so, dass ETF's Indexe nachbilden, damit auch kleinere Anleger in diesen Index investieren können. Wenn ich z.B. den DAX kaufen möchte, dann kaufe ich einfach den dazugehörigen ETF, da dieser in diese Aktien investiert. Wie aber sieht es aus, wenn man in den Index gar nicht investieren kann, wie z.B. den EONIA. Worin investiert dann dieser ETF, wenn es sein underlying gar nicht zu kaufen gibt?
Nicht alle ETFs investieren genau in die Aktien, die auch im gewählten Index enthalten sind. Das erkennt man daran, dass sie so genannte "Swaps" einsetzen (macht zum Beispiel x-trackers, die den größten EONIA-ETF haben). Der Eonia wird dann folgendermaßen gebaut: x-trackers kauft irgendwelche Aktien oder Anleihen und legt sie in den ETF. Dann trifft sie mit einem Partner (hier: die Deutsche Bank) die Vereinbarung, dass sie jederzeit die Performance dieses Aktien-/Anleihenkorbs gegen die Performance des Eonia tauschen kann (diese Vereinbarung ist der so genannte Swap). Sobald sie den Swap einlöst, kann sie exakt den Eonia-Wert ausbezahlen. Geht die Deutsche Bank pleite, verfällt der Swap und der ETF ist plötzlich so viel Wert wie der Aktienkorb/Anleihenkorb, den x-trackers ausgewählt hat. Damit der Anleger bei diesen Szenario nicht so viel Geld verlieren kann, ist der Swap-Anteil am ETF laut EU-Regelung UCITS-III auf 10% begrenzt.
Also: Immer schön gucken, ob swaps im ETF eingesetzt werden (das genaue Nachbauen ohne Swaps heißt übrigens "full replication"). Bei Sachen wie Eonia oder Short-ETFs geht es gar nicht ohne Swaps.
Viele Grüße