Frage von 2000coolmann, 39

Worin besteht der Selbstbetrug der objektiven Wissenschaft?

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Ich bedanke mich im Voraus

Antwort
von berkersheim, 21

Könnte es sein, dass Du mit dem Begriff "objektive Wissenschaft" ein Problem hast, ja sogar ein Missverständnis? "Objektive Wissenschaft" bedeutet, dass Experimente und Aussagen, Theorien sich nicht gegen Kritik anderer Wissenschaftler immunisieren. "Objektive Wissenschaft" bedeutet, dass sich niemand ideologisch bindet und die wissenschaftlichen Theorien nur Bestand haben, wenn meist normative oder metaphysische Aussagen nicht angezweifelt werden dürfen. "Objektive Wissenschaft" bedeutet Überprüfbarkeit der Verfahren wie auch der Hypothesen. "Objektive Wissenschaft" schließt den metyphysisch begründeten Anspruch auf "absolute Wahrheit" aus. "Objektive Wissenschaft" anerkennt nur eine relative Wahrheit im Rahmen der Erfahrungen, die durch neue Erfahrungen relativiert werden können. Hat man bezüglich des Begriffs "objektive Wissenschaft" kein Missverständnis, ist auch Selbstbetrug ausgeschlossen, da niemand eine abgeschlossene Wahrheit erwartet. Erfahrungswissenschaft und Erfahrung transzendierende Spekulation sind als zwei unterschiedliche Ebenen klar voneinander zu trennen. Die Erfahrungswissenschaft ist für uns "Hemd" und näher, weil Teil unserer Welt. Transzendierende Spekulation überschreitet unsere Erfahrungen und muss in ihren Rückschlüssen den Erkenntnissen unser Erfahrungswissenschaft genügen.

Antwort
von Kuno33, 26

Ob ich das genügend philosophosch beantworte, lasse ich dahin gestellt sein. Der Selbstbetrug könnte darin bestehen, dass auch wissenschaftliche Untersuchungen nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit Aussagen treffen können. Das ist aber dennoch kein Argument gegen eine Wissenschaft, die sich um "Objektivität" bemüht.  Der Objektivität kann man sich nur nähern. Auch "objektive Aussagen" werden noch durch die Brille menschlicher Subjektivität gesehen. (Wahrnehmung, Verstand, Denken sind durch das Menschsein geprägt, trotzdem allerdings unsere Werkzeuge zum Begreifen der Welt.)

Antwort
von Lennister, 19

Einfach darin, dass eine niemals Objektivität geben kann. Menschen denken nicht objektiv, sondern subjektiv. Und da Wissenschaft von Menschen betrieben wird, gilt das eben auch für wissenschaftliche Theorien, die ja aus dem menschlichen Denken hervorgehen. 

Antwort
von Eselspur, 21

Vielleicht in der Meinung, dass Wissenschaft objektiv ist und nicht nach Objektivität strebt.

Antwort
von Fontanefan, 10

Du gehst davon aus, dass "objektive Wissenschaft" Selbstbetrug ist, weil es die nicht geben kann. Wie du siehst, kann man "objektive Wissenschaft" aber auch so definieren, dass sie möglich ist.

Deine Frage hätte also lauten müssen: "Worin besteht der Selbstbetrug der sich als objektiv ausgebenden Wissenschaft?" 

Die Frage hast du aber nicht gestellt, weil du die Antwort darauf schon parat hattest. Oder?

Man könnte aber - trotz der Expertenantwort - noch fragen: Kann es 
"objektive Wissenschaft" in der Realität geben?

Die Antwort bliebe freilich: Es ist eine Sache der Definition. Einigen könnten sich sicher alle Beantworter deiner Frage auf die Formel: Jedes wissenschaftliche Ergebnis ist vorläufig.

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