Frage von snatascha, 23

worin bestand das Informationsproblem der radiohörer im dritten reich?

das einschalten des senders war ja strengst verboten. die deutschen haben sich trz meldungen auf bbc angeguckt. mir wurde gesagt das völlig andere meldungen zu hören waren worin bestand das problem der radiohörer im dritten reich

Antwort
von DrStrosmajer, 9

Das Abhören von "Feindsendern" war während des Krieges sogar mit der Todesstrafe bedroht.

Eines Problem für diejenigen, die trotzdem Auslandssender gehört haben, war, daß d arüber absolutes Stillschweigen bewahrt werden mußte - man konnte die Informationen nicht an Nachbarn, Bekannten, Arbeitskollegen weitergeben, weil jederzeit die Gefahr bestand, denunziert zu werden.

Eine weitere Gefahr bestand darin, daß bei zu lautem Empfang (in Mehrparteienhäusern) ein Lauscher an der Wand mithören und denunzieren konnte. In Mehrparteienhäusern gab es den "Blockwart", der NSDAP-Mitglied war und Schwarzhörer anzeigte.

Ferner wurde durch die staatlichen Organe verbreitet, daß Schwarzhörer durch Anpeilen aufgespürt werden konnten. Ob und inwieweit das technisch möglich gewesen ist, ist mir nicht bekannt, aber die Behauptung diente der erfolgreichen  Einschüchterung.

Antwort
von Effigies, 8

Der Volksempfänger war dazu da, daß dem deutsche Volk  die Meinung des deutschen Volkes mitgeteilt wurde. Göbbels hat sich damals richtig viel Mühe gegeben zu planen was das Volk zu denken und zu wissen hat.

Und jetzt kamen da so ein paar Quertreiber auf die Idee an dem Kasten rumzudrehen und plötzlich haben die englisches (feindliches) Radio gehört. Sooo geht natürlich ned. ;o)

Und die BBC hat natürlich dauernd Sachen ausgeplaudert, die das deutsche Volk nach Meinung der Propaganda-Abteilung besser nicht wissen sollte. Sind halt alles Petzen,  die Teetrinker ;o)

Das "Problem" der Deutschen war jetzt wenn die den Volksempfänger nicht angefasst haben: sie haben nur den Werbesalat von Göbbels gehört und keine richtigen Nachrichten.

Haben sie dran rumgedreht und wurden verpetzt konnten sie dafür in den Knast kommen. Bei den damaligen Knästen auch ein ziemlich großes Problem. 

btw haben die Briten das natürlich mitbekommen und dann gezielt sogar deutschsprachige Nachrichten ausgetrahlt.  Ob da alles wahr war oder ob die ned auch Übertrieben haben wußte man natürlich auch nicht.

Kommentar von Effigies ,

PS es war natürlich auch sehr schwer den Informationsgehalt von Meldung einzuschätzen da du, wie DrStrosmajer ganz richtig bemerkt hat, deine Infos nicht mit anderen austauschen und diskutieren konntest.  Du mußtest extrem vorsichtig sein mit wem du redest und vertrauenswürdig waren meist nur Menschen aus deinem aller nächsten Umfeld, die dann auch keine anderen Infos hatten als du selbst.

Antwort
von teutonix1, 9

Ich denke, sie haben es sich eher angehört. Das Problem war ja nicht nur die mögliche Entdeckung durch Denunziation o.ä., sondern auch die Überprüfung des Wahrheitsgehaltes und ob der empfangene Sender tatsächlich aus dem Land ausgestrahlt wurde, wie behauptet. Die Nazis waren da sehr erfinderisch.

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