Frage von Penk0, 25

Worauf muss ich achten beim Kauf von Tonabnehmern für meine E-Gitarre?

Hallo,
Ich habe mir vor einer Zeit einen Gitarren Bausatz (Harley Benton Electric Guitar Kit DC Style) bei Thomann bestellt. Ich habe ihn zusammen gebaut, Lackiert, Saiten aufgezogen, etc. und habe sie jetzt fast 2 Monate. Aber nach kurzer Zeit ist mir aufgefallen das der Sound bei vielen  Lieder gerade im Rock-Metal Bereich nicht sehr berauschend ist. Mein Gitarren Lehrer hat mir geraten die Tonabnehmer auszutauschen und bessere einzubauen. Ich bin aber in gerade solchen Sachen wie die Technik ein ziemlicher Anfänger. Es wäre sehr nett wenn ihr mir Rat geben könntet welche Tonabnehmer für meine Gitarre passen, Welche gut für Metal Sounds sind, Und ob ich noch irgendwas verändern müsste bei der Gitarre... Links zu verschiedenen Seiten wären auch gut und vielleicht auch ein Tipp wo man sich in sowas einlesen kann...

Danke schonmal im Voraus!

Antwort
von OnkelSchorsch, 14

Gehe bitte mal davon aus, dass neue Tonabnehmer nichts bringen würden.

Ich bin immer wieder leicht genervt, wenn relative Anfänger, die nicht gleich auf Anhieb mit ihrer preisgünstigen Ausstattung den supertollen Sound der Gitarrengötter hin kriegen, meinen, dass neue Pickups wie ein Zauberstab plötzlich Wunderklang erzeigen könnten.

Nein. Das ist nicht so.

Ich wette zudem, dass von allen Hobbygitarristen, die sich in ihre Gitarren neue PUs klatschten, weit über 90 Prozent bei einem Blindtest keinen Unterschied hören würden.

Der wichtigste Punkt für "Sound" ist, dass man gut genug spielen kann, um überhaupt einen typischen, reproduzierbaren Sound zu erzeugen. Das komplexe System Saite-Tonabnehmer-Gitarre-Kabel-Effektgeräte-Verstärker-Lautsprecher reagiert auf feinste Reize des Benutzers. Wie du dein Plektrum hältst, hat dabei meiner Meinung nach einen größeren Einfluss als die Wahl des Pickups. Um es mal extrem zu sagen. Anschlagdynamik, Muting, linke Hand, deine gesamte Spielweise beeinflusst den Sound.

Beispiel:
Vor vielen Jahren passierte es dem großartigen Brian May bei einem Queen-Konzert, dass er beim Auftritt seine geliebte und einzigartige "Red Special" gegen eine Backup-Gitarre wechseln musste. Damit kam er dann aber nicht klar, irgendwas nervte ihn an dem Ding, so dass er sie wegwarf, wobei sie zerbrach (ja, der ruhige Gentleman Dr Brian May hatte früher auch mal so Phasen). Danach spielte er das Konzert mit der Backup-Backup-Gitarre, einer Gibson Flying V, zu Ende. Die Gibson hatte zwei Humbucker, während seine eigentliche Gitarre drei Singlecoils (Burns Trisonics) hat. Völlig andere Tonabnehmer. Dennoch klang Brian May mit der Flying V genauso, wie er immer klingt. Seine Verstärker und seine einzigartige Spielweise sind eben für den Sound wichtiger als Tonabnehmer.

Deswegen mein Rat:

Anstatt dich auf so Dinge wie "bessere Tonabnehmer" zu stürzen, investiere lieber mehr Zeit und übe mehr.

Ach ja - diese Bastelsätze sind zudem von der Qualität meiner Ansicht nach keine Grundlage, dass man da irgendwelche Qualitätspickups einbauen sollte, das lohnt sowieso nicht. Lege das Geld für PUs lieber beiseite und spare für eine bessere Gitarre.

Und natürlich für einen vernünftigen Verstärker, wozu du gar nichts gesagt hattest.

Und bevor ich's vergesse: Schönen Gruß an deinen "Gitarrenlehrer", er möge bitte aufhören, dir solche dummen Ideen aufzuschwatzen.

Kommentar von Penk0 ,

Zu deiner Info:
-Ich spiele seid 2 Jahren
-Ich bin nicht wirklich schlecht
-Ich bin im Besitz einer sehr guten Gitarre
-Ich übe mindestens eine halbe Stunde am Tag, so mit Schule und so ist nicht viel mehr drin
-Und ich habe diesen Bausatz vor 1 1/2 Jahren von meinen Großeltern bekommen und mir liegt diese Gitarre sehr am herzen

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Ja. Wie ich schrieb, relativer Anfänger und billige Gitarre.

Ich meine das ja nicht böse. Es ist nur eine Tatsache, dass Leute anstatt an ihrem Spiel zu arbeiten, meinen, mit anderer Ausrüstung würde es besser. Das ist ein Irrtum.

Aber wenn du eine besser Paula haben möchtest, dann spare dir eine ESP zusammen. Da hast du mehr von, als wenn du Geld in die Bastelgitarre minderer Qualität steckst.

Schau mal:

https://www.thomann.de/de/esp_lp-modelle.html

Ach ja - Finger weg von Gibson. ESP baut wesentlich bessere Paulas zu besseren Preisen.

Kommentar von Vando ,

Das bessere PU´s den Sound auf einmal auf wunderbare Weise beeinflussen würde auch ich verneinen. Auch ich kann dazu ne kurze Geschichte erzählen. Ich war vor einiger Zeit im Gitarrenladen und hab jff ne Schecter Damien FR auf nem Orange Thunderverb gespielt. Also ein Komplettfortschritt im Vergleich zu meiner Schecter C6 und Line 6 IV 15. Als der Verkäufer mir was vorgespielt hat war das mega. Als ich selbst Hand anlegte, waren da aber dieselben Spielfehler, dieselben falsch getroffenen Noten und etc. Und das wirkt sich auf den Sound wesentlich mehr aus, als besseres Equipment.

Ich würde im Gegensatz zu Schorschi nicht sagen, dass es rein gar nix bringt. Aber man erwartet zu schnell, zuviel vom Pickup tausch. Man betrachtet quasi sein eigenes Gitarrenspiel als den Sound und gelangt schnell zur Falschannahme, dass man mit besserem Specks besser spielen kann. 

Wenn du den Sound komplett vom Gitarrenspiel isolierst  und dann die Gitarre in Nuancen in ne andere Richtung drücken möchtest, dann könnte man sich überlegen die PU´s zu tauschen. 

Dann würde ich sagen, falls das ne SSS ist, hau in die Brückenposition nen Mini Humbucker (einen im Singecoil Format rein).

Empfehlungen kann man aber keine geben und man sollte nur bedingt auf solche hören, da die Umstände immer andere sind.

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Mit deiner Schecter bewegst du dich aber bereits im oberen Preisbereich der günstigeren Gitarren, während die Bastelgitarre von HB wirklich ganz weit unten rangiert. Natürlich lohnt es sich in bestimmten Fällen, Pickups zu wechseln.
Ich habe hier zum Beispiel eine 70er Jahre Japan-Strat, deren 3 SCs schlicht und ergreifend mistig klingen, ob es am Alter liegt oder was auch immer. Habe hier 3 Adeson Trisonics liegen, die kommen in die Strat rein. Hier lohnt sich der Austausch absolut, gar keine Frage.

Kommentar von hoermirzu ,

Auch wenn sie äußerlich gleich aussehen, sogar 57` heißen mögen, die Technik von Spulen (Drahtlegierungen, -form, Magnete, ...), hat sich in den letzten 30 Jahren, in größeren Schritten weiter entwickelt als in den hundert Jahren davor. 

Kommentar von werna ,

Du hast eine gute Gitarre und dir liegt die Bausatzgitarre am Herzen.

Dann lass doch die Bausatzgitarre originalgetreu wie sie ist und spiel die Metalsachen  auf der guten Gitarre.

Es lohnt sich wirklich nicht die Bausatzgitarre irgendwie pimpen zu wollen. Du sorgst nur dafür dass es nicht mehr genau die Gitarre ist, die deine Großeltern dir geschenkt haben.

Antwort
von hoermirzu, 11

Jetzt hast Du einen Bausatz um € 70,- gekauft und willst die keramischen Tonabnehmer tauschen? Tausche besser den Gitarrenlehrer, der Dir dazu geraten hat.

Der Tausch gegen z.B. Fender FAT50 Single Coil TA`s kostet Dich etwa € 200,-. Du wirst aber keinen großen, wenn überhaupt Unterschied hören.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community