Frage von RealFcknBat, 91

Worauf belaufen sich Kosten für ein Pferd im Monat?

Hey,

ich weiß nicht, wohin sonst damit, und da hier ja sicher ein paar Leute ein eigenes Pferd haben, hoffe ich, dass ihr mir eventuell einen Tipp geben könnt.

Ich mache derweil Abitur, habe entsprechend recht viel Freizeit, überlege seit längerem, mir ein Pferd zuzulegen. Hab jetzt Finanzen gewälzt und abzüglich (aller) sonstigen Kosten für mein Leben, wirklich sehr großzügig gerechnet, blieben jeden Monat 270,- über (welche dann für das Pferd wären).

Stallplatz bei mir in der Nähe (rund 20 Min Weg mit Öffis) kostet um die 140 - 180 Euro. In meine Zukunftsplanung würde ein Pferd ebenfalls sehr gut passen. Zudem habe ich monatlich nochmal 100,- für Schmiedkosten eingerechnet, zudem halt logischerweise die TA-Kosten.

Nun ja... Ich habe reiterliche Erfahrung, zwar nur im Freizeitreiten, aber immerhin über 4 Jahre. Pferdepflege, alles was so dazu gehört (Stallarbeit etc, etc) habe ich immer gern mit gemacht.

Was auf der hohen Kante für ungeplante Ausgaben (Krankheit des Pferdes z.B.) habe ich.

Nun zu meiner Frage nochmal: Ist das eine vernünftige kostenplanung? Habe ich irgendetwas grundlegendes vergessen? Was würdet ihr mir raten?

Ich bedanke mich jetzt schonmal. Gruß.

Antwort
von VanyVeggie, 39

Hallo, 

monatliche Kosten: 

- rechne mit bis zu 300 Euro Stallmiete. Auch wenn die in deiner Umgebung recht günstig sind. Heißt nicht das sie gut sind und evtl. muss man dann doch in einen etwas teureren Stall wechseln. Was aber schon mal top zu hören ist, dass du das Pferd in einen Offenstall stellen möchtest. 

- Dazu kämen dann noch ca. 40 Euro für einen Huforthopäden/-schmied. Hängt allerdings auch von Anfahrt und was gemacht werden muss ab. Je nachdem kostet es mehr oder weniger. 

- 100 Euro monatlich für Tierarztrechnungen bei Seite legen. Vorher am besten schon ein hohes Ersparnis anlegen, damit man auch zahlen kann. Hottis können da manchmal ganz schön ins Geld gehen. 

- ca 20 Euro für Reitunterricht. Auch wenn du Freizeitreiter bist, das Pferd muss ja irgendwie gymnastiziert und du korrigiert werden. Auc wenn man reiten kann, es schleichen sich oft Fehler ein, die auf die Kosten der Gesundheit deines Pferdes gehen. 

Alle 3 Monate: 

- Sattler, je nach Anfahrt und Arbeit. Hier kann man echt keine genauere Angabe machen. 

- Kotprobe für ca. 10 Euro. Bei Bedarf noch die Wurmkur. 

jährliche Kosten: 

- Haftpflichtversicherung für ca 70 Euro.

- Op-Versicherung für 200-400 Euro. Ist allerdings nicht unbedingt nötig. Wenn man ein hohes Ersparnis von wirklich mehreren 1000 Euro hat, dann kann man darauf auch verzichten. Letztlich machst du durch die Versicherung eher Verluste. Aber wenn dein Pferd mal wirklich in die Klinik muss und du hast nicht genügend gespart, dann ist das auch nicht so optimal. 

- Impfung ca alle 5 Jahre gegen Tetanus 60 Euro. Influenza musst du ja nicht impfen, wenn du nicht auf Turniere gehst. Herpes ist eh unnötig und gegen Tollwut muss man auch nur unbedingt impfen, wenn man ins Ausland geht. 

Das wäre jetzt mal alles von mir berechnet. Hab Manches etwas höher gesetzt, da die Preise beim Tierarzt, in der Stallmiete usw. je nach Region, Ort etc. anders sind. 

Mit 270 Euro im Monat bist du nicht sonderlich gut dabei. :/ Auch wenn die Ställe in deiner Umgebung günstiger sind. Wenn mal irgendwas nicht passt und du in einen teureren wechseln musst, dann sollte man sich das leisten können. Wenn du 400 Euro im MOnat übrig hast, dann bist du ganz gut dabei. 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

Antwort
von xxCamarguexx, 6

Da die Frage schon häufiger kam kopiere ich sie erstmal ;)

Auf den Monat gerechnet ist das schwierig zu rechnen, weil die Kosten nicht jeden Monat gleich sind.

Ich zahle wie folgt:

*Hufbearbeitung alle 6 bis 8 Wochen: 40€

*Versicherung einmal im Jahr: 150€

*Tetanus Impfen höchstens alle 2 Jahre: 50€

*Zahnkontrolle und ggf Bearbeitung 1x im Jahr: ca 120€

*Hafer alle 2 Monat ein neuer Sack: 10€

*Mineralfutter alle paar Monate ein neuer Eimer: ca 30€

*Kotproben/Wurmkur ca alle 3 Monate: ca 10€ (je nachdem ob was gefunden wird natürlich mehr)

*sparen für Notfälle/Tierarzt monatlich: 60€

*Ostheopath/Physiotherapeut kommt je nach Bedarf (manchmal alle 2 Jahre, manchmal 4x im Jahr): 60€ (je Behandlung)

*evtl Sattler. Ich reite nur noch Baumlos. Lasse zwischendurch jemanden vom Fach kostenlos drüber schauen. Umpolstern kann man dann ganz einfach. Bei Baumsätteln weiß ich die Preise nicht.

Ich würde neben der Stallmiete mit 100 bis 150€ rechnen.

Nimmst du regelmäßig Reitunterricht wird es dementsprechend deutlich mehr sein.

Ich zahle für meine Stute inklusive allem (!) 100 bis 200€ im Monat. Bin allerdings auch Selbstversorger.

Ich finde deine Rechnung gar nicht so dumm. Aber die Frage musst du dir letztendlich selbst beantworten.

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 20

Man kann damit rechnen, das zu Stallmiete nochmal 200 bis 250 Euro oben drauf kommen:

Hufbearbeitung, Versicherung, Futter (incl. Mineralfutter), Ersatzteile, Reitunterricht, Ausrüstung, Rücklagen.

Die Tierarztkosten sind das einzige das sich absolut nicht berechnen lässt, man kann Glück haben und ein gesundes Pferd haben oder aber leider auch eines, das mit jedem Problemchen das es gibt daher kommt.

Bei den TA kosten können es schnell mal mehrere hundert Euro im Monat werden. Bei einem Klinikaufenthalt mehrere tausend Euro.

Ich zahle für meine Pferde jeweils ca. 500 Euro im Monat plus eine Rücklage von 250 Euro pro Monat auf ein Sonderkonto, obwohl eine Op Versicherung auch besteht.

Wenn du also keine 500 bis 700 Euro im Monat übrig hast fürs Pferd, dann wird es sehr gefährlich fürs Pferd. Was machst du bei einer schweren Kolik und das Geld ist nicht da? Einschläfern?

P.S. Über die Suchfunktion gibt es diese Frage 1000000000 mal schon.

Antwort
von FelixFoxx, 35

Rechne mit 500€ oder Stallmiete plus 200-300€ pro Monat. Da fallen nämich noch Kosten für den Hufschmied an (25-100€ alle 6-8 Wochen, je nachdem, ob barhuf oder Beschlag), Tierarzt für Impfungen und Wurmkuren, Haftpflichtversicherung, Zubehör nachkaufen, Reitunterricht, Spezialfutter (z.B. Mineralfutter), etc. Und wenn dein Pferd verletzt oder krank ist, kann das locker einen vierstelligen Betrag kosten!

Also warte lieber bis nach der Ausbildung oder nach dem Studium, wenn Du einen festen Job hast.

Antwort
von dancefloor55, 32

Grob rechnet man mit ca. 500 € im Monat - je nach Stall kann das natürlich etwas mehr oder weniger sein. Bei den 500 € ist aber auch ein kleiner finanzieller Polster drin für etwaige kleinere Ausgaben wie neues Halfter, kleinere Tierarztrechnung etc - für höhere Tierarztrechnung (können auch mehrere tausend Euro betragen) oder ein neuer Sattel muss natürlich ein finanzieller Polster im Hintergrund da sein


Ich mache derweil Abitur, habe entsprechend recht viel Freizeit,
überlege seit längerem, mir ein Pferd zuzulegen. Hab jetzt Finanzen
gewälzt und abzüglich (aller) sonstigen Kosten für mein Leben, wirklich
sehr großzügig gerechnet, blieben jeden Monat 270,- über (welche dann
für das Pferd wären).

Mit 270 € wirst du nur auskaummen, wenn das Pferd in einem günstigen Stall steht und du nie großartig etwas nachkaufen musst oder das Tier krank wird - das wird aber leider nicht passieren.


Stallplatz bei mir in der Nähe (rund 20 Min Weg mit Öffis) kostet um die
140 - 180 Euro. In meine Zukunftsplanung würde ein Pferd ebenfalls sehr
gut passen. Zudem habe ich monatlich nochmal 100,- für Schmiedkosten
eingerechnet, zudem halt logischerweise die TA-Kosten.


Bei 140-180 € bekommt man bei uns zwar schon Ställe - aber die bieten dann überhaupt keinen Luxus. Oft ist nicht mal ein Reitplatz vorhanden und man muss auch noch viel selbst machen (z.b. 2x in der Woche alle pferde füttern, Stall ausmisten etc). Also erkundige dich genau was bei den Einstellkosten dabei ist. Achte vor allem dass die am Futter nicht sparen - da geht es nicht mal um die Menge sondern eher um die Qualität.
Evt hast du auch ein Pferd dass ein besonderes Futter oder Einsteu benötigt. Meine RB steht z.b. auf Einstreu weil sie das Stroh nicht verträgt (frisst sie immer und bekommt Koliken) . Stroh ist beim EInstellpreis dabei - Einstreu nicht.
Schmiedkosten sind okay, evt sind die auch etwas weniger wenn das Pferd barhuf geht. TA kosten kann man bis auf die Impfungen leider kaum kalkulieren. Hier steckt aber ein großer Kostenfaktor dahinter!
Was du eben nicht einkalkuliert hast sind eben weitere Kleinausgaben (neues Halfter, Zusatzfutter, etc - das kommt auch einiges zusammeN) und evt. Ausgaben für Unterricht/Berrit.
und vergiss nicht eine Versicherung abzuschließen !


Nun zu meiner Frage nochmal: Ist das eine vernünftige kostenplanung?
Habe ich irgendetwas grundlegendes vergessen? Was würdet ihr mir raten?

Leider nicht wirklich - du hast leider nur die Hauptkostne berücksichtig und die vielen Kleinigkeiten vergessen.
Wie gesagt - man rechnet mit grob 500 € im Monat - also 200 € (also fast das dopppelte) must du schon noch zusätzlich aufbringen können.



Antwort
von sukueh, 16

270 Euro find ich auch viel zu wenig.

Der günstige Stellplatz kann schnell mal teurer werden, weil entweder der Stallbesitzer die Miete erhöht oder man den Stall wechseln muss/möchte.

Reitunterricht sollte man ebenfalls einkalkulieren, wobei ich persönlich die 20 Euro in einer Antwort als zu wenig finde.

Je nach Pferd kann es auch sein, dass das Pferd noch einen Korrekturberitt benötigt; ich kenne viele, die zwar beim Probereiten glänzend mit dem Pferd zurecht gekommen ist, sich das Pferd dann aber beim neuen Besitzer verändert hat. Oft reichen die eigenen Fähigkeiten zur Korrektur dann nicht aus und man versucht es entweder, über Kurse oder eben gleich über einen Korrekturberitt, wieder in den Griff zu kriegen.

Wenn man ein Pferd hat, fährt man immer besser, nicht am absoluten "Finanzierungsminimum" herumzukrebsen, sondern einfach ein paar Euros mehr zur Verfügung zu haben, damit man auftretende Probleme (das kann auch nur eine blöde Sattellage sein, wo man vielleicht eben nicht den günstigen Gebrauchtsattel verwenden kann) ohne finanzielle Verrenkungen lösen kann.

Oder aus Kostengründen so lange selbst an dem Problem herumbastelt, und dann viel zu spät einsieht, dass doch der "Profi" ran muss und es dann richtig teuer wird, weil sich das unerwünschte Verhalten richtig festgefahren hat....

Zudem - mag sein, dass du jetzt die Abiturphase noch als zeitlich gut schaffbar hältst, aber wie sieht es dann später mit Studium oder Ausbildung aus ?

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 5

Mindestens 300€ Realistisch eher 450~500€ pro Monat zzgl mind 1000€ pro Jahr für medizinische oder andere Katastrophen. Selbstversorger vergessen in der Rechnung oft die indirekten Nebenkosten wie z.b. für s Fahrzeug u.v.m.

Antwort
von BarbaraAndree, 40

Du magst mit deiner Finanzierung klar kommen, aber deine Freizeit wird sich nicht mehr so großzügig gestalten, wenn du dein Abi in der Tasche hast und entweder ein Studium oder eine Ausbldung beginnst. Dann ist entweder die Uni oder die Firma weiter weg und die Anfahrtswege werden länger. Vielleicht hast du nur noch am Wochenende Zeit, um dich um dein Pferd zu kümmern.

Deshalb würde ich dir eine Reitbeteiligung in dem nahe gelegenen Reitstall empfehlen. Viele Pferdebesitzer sind froh, wenn ihr Pferd zuverlässig mehrmals die Woche geritten wird und auch gepflegt wird. Auch später mit einer Arbeitsstelle, die sicher nicht gleich um die Ecke gefunden wird. ist man mit einer Reitbeteiligung zeitlich insofern unabhängier, weil man sie dann mit dem Besitzer entsprechend reduhzieen kann.

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde, 8

Da bist Du nicht die erste, die das fragt und wir haben daher schon eine gute Faustformel errechnen können:

Stallmiete in Vollpension plus 200 Euro Nebenkosten wenn man monatlich rechnet und nicht jede Saison neue Ausrüstung braucht, kommt man ganz gut hin, wobei da keine Kosten für Erkrankungen und Verletzungen drin sind, weil diese einfach unkalkulierbar sind.

Bei der Stallmiete muss man halt dann vorsichtig sein, wenn man noch nicht richtig sesshaft ist, denn in verschiedenen Regionen zahlt man durchaus verschiedene Preise für dieselbe Leistung und man möchte sich ja seine Zukunft damit nicht verbauen. Reicht schon, dass die meisten Pferde Herdenwechsel schlecht verkraften. Hier in der Gegend gibt's die guten Ställe mit durchdachter Fütterung so ab ca. 400 Euro aufwärts.

Gerechnet wurden: Versicherung, Impfungen, Entwurmung, Hufbearbeitung, Ausrüstungsbeschaffung und Instandhaltung über's Pferdeleben runter gebrochen, Mineralfutter, weil das normal im Vollpensionspreis entweder nicht enthalten ist oder nicht zwingend für jedes Pferd passend. Dann haben wir Zahnarzt mit kalkuliert, manuelle Therapie, die ja doch mal nötig wird.

Ausrüstung für den Menschen und Reitunterricht sind nicht kalkuliert, weil es ja da sehr unterschiedlich ist. Bei nur 4 Jahren Erfahrung sollte zumindest Unterricht mit kalkuliert sein. Ich hatte 28 Jahre Erfahrung, als ich das erste eigene kaufte (im Durchschnitt über all die Jahre 2,5 mal reiten pro Woche) und dennoch löse ich vieles mit meiner Trainerin, weil sie mich einfach sieht, was ich selbst nicht schaffe, während ich reite.

Antwort
von huldave, 27

Du musst mit 400 - 500 € im Monat rechnen, da ist so ziemlich alles dabei bis auf außergewöhnliche Tierarztkosten. Wenn etwas größeres ansteht, zB OP, dann sind ein paar Tausender weg

Antwort
von Ttanjja, 26

Ich halte 270 Euro auch für sehr wenig. Ich denke eher so wie meine Vorredner 400 bis 500 Euro....
Ist in dem Preis, von dem Reitstall ALLES inklusive? Also Futter, Aufstreu, Weidegang, eventuell Reithallennutzung. Die Preise könnten auch mal erhöht werden....

Denke auf JEDEN FALL dran, dein Pferd Haftpflicht zu versichern! Ansonsten könntest du Probleme bekommen, wenn dein Pferd mal einen Schaden anrichtet.... ( es erschrickt sich und läuft vor ein Auto...)

Antwort
von AntwortMarkus, 42

ca 400 Euro im Monat.

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