Niklaus am 19.05.2007 um 0:30 Uhr
Wir reden seit Jahrzehnten von Gleichberechtigung aber bei Lohn und Gehalt hat sich nicht viel geändert. Wieso?

Woran liegt es, dass Frauen in gleichen Berufen immer noch nicht so viel verdienen wie Männer?
Stimmt das denn wirklich?
Sicher habe ich auch schon gesehen, dass Frauen weniger bekamen als Männer, aber dann hatten sie eine geringere Qualifikation, weniger Berufserfahrung oder übten eine schlechter bezahlte Tätigkeit aus - Thema Frauenberufe.
In den Unternehmen, in denen ich selbst bisher tätig war, bekamen Frauen bei gleicher Qualifikation ausnahmslos auch ebenso viel Geld wie Männer.
Dass Frauen oft weniger verdienen als ihre Kollegen hat im Grunde einen wesentlichen Grund: Sie können gebären. Und somit werden sie von vorneherein anders bewertet. Sprich: Bereits bei einem Einstellungsgespräch geht man davon aus, dass sie möglicherweise Kinder bekommen könnte und wird ihr eher eine Position geben, die nicht auf einen Aufstieg in der Firma angelegt ist. Somit bekommt sie oft schon ein geringeres Einstiegsgehalt und falls sie zunächst genausoviel verdient, wird ein Mann in seiner Karriere mehr gefördert, weil man glaubt, langfristig auf ihn bauen zu können. Somit wird er sie früher oder später in Sachen Verdienst und Karriere überholen. Übrigens ist der Unterschied in prestigeträchtigen Berufen (Anwälte, Ärzte) kleiner bis z.T. mittlerweile ganz verschwunden.

Alle Behauptungen hier, dass Frauen längst gleichbezahlt werden, halte ich für Schutzbehauptungen.
Frauen leisten weltweit mehr als 2/3 der Arbeit.
Frauen erhalten weltweit noch immer nur 1/10 des Lohns.
Frauen besitzen weltweit noch immer nur 1 % von Grund und Boden.
So lange sich das nicht ändert, weil eben nicht wahr ist, was Roger Cicero beim Eurovision Contest sang, so lange werden Männer weiterhin bei jeder Gelegenheit versuchen, Frauen zu übervorteilen.
Amen.

Ich glaube, manche Herren in der Chef-Etagen sind noch immer der fälchlichen Meinung, dass Frauen daheim an den Kochtopf gehören.

Ich hatte mal eine sehr gute Bekannte, die bei "Douglas" gearbeitet hat, ein reiner Frauenbetrieb von der Bezirksleitung bis zur Lagerkraft. Was die mir erzählt hat, wollte ich kaum glauben: Die haben sich -ohne zu murren- haufenweise Überstunden - auch ganz kurz vor Feierabend, einfach so anordnen , sich widerstandslos ständig aus ihren freien Tagen und sogar aus dem Urlaub sofort in den Laden zitieren lassen - und das meistens auch noch unbezahlt!
Die absolute Härte war, als der Laden umgezogen ist: Da wurden sämtliche Familien der dort arbeitenden Frauen dahinzitiert, die hatten keinen Tag zu, ein Bankangestellter, Mann einer Angestellten da, hat die Kasse übernommen (!!, hab ich selbst gesehen), die haben geschafft bis ca. 2.00 Uhr morgens und am nächsten Tag wieder um 9.00 Uhr aufgemacht! Das alles ohne irgendwelche Zulagen, Überstundenzuschläge oder sonst irgendwas, es gab lediglich ein Abendessen für die Angehörigen, die ohne einen Pfennig Geld dort geholfen hatten!
Ich behaupte mal, dass das in einem Betrieb, in dem auch nur ein paar Männer gearbeitet hätten, undenkbar gewesen wäre... Warum die sich das alles haben gefallen lassen, ist mir völlig unverständlich!

Es ist tatsächlich so ! Aber sind denn die Männer daran Schuld ? Ich denke, dass sich die Damen einfach schlechter " verkaufen " . Punkt !!!

Lieber Edgar Niklaus, das würde mich auch interessieren! Ich habe keine Antwort darauf, nur paar Ideen * sie verkaufen sich schlechter * haben andere Prioritäten und sagen dies auch * trauen sich weniger zu Wahrscheinlich gibt es noch mehr Gründe?! Lieben Gruß Lotusblume
Jep, dem stimme ich zu - ist jeder selbst dafür verantwortlich, für wieviel Geld er sich verkauft. Egal ob Frau oder Mann - jung oder alt - wissend oder unwissend - groß oder klein - usw.
Die Frauen sollten schon beim Einstellungsgespräch härter verhandeln und auf gleichen Lohn bestehen. Den Unternehmern wird es da einfach noch viel zu leicht gemacht - und die werten Politiker unterstützen das ja auch noch. Die Leute sollten allein schon aufgrund Ihrer Qualifikation bezahlt werdne, Alter, geschlecht etc. dürfen keine Rolle spielen. Der einzige Trost - ab einem gewissen Alter werden auch wir Herren der Schöpfung zum Spielball der Gesellschaft. Zu der Sache hinsichtlich Douglas: Ja das ist schon sehr eigenartig, insbesondere da es auch hinsichtlich der Kundschaft ein Frauenladen ist. Das gibt zu denken und veranlaßt usn diese Kette zu boykottieren - es ist aber nicht die einzige die so taktiert. Schaut euch mal die Realität bei BMW n Leipzig an: 1/3 der Leute dort sind Zeitareiter, die nur die Hälfte verdienen. Haben wir alles der Ratte Schröder zu verdanken und manche Schnepfen hocken heut noch im Ministerium.
Liebe stefvol,
Fragen und Antworten, die Beleidigungen enthalten, sind hier nicht erwünscht. Ich bitte Dich Rücksicht darauf zu nehmen.
Vielen Dank für Dein Verständnis.
Verena vom gutefrage.net-Support
Ja liebe verena - was wahr ist darf man ruhig sagen :-) wenns einem nicht interessiert, braucht der das nicht lesen.
An den Frauenparkplätzen, die müssen irgendwie finanziert werden.
Nein, im Ernst: Eine Frau kann sich genauso einen Lohn raushandeln wie ein Mann. Ich denke das wird sich noch alles mit der Zeit anpassen. Ein Angleich "auf die Schnelle" ist glaube ich nicht so einfach möglich.

Wenn ich mir den ganzen Unsinn hier anhöre, dass Frauen sich schlechter verkaufen usw., kann ich nur einfach sagen, dass es definitiv nicht wahr ist. Geh doch heute mal als Arbeitslose/r zu einem Einstellungsgespräch.... Entweder du nimmst deren Gehaltsvorstellungen an, oder du lässt es bleiben, aber dann bekommst du auch den Job nicht. Das machst du zwei, drei mal, und schon sperrt dich die "Agentur für Arbeit(slosenverwaltung)
Es gibt etliche Männer, die sich ebenfalls nicht gut oder sogar noch schlechter verkaufen können als Männer. Aber in Betrieben, die von Männern geführt werden, ist es - und wird es auch weiter so sein - so, dass die Chefs der Ansicht sind, dass es nicht sein kann, dass Frauen den gleichen Lohn bekommen wie Männer. Es ist - wie fast immer - eine Machtfrage. Wenn das Beispiel Schule machen würde und alle Männer und Frauen bei gleicher Qualifikation den gleichen Lohn erhalten würden, und die Frauen mit besserer Qualifikation evtl. sogar noch mehr bekommen würden, dann könnte keiner im Kinderwunschfall so argumentieren: Meine Frau bleibt zu Hause, weil ich ja mehr verdiene." Wer die Kohle ranschafft, wird immer noch als Familienoberhaupt angesehen und auch derjenige mit der besseren Position und/oder mit dem höheren Lohn ist in den meisten Familien der Obermotz. Das könnte sich alles ja tatsächlich ändern, wenn die Frau genauso viel bekommt, wie sie verdient hätte......
Fakt ist und bleibt, dass etliche Betriebe fast nur noch Frauen einstellen, damit sie um eventuelle Gleichstellungsfragen herumkommen(habe selber in welchen gearbeitet). Denen können sie dann von vorne herein weniger Lohn, mehr Stunden und eine ungerechte Hierarchie aufdrücken, ohne dass denen jemals einer was kann.
@demosthenes: Deine Erfahrungen sind m.E. eher die löbliche Ausnahme als die Regel.
Frauen haben ziemlich aufgeholt, ich kann demosthenes beipflichten