gri1su am 30.05.2007 um 19:54 Uhr
Ob Pyramiden, Arenen oder Skulpturen: In der Antike kannte man doch nur Sand und Steine. Diese Bauwerke haben Jahrhunderte, gar Jahrtausende überstanden. Heute stürzen Bauten schon nach wenigen Jahren ein, obwohl man meinen sollte, dass die heutige Bautechnik doch viel ausgereifter ist. Woran kann das liegen?

Also es haben ja nicht ALLE Bauwerke aus der Antike überlebt sondern nur die ganz besonderen. Und wer weiß wieviele der heutigen Bauten wie lange stehen werden.
Es sind ja einige wenige antike Gebäude die die Zeit überstehen. Die welche sie überstehen sind großteils aus Stein gebaut und das so, dass sie selbsttragend sind. Und ganz unbeschadet überstehen sie die Zeit auch nicht wie man z.B. beim Colosseum sieht. Heutzutage wird herumgerechnet und berechnet, dass das Gebäute so und so standhalten müsste. Wenn dann in der Berechnung alles passt wirds gebaut. Wenn allerdings grobe Berechnungsfehler oder unvorhersehbare Umstände auftreten kann es passieren, dass etwas einstürzt. Wenn z.B. enorme Schneemassen auf ein Dach drücken kann dieses einstürzen.
Auserdem werden heutzutage weitaus kompliziertere Bauten realisiert. Das Colosseum war zwar recht schön und groß aber im Vergleich zu einem heutigen Fussballstadium keine Technische leistung.

Viele Bauwerke der Antike und des alten Roms wurden ohne statische Berechnungen gebaut. Damit wurde oftmals mehr Material verbaut als wirklich nötig gewesen wäre.
Trotzdem halte ich Deine Frage für pauschal gestellt. Viele Bauwerke der Moderne und Neuzeit werden abgerissen weil sie nicht als Erhaltenswert gelten. Auch werden alte Bauwerke restauriert oder bautechnisch gesichert.
gri1su am 30. Mai 2007 20:32 Ich meine nicht Bauten, die -aus welchen gründen auch immer- abgerissen werden. Gerade in den letzten Jahren ist es doch häufiger passiert, dass neue Bauwerke plötzlich ohne Grund (Knickei in Halstenbek bei Hamburg), einstürzen, oder eben, weil das Dach Schneelasten nicht tragen konnte.
Anfang diesen Monats war ich in Ägypten und habe mir die Tempelanlagen angeschaut. Es ist einfach Wahnsinn, was die seiner Zeit auf die Beine gestellt haben. Insbesondere hat es mich fasziniert, dass es in den Tempelanlagen nicht wie erwartet, so schwül war. Der umgesetzte Tempel in Abusimbel hat z.B. eine Betondecke und ich habe es aufgrund dieser schwülen Luft in dieser Anlage nur sehr kurz ausgehalten.
Abends haben wir in der Gruppe lange über die Bauweisen diskutiert. Übereinstimmend kamen wir zu dem Ergebnis, dass es eigentlich sehr traurig ist, dass in allen Richtungen geforscht wird. Es wird aber nicht versucht, diese Bautechnik nach zu machen. Es sollen ja nicht diese Tempel- und/oder Gräberanlagen werden, sondern einfach nur Gebäude, die aufgrund ihrer Bauweise vor Hitze und vor Kälte auf natürliche Art und Weise schützen.
gri1su am 30. Mai 2007 23:13 Da gebe ich Dir vollkommen Recht. Ich denke auch, man könnte heute von den "Alten" noch sehr viel lernen.
Die Aussage über das Einstürzen gilt so allgemein nicht. In der Antike wurden auch noch andere Baustoffe verwendet wie Ziegel und eine Art Zement (opus caementitium).
Schlechte Haltbarkeit bei heutigen Gebäuden liegt stark an mangelnder Sorgfalt aus finanziellen Gründen. Die Bauten sollen oft sehr schnell fertig sein, um die Bauarbeiter möglichst kurz zu bezahlen. Ein größerer Aufwand für eine bessere Konstruktion und bessere Materialien kosten zunächst einmal mehr.
gri1su am 30. Mai 2007 23:08 Diese Aussage hat was für sich.

Früher wurde für die Ewigkeit gebaut, die Bahnbrücken wurden Anfang 1900 auf 100 Jahre Haltbarkeit gebaut, mittlerweile sind 50 daraus geworden.
Wie "holzloewe" schon sagte, früher wurde noch ohne (genaue) Statik gebaut. Heutzutage kann man statische Querschnitte kleiner halten, da aus Erfahrungswerten und Versuchen die Größe genau berechnet werden kann.
Unterscheiden muss man hier auch tatsächlich, schlechte Ausführungen, weil es an gut ausgebildetem Fachpersonal mangelt, von einstürzenden Dächern aufgrund zu niedrig angesetzter Schneelasten.
Die Schneemassen vom letzten Jahr haben den Dächer den Rest gegeben.
Das ist ja richtig. Aber schau Dir die Bauwerke an von den Vorgängern der Mayas (Tolpeken???), die mehrere tausend Jahre vor Christus gelebt haben. Deren Bauten sind teilweise heute noch recht gut erhalten. Oder die Bauten der Inkas, auch weit vor Christus. Und heute? Die alten Bunker kriegt niemand klein (da hatte Atsche Recht). Aber heute hab ich so meine Zweifel, ob ein heutiger Neubau in 100 Jahren immer noch steht.
Hm, vielleicht liegt es auch daran, dass diese mehr als genug Bauarbeiter und Mittel zur Verfügung hatten? Ich finde antike Altertümer auch faszinierend.
Interessant! Dann solltest du aber in Geschichte eine bessere Note haben! "Laramaria"!