Frage von healey, 23

Woran liegt es das viele nicht treu sein können?

Antwort
von rolfmengert, 3

Das liegt in der Natur des Menschen begründet, die er im Lauf der Stammesgeschichte "angezüchtet" bekommen hat. Hiermit meine ich, dass bevorzugt die Männer (und ich glaube, dass sich Deine Frage bevorzugt auf Männer bezieht), die die partnerschaftliche Treue nicht so genau genommen haben, deutlich mehr Nachkommen produziert haben, als diejenigen, die hier sehr prinzipientreu gewesen sind. Einen solchen Selektionsprozess bezeichnet man in der Biologie als von der Natur bewirkte "Züchtung", auch wenn das unsensibel formuliert ist und bei manchem Leser emotionelle Abwehrreflexe auslösen kann. 

Die Prinzipien der Stammesgeschichte lassen sich nicht ausschalten, weil sie uns in unserem Sosein hervorgebracht haben. Selbst heute denken die Menschen immer noch in stammesgeschichtlich wirksamen Kategorien. So wird z.B. in der Einwanderungsdebatte diskutiert, ob z.B. durch die viel höhere Kinderzahl der bei uns lebenden Muslime nicht ein demographischer Wandel bevorsteht, der sich dahingehend auswirkt, das in 30 bis 40 Jahren die Unreligiösen und die Christen eine Minderheit in der Bevölkerung darstellen werden. Wenn aber dann die bekennenden Muslime die Mehrheit sind, können sie auch substantielle Veränderungen im Kulturgeschehen oder in der gültigen Wertewelt auf ganz demokratischem Wege durchsetzen. 

Eben diese Perspektive macht sich in den besorgten Kommentaren vieler sehr liberal denkender Menschen erkennbar, die die Wertewelt unserer freien und toleranten Kultur ungern opfern würden.

Daran kann man ablesen, dass biologistische Mechanismen durchaus ernst zu nehmen sind. Wenn nun aber das partnerschaftliche Treusein bei Männern genetisch nicht sehr wirkmächtig verankert ist, dann erliegen sie den Verführungen anderer attraktiver weiblicher Wesen relativ leicht, was sich dann - nach Entdeckung - durch die primäre Partnerin als kränkende und belastende Erkenntnis offenbart. Männer riskieren aber die sich daran anschließende Vorwurfshaltung mit ihren vielen emotionellen Störgrößen, weil ihre Triebstruktur eben archaisch ist, d.h. zwanghafte Komponenten enthält. Damit stehen sie - solange sie bindungsmäßig aktiv sind - immer in dem Konflikt zwischen partnerschaftlicher Treue und der Lust am "Fremdgehen".

Anmerken möchte ich noch, dass eine moralische Argumentation hier wenig hilfreich ist, weil die von Gesellschaften aufgestellten moralischen Forderungen nur dann Gültigkeit beanspruchen können, wenn diese mit den biologischen Grundgrößen leidlich in Einklang zu bringen sind. 

Wenn also eine Frau ihren Partner als gelegentlich untreu erlebt, kann sie für sich auch befinden, dass sich ihr Mann eigentlich biologisch stimmig verhält und ungebrochen vital und aktiv ist. Nicht wenige Frauen tuen das sogar, obwohl die Entrüstungsreaktion die bei weitem häufiger anzutreffende ist.

Bedenklich wird die Angelegenheit erst dann, wenn aus solchen Episoden Ablösungsneigungen entspringen. Speziell bei Kindern wäre so ein Verhalten dann sehr fragwürdig, weil im Grunde der Zusammenhalt der Aufzugsgemeinschaft (bei uns meist die Familie) auch biologisch fundiert ist und ebenfalls ein wirkungsvoller Faktor im Leben eines Mannes sein sollte. Vollständige Trennung kann also immer eine Katastrophe sein, und daran soll auch nichts schön geredet werden.

Antwort
von zzzrrrxycv121, 17

Können kann man schon, nur wollen will man nicht.

Antwort
von CrayyZae, 5

Andere behandeln einen manchmal besser, einem gutem Beziehungspartner geht man nicht fremd.

Lg crzy

Antwort
von Kodringer, 14

Weil es ihnen egal ist.

Antwort
von Sibellchen, 16

... weil sie es nicht sein wollen, Punkt.

Kommentar von rolfmengert ,

Bedenke bitte, dass mit so einer Antwort doch das Problem noch nicht einer Lösung zugeführt wurde. Wenn Du argumentierst, dass sie nicht können, weil sie nicht wollen, dann erhebt sich doch unmittelbar die Frage: "Und warum wollen sie nicht?" Und eben diese Frage gilt es doch zu klären, denn der Wille ist eben nicht frei, obwohl es natürlich auch heute noch Leute gibt, die aus psychologischer und philosophischer Unkenntnis heraus meinen, dass der Mensch einen freien Wille habe. 

Kommentar von Sibellchen ,

Sie können nicht, weil sie nicht wollen; man muss auch treu sein KÖNNEN. Wenn ich doch etwas wirklich WILL, dann könnte ich auch, nich'? Zumindest versuchen. Und wenn jemand nicht treu sein kann, auch wenn er es will, dann ist dies ein Widerspruch in sich. Verstehst du? Erläutere mir doch bitte die Sache mit dem freien Willen näher. LG

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