Frage von NewKemroy, 69

Woran krankt die Gesellschaft (1) und was sind die Ursachen hierfür (2)?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kiwikiwitt, 37

Meiner Meinung nach heißt die Hauptkrankheit unserer Gesellschaft "Wirtschaftlichkeit". Alles im Leben jedes einzelnen Menschen und auch das Leben auf dieser Erde muss sich den Regeln der "Wirtschaftlichkeit" unterwerfen.

So geschieht es, dass not-wendige Hilfe ausbleibt, weil zuerst die Frage nach der Wirtschaftlichkeit gestellt wird. So geschieht es, dass ganze Landschaften zerstört werden (Fracking, Palmölplantagen, Massentierhaltungs-Farmen usw.), weil es "wirtschaftlich" gesehen Sinn macht.

So geschieht es, dass auf Ernten Spekulationen abgegeben werden können, mit der Folge, dass Tonnenweise Getreide in einem Silo gebunkert werden können und verrotten, während die Menschen daneben stehen und hungern müssen.

Wirtschaftlichkeit ist die Ursache für den Einsatz von Pestiziden, Insektiziden und das zubetonieren von Grünflächen.

Wirtschaftlichkeit bewirkt auch, dass Menschen früher sterben, weil sie die Krankenhauskosten und die Medikamente nicht zahlen oder es erst gar keine Forschungen für bestimmte Erkrankungen geben kann.

Bestimmt fallen dir noch mehr unschöne Auswirkungen der Wirtschaftlichkeit auf. Schau nur mal hin!

Kommentar von NewKemroy ,

Stimmt. Es muss sich halt alles rentieren! Sogar die Haltung von Rentieren muss sich rentieren.

Ich glaube das liegt an der Konstruktion des Geldsystems. Denn wenn ich die Wahl habe, ob ich das Geld nun zur Bank bringe und (früher) 3 % Zinsen kassiere oder das Geld in eine Unternehmung stecke, hängt davon ab wo ich mehr Rendite bekomme. Und in der Ausbeutung des Planeten oder der Menschen bekomme ich immer Traum-Renditen. Da wäre ich ja schön blöd, wenn ich das Geld einfach nur so zur Bank tragen würde (sarkastisch gesprochen).

Kommentar von kiwikiwitt ,

Ja, genau so ist es. Und weil das System das ermöglicht, in der Ausbeutung des Planeten einen Gewinn zu machen, gibt es genügend Menschen, die sich "nur" an die Regeln halten und genau dieses tun. Wären sie ja blöd es anders zu tun. Und glaub mir, es gibt dann auch noch ne Menge Menschen, die es tun MÜSSEN weil das System die Bedingung stellt, dass man eine Familie nur ernähren kann, wenn man irgendwie Geld verdient. Gerade in Ländern, in denen es keine Sozialabsicherung gibt, braucht man sich doch nicht zu wundern, wenn Familienväter zu Wilderern oder Pestizidversprühenden Bauern werden, weil es sonst keine Jobs gibt mit der sie die Familie ernähren können. Sovieles (fast alles) hängt von den Bedingungen des Geld-Systemes ab. Drum bringt es vermutlich nix bis nur wenig, Petitionen gegen Wilderer, Pestizidsprüher oder Spekulanten zu machen. Solange das System bleibt wie es ist. Die einzige Petition (wenn es sie denn gäbe), die eine minimale Chance hätte, was zu bewirken, wäre die Petition, das Wirtschaftssystem abzusetzen und durch ein System zu ersetzen, das den Menschen den Anreiz gibt, das zu tun, was sinnvoll ist für die Gesellschaft und den Lebensraum. D.h. man müsste sinnvolles Tun belohnen und weniger sinnvolles Tun so blockieren, dass man es nur unter Verlusten durchsetzen kann. Wenn man also Verluste bei Zerstörungsgeschäften machen würde, dann würden die Menschen sich automatisch andere Wege suchen, weil sie ja entlohnt werden möchten und sich so selbst langsam umkonditionieren. Alles steht und fällt darum mit dem passenden System.

Kommentar von NewKemroy ,

Drum bringt es vermutlich nix bis nur wenig, Petitionen gegen Wilderer, Pestizidsprüher oder Spekulanten zu machen. Solange das System bleibt wie es ist.

Wie wahr!  Wie wahr!

Ich wundere mich auch über solche Aktionen, wie mit den Kaffeeeinwegbechern in Freiburg, die sie jetzt durch Mehrweg-Becher ersetzen möchten. Das ist zwar nicht schlecht. Aber es bleibt doch ein Tropfen auf den heißen Stein. Und es ist vermutlich nichtmal System-konform (wirtschaftlich), sondern subventioniert. Und der Kern des Problems bleibt unberührt - wie Du bereits sagtest.

Antwort
von Rosenblad, 13

Um es in vier Begriffen einzutauchen:
(1) ökonomischer Hyperismus
(2) konformistischer Postfaktismus

(„Wortgeklingel“, ich bin mir der möglichen Kritik bewusst)

Oder:

Jede Gesellschaft schafft sich irgendwann selbst ab um sich wieder neu zu erfinden – zumindest solange dazu noch ein Möglichkeits- und Gestaltungsraum als Lebensraum zu Verfügung. Bis dahin probiert der Mensch sich selbst in Gesellschaften aus um irgendwann festzustellen, dass er am „Ende“ ist.

Antwort
von nowka20, 2

die gesellschaft krankt am fehlen eines neuen bewußtseins, um ihre sozialen probleme zu lösen

die ursachen dafür sind die denkbequemlichkeiten in den versuchen, mit den uralten bewußtseinskräften die sozialen probleme noch immer lösen zu wollen.

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der gesellschaft fehlt mut, entschluß, tatkraft, neue wege zu gehen!

Antwort
von voayager, 14

Es ist so viel, wo sollte man da anfangen, schnell verlöre man sich ins Bodenlose, was da alles zusammenkommt.

Also ich möcht das jedenfalls nicht alles auflisten, was allein mir bekannt ist, daher empfehle ich dir deine Frage einzugrenzen.

Was die Ursachen anbelangt, auch da wäre gar zu viel zu sdagen, man müßt nämlich dann das Wesen des Kapitalismus Revue passieren lassen, eine weitere Herkulesaufgabe.

Antwort
von oxygenium, 21

es ist die unberechenbare Gleichgültigkeit und heute glauben viele sie seien Gott und sitzen  mit ihrem fetten Hintern in der Sonne,machen andere nieder und denken nur an sich selber!

Mitgefühl und Liebe haben keinen Stellenwert mehr und das ist ganz arm in dieser Gesellschaft.

Antwort
von Dxmklvw, 24

Sie krankt in der Hauptsache daran, daß sie sich Zwängen aller Art unkritsch unterwirft und dann auch unsinnigste Zwänge für ihren eigenen freien Willensentscheidungen hält.

Antwort
von mayaillusion999, 26

Ist es nicht dein Blick, deine Wahrnehmung, die der Gesellschaft das Etikett "krank" aufzwingt? Die Welt ist heilig. Die Gesellschaft ist heilig. Ich glaube daran gibt es nichts zu verurteilen.

Kommentar von NewKemroy ,

Ja schon. Allerdings denke ich, es ist nicht der Glaube, der frei macht sondern die Wahrheit. Und solange die noch schlummert oder müde blinzelt, mach ich mir nix vor sondern allenfalls gute Mine zum blöden Spiel.

Kommentar von mayaillusion999 ,

Wer kann die objektive Wahrheit sehen? Aus einer subjektiven  menschlichen Perspektive kann man sich nur als Fragment erkennen.. Ich denke, dass nur das Absolute wahr ist - und wenn man ES erkannt hat gibt es noch mehr Fragezeichen, noch mehr Mysterien ..

Antwort
von Tamtamy, 38

Was glaubst du, wie viel Tiefsinniges sich auf 20 Textzeilen zusammenfassen lässt außer den üblichen Banalitäten?

Antwort
von muelli21, 32

1:soziale ungleichheiten, intolleranz, mangelnde kommunikation

2:politik/wirtschaft, bildung/falsches moralverständnis, globalisierung/generell das www

Antwort
von MickyFinn, 35

Krankheit: Neoliberalismus

Ursache: Falsche Toleranz

;)

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