Gibt es Anzeichen, die vermitteln, wann ein Jodmangel vorliegt?

Geringer Iodmangel verursacht zunächst keine Symptome. In Schwangerschaft und in den ersten drei Lebensjahren kann es aber zu einer Beeinträchtigung der Hirnentwicklung mit resultierenden Entwicklungsverzögerungen (Motorik, Sprache, Verhalten, Aufmerksamkeit und Intelligenz) kommen. Der über Jahrzehnte beständige Wachstumsreiz auf das Schilddrüsengewebe kann einen Kropf verursachen, Schilddrüsenknoten oder krankhaft erhöhte Hormonproduktion.
Ausgeprägter Iodmangel kann eine Unterproduktion von Schilddrüsenhormon verursachen, allerdings kommt dies in Mitteleuropa aufgrund der gestiegenen Iodaufnahme praktisch nicht mehr vor. Hauptursache für Unterfunktionen ist heute die Hashimoto-Thyreoiditis, die nicht auf Iodmangel beruht, sondern von einer Überversorgung mit Iod tendenziell begünstigt wird. Früher drohten bei mangelversorgten Müttern auch Fehlgeburten und Fehlbildungen des Kindes. Kleinkinder konnten unbehandelt an schweren Entwicklungsstörungen leiden (Kretinismus).
Die Symptome eines Jodmangeln, der zu einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) führt, zeigen sich meist schleichend, sodass man anfangs keine Beschwerden wahrnimmt.
Erst bei einer stärkeren Unterfunktion klagen die Betroffenen über:
Müdigkeit
Antriebsarmut
Wachstums- und Entwicklungsstörungen bei Kindern
Gesteigertes Schlafbedürfnis
Konzentrationsstörungen
Kälteempfindlichkeit
Verstopfung (Obstipation)
Die Betroffenen sind insgesamt in Aktivität und Aufmerksamkeit verlangsamt.
Die Haut ist trocken, kühl, blass und häufig teigig aufgetrieben als Folge einer vermehrten Flüssigkeitseinlagerung in das Unterhautfettgewebe.
Man bezeichnet diese Veränderung als Myxödem. Die Stimme ist infolge eines Myxödems der Stimmbänder rau und heiser, die Sprache häufig aufgrund eines Myxödems der Zunge undeutlich und verwaschen. Der Puls ist verlangsamt und die Muskeleigenreflexe sind abgeschwächt.
Bei älteren Personen mit Jodmangel sind häufig nur einige dieser Symptome vorhanden. Hier dominieren Schwäche und Kraftlosigkeit, Kälteempfindlichkeit und Verstopfung.
(http://www.onmeda.de/ernaehrung/naehrstofflexikon/spurenelemente/jod.html?p=5)
Da in Deutschland fast allen Lebensmitteln Jod zugesetzt wird, ist ein Jodmangel relativ unwahrscheinlich.
Eher kommt es vor, dass die Schilddrüse das Überangebot an Jod nicht verarbeiten kann.
Das führt zuerst zu einer Überfunktion und bei Überanstrengung zu echten Schilddrüsenproblemen. (Hashimoto-Thyreoiditis), bei der Jod gemieden werden sollte.