Frage von LausanneOlten,

Woran kann ich mich bei einem Leitfadeninterview methodisch halten?

Ich möchte ein Leitfadeninterview führen, habe aber keine Ahnung, woran ich mich dabei methodisch halten kann. Eine qulitative Auswertung nach Mayring scheint mir zu umfangreich, aber was gibt es noch? Kann jemand ein gutes Buch empfehlen?

Antwort
von drrudolfschmitt,

In der Anfrage stecken zwei Fragen:

a) Die Frage nach der Erhebungsmethode, im besonderen Leitfadeninterviews. Diese sind in der qualitativen Forschung vor allem in älteren Büchern genannt und erzeugen genau das von Ihnen genannte Problem: Wie soll man sie aufbauen? Ich erlaube in meinen Seminaren zur qualitativen Forschung keine Leitfadeninterviews, in denen zu oft die beschränkten Vorstellungen der Fragenden das begrenzen, was die Interviewten wirklich sagen könnten (also auch Themen anschneiden, die dazu gehören, an die die Studierenden aber nie gedacht hätten). Interviews von diesem Typus sind das problemzentrierte Interview nach Witzel oder das narrative Interview nach Schütze. Mehr Hinweise zu Interviews siehe unter https://f-s.hszg.de/personen/rudolf-schmitt/lehre/qualitative-forschung-und-ba-m... 

b) Die Frage nach den Auswertungsmethoden. Mayrings Inhaltsanalyse stellt die am stärksten strukturierte Methode dar, ist daher für viele Studierende die einfachste (bitte beachten: Mayring bietet drei unterschiedliche Formen an: zusammenfassende, explizierende und strukturierende Inhaltsanalyse, die letzte lässt sich auch noch mal untergliedern.

Es gibt noch viele andere Methoden, die aber auf dem Bachelor-Niveau kognitiv überfordern dürften (siehe auch die oben genannte Seite). Eine gute Einführung bietet:

Flick, Uwe (2009). Qualitative Sozialforschung. Hamburg: Rowohlt.

Hier werden qualitative und quantitative Forschung im Vergleich vorgestellt, daher wird die Eigenart qualitativer Forschung überhaupt erst deutlich. Wenn man sich danach für bestimmte Erhebungs- und Auswertungsmethoden entschieden hat, braucht man noch weitere Literatur - aber das ist für ein wirklich einführendes Buch auch nicht zu leisten.

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