Frage von Timmi2002, 120

Woran glauben die Mormonen?

Wir machen in relativ das Thema Sekten und ich weiß nicht was die Ziele der Mormonen sind

Antwort
von JTKirk2000, 45

Wer die Mormonen ernsthaft als Sekte bezeichnet, der hat einfach keine Ahnung. So einfach ist das. Mein Vater ist ein Außenstehender was Mormonen angeht und er hat Kontakte zu örtlichen evangelischen und katholischen Gemeindeleitern und auch die sind gut genug informiert, um Mormonen nicht als Mitglieder einer Sekte anzusehen.

Ein Sekte im altmodischen, nicht wertenden Sinne würde bedeuten, dass die Religion von einer anderen, vorherigen abgespalten wurde und relativ wenige Mitglieder hat. Letzteres mag am Anfang gestimmt haben, aber ersteres niemals. Mittlerweile gibt es über 15 Millionen Mormonen, und das nur in der Kirche Jesu Christi - Der Heiligen der Letzten Tage selbst.

Eine Sekte im modernen, also wertendem Sinne wird beispielsweise dadurch beschrieben, dass Mitglieder unter gesellschaftlichem, sozialen oder sogar privatem (innerfamiliärem) Druck stehen, dass beispielsweise erwartet wird, Kontakt zu Außenstehenden oder Ex-Mitgliedern abzubrechen, selbst wenn dies innerhalb der eigenen Familie sei. Das hat es bei den Mormonen nie gegeben und wird es sicher auch nie geben.  

Eines könnte man den Mormonen ankreiden, dass es wie in einer Sekte gehandhabt würde, nämlich dass es bei Mormonen keine Kirchensteuer gibt. Die Kirche Jesu Christi - Der Heiligen der Letzten Tage wird von freiwilligen Spenden der Mitglieder unterstützt. Ich sehe aber nicht, inwiefern dies schlechter als eine staatlich durchgesetzte Kirchensteuer wäre. Im Gegenteil ist diese Form der Spende eine rein freiwillige Sache und niemandem wird ein Vorwurf gemacht, wenn er sich nicht an diesen Spenden beteiligt - sei man nun Mitglied oder Gast in der Kirche.

Im Große und Ganzen gelten für Mormonen die 10 Gebote ebenso wie beispielsweise das Gebot der Liebe zu Gott und den Mitmenschen. Grundlegend sind aber zunächst die 10 Gebote. Jemand, der als Mormone auf mehr aus ist, richtet sich zudem beispielsweise nach dem so genannten Wort der Weisheit, welches ein Gesundheitsgebot ist, was dazu da ist, und als Ratschlag eingeführt wurde, Dinge zu meiden, die eine potentielle Abhängigkeit schaffen. Von Alkohol, Tabak, Koffein und vergleichbar im 19. JHD bekanntem wurde entsprechend abgeraten. In der Kirche Jesu Christi - Der Heiligen der Letzten Tage wurde dies später als Gebot angenommen, betrifft aber eigentlich "nur" jene, die tempelwürdig werden oder bleiben wollen.

In der Kirche Jesu Christi - Der Heiligen der Letzten Tage werden vor allem die Bibel und das Buch Mormon als Heilige Schrift angesehen. Keines der beiden ersetzt das andere. Sie ergänzen einander in ihrer Ausdrucksweise. Beispielsweise wird im Buch Mormon zwar auf die Offenbarung des Johannes Bezug genommen, aber nicht beschrieben, was in der Offenbarung des Johannes enthalten ist. Anderes wiederum ist im Buch Mormon deutlicher. So werden einige Passagen aus dem Buch Jesaja im Buch Mormon besser erklärt. Ferner greift das Buch Mormon klare Aussagen der Bibel ebenso klar auf, um gegen verfälschende Interpretationen der klaren Aussagen der Bibel vorzugehen. 

Wie der Name der Kirche bereits nahelegt, glauben die Mormonen daran, dass Jesus Christus eine wichtige Person ist. Sie glauben daran, dass er der Sohn Gottes, des himmlischen Vaters ist, und dass diese beiden und ebenso der Heilige Geist drei eigenständige Wesen sind, die in allem einig sind, also der Bibel nach eins, so wie auch die Jünger mit dem Sohn und dem Vater eins sein sollen. Mormonen glauben daran, was Jesus Christus laut der Bibel getan, gelehrt und vorgelebt hat und dass er der Erlöser der Welt ist. Mormonen glauben nicht an die Erbsünde, also dass die Folgen der Sünde von Eltern oder Vorfahren auf die Kinder übertragen werden, sondern dass jeder Mensch nur für seine eigenen Fehler verantwortlich ist. Daher lehnen sie Kleinkindtaufen ab, weil kleine Kinder unschuldig sind und dies bis zu einem Alter bleiben, bis sie das notwendige Verständnis haben, um Recht und Unrecht voneinander unterscheiden zu können. In der Regel werden daher Kinder, die aus familiärer Hinsicht in die Kirche hineingeboren werden, normalerweise mit 8 Jahren getauft, abhängig davon, dass sie dafür bereit sind. Manche jedoch, die in geistiger Hinsicht Schwierigkeiten haben und daher nicht das notwendige Verständnis erlangen oder dies erst später erlangen bedürfen der Taufe nicht bevor sie das notwendige Verständnis erlangen, was bedeutet, dass manche Personen, die durch die Familie der Kirche angehören, durchaus wesentlich älter sind und dennoch nicht der Taufe bedürfen. 

Die Taufe selbst ist zwar auch ein Teil des Aufnahmerituals und wird, wie zur Zeit Jesu Christi, durch Untertauchen im Wasser vollzogen. Sie symbolisiert sowohl die Reinwaschung von allen Sünden, von denen man zuvor umgekehrt ist, als auch die Niederlegung des alten Lebens und die Aufnahme eines neuen Lebens. Der zweite Teil dieses Aufnahmerituals ist die Spendung der Gabe des Heiligen Geistes. Man kann diese beispielsweise mit der Konfirmation vergleichen. Auch wenn man zuvor bereits den Rat des Heiligen Geistes beanspruchen konnte, kann man nach dieser auch in der Kirche Jesu Christi - Der Heiligen der Letzten Tage als Konfirmation bezeichnete Spendung des Heiligen Geistes den Heiligen Geist immer als Ratgeber bei sich haben, aber dies ist keine passive Segnung in dem Sinne, dass man nichts dafür tun müsste. Wichtig ist, dass man sich dafür bereit hält, den Heiligen Geist als Berater bei sich haben zu können.

An fast jedem Sonntag gibt es mindestens zwei Versammlungen zu jeweils etwa einer Stunde. Eine Versammlung schließt immer das Abendmahl ein, welches dazu dient, die bereits geschlossenen Bündnisse, einschließlich denen, die im Tempel geschlossen wurden, zu erneuern und daher auch von Fehlern reingewaschen zu werden, von denen man umgekehrt ist. Normalerweise am ersten Sonntag des Monats heißt diese Versammlung Fast- und Zeugnisversammlung und jeder Teilnehmer hat in der restlichen Zeit nach dem Abendmahl die Gelegenheit über Erlebnisse bezüglich seines Glaubens zu sprechen um sich und andere dadurch geistig zu erbauen. Die anderen Abendmahlsversammlungen werden üblicherweise durch zwei Ansprachen von Mitgliedern der örtlichen Gemeinde bereichert. 

Zudem gibt es üblicherweise in der zweiten Versammlungen Gelegenheiten zur so genannten Klassenzeit, wo wichtiges im Evangelium einander vermittelt wird (wobei entsprechende Leitfäden oft Verwendung finden) oder eine Sonntagsschule, in welcher die Bibel und das Buch Mormon als Unterrichtsthema behandelt werden. In einem Jahr wird das Alte Testament behandelt, im einem darauf folgenden das Neue Testament, dann das Buch Mormon, das Buch Lehre und Bündnisse jeweils immer in einem Jahr. Halbjährlich am Wochenende des ersten Sonntages im April und im Oktober findet die so genannte Generalkonferenz statt, die man über Satellit oder auch über das Internet (hierbei über die Seite der Kirche Jesu Christi - Der Heiligen der Letzten Tage verfolgen kann). Diese Generalkonferenzen enthalten immer insgesamt 6 Versammlungen. Im Wechsel gibt es da jährlich die Allgemeine Schwesternkonferenz der Frauenhilfsvereinigung und der Jungen Damen, und halbjährlich die Priestertumsversammlung und die Versammlungen am Sonnabend und Sonntag Vormittag und Nachmittag. Zudem gibt es durchschnittlich zweimal im Jahr Versammlungen, zu welchen sich Mitglieder aus Gemeinden eines bestimmten Gebietes versammeln, welche als Distrikts- oder Pfahlkonferenzen bezeichnet werden.

Insbesondere Mormonen, die längerfristig aktiv in der Kirche sind und ihrem Glauben entsprechend leben, sind ehrlich, hilfsbereit, liebevoll auch im Umgang mit Außenstehenden, also so, wie nach den Äußerungen Jesu Christi laut der Bibel Christen eigentlich sein sollten - und das nicht nur am Sonntag, sondern immer. 

Wer sich für die Tempel der Kirche interessiert hat beispielsweise vom 12. bis 27. August 2016 die Gelegenheit den Freiberg-Tempel in Sachen zu besuchen, diesen von innen anzusehen, eine Führung mitzumachen und so weiter, denn bis etwa zu dieser Zeit wird der Tempel erweitert und renoviert und nach dieser so genannten Zeit der offenen Tür erneut geweiht, wonach dann nur noch tempelwürdige Mitglieder der Kirche Jesu Christi - Der Heiligen der Letzten Tage in diesen eintreten dürfen. Während der Zeit der offenen Tür stehen die Türen eines betreffenden Tempels jedem Menschen offen. Vermutlich gibt es auch im Tempel nahe Frankfurt am Main im kommenden Jahr ebenfalls eine Zeit der offenen Tür, aber dahingehend habe ich noch keine näheren Informationen, wann der Umbau dort beendet sein wird. Was im Tempel geschieht, ist heilig, weshalb darüber in der Regel, außer zur Vorbereitung eines Mitgliedes auf den ersten Tempelbesuch, nicht gesprochen wird, und auch bei einer solchen Vorbereitung werden gewisse Dinge nicht vorher erzählt - nicht weil sie geheim sind, sondern weil sie heilig sind. Ihre Zwecke jedoch für die Ewigkeit sind leicht ergründbar, denn sie dienen dazu, die Familien im ewigen Dasein wieder zu vereinen, ebenso wie sie auch die Möglichkeit der ewigen Ehe bieten.

Das soll erst einmal ein (relativ) kurzer Überblick gewesen sein.

Antwort
von quantthomas, 58

ich glaube sie glauben an die Vielweiberei ^^.

Antwort
von kidsmom, 69

https://de.wikipedia.org/

www.wasistwas.de/archiv-geschichte-details/was-glauben-die-mormonen.html usw.

Gib den Begriff in die Suchleiste ein, und schon kannst du nachlesen!

Kommentar von JTKirk2000 ,

Da ist aber auch einiger Unsinn bei der Seite des zweiten Links enthalten.

Kommentar von JTKirk2000 ,

Allein schon was die Aussage am Ende dieses Textes des unteren Links angeht, wo es da heißt ...

Mit dem ursprünglichen Christentum haben die Mormonen so gut wie nichts gemein. Auch wenn sie Begriffe aus der Bibel verwenden, werden sie anders gedeutet und verwendet.

... da fällt mir dazu nur ein, dass andere Christen sich erstens noch weit weniger an ihre eigene Bibel halten. (Mormonen interpretieren zumindest nicht an den klaren Aussagen der Bibel herum, um diese irgendwie im Einklang mit der entsprechenden Religionslehre zu bekommen, denn das ist bei ihnen gar nicht erst notwendig. - In der evangelischen Kirche habe ich es aber mit Interpretationen der entsprechend eigenen Bibel dieser Kirche immer wieder erlebt und auch in der katholischen Kirche ist es nicht anders. Wer einer dieser Kirchen angehört und den Mormonen vorwirft, nicht christlich zu sein, der kann diesen Vorwurf nur damit begründen, dass er an den klaren Aussagen der eigenen Bibel so sehr heruminterpretiert, dass von der Klarheit dieser Aussagen kaum noch was erhalten geblieben ist.) Und was das ursprüngliche Christentum angeht, so ist belegbar, dass dieses dem Arianismus entsprach (benannt nach Arius), später aber der Lehre nach Athanasius des Großen im Zuge der Entwicklung der frühen christlichen Kirche entsprechend verändert wurde. Da stellt sich doch dann die Frage, wenn den Mormonen vorgeworfen wird, dass sie mit dem ursprünglichen Christentum nichts gemein hätten, wem dieser Vorwurf dann noch weit eher gilt. Man braucht ja nur mal nach Arianismus und Athanasius dem Großen googeln und in den entsprechenden Wikipdiaartikel lesen. Dann wird recht schnell deutlich, wer da was verbockt hat. 

Antwort
von Apfelwerfer, 36

Wenn du freundlich bleibst und pubertäre Beschimpfungen vermeidest, wird dir bestimmt JTKirk bald eine aufschlussreiche Antwort geben.

Kommentar von kidsmom ,

Ahja;) nach einem Blick auf seine Profil Seite ist mir alles klar!:)) Timmi2002 wird bei diesem Thema in der Schule bestimmt super benotet werden!!

Antwort
von kokomi, 61

warum beliest du dich dann nicht - google, wiki

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