Frage von emiliolopez, 195

Woran finden devote Menschen Lust?

Spielen sie vielleicht aus Angst nur eine Rolle, damit sie den dominanten Partner vorgeben, sie haben die Kontrolle, damit sie noch mehr geliebt werden und Aufmerksamkeit bekommen

Oder lieben sie einfach Schmerzen Erniedrigung und Vorführungen?

Vielleicht gibt es auch mehrere Arten von devoten Menschen?

Wäre nett wenn eine devote Person ihren Antrieb bzw. Lust erklärt, denn anscheinend sprechen sie ungern darüber.

Gibt es einen Zusammenhang zu den Personen, die sich selbst ritzen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Enzylexikon, 71

BDSM bezeichnet als Oberbegriff sehr viele verschiedene Formen sexueller Vorlieben und Neigungen, die nicht alle gemeinsam auftreten müssen.

Ich versuche es einmal stark vereinfacht zu erklären.

Devote Menschen unterwerfen sich im Rahmen der Beziehung ihrem Partner und genießen beispielsweise das Gefühl, mal Kontrolle abgeben zu können und ihrem Partner absolut zu vertrauen.

Masochisten ziehen sexuelle Lust durch die Erfahrung von zumeist körperlichem Schmerz. Dabei mag nicht jeder Mensch die gleichen Arten von Schmerz und jeder hat seine persönlichen Grenzen.

Dominante Menschen genießen das Gefühl von Macht über andere, haben im Rahmen des BDSM aber auch eine hohe Verantwortung zu tragen, denn ihr Partner vertraut sich ihnen völlig an.

Sadistische Menschen ziehen ihre Befriedigung daraus, andere Menschen zu quälen, ihnen Schmerzen zuzufügen. Dabei achtet er die Grenzen seines Partners und verhindert so dauerhafte Folgeschäden.

Diese Neigungen können in völlig unterschiedlichen Konstellationen auftreten und sind nicht so stereotyp festgelegt, wie oft vermutet.

Dominant-sadistische und devot-masochistische Persönlichkeiten sind vermutlich das bekannteste Rollenmodell im BDSM.

Es gibt aber auch ungewöhnliche Kombinationen, die man sich als Außenstehender vielleicht nur schwer vorstellen kann.

Ein dominanter Masochist könnte beispielsweise seinen Partner dazu auffordern, ihm bestimmte Schmerzen zuzufügen. Obwohl er körperlich leidet, hat er die ganze Zeit über die Kontrolle über die Situation.

Außerdem gibt es "Switcher", also Personen, die ihre Vorlieben auf beiden Seiten des Spektrums ausleben können. Heute sind sie der aktive Part, morgen dann der passive.

Egal wie bizarr diese Kombinationen wirken mögen - es besteht immer Einvernehmlichkeit zwischen den Beteiligten.

Das ist ein wesentlicher Unterschied zu psychischen Störungen.

Ein krankhafter Sadist quält Opfer, die nicht eingewilligt haben und wird sie womöglich sogar töten. Das hat nichts mit einer BDSM-Beziehung zu tun.

Eine Person die selbstverletzendes Verhalten (SVV) zeigt, macht es ebenfalls nicht freiwillig, sondern aus innerem Zwang heraus. Auch das ist kein BDSM.

Sadomasochistische Neigungen des BDSM selbst werden nur dann als Störung angesehen, wenn die Person unter ihrer sexuellen Vorliebe leidet.

Somit hat BDSM nichts mit einer psychischen Erkrankung zu tun, sondern ist ein individueller Ausdruck der eigenen Sexualität-.

Natürlich sind aber auch BDSMler keine Übermenschen und können an einer psychische Erkrankung leiden - egal ob das eine Depression, oder eine Borderline-Persönlichkeit ist.

Begründung für Vorlieben im Bereich des BDSM.

Die Erklärungen dafür "warum magst du es..." sind so vielfältig, wie die Menschen die BDSM ausüben. Daher gebe ich nur zwei Beispiele.

Masochistische Menschen erleben Schmerzen durch den Partner als intensive körperliche Zuwendung. Quasi "Streicheln extrem"

Sich versehentlich am Herd zu verbrennen wird ihnen daher keine Lustgefühle bereiten, weil die emotionale Komponente fehlt.

Menschen die sich gerne Fesseln lassen, genießen die Abgabe der Kontrolle. Da der Körper wehrlos ist, kann der Geist wandern. Quasi "Umarmung extrem".

Fragst du jetzt aber einen Masochisten, oder Bondage-Fan, wird er dir vermutlich eine ganz individuelle Antwort geben.

Kommentar von Enzylexikon ,

Vielen Dank für den Stern. :-)

Antwort
von darkhouse, 71

Zusammenhang Ritzen - BDSM: Ich habe in meinem Umfeld im Bereich BDSM doch schon einige kennengelernt, die sich auch ritz(t)en bzw. eine damit verbundene psychische Störung wie Borderline haben oder hatten. Die Ursprünge für die für beides gewollten Schmerzen liegen auch ähnlich, oft in früher Entwicklung und mit einem Umfeld, was Selbstzweifel und Minderwertigkeit unterstützt. Ritzen selbst ist aber eher dazu da, um andere negative Gefühle durch Schmerzverarbeitung zu unterdrücken, d. h. man fühlt sich besser. Zweitens spüren sich die Ritzer oft dadurch erst selbst, der Schmerz und das Blut liefern ihnen die Realität, da zu sein, sie selbst zu sein. Möglicherweise versuchen die Personen, auf andere Art und Weise Schmerz zu erfahren, um sich nicht nur auf Ritzen beschränken zu müssen. Das führt dann zu BDSM-Praktiken. Hier gesellt sich idealerweise auch noch das Ausgeliefertsein dazu. Macht, Kontrolle liegen bei anderen. Von einer Person weiß ich es ganz genau, dass der Therapeut sie auf diesen Weg gebracht hat. Sie ist mittlerweile mit ihrem Partner zusammen, der sich gut um sie kümmert, und sie ist glücklich geworden. Ritzt nicht mehr.

Schmerz im BDSM-Bereich wird auch als erlösend wahrgenommen, man kann sich völlig fallen lassen, nur mit dem Ziel der bestmöglichen sexuellen Befriedigung. Rollen kann ich spielen, je nach Begabung gut oder länger. Wahre Unterwerfung bzw. Erniedrigung ist was anderes. Klar findet man Spaß daran, man "spielt". Meine Partnerin ist eine starke selbstbewusste Frau, die eben nicht früh geprägt wurde und innerlich nicht die kleine unterwürfige graue Maus ist. Sie mag die völlig Fremdkontrolle, dass ich mache, was ich will, ihr Wille keine Rolle spielt und sie nie weiß, was heute kommt. Tiefere Gründe dafür gibt es auch bei ihr, die möchte ich aber hier nicht schildern.

Das setzt auch voraus, dass man den Partner genau kennt, sich um ihn verantwortungsvoll kümmert. Das setzt Vertrauen und Gefühl voraus, was man der harten BDSM-Szene gern abspricht.

Antwort
von bigbang2016, 88

Also ich habe eine devote Neigung und mag es wenn man sich völlig fallen lassen kann.BDSM hat nicht nur mit Schmerz,Erniedrigung zu tun es gibt so viele Spielarten.Auch hat es viel mit dem Vertrauen und Sympatie mit dem dominaten Part zu tun.

Ich finde BDSM,Fetisch,Kliniksex ist die höchste Form der Sexspiele weil man sehr viel Spaß haben kann aber auch viel falsch machen kann.

Mein Antrieb ist weil ich in meiner Jugend immer Sex mit reifen Erfahrenen wollte und dann auch hatte die mir dann viele ausgefallene Sexpraktiken gezeigt haben.So wurde ich immer neugieriger auf was neues.

Antwort
von crazymaus201513, 18

Die frage kann man nicvt allgemein beantworten da jede devote Person unterschiedliche Gefühle hst und Dinge hat auf die sie steht .Zum Beispiel gibt es devote Leute die finden schmerz erregend und manche  können schmerz überhaupt nichts abgewinnen und mögen es einfach mal Kontrolle abzugeben. Ich bin selbst devot veranlagt und kann aus persönlicher Sicht sagen dass es ziemlich befreiend ist die Kontrolle abzugeben  und Schmerz löst auch ein echt unbeschreiblich angenehmes Gefühl in mir aus ,aber wie sxhon gesagt bei jedem ist es anders.

Antwort
von cecelev, 68

Ist doch voll geil wenn der dominante part dich praktisch führt und du dich einfach fallen lassen kannst und generell die vorstellung auch so erniedrigt zu werden und so ist ziemlich erregend
Kann man aber nicht verstehen wenn man nicht selbst du denkt :D

Antwort
von karin69, 56

Devote Menschen haben vielerlei Ausrichtungen und ihre Gedanken, Wünsche, Empfindungen und Gefühle sind sicherlich ähnlich...

Mein Mann ist ein Adult-Baby und in "dieser Phase" ist er auch sehr devot.
Es ist "das Spiel" der Unterwerfung und der Erziehung, in dem man(n) die Verantwortung an eine "Nanny" oder "Mama" abgeben-, sich führen und sich fallen lassen kann...

Da ich gerade vor ein paar Tagen einen interessanten Bericht im internet darüber gelesen habe, möchte ich den einfach mal hier 1:1 weitergeben!


----------------------------------------
"DAS ERWACHSENE BABY!

Thomas* aus Basel ist ein fast normaler 23-Jähriger. Das Besondere: Der Informatikstudent trägt gern Windeln und liebt es, wie ein Säugling behandelt zu werden.

Er studiert Informatik, spielt gern Fussball und geht mit Kollegen ins Kino oder mal auf ein Bier, auch mit seiner Familie versteht er sich blendend. Was allerdings kaum jemand weiss: Thomas ist autonepiophil. Das bedeutet, er steht darauf, sich wie ein Baby zu verhalten und auch entsprechend behandelt zu werden. Flasche, Windeln, Strampler- alles gehört dazu.

Besonders ausgeprägt in diesem Bereich des erotischen Rollenspiels ist seine Vorliebe für Windeln. Diese trägt er so oft und lange wie nur möglich. Am liebsten rund um die Uhr – nicht selten auch während der Arbeit im Büro eines grossen Medienverlags oder bei Vorlesungen an der Uni.


--Die Gesellschaft ist noch nicht so weit!--

Unter seinen weiten Baggy-Jeans gibt es genug Platz. Nur das Knistern der Kunststoffwindeln unter den Klamotten hätte ihn ein paarmal beinahe verraten. Bis jetzt hat er es aber immer noch geschafft, sein Geheimnis zu bewahren. Wenige wissen davon: seine Freundin und ein paar Bekannte aus der Fetisch-Szene.

«Die Gesellschaft ist noch nicht so weit. Gerade hier in der Schweiz sind die Leute sehr konservativ. Man will sich nicht öffnen – und was man nicht kennt, das lehnt man ab», erklärt der junge Mann seine Bedenken vor einem Outing. «Ich liebe meine Familie und habe ein erfülltes Sozialleben. Das will ich nicht aufs Spiel setzen.»


--Als Baby hat man keine Sorgen!--

Vor zwei Jahren vertraute er sich seiner Freundin an. Sie reagierte erschrocken aber verständnisvoll und versucht heute, bis zu einem gewissen Grad auf Thomas einzugehen. Meistens führen die beiden jungen Leute eine ganz normale Beziehung mit ganz normalem Sex «Ageplay ist gar nicht ihr Fall, aber sie ist toll und gibt sich mir zuliebe echt Mühe», schwärmt Thomas. «Zu besonderen Anlässen, zum Beispiel zu meinem Geburtstag, lässt sie sich aber auf kleine Rollenspiele ein. Dann wickelt sie mich und spielt mit mir und ich kann mich einfach gehen lassen.»

Genau darin liegt für den Studenten auch der Reiz. Als Baby ist man hilflos und wird von allen geliebt. Es gibt keine Probleme, keine Sorgen, man wird umsorgt und umhegt, ohne selbst etwas geben zu müssen. Zudem erregt ihn das Gefühl, das ihm die Windeln geben, sexuell: «Der Reiz des Verpönten in Kombination mit dieser warmen Enge macht mich richtig an. Es ist gar nicht so einfach zu beschreiben. Man muss es wohl probieren, um es zu verstehen.»


--Therapie ist auch keine Lösung!--

Wie es dazu kam, dass er sich zu dieser Art von Sexualität hingezogen fühlt, kann Thomas nicht erklären. «Das hatte ich schon immer, ich wollte immer ein Baby bleiben. Ich glaube, ich war zehn oder elf, als die sexuelle Komponente auch noch dazu kam.»

In Therapie gehen möchte er nicht. «Ich habe oft nachgedacht und auch viel mit meiner Freundin darüber gesprochen. Aber ich glaube, dass eine Therapie für mich keine Lösung wäre. Das Ganze ist einfach ein Teil meiner Persönlichkeit und ich fühle mich nicht krank, ich schade weder mir selbst, noch meinem Umfeld damit. Es ist nur schade, dass ich noch nicht den Mut habe, mit diesem Aspekt meines Lebens offen umzugehen.»

* Name von der Redaktion geändert"

Kommentar von emiliolopez ,

Danke für diese ausführliche persönliche Information. Da ich devote Menschen nicht verstehe, wollte ich den Antrieb dazu herausfinden.

Nach meiner Interpretation ist also ein Antrieb  das Gefühl der Geborgenheit.

Ich persönlich könnte auch einen Antrieb durch etwas verbotenes und gefährliches nachvollziehen . Z. B finde ich ältere Autoritätspersonen manchmal attraktiv dadurch, dass beispielsweise in Wirklichkeit eine sexuelle Andeutungen zu einer Lehrerin absolut Tabu ist.

Aber dieser Vorgang der passiven Erniedrigung kommt wohl durch kontrolliert werden, vertrauen und loslassen wollen.

Ich habe oft Frauen gehört, ich will nur jemanden der mich versorgt oder mir Sicherheit gibt. Kann  diesen Wunsch zu einem Zusammenhang zur devoten Neigung kategorisieren.

Dieser devote Sehnsucht der Menschen, nach dominiert werden wollen um Geborgenheit zu erfahren, finde ich sehr interessant.

Kommentar von darkhouse ,

Und doch nur eine Komponente. Oft ist es so, dass Menschen, die Macht ausüben, beruflich und/oder privat, das kompensieren, indem sie die Macht abgeben. Einer der häufigsten Gründe, eine Domina aufzusuchen. Oder Menschen, die sich für diverse Dinge bestrafen lassen, bestraft werden wollen. Die Geborgenheit kommt hier meist erst im Anschluss, im Auffangen des gerade Leidenden, im Zurückführen in die Realwelt, das ist für den dominierenden Partner recht wichtig zu können.

Kommentar von karin69 ,

Schön formuliert‼️ Du hast gute und die richtigen Worte... 👍

Kommentar von emiliolopez ,

Das bedeutet also, dass im Außen dominante Menschen oft auch, das Devotsein aufsuchen, damit sie Ausgleich erfahren.

Sie nehmen das Leid in Kauf um später das positive Gefühl der Geborgenheit stärker fühlen zu können. Ein gutes Gefühl wird übermittelt, weil ein mächtiges Wesen die Kontrolle über sie hat und wenn sie ausreichend gehorchen, sie von ihr belohnt werden.

Das Gefühl, welches auch Religionen vermitteln. Denn oft ist von „Gottergebene“ die Rede oder fürchte dich nich außer Gott und die Belohnung findet nach dem Ableben im Paradies.

Alles ändert nichts daran, dass man als ein dominanter Mensch außerordentlich Selbstbewusstsein ausstrahlen muss, um akzeptiert zu werden. Als jemand der die Macht besitzt, den richtigen Weg aufzuzeigen, um das Ziel der Geborgenheit zu erreichen. Seine Befehle kommen aus Vergnügen, sodass er nicht  abhängig von der Gehorsamkeit der devoten Person ist. Denn nur durch die Gehorsamkeit kann die devote Person zu ihrer sehnsüchtigen Geborgenheit gelangen, an die sie durch Gehorsamkeit stückweise nähert bzw. gefüttert wird.

Danke

Antwort
von JOJO888888888, 95

Das hat doch gar nichts mit ritzen zu tun. Ritzen tun Menschen die etwas brauchen, was ihren momentanen Schmerz lindert, auch wenn es nur für Sekunden ist.

Das wonach du fragst ist schmerz aus rein Sexueller hinsicht, den Menschen gefällt es entweder erniedrigt zu werden, dominiert oder weiß gott was.

Antwort
von BKirito, 92

Gibt es einen Zusammenhang zu den Personen, die sich selbst ritzen?

Nein gibt es definitiv nicht. Leute die sich Ritzen sind psychisch Krank.

Und zur frage mit devoten Menschen, dies kann verschiedene Gründe haben.
Jedoch will ich diese Frage nicht beantworten^^ Da ich es nicht kann.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten