Frage von DreiGegengifts, 60

Woran erkennt man ein gutes Trekking Fahrrad?

Die Frage klingt vielleicht ein bisschen blöd. Aber wenn ich mal in den Katalogen schmökere fällt mir immer wieder auf, dass Fahrräder in der gleichen Kategorie und mit sehr ähnlicher Ausstattung enorm unterschiedliche Preise haben. Scheinbar gibt es starke Qualitätsschwankungen?

Wonach geht man da, wenn man sich für ein Fahrrad interessiert, das zuverlässig und stabil und für lange Touren (> 1000 km) ein sicherer Partner ist. Ich hab bisher immer Gebrauchte gefahren. Zur Zeit habe ich ein gebrauchtes schon relativ altes Peugeot Trekking Rad mit 21 Gang Deore Gangschaltung. Bin damit sehr zufrieden. Bin mir aber unsicher, ob das Rad noch so richtig lange Touren mit macht. Nicht dass ich dann unterwegs nur noch am reparieren bin.

Geht ihr nach Marken, nach Gefühl, nach dem Preis, nach bestimmten verbauten Komponenten, nach dem Fahrgefühl oder nach Aussehen? Wie wichtig ist der Rahmen und wie erkennt man einen guten Rahmen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von vierfarbeimer, 35

Der Fahrrad Kauf ist (genauso wie ein Auto Kauf) eine emotionale Sache, weshalb dabei häufig der Verstand hinten an steht. Aber das ist völlig OK.

Damit der Verstand (und damit deine Kohle) letztlich nicht auf der Strecke bleibt, solltest du dir eine Prioritätenliste erstellen (mache ich derzeit auch), was dir wichtig ist, und was du bereit bist auszugeben. In der Regel setzt die Bereitschaft das Geld für ein Bike auf den Tresen zu legen den Wünschen Grenzen, weshalb du relativ schnell an die äußeren Grenzen des Erreichbaren stößt. Es sei denn, Geld spielt bei dir keine Rolex.

Wenn dein altes Peugeot gut gewartet ist, spricht nichts dagegen, mit dem Bike auf Tour zu gehen. Es wird dann auch so lange Touren (>1000 km) wie du sie anpeilst, sicher noch ohne Probleme meistern.

Vielleicht solltest du dir grundsätzlich mal Gedanken darüber machen, ob dir dein gegenwärtiges Rad passt, oder ob dein Rahmen und die Sitzposition für dich zu klein oder zu groß sind. Wer einen Blick für die Richtigkeit und Wichtigkeit der Ergonomie bei Rädern hat, wird sehr schnell feststellen, dass locker 6 von 10 Radfahrer im täglichen Straßenbild eine falsche Sitzposition einnehmen oder auf einem zu großen oder zu kleinen Rad fahren. 

Was die Qualität der Räder und der verbauten Komponenten anbelangt, bestimmt schlicht und ergreifend der Preis die Güte der Fahrräder. Es ist einfach alles wie immer.

Antwort
von treppensteiger, 26

Für deine Zwecke, lange Strecken mit Gepäck? fahren zu können, könnte man erst mal einen Preis festlegen, den du (bei einem preislich normalen Angebot) ansetzen musst. Der liegt neu etwa bei 1000€, alles was darüber geht, spart dann (nur noch) Gewicht.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, 36 Speichen Laufräder mit guten Hohlkammerfelgen einzusetzen. Die Naben dafür sollten, wenn von Shimano mindestens LX-Qualität haben. Auch der Rest der Gruppe kann ähnlich bestückt werden. Auf gar keinen Fall sollte man beim Innenlager sparen, da man das selber schwer gewechselt bekommt, gleiches gilt für den Steuersatz. Stahl gilt als besseres Material für Trekking/Reiseräderrahmen, ist aber doch flexibler als Alu, was sich bei mehr als 15kg Gepäck sehr bemerkbar macht. Ich hatte jedenfalls mit einem Herkules-Alu Rahmen (mailbu) in Damenradausführung, also stark schräg abfallendes Oberrohr, keine größeren Probleme im Verhältnis zu einem richtigen Stahlreiserad.. Wichtig ist, das er passt, vor allem die Oberrohrlänge, die sich ja kaum verändern lässt. Absoluter Rahmenschrott ist heute selten, selbst die Billigangebote aus Alu sind inzwischen fast immer genügend dimensioniert und gehen nicht kaputt, sie sind bloß etwas schwerer. Einen guten Rahmen erkennt man teilweise am Gewicht, an den Ausfallenden (sparsamer Materialeinsatz, dein Peugeot dürfte hier ein gutes Beispiel geben) und aufgebaut, am Fahrgefühl, Federung, Spurgenauigkeit.

Sehr bedeutend ist auch die Steifigkeit des Gepäckträgers. Wenn du sparen musst, kannst du das bei den Schalthebeln, dem Schaltwerk und der Sattelstütze machen, der Vorbau braucht auch kein teurer Leichtbau zu sein. 

Bremsen würde ich doch eher auf der Felge. Bei der richtigen Technik, aufrecht rollen, spät bremsen, wird da auch nichts groß warm. Wenn doch mal was kaputt geht, hat der kleine Radladen unterwegs auch eher das passende Ersatzteil.

Der Sattel, hier gibt es so viele Modelle, und die guten kosten jetzt auch nicht so wenig, dass ich da ständig probieren könnte. Am besten wäre, ein Radladen lässt dich mal einige Probe fahren.

Ich bin eigentlich kein Markenfetischist, aber bei Teilen, die lange gut funktionieren sollen, kommt man einfach nicht drum rum.

Kommentar von DreiGegengifts ,

Danke für die vielen Infos!

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