Frage von Mirabell09, 56

Wonach richten sich Pausenzeiten?

Hallo,

ich wollte gern mal wissen, ob sich die Pausenzeiten nach der Arbeitszeit oder nach der Anwesenheit richten?

Konkretes Beispiel: In meinem neuen Dienstplan muss ich an einem Tag von 6:00 bis 15:15 anwesend sein. Es wird mir eine Pause von 0.75h angerechnet. Somit komme ich auf eine Arbeitszeit von 8.5h und auf eine Anwesenheit von 9.25h.

Richtet sich die Pause eigentlich nach der Zeit, die ich tatsächlich arbeite oder nach der Anwesenheit? Die Arbeitszeit würde ja nur 8.5h betragen und es wäre nur eine Pause von 30 Minuten nötig. Aber selbst bei der Anwesenheit komme ich ja nur auf über 9h DURCH die Pause.

Kann ein Arbeitgeber auch bestimmen, dass mehr Pause gemacht wird?

Antwort
von Sudelnuppexxl, 56

Einfache Antwort: bei über 6 Stunden Arbeit am Stück ist gesetzlich eine Pause vorgeschrieben. Die Länge bestimmt der Arbeitgeber. Bei einer dreiviertel Stunde gibt es dabei auch nichts zu beanstanden.

Kommentar von Mirabell09 ,

Gibt es einen Paragraphen, der das regelt? Ich kenne nur den über 6h = 30 Minuten, über 9h = 45 Minuten.

Kommentar von Mirabell09 ,

Hmm. Gefunden. Schade. Ist mega zu meinem Nachteil.

Kommentar von Nightstick ,

Es ist natürlich das ==> Arbeitszeitgesetz (ArbZG).

Dies beinhaltet die von Dir oben genannten Mindestpausen.

Wenn nun innerbetrieblich eine zusätzliche Pause von 15 Minuten (zumeist die Frühstückspause) üblich bzw. festgesetzt ist, ist der Zeitabzug von (dezimal) 0,75 Minuten rechtens.

Dieser ist bei genauerer Betrachtung jedoch keineswegs zu Deinem Nachteil, weil jeder Mensch seine Pausen braucht, die ja zur Wiedererlangung der Konzentration und Arbeitskraft bzw. zur Verhütung von Übermüdungsunfällen, z.B. an Maschinen, dienen.

Kommentar von Mirabell09 ,

Ja, das mag für andere zutreffen. Aber bei uns im Betrieb können wir unsere Pausen nicht machen. Darüber hab ich in der Vergangenheit schon einmal geklagt. Und durch diese Situation verschenke ich wieder 15 Minuten kostenlose Arbeitskraft...

Kommentar von Nightstick ,

Es tut mir leid, aber auch hier bist Du auf dem "falschen Pferd".

Vorrangig gesetzlich vorgeschrieben Pausen, aber auch die anderen nicht bezahlten Pausen, müssen vom Arbeitgeber gewährt (und vom Arbeitnehmer genommen werden).

Dies ist arbeitsgerichtlich einklagbar.

Fazit: Wer es sich gefallen lässt, ist (auch im Fall eines Arbeitsunfalls) selber Schuld.

Kommentar von Mirabell09 ,

Das ist mir schon klar, dass mein Arbeitgeber nicht richtig handelt. Aber im Moment habe ich keine Alternative, die Arbeit macht ansonsten Spaß und die Bezahlung ist überdurchschnittlich  gut. Deshalb hab ich es nun hingenommen. Wenn es jetzt allerdings noch mehr übertrieben wird und aus 0.5h täglich 0.75h werden, dann ärgert mich das schon so langsam... 

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