Frage von christl10, 104

Womit verdient ihr mehr, mit Einzelaktien oder mit Fonds, wenn ihr erfolgreich seid?

Bin schon über 6 Jahre im Aktienmarkt aktiv. Währenddessen mir Gewinne mit Einzelaktien durch Fehlinvestitionen wieder rasiert worden sind habe ich mit Fonds sehr gute Erfahrung gemacht und im Vergleich zu Einzelaktien relativ viel Geld verdient. Wie ist eure Erfahrung mit Einzelaktien oder mit Fonds?

Antwort
von kevin1905, 46

Schwer zu sagen.

Bis vor 2-3 Jahren haben ich die Mehrzahl meines Vermögens ins Einzeltiteln gehabt.

Mittlerweile sind mir Unternehmensbewertungen und Fundamentalanalysen ehr lästig geworden, daher mache ich meist nicht mehr als 2-3 pro Jahr.

Das meiste neu investierte Geld landet in ETFs. Insgesamt sollte aber noch das Anlagevolumen in Einzelaktien höher sein. Ende des Jahres kann ich dir das konkret beantworten.

Da ich aber auch beruflich fremdgenutzte Immobilien vermittle hab ich mich vor knapp einem Jahr zu meinem eigenen Kunden gemacht. In Zukunft werde ich auch in dem Bereich etwas aktiver werden.

Du weist schon: Diversifikation.

Antwort
von Reanne, 34

Mit Fonds habe ich keine guten Erfahrungen gemacht, habe seit Jahren nur Einzelaktien, Dax, M-Dax, Tecdax u. sonstige Aktien und ich bin damit sehr zufrieden. Fonds haben einen ehr hohen Ausgabeaufschlag und der Erlös wird durch das Entgelt für den Fpndmanger doch arg geschmälert.

Kommentar von christl10 ,

Ich muss Dir leider widersprechen. Habe in einzelnen Fonds in diesem Jahr einen Gewinn von bis zu 30%, weil ich eingestiegen bin, als die Börse stark korrigiert hat. Zudem kann man sich den Ausgabeaufschlag sparen, wenn man über einen Vermittler kauft. Habe noch nie einen AA bezahlt. Die Managergebühren sind auch zu vernachlässigen. Die arbeiten ja auch nicht umsonst. 

Antwort
von AlexChristo, 37

Ich frage mich gerade, warum du diese Frage stellst, die Frage wäre doch eher, wie du mit Einzelaktien erfolgreicher sein kannst?

Wie hast du die Einzelaktien ausgewählt? Was war deine Strategie? Wann hast du gekauft? Wann verkauft? Wie lange hast du die Aktien gehalten?

Ein Beispiel: Du hast Anfang 2015 eine Aktie gekauft. Im August 2015 ging alles runter. Wenn du da verkauft hast, wirst du miese gemacht haben. Die gleiche Aktie kann aber jetzt wieder gestiegen sein auf ein neues Hoch und du könntest Gewinn gemacht haben.

Kommentar von christl10 ,

Das Problem bei der Investition in Einzelaktien ist immer die Nachrichtenlage und die Zukunftsaussichten des Unternehmens. Ich war mit Einzelaktien sehr gut im Gewinn, jedoch einzelne Aktien, die eingebrochen sind wie zum Beispiel K+S von 34€ auf 22€ dann jetzt auf 17€, haben mir die ganze Performance des Gesamtinvestments vermasselt. Da nützt mir nichts wenn die anderen einigermaßen gut im Rennen sind. Bei meinen Fonds habe ich immer dann gekauft, wenn der Index stark eingebrochen ist, also zwischen 9.000 und 9.500 Daxpunkte. Da liege ich mit einzelnen Fonds bis zu 30% im Plus. Ich bin am überlegen mich ganz von den Einzelinvestments von Aktien zurück zu ziehen, da fast jede Strategie in den letzten 6 Jahren  in die Hose gegangen ist. Mit Fonds dagegen bin ich immernoch gut im Rennen, auch wenn das langweiliger ist. 

Kommentar von AlexChristo ,

 Ich war mit Einzelaktien sehr gut im Gewinn, jedoch einzelne Aktien, die eingebrochen sind wie zum Beispiel K+S von 34€ auf 22€ dann jetzt auf 17€, haben mir die ganze Performance des Gesamtinvestments vermasselt.

So ein Einbruch ist natürlich bitter.

Mir stellen sich jetzt aber verschiedene Fragen:

1. Über welchen Zeitraum reden wir hier gerade? Wie lange hast du K + S gehalten bzw. wie lange planst du die Aktie zu halten?
2. Haben sich die Daten, aufgrund dessen du K+S gekauft hast, verändert? (sprich bei der Fundamentalanalyse?)

3. Was ist dein Risikomanagement bei Aktien? Damit meine ich: Hast du dir selber Regeln gesetzt, wie du mit Verlustaktien umgehst?

4. Wie sehen denn die anderen Aktien aus? Wenn die gut aussehen und du zufrieden mit der Entwicklung bist, wieso solltest du dann Aussteigen?

Da liege ich mit einzelnen Fonds bis zu 30% im Plus. Ich bin am überlegen mich ganz von den Einzelinvestments von Aktien zurück zu ziehen, da fast jede Strategie in den letzten 6 Jahren  in die Hose gegangen ist.

Erstmal ist natürlich wichtig, dass du ordentlich schlafen kannst. Wenn dir das Thema Aktien schwer im Magen liegt, dann ist es eine vernünftige Sache, sich von Aktien fern zu halten.

Eine andere Möglichkeit wäre auch, dass du dich mit jemanden anders über deine Strategie austauschst. Man selbst hat oft blinde Flecken für seine eigenen Fehler. Wenn jemand anders über deine Strategie drüber schaut, erkennt er vielleicht was?

Vielleicht noch eine Anmerkung. Buy-and-Hold-Strategien laufen über Jahre. Wenn du schreibst, dass du in den letzten 6 Jahren verschiedene Strategien ausprobiert hast, hörst sich das für mich nicht nach Aktieninvestments an, sondern eher nach Aktienhandel.

Kommentar von christl10 ,

Es ist schwer möglich sich mit jemanden über Aktien und meine Strategie auserander zu setzen. Die meisten die ich kenne haben das Wort Aktie schon mal gehört aber kaum was darin gemacht. Zudem sind viele Finanzanalphabeten. Sie googeln wochenlang um ein neues Auto zu kaufen, setzen sich jedoch in Thema Finanzanlage keine 5 Minuten an den PC, weil es zum einen zu schwierig und komplex ist und zum anderen gar nicht interessiert. Daher bin ich mit meinen Investments sozusagen alleine gelassen. Meine Verwandte und Bekannte schreien nach Aktien, nachdem der Dax wieder mal um 30% gestiegen ist. Die Chance bei fallenden Kursen auch mal zuzugreifen nimmt keiner war. da machen sich alle in die Hose. Verständlich, denn welche von den vielen Aktien soll man dann auch kaufen. Von Fonds haben die wenigsten Ahnung und von EFTs erstrecht nicht. Also liegt es an mir meine Erfahrung selbst zu machen und über Gewinne oder Verluste zu schweigen, denn das interessiert auch niemanden. 

Kommentar von AlexChristo ,

Die meisten die ich kenne haben das Wort Aktie schon mal gehört aber kaum was darin gemacht. Zudem sind viele Finanzanalphabeten.

Das Problem kenne ich ;-). Du könntest über einschlägige Seiten / Foren nach solchen Leuten suchen. Im Trading-Bereich ist das sogar eine eher übliche Sache, sich einen "Trading-Buddy" zu suchen ;-).

Ich persönlich hab es nicht mit Buy-and-Hold, ich trade lieber ;-).

Kommentar von christl10 ,

Buy and hold habe ich bei meinen Fonds. Die halte ich bis zu 2 Jahre, wenn die Börse dann mal kräftig steigt, steige ich aus und warte ab. Bin beim Dax von 12.300 Punkten auch ausgestiegen, was richtig war, um bei unter 10.000 Punkten wieder einzusteigen. Nun warte ich wieder ab. Bei Einzelaktien entscheide ich spontan. Mal halte ich sie 2 Monate, mal 6 Monate, so wie die Nachrichtenlage ist.

Habe noch keine Strategie gefunden, die mir wirklich gefällt. Hatte auch mal viele Dividendenwerte mit hoher Dividende. Glücklich wurde ich damit nicht, denn einige Aktien haben stark abgegeben. Bin echt am Überlegen die Einzelinvestment sein zu lassen und mich ganz auf Fonds zu konzentrieren, auch wenn es da langweiliger zugeht. Wie hoch in % ist die max Gewichtung von einem Einzeltitel in Deinem Depot? Kaufst Du nach, wenn die Aktie um 15% oder mehr gefallen ist oder verkaufst Du dann die Aktie, da erfolglos? 

Kommentar von AlexChristo ,

Bei Einzelaktien entscheide ich spontan. Mal halte ich sie 2 Monate, mal 6 Monate, so wie die Nachrichtenlage ist.

Ahhhh, herzlichen Glückwunsch, du versuchst dich als Traderin ;-). Dann solltest du nicht von Einzelinvestments reden.

Ein Investment ist etwas, was über mehrere Jahre läuft. Was du machst, ist Aktienhandel.

Wieso reite ich darauf herum?

Im Aktienhandel muss dein Ziel sein, die Verluste möglichst klein zu halten. Das Risikomanagement ist beim Handel komplett anders als beim Buy-and-Hold.

Auch ist die Psychologie beim Handel ist anders... es ist schwieriger rational zu handeln.

Bei meinen Trades habe ich grob folgendes Risikomanagement:

Pro Trade riskiere ich max. 1 % meines Depots. Wenn mein Depot also 10.000 Euro beinhaltet, risikiere ich maximal 100 Euro je Handeln.

Einstiegspreis + Stopploss = Handelsrisiko.

100 Euro / Handelsrisiko = Anzahl der Aktien, die ich kaufe.

Bei so kurzen Zeiträumen darfst du nicht das Risiko eingehen, dass eine Aktien zu sehr fällt.

Kommentar von AlexChristo ,

Tippfehler: Das muss heißen:

Einstiegspreis - Stopploss = Handelsrisiko

Antwort
von GuenterLeipzig, 64

Ich habe mit Einzeltiteln mehr Ertrag gemacht, als mit Fonds.

Hängt vermutlich damit zusammen, dass ich mit 28 Einzeltiteln eine gute Streuung im Depot habe.

Hier werden Verluste aus einzelnen Positionen schnell und gut kompensiert.

Günter


Kommentar von christl10 ,

Hallo Günter,

welche Gewichtung in % hat bei der das Einzelinvestment in einer Aktie? Erhöhst Du den Anteil bzw. kaufst Du nach, wenn die Aktie mehr als 15% gefallen ist?

Kommentar von GuenterLeipzig ,

Ich habe in etwa 13 % Fonds (5 Titel) und 87 % Einzelwerte (28 Titel).

Eine feste Stopp-Marke habe ich mir nicht gesetzt.

Ich unterteile mein Depot in Basisinvestments, also Werte von unkritischen gestandenen Unternehmen mit gesunden Fundamentaldaten.

Diese lasse ich einfach durchlaufen, verstehe temporäre Kursrückgänge als günstige Nachkaufgelegenheiten, wenn die Fundatemtaldaten weiterhin positiv sind.

Zu diesen Basisinvestments gehören auch die 13 % Fonds.

Dann habe ich den Block der Wackelkandidaten, hier checke ich schon etwas öfter das fundamentale und das Markt-Umfeld und den Kurs.

Bei den Wackelkandidaten halte ich diese in der Regel nur begrenzte Zeit.

Ab und zu mach ich auch mal einen Zock mit einem Exoten, aber das ist die Ausnahme. Der Zock überschreitet 2 - 3 % vom Depotwert nicht.

Mein letzter Zock war mit Sout32, der im Zuge eines Spin-offs von BHP Billiton in mein Depot gekommen ist.

Meine Trades laufen in der Regel nicht unter 5.000 EUR ab, um eine günstige Relation zwischen Handelsgebühren und Umsatz zu haben.

Der prozentuale Anteil der Einzelpositionen ist bei mir nicht fix, es gibt Werte, da entfällt auf eine Einzelposition bis zu 11 % (Qualitätstitel), habe aber auch Werte dabei, mit denen ich die 1 %-Marke unterschreite.

Meine Gewichtungsstrategie ist die:

Je besser das Unternehmen fundamental aufgestellt ist, je höher dessen Marktkapitalisierung, je kontinuierlicher das Gewinnwachstum, in je mehr wichtigen Indizes die Aktie des Unternehmens notiert ist, desto höher die Gewichtung im Depot.

Ich versuche dann bei den Qualitätstiteln über die Zeit ein mittleres Gewichtungs-Level über die Qualitätswerte schrittweise zu erreichen, so dass der Depoteinfluss dieser Werte nicht stark voneinander abweicht.

Günter

Antwort
von BTyker99, 37

Als Anfänger, der nur Einzelaktien gekauft hat (seit Anfang des Jahres), habe ich gute Erfahrung mit eben diesen Einzelaktien gemacht :-)

Mit Fonds hätte ich vermutlich nur 1/20 bis 1/10 des Ertrages bekommen können, aber ich könnte mir vorstellen, irgendwann auch mal Verluste zu erleiden, was ich aber nicht geplant habe.

Kommentar von christl10 ,

Verluste plant man nicht. Die kommen von alleine. Meine Erfahrung ist, daß wenn man sich sicher fühlt es plötzlich unerwartet zu einem größeren Kursrückgang kommt. Daher sollte man auch mal Gewinne mitnehmen und eine Zeit lang nichts machen. Leider juckt es immer wieder in den Fingern dabei zu sein, was aber falsch ist. Man sollte abwarten können, bis sich eine Gelegenheit ergibt. Habe oft schon von Neulingen gehört wie einfach es ist mit Aktien Geld zu verdienen, das kommt aber daher, daß sie zufälligerweise die richtige Aktie und einen guten Einstiegspunkt erwischt haben. Wer länger dabei ist, wird auch mal feststellen, daß Gewinne auch wieder durch Kursverluste verschwinden können. Das wir wohl oder übel auch so kommen, wenn man ständig investiert ist, denn die Börse schwankt und somit auch die Gewinne bzw. Verluste. Zudem kann man mit einer Einzelaktie Glück haben die steigt, als auch Pech haben, weil überraschenderweise schlechte Nachrichten rauskommen. Um diese Verluste wieder auszugleichen braucht man im Gegenzug einen oder mehrere Treffer in der Einzelaktienauswahl. Also nicht über nicht realisierte Gewinne freuen, sondern erst über realisierte Gewinne, denn nur die hat man sicher. 

Kommentar von BTyker99 ,

Da hast du natürlich Recht. Ich habe auch schon viele Aktion "zurückgegeben" -  von meinen 7 unterschiedlichen Aktien, die ich dieses Jahr gekauft habe, habe ich 5 mit der Zeit verkauft um den Gewinn zu sichern. Ich bin auf jeden Fall nicht der Typ, der immer irgendwo investieren will, das tue ich eher spontan, wenn ich eine interessante und vielversprechende Gelegenheit sehe.

Zwei Kursrückgänge habe ich auch schon mit erlebt, davon einer um fast 30%, aber den habe ich einfach entspannt überstanden und dann doch noch mit Gewinn verkauft, da ich meinen Verkaufszeitpunkt sowieso schon vor dem Kaufen ziehmlich exakt geplant hatte (Tesla Model 3-Vorstellung).

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weitergehen wird und rechne auch damit, dass es irgendwann mal runter gehen könnte...

Antwort
von AnnaStark, 38

Ich habe mit Fonds die letzten 20 Jahre weniger verdient als mit Aktien.

Allerdings auch einzelne Aktien gehabt mit Total-Pleite :-(

Am meisten mache ich, deshalb seit einigen Jahren fokussiert, mit Quartalstrading mit USA-Aktien. Dazu nur Beispiele aus der vergangenen Woche: Yelp am 10.August 12 %, Macy´s am 11. August 17 % oder Kohl´s ebenfalls am 11.August 16 % Gewinn :-)  

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