wenn die früheren interessen alle wegfallen, womit kann man einen alzheimer erkrankten dann beschäftigen?

Tatsächlich mit Dingen von früher. Aus meiner Berufspraxis kenne ich diese Fälle, wo die verwirrte Mutter den ganzen Tag Socken stopft und die Tochter abends alles auftrennt für den nächsten Tag, Mutter sah sehr zufrieden aus. Auch den ehemaligen Radio/Fernseh Elektriker, der in seiner Verwirrtheit alles im Haus auseinenader genommen hat, speziell die elektr. Rolläden, jetzt bringen ihm die Kinder immer "neue" defekte Geräte mit, haben ihm einen Arbeitstisch an einer still gelegten Steckdose eingerichtet und er arbeitet. Nach einer Weile werden die Geräte ausgetauscht mit dem Kommentar, daß der Kunde sehr zufrieden war. Das ist dann für den Kranken ein echtes Erfolgserlebnis. Der Kranke weiß nicht mehr, daß er dieselben Geräte alle paar Wochen wieder zur Reparatur bekommt. Ab und an gibt es dann auch mal was "neues" vom Sperrmüll. Vater ist glücklich und das Haus bleibt heil.
Schwierig wird die Beschäftigung wenn auch diese Dinge von früher entfallen sind, dann ist eine längerfristige Beschäftigung kaum noch möglich. Handtücher falten etc. macht nicht unbedingt glücklich.
Ich bin sicher, bei dieser Frage kann dir eine Selbsthilfegruppe helfen, oder auch ein Heim, das sich auf Menschen mit dieser Krankheit spezialisiert hat, hat ganz sicher gute Ideen für dich. Hab mal im TV gesehen, dass ein solches Heim eine Bushaltestelle im großen Garten aufgestellt hatte (mit Bank dazu), so dass die rastloseren Kranken ein wenig "wegfahren" konnten... Nach einer Weile auf der Bank kamen sie dann wieder beruhigter mit ins Haus.
In sehr Fortgeschrittenen Stadium, leider nicht viel. Ich glaube da genügt die Anwesenheit einiger Familienangehörigen.- Ich erinnere mich noch an meine Mutter vor 13Jahren. Als sie sich den Wintermantel mit Handschuhen anzog ( und das mitten im Sommer) und sagte: Sie müße jetzt in die Kirche gehen, oder die Wäsche bügeln bei ihrer längst verstorbenen Mutter. Es war gar nicht so leicht ihr das wieder auszureden. Das war ja noch einigermaßen amüsant. Zum Schluß wurde es jedoch besonders schlimm. Man konnte nichts mehr liegen lassen, denn mit Schere hätte sie sich ihre Kleider, die sie am eigenen Leib trug, zerschnitten, oder sogar aus der Katzenschüssel alles aufgegessen. Ausserdem wenn sie dann sagte, zu meinen Kindern, na die Nachbarskinder sind auch schon wieder da.. Spätestens da wußte man um die Ernsthaftigkeit der Krankheit bescheid. Gottseidank blieb sie dabei immer ruhig und angenehm, wurde niemals raviat. Zum Schluß wartete sie noch ein letztes Mal auf mich, bis ich vorbei kam, danach ihre Augen friedlich schloß, und verstarb. LG
dazu sölltet er kaffee trinken. Quelle: http://www.experto.de/gesundheit/schutz-vor-alzheimer-durch-kaffee-trinken.html viel glück auf jeden fall.
dies waren m.E. sehr gelungene Beispiele für ein richtiges "Validieren" mit Alzheimerkranken. Es heisst immer so schön: "man muss in den Schuhen des Kranken gehen können" wenn man mit ihm arbeiten möchte.