Frage von MirIstKeinName, 75

Wollte Hitler Krieg nicht nur aus Wirstschaftlicher und Außenpolitischersicht?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Awngr, 19

ja, es standen wirtschaftliche Motive hinter dem krieg: 

der staat war nahe der Pleite, durch Eroberungen und stehlen der Nationalbankguthaben und auch Wirtschaftgüter der eroberten Länder konnte die Pleite abgewendet werden.

Die Politik der Nazis bestand ja darin, dass der Staat viel Geld ausgab, für Rüstungsprogramme, Staatliche Bauprojekte zur Bekämpfung der Arbeitslosigkit, und nicht unbedingt viel geld einnahm, weil diese rechten Parteien ja meist Anti-Steuern sind.

Die Rechnung konnte also nicht aufgehen.

1938 belegte der Deutsche Staat die Juden mit einer Strafsteuer von 1 Milliarde Reichsmark, im selben Jahr wurde österreich annektiert bzw. "angeschlossen" und das Guthaben der Nationalbank nach Berlin transferiert (das waren nur ein paar 100 millionen Mark), dann reichte es nicht mehr, also Überfall auf Polen, Benelux, Frankreich, etc.

Bei jedem Feldzug wurden Güter geraubt, sowohl von den staatlichen Institutionen der eroberten Länder, als auch direkt von der Zivilbevölkerung. z.B. wurden aus Norwegen einfach die Rinder abtransportiert, aber das ist nur ein kleines Beispiel.

Lies dazu Götz Aly, der hat viel darüber recherchiert.

Antwort
von rr1957, 16

Zunächstmal wollte Hitler den Krieg zu diesem Zeitpunkt überhaupt noch nicht, ein späterer Krieg hätte (auch im Rückblick) einen Vorteil für Hitler bedeutet, die Aufrüstung in Deutschland lief nämlich zu der Zeit schneller als bei den Gegnern.

Hitler hat aber sicher den Krieg für unvermeidlich gehalten, und zwar primär wegen der Feindschaft der Nazis gegenüber den Kommunisten.

Grundsätzlich ist noch zu sagen:  (fast) keiner "will" Krieg, sondern jemand hat wirtschaftliche und aussenpolitische und ideologische usw. Ziele und nimmt dann ggf. einen Krieg in Kauf wenn er diese Ziele nicht anders erreichen kann. Aber es ist auch so, dass man - falls man Krieg für unvermeidlich hält - dann die Initiative übernehmen will weil das militärisch von Vorteil ist.

Man darf sich auch fragen, ob es 1939 ein neuer Krieg war, oder nur die Fortsetzung des Weltkrieges von 1914. Aus Sicht von Hitler wahrscheinlich letzteres.

Abschliessend noch der Hinweis:  aus Sicht der Nazis war es gar kein zusammenhängender Weltkrieg, sondern eine Abfolge von separaten Feldzügen: Du müsstest also eigentlich fragen: "Warum wollte H. den Polenfeldzug ?", "Warum wollte H. den Frankreichfeldzug ?", "Warum wollte H. den Russlandfeldzug ?", usw.

Antwort
von xNyla, 44

Ich denke er war einfach nur ein gestörter Psychopath und viel zu Macht hungrig und größenwahnsinnig.

Kommentar von rr1957 ,

mit einer Erklärung, die nur auf die Person H. zielt, ist hier nichts zu gewinnen -  oder glaubst Du wirklich, dass es keinen Krieg gegeben hätte, wenn H. zum Beispiel 1936 tödlich verunglückt wäre ?

Ich denke, den Krieg hätt es genauso gegeben - H. steht hier nur für die Führung der NSDAP, und sein Nachfolger hätte genau dasselbe gemacht wie er.

Antwort
von archibaldesel, 30

Nein, Hitlers Krieg war ein Krieg der Weltanschauungen, ein reiner Vernichtungskrieg und Raubzug.

Antwort
von DetlefRuchatz, 24

Aus meiner Sicht waren es vor allem Großbritannien und die dahinter stehende Finanzmaffia, welche den Krieg wollten. Nach Machtübernahme der NSDAP löste sich Deutschland zunehmend von der Abhängigkeit internationaler Banken, indem es auf Tauschhandel unter Ausschluss der Banken setzte, insbesondere mit Südamerika. Auch die Zahlungsmittel innerhalb Deutschlands wurden der Kontrolle internationaler Banken entzogen. Das Resultat war ein Wirtschaftswunder, das in der Geschichte seinesgleichen sucht. Abgesehen davon musste Deutschland nach dem ersten Weltkrieg unter anderem Gebiete an Polen abtreten. Deutsche, wie auch andere Minderheiten in Polen wurden zunehmend unterdrückt und diskriminiert. Besonders krass war die Situation in Danzig. Deutsche Verhandlungsangebote an Polen zur Lösungen des Problems wurden von Polen ignoriert. Polen wurde dabei von Großbritannien zu einer harten Haltung gegenüber Deutschland ermuntert, und Großbritannien sagte Polen Unterstützung im Kriegsfall zu. Somit lies Polen es auf einen Krieg ankommen. Überdies hatte Polen seinerseits schon längst Pläne gehabt, die deutsch-polnische Grenze durch kriegerische Mittel nach kurz vor Berlin zu verschieben. Am ersten September 1939 fiel Deutschland als letzte Lösung in Polen ein, zum Schutz der Deutschen in Polen. Nun hatten Großbritannien und Frankreich einen Vorwand, Deutschland zwei Tage später den Krieg zu erklären. Dass die „Unterstützung für Polen“ nur ein Vorwand war, wird im weiteren Kriegsgeschehen überdeutlich. Das erklärte Kriegsziel der Alliierten war die vollständige Vernichtung bzw. bedingungslose Kapitulation Deutschlands, niemals die Befreiung Polens. Am Ende hatte Großbritannien Polen nicht nur nicht befreit, sondern vollständig der Kontrolle durch die Sowjetunion ausgeliefert. Zudem sei zu beachten, dass die Sowjetunion 1939 ebenfalls in Polen eingefallen war. Warum wurde der Sowjetunion im Rahmen des Beistands für Polen von Großbritannien niemals der Krieg erklärt?

Kommentar von earnest ,

So klingt neu-braune Geschichtserklärung.

Kommentar von rr1957 ,

ja, klingt so, und wird natürlich von Rechten gerne aufgegriffen -- ist aber in wesentlichen Teilen eben einfach zutreffend, und sollte man darum kennen, sonst kann man diesen Teil der Geschichte nicht wirklich verstehen.

Ich lehne es ab, wie oben den Angriff auf Polen als "letzte Lösung" zu bezeichnen, und die Banken als "international" (das waren Banken in westlichen Staaten, aber primär eben diese Staaten im Rahmen der Verträge von Versailles). Auch irgendwelche Pläne des polnischen Militär sind völlig irrelevant - das ist der Job des Militärs, für jede noch so absurde Möglichkeit mehrere Pläne in der Schublade zu haben; das ist nur Übungsmaterial.

Aber es gab das Wirtschafts"wunder", es gab den "Kulturkampf" bis hin zu Strassenkampf mit (auch) toten Deutschen zwischen Deutschen und Polen, es gab das britische Interesse an Kontrolle und auch an permanentem Unfrieden auf dem Festland.

Deutschland als Reich war einfach zu gross, um sich einer britischen Kontrolle zu unterwerfen - man hätte besser bei einer Vielfalt an kleineren Staaten in Mitteleuropa bleiben sollen. 1871 war der grundlegende Fehler hier.

Kommentar von kgunther ,

Eine sehr zutreffende Analyse!

Danzig war nicht Teil Polens, sondern ein Freistaat wie Lichtenstein mit deutscher Bevölkerung. Polen wollte allerdings unbedingt schon damals Danzig annektieren.

Antwort
von DrHannibaLecter, 29

Nein, der Krieg war ideologischer Natur.

Der Feind des Faschismus war der Bolschewismus.

Hitler hatte 3 Ziele : Deutschand von der Umkreisung & Bevormundung der Allierten zu befreien - Großdeutschland (wieder-)herzustellen - Lebensraum im Osten für das germanische Volk und damit die Ausrottung der Untermenschen(Sozialisten,Kommunisten,Juden,Ziegeuner,Behinderten,..)

Adolf Hitler wollte keinen Krieg mit den Allierten(Frankreich,GB) ,sondern "nur" den Krieg im Osten gegen Polen(oder Rückgabe Danzig + Unterstützung für den Kampf gegen die UdSSR) und Russland.

Kommentar von MirIstKeinName ,

Danke

Kommentar von Kanatar ,

sehr gut aber nicht zu 100% korrekt. ja: einen Krieg mit Großbritannien oder den USA wollte Hitler nicht unbedingt. Frankreich stand aber ganz klar auf seiner Liste. u.a. wegen Versailles und dem Ruhrkampf.

Kommentar von DrHannibaLecter ,

Das stimmt. Der Krieg gegen Frankreich und der Sieg waren eher symbolischer Natur, da der Friedensvertrag im gleichen Zug unterschrieben wurde, wie damals 1918.

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