Wollen wir ewig leben??
es wird hier auch zu wenig über das Sterben, bzw. den Tod gesprochen. Das Thema wird bei vielen noch kategorisch ausgeklammert.
Ich habe gestern mit einer knapp 60-jährigen Frau gesprochen, die schon länger an Krebs leidet. Sie klammert sich an jeden Strohhalm, obwohl die Ärzte ihr gesagt haben, dass es "nicht sinnvoll" ist . Sie will jetzt noch einmal eine Strahlentherapie und eine weitere Chemotherapie machen. Sie wollte sogar nochmal operiert werden. Sie will nicht wahrhaben, dass es vorbei ist. Dass sie nicht mehr geheilt werden kann.
Wie sollte man mit einem solchen Menschen umgehen? Die Familie ist ratlos.
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Hmm ich weiß nicht. Ich glaube wenn ich mich tagtäglich in jeder Sekunde quälen müsste und es ohne ernstzunehmende Sicht auf Besserung jeden Tag durchmachen müsste....da würde ich mir schon eine Erlösung der Qualen wünschen denke ich. Wenn es nicht mehr Leben, sondern permanentes Überleben ist...das will ich niemanden wünschen.
Ich finde es aber eher erstaunlich, dass jemand doch noch an sich glaubt und kämpft, obwohl es nahezu hoffnungslos ist und hin und wieder denke ich, dass das von der Natur auch so gewollt ist. Wie oft beobachtet man in der Tierwelt sehr verletzte Tiere? Teilweise mit abgetrennten Gliedmaßen und warum versuchen sie trotz andauernde unerträglichen Schmerzen weiterzuleben? Diesen Überlebensinstinkt finde ich erstaunlich. Ohne diesen wären wir und die anderen Tiere evolutionstechnisch sicher nicht so weit gekommen.
Ich würde den Überlebenswillen dieser Frau erdulden. Es ist ihre Entscheidung und ich würde sie akzeptieren.
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Jeder Mensch sollte bis zum Ende selber entscheiden, wie, wo und durch wen er sich behandeln läßt!
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Guten Morgen,
ich wollte mich eigentlich zu der Frage nicht äußern, aber sie geht mir nicht mehr aus dem Kopf und dazu fällt mir ein Spruch ein bzw. ein Satz, die Hoffnung stirbt zuletzt.
Wenn sie Hoffnung hat warum soll man sie ihr nehmen und ich als Krankenschwester habe jeden Tag mit Tod zutun und kenne auch all das was Du beschreibst, aber sie ist es die, die Qualen ertragen muß und deshalb ist es auch ihre Entscheidung ob sie sich weiter quälen will oder nicht. Sie kämpft um ihr Leben und sie wird aufgeben wenn sie dazu bereit ist und überlaß ihr die Entscheidung wann das ist, jeder Mensch geht anders damit um.Ich wünsche der Dame alles, alles Liebe.
LG Sophia
Kommentar von rhapsodyinbluerhapsodyinblue 11.10.2011Danke, das sind schöne Worte.
Vielleicht ist sie noch nicht soweit zu akzeptieren. "Aufgeben" ist es nicht, wenn man akzeptiert.
Wie vereinbart man ihren Wunsch mit dem Wunsch ihrer Familie?
Kommentar von PifendeckelPifendeckel 11.10.2011Vielen Dank
Kommentar von August22August22 11.10.2011Misch mich eigentlich ungern ein, aber Sophia und ich kennen uns und sie hat von der einen Seite sehr viel Erfahrungen mit dem Thema und ich von der anderen Seite.
Also: Genau, es ist ihre Entscheidung, wann die Dame soweit ist. Was ist bitte der Wunsch der Familie? Dass sie, die alte Frau nicht mehr leidet, oder dass die Familie das nicht mehr mit ansehen, ertragen muss?
So eine Situation ist Mega-Hart, für beide, die Patienten, als auch die Angehörigen!
Geteiltes Leid, ist halbes Leid und das ist mein voller Ernst!
Gruß, August
Kommentar von Gina02Gina02 11.10.2011Will ja niemanden was Böses unterstellen! Aber in der Hinsicht hab´ich schon die tollsten Sachen erlebt! Angefangen von Sorgen um die evtl. Pflegekosten über bald zu erwartende Erbschaft bis Hinauszögern des Todes über den nächsten 1. , damit die letzte Rente nicht zurückgezahlt werden muss! Traurig, aber wahr!
Kommentar von August22August22 11.10.2011Jup, das ist traurig und ziemlich kompliziert! Hab auch schon erlebt, dass Patienten etwas länger im KH / der Klinik behalten wurden, also über den "Stichtag" hinaus, um die "Bettenbelgung" auf nem "guten" Stand zu halten.
Das ist richtig kompliziert, weil jeder irgenwie nen Profit draus schlagen will. Es profitieren nicht nur die Patienten, vom Klinik-Aufenthalt, ebenso die Kliniken selbst, die Kranken- und Rentenkassen, die Pharmakonzerne usw...
Den rechten Zeitpunkt und die rechten Mittel zu finden ist echt nicht leicht!
Kommentar von PifendeckelPifendeckel 11.10.2011vergiß es, mitlerweile haben die KK den KH die Daumenschrauben angelegt, die Pat. werden meistens sogar viel früher entlassen und ambulant weiterbehandelt.
Motto der Kranken und Pflegekassen ambulant vor stationär.
Kommentar von August22August22 11.10.2011Ok, dann hat sich das wohl in ne positive Richtung verändert.
Ich habs damals bei meinem Zivildienst so erlebt und nach meiner letzten OP waren auch nur 5 Tage KH-Aufenthalt angesetzt und jeder hat mir was anderes erzählt. Nach einer Woche durfte ich dann aber wieder nach Hause, hat mir nichts desto trotz gut getan, zwei Tage länger drin zu sein, aber noch länger wollte ich dann wirklich nicht, hab schon genug im KH gelegen und ambulant hätten mich so manche auch gerne wieder gesehen^^
Das war zwar sehr nett und hilfsbereit, aber irgendwann möchte man ja auch wieder in den normalen Alltag zurück :)
LG
Kommentar von PifendeckelPifendeckel 11.10.2011sicher, die Familie, wenn sie die Entscheidung akzeptieren können und wollen, dann wird es auch einbischen leichter für sie, hab selbst die Erfahrung vor kurzem gemacht.
LG Sophia
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Ich versteh Dich wirklich nicht. Da will die krebskranke Patientin selbst leben und jeder versucht ihr ihre Hoffnungen zunichte zu machen? So herzlos kann man doch gar nicht sein! Ihr solltet der Frau Mut zusprechen. Auch wenn es noch so aussichtslos ist, ist jeder Tag, den diese Frau erlebt, offenbar FÜR SIE ein Tag geschenktes LEBEN.
Kommentar von rhapsodyinbluerhapsodyinblue 11.10.2011Du könntest auch nicht verstehen, weil du diese Frau nicht gesehen hast oder sie nicht kennst. Weil du ihre Geschichte nicht kennst. Aber lies den Kommentar unterhalb der Antwort von Sumselbiene.
Es gibt immer Hoffnung, aber diese Lage ist wirklich aussichtslos und statt sich weiter zu quälen, sollte man irgendwann schon merken, dass es einfach nicht mehr geht und akzeptieren. Ich rede hier gar nicht rein. Ich versuche ihr zu helfen, sie zu unterstützen. Ich nehme ihr keine Entscheidungen ab und stelle auch ihre Entscheidungen nicht in Abrede. Keinesfalls. Sondern die Familie ist überfordert mit der Situation und ich weiß auch nicht, wie ich da weiter helfen kann/soll.
Es ist ja nicht "aufgeben", wenn man akzeptieren kann, dass ein Leben endlich ist.
Kommentar von helrichhelrich 11.10.2011...und genau diesen Zeitpunkt muß diese Frau ganz allein für sich bestimmen, wann sie nicht mehr möchte.
Einer gibt sich bei wesentlich weniger gesundheitlichen Einschränkungen auf und diese Frau kämpft um ihr Leben. Das mußt Du akzeptieren!
Kommentar von rhapsodyinbluerhapsodyinblue 11.10.2011Selbstverständlich akzeptiere ich das.
Ihr Mann sagte nur, er hätte seine Frau am liebsten bei sich zu Hause und würde noch schöne Tage mit ihr verbringen wollen anstatt sie immer nur in der Klinik zu besuchen und zu sehen, wie sie immer schwächer wird (eine Chemo zehrt sehr an den Kräften).
Er hat es akzeptiert, kann aber nicht mit seiner Frau darüber sprechen. Vielleicht sollte ich jemanden vom Hospiz kontaktieren??
Kommentar von TankredisTankredis 11.10.2011Ein Hospiz? Weißt du, wie das für diese Frau dann wirken muss? Die Frau sieht nicht, dass ihre Lage scheinbar aussichtlos ist, sie will und muss für sich kämpfen. Und dann soll sie ins Hospiz? Tatsache ist, im Hospiz "leben" Menschen, die sterben werden. Die Wenigsten gehen wieder heim.
Sorry, ich empfinde das der Frau gegenüber als äußerst grausam, denn es klingt als würde man sie zum Aufgeben zwingen wollen.
Kommentar von rhapsodyinbluerhapsodyinblue 11.10.2011Nein, du hast etwas missverstanden. Ich meinte ehrenamtliche Hospizmitarbeiter, die ins Haus kommen. Nach Hause zu ihr.
Die in die Familie kommen und mit ihnen zusammen etwas machen. Sie unterstützen.
Nicht in ein Hospiz, sondern dass jemand von ihnen sie daheim besucht.
Kommentar von rosenstraussrosenstrauss 11.10.2011@ helrich: sehr gut ausgedrückt, dreifach DH!!!!
Kommentar von rhapsodyinbluerhapsodyinblue 11.10.2011Es ist nur traurig, dass man manchmal sinnlos kämpft, statt die verbleibende Zeit zu nutzen. Mit der Familie, mit dem, was man noch gerne tun möchte und mit dem bewussten Abschied nehmen. Das ist kostbar. Viel kostbarer als dieser ständige, letztlich sinnlose Kampf, welches allen Kraft kostet.
Kommentar von TankredisTankredis 11.10.2011Ich glaube, wir können hier doch eh alle schreiben, was wir wollen. Die Familie und du haben sie aufgegeben und abgeschrieben. Und ihr empfindet es alle als sinnlos, dass sie kämpft. Es ist schade, dass dieser Mensch so wenig Wert für euch zu haben scheint, dass ihr den Wunsch nicht respektieren könnt und ihr stets vermittelt, dass ihr euch endlich alle von ihr verabschieden wollt.
Eigentlich können wir hier eh schreiben, was wir wollen, es ist als nichts wert, denn ihr habt eure Meinung über die Frau festgefahren. Im Endeffekt redest du gegen alles, was wir hier schreiben, immer mit dem gleichen Konsens, dass die Frau endlich aufhören soll und alles, was sie tut, sowieso sinnlos ist.
Schade, wirklich...dabei brauchen solche Menschen im Kampf Rückenstärkung. Auch wenn es medizinisch nichts bringen sollte, aber sie fühlt sich gut dabei und das sollte eigentlich das wichtigste in ihrer Lage sein. Und gut fühlen hat auch etwas mit dem Rückhalt in der Familie zu tun, aber den hat die arme Frau nicht. Da kommt zur Krebserkrankung auch noch eine traurige Seele dazu.
Kommentar von rhapsodyinbluerhapsodyinblue 11.10.2011Tankredis. Sie bekommt jede Hilfe und Unterstützung! Jede!
Bitte sei nicht vorschnell mit deinen Urteilen. Mit keinem Wort schrieb ich, dass sie "aufhören soll".
Sondern darum, dass es hier um Akzeptanz geht. Um ihre Familie, die sie gerne bei sich haben möchte.
Kommentar von helrichhelrich 11.10.2011Wer aufhört zu kämpfen hat bereits verloren. Und es schwingt eine große Portion Verachtung mit, wenn Du einem Menschen das Recht auf seinen Überlebenskampf absprechen willst. Versuche wenigstens, Dich in die Lage der Frau zu versetzen, die leben will. Für Dich ist es sicher selbstverständlich, noch nächstes Jahr morgens aufzustehen und tief Luft holen zu können. Genau das will die Frau auch.
Selbst wenn es keine Heilungschance mehr gibt - sie hat jedes Recht der Welt auf Leben. Und Leben bedeutet für sie sicher nicht, sich mit dem Gedanken ans Sterben zu befassen. Der Tag kommt noch früh genug, an dem es auch für sie unausweichlich klar ist. Und laßt ihr um Himmels Willen ihre Hoffnung, solang sie diese hat. Die Hölle spielt sich nicht nach dem Tode ab, die tragen wir mit unseren Ängsten in unseren Köpfen und Herzen.
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Umgekehr gibt es Menschen, die lieber den Freitod wählen, als ein quälendes Siechtum! Dennoch: Solange ein Mensch solch unbändigen Lebenswillen hat, besteht auch Hoffnung!
Ich gehörte wohl auch zu den Menschen, die etwa bei der Ausage " Sie haben noch ´n halbes Jahr zu leben", sagen würde: " na das wollen wir doch mal sehen!" :)
Kommentar von frugivorefrugivore 11.10.2011... und so kenn ich Dich, ginamäuslein ! "Die Hoffnung stirbt zuletzt" ♥
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Ich möchte nicht ewig leben.
Aber sicher, es gibt immer Menschen, die gern noch länger leben wollen.
Und der Willen/ Glauben daran kann Berge versetzen. Und Totgesagt leben länger ^^
Wenn es ihr Wunsch ist, sollte man sie unterstützen, soweit man kann. Sie hat sich selbst noch nicht aufgegeben und das ist doch im Prinzip etwas schönes.60 ist ja nun auch noch kein Alter...
Ihre Familie sollte zu ihr halten und sie in ihrem Vorhaben unterstützen. Diese Frau hat scheinbar noch Lebenswillen und nimmt dafür auch große Strapazen auf sich.
Kommentar von rhapsodyinbluerhapsodyinblue 11.10.2011Mag sein.
Sie wird keine weitere Strahlentherapie bewilligt bekommen, eine Chemo zur "Erhaltung der Lebensqualtität" eher. Sie ist voller Metastasen, kann nicht mehr laufen, weil eine am Rückenmark sitzt. Essen geht nicht mehr. Harn wird über den Bauchnabel abgeleitet, ein künstlicher Darmausgang ist gelegt worden. Die gesamten Innereien sind verkrebst. Das ist die Tatsache. Leider.
Essen geht nicht mehr. Und sie will sich noch weiter quälen? Statt zu akzeptieren, dass es zu Ende geht und die Angelegenheiten zu regeln? Ich weiß nicht, was ich denken soll.....
Kommentar von thesanchezthesanchez 11.10.2011Ich denke, es ist dir vollkommen unmöglich die derzeitige Gefühlswelt des betroffenen Menschen auch nur ansatzweise zu verstehen. Meiner Meinung nach sollte man in diesem Fall den Menschen so gut als möglich in seinem Vorhaben unterstützen und weiterhin Hoffnung geben auch wenn es in Realität noch so sicher auswegslos ist.
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Ewig leben möchte niemand.
Menschen mit unheilbaren Krankheiten, die sich über Jahre hinweg des unabdingbaren Siechtums bewusst sind und dies nicht bei vollem Bewusstsein miterleben wollen, sollten selbst entscheiden könne wie und in welcher Art und Weise ihr Leben beendet wird bzw. in welchen Umfang Therapien (und sein es der letzte Strohhalm in einer Flut an, die Krankheit evtl hinauszögernden Möglichkeiten) zugelassen werden.
Dazu gehört aber mehr als eine spontane Entscheidung über Leben und Tod sondern ein direktes Auseinandersetzen mit der Krankheit. Außenstehende können wenig in den Entscheidungsprozess eingreifen, geschweige denn urteilen, soll es doch jedem Betroffenen selbst obliegen einen Weg für sich zu finden.
Und glaub mir: genau DAS kann man nur entscheiden, wenn man betroffen ist. Und auch dann ist die Entscheidungsfindung schwer, hängt man doch mit jeder Faser seines Herzens am kleinen Stück Leben.
Kommentar von rhapsodyinbluerhapsodyinblue 13.10.2011Eine sehr schöne Antwort. Danke.
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Wie sollte man mit einem solchen Menschen umgehen? Die Familie ist ratlos.
Wenn man überhaupt irgendwas "sollte", dann sollte man mit "solchen" Menschen umgehen, wie es ihnen zusteht: mit Respekt vor ihrem Lebenswillen. Nicht mehr und nicht weniger. Ob man die Haltung gut findet oder nicht, ist dabei unerheblich.
Niemand...NIEMAND kann sich in das Denken und Fühlen dieser Dame hineinversetzen, und deshalb sollte hier auch niemand seinen eigenen - mutmaßlichen - Maßstab anlegen.
"Ich würde....." ist in dem Fall ohne Bedeutung und vor allem spekulativ. Ich glaube nicht, dass irgendjemand, der noch nicht mit dem Tod buchstäblich gerungen hat, mit Sicherheit sagen kann, wie er selber in dieser Situation denken und handeln würde.
Die Familie wird leider mit ihrer Ratlosikeit leben müssen....die tut wenigstens nicht weh.
Ich finde die Art der Fragestellung ein bisschen befremdlich. Soll die Dame sich nun willentlich sterben legen, um ihrer Familie Ratlosigkeit zu ersparen?
Kommentar von rhapsodyinbluerhapsodyinblue 12.10.2011Doch, auch Ratlosigkeit tut weh. Hilflosigkeit ebenso. In diesem Fall ist es der Ehemann, der die Dinge sieht, wie sie sind. Die todkranke Frau, die mit aller Gewalt verdrängt und nicht wahrhaben will/kann. Der Sohn, der seiner Mutter aus dem Weg geht.
Ich selbst halte mit meiner Meinung zurück, es steht mir nicht zu, da etwas zu sagen. Im Gegenteil. Ich unterstütze die Frau, wo es geht, helfe ihr und gebe ihr die Medikamente. Auch mache ich ihr Mut in jedem Vorhaben, welche sie plant. Jede!
Was ich wünschen würde, ist, dass alle, Mann, Sohn und sie, sich zusammen an einen Tisch setzen und darüber sprechen. Jeder soll das sagen dürfen, was er denkt und fühlt. Auch die Angehörigen sind betroffen und leiden. Nicht nur sie. Das darf man nie vergessen.
Willentlich sterben kann nur einer, der Selbstmord begeht. Sterben müssen wir alle, ob wir wollen oder nicht. Es geht darum, dass die Frau sich auch das anhören soll, was ihr Mann und ihr Sohn zu sagen haben und sie soll auch sagen können, was sie bewegt. Darum geht es. Bevor es zu spät ist.
Der Arzt gibt ihr nur noch wenige Wochen zum Leben (das habe ich heute morgen vom Ehemann erfahren - sie war die letzten 2 Tage im Krankenhaus). Das ist Fakt. Und diese Wochen soll die Familie nutzen. Das ist mein Wunsch für diese Familie, der hier wohl nicht erfüllt werden wird. Schade.
Kommentar von cuckoocuckoo 12.10.2011Ich meinte die körperlichen Schmerzen, sorry, hätte ich dazuschreiben sollen.
Ich kann schon verstehen, dass du in einer Art Zwickmühle bist, da du beide "Seiten" in irgendeiner Form zu betreuen hast.
Dennoch geht es meines Erachtens in erster Linie um die Belange der Dame (die du ja auch unterstützt, wie du schreibst).
Ich versuche das aus ihrer Sicht zu sehen: sie glaubt in ihrem Innersten noch nicht, dass sie sterben wird - weshalb sollte sie sich dann mit Mann und Sohn über ihr Sterben unterhalten? Sich mit Sterbevorbereitung, Verabschiedung und "dem anderen alles zu sagen, was man noch zu sagen hat" beschäftigen, wenn sie doch gar nicht damit rechnet zu sterben. Dieses round-table-Gespräch, das du dir für die Familie wünschst, wäre doch so etwas in der Art, oder nicht?
Dass die Angehörigen leiden, ist schon klar. Aber Hilfe dafür sollte man nicht ausgerechnet von der Sterbenden erwarten.
Kommentar von cuckoocuckoo 13.10.2011Es geht darum, dass jeder für sich alleine kämpft. Die Frau um ihr Leben, der Mann um mehr Zeit mit seiner Frau.
Das hier schreibst du ihn einem anderen Kommentar.
Du hast Recht. Jeder kämpft allein. Aber für unterschiedliche Ziele kann man nicht zusammen kämpfen.
Um Seite an Seite zu kämpfen, muss einer sein Ziel aufgeben. Oder - weil du ja das Wort "aufgeben" nicht magst - die Unerreichbarkeit seines eigenen Zieles akzeptieren.
Deine Eingangsfrage lautete: wie soll man mit "solchen" Menschen umgehen? Allerdings dreht sich die Diskussion leider mehr darum, wie die Frau mit ihrer Lage umgehen sollte.
Deshalb möchte ich meine Antwort auf deine Frage nochmal bekräftigen: man sollte die Entscheidung, wie der entsprechende Mensch mit der Situation umgehen will, akzeptieren und respektieren. Dieses letzte bisschen Egoismus, der darin steckt, sollte ihm zugestanden werden. Meine Meinung.... ;)
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Sie will nicht wahrhaben, dass es vorbei ist. Dass sie nicht mehr geheilt werden kann.
Hat sie kein Recht, alles erdenkliche zu versuchen und, auch wenn es nur eine gewisse Zeit ist, weiter zu leben. Ist es schon soweit, das die Familie darüber entscheidet. Warte ab, wenn du in der Situation bist, denkst du auch anders.
Kommentar von rhapsodyinbluerhapsodyinblue 11.10.2011Sie wird unterstützt. In jeder Hinsicht. Es ist aber qualvoll, zu wissen, dass es sinnlos ist und sie so viel Zeit in Krankenhäuser verbringt. Zeit, die sie bei ihrer Familie verbringen könnte. Zeit , die verloren ist.
Ich rede ihr da nicht rein. Ich unterstütze sie und mache ihr auch Mut, wenn sie weint.
Die Familie leidet darunter. Auch an die Angehörigen muss man denken.
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Die Hoffnung stirbt eben zuletzt. Dieser Mensch muss in seinem Willen unterstützt werden. 60 Jahre sind außerdem noch lange keine Ewigkeit.
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ich denke nicht. der tod ist ein wichtiger bestandteil unseres lebens. er motiviert uns sogar will ich sagen. hätte ich nicht ständig vor augen dass mein leben irgendwann vorbei ist, hätte ich dann überhaupt den anreiz irgendwas zu tun? diese ganzen listen "was man einmal im leben gemacht haben möchte" wären dann plötzlich nicht mehr relevant, alles hätte einen ganz anderen wert. zeit wär nicht mehr länger von wichtigkeit. ein ewiges leben wäre langweilig und würde mich nicht ausfüllen.
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ich kenn das aus der praxis,meine frau ist am krebs verstorben und all zu menschlich.jeder klammert sich wenn es soweit ist an jeden strohhalm,wie sie es erkannt hat das es kein zurück gibt ist sie sehr bewusst mit dem thema umgegangen,hat sich von allen verabschiedet und ist in ruhe und frieden mit sich selbst verstorben.
Kommentar von rhapsodyinbluerhapsodyinblue 11.10.2011Das tut mir Leid! Ich wünsche dir alles Gute.
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versuch dich mal in das alter hinein zu verstzen. würdest du da einfach sagen "ach, es ist vorbei, lass ichs, bin eh bald weg" mit 60 ist man heute noch nicht so alt wie vor ein paar jahren. die menschen werden heute locker mal 80 und älter. und wer möchte nicht novh leben bleiben?
aber ich denke, das ist bei dir ein generationsproblem. in jungen jahren hab ich darüber auch falsche vorstellungen gehabt
Kommentar von rhapsodyinbluerhapsodyinblue 11.10.2011Ich selbst habe dieses Problem nicht. Ich habe zu viele Kranke und Alte gesehen.
Im Gegenteil. Der Tod kennt kein Alter. Sterben ist nicht an eine bestimmt Anzahl von Lebensjahren gebunden.
Es ist eine Tatsache.
Es ist nur traurig, dass man manchmal sinnlos kämpft, statt die verbleibende Zeit zu nutzen. Mit der Familie, mit dem, was man noch gerne tun möchte und mit dem bewussten Abschied nehmen. Das ist kostbar. Viel kostbarer als dieser ständige, letztlich sinnlose Kampf, welches allen Kraft kostet.
Kommentar von TankredisTankredis 11.10.2011Aber du nennst diese Zeit sinnlos. Diese Frau wird die Zeit vermutlich als absolut sinnvoll bezeichnen, weil sie kämpft...sie kämpft, alle anderen, so wie du, haben sie aufgegeben. Weißt du, was das für ein Gefühl ist? Das ist das Gefühl mit dem viele Krebspatienten kämpfen müssen, genauso, wie viele ältere Menschen im Altenheim. Es ist grausam, wenn die Welt einen Menschen aufgibt.
Diese Frau nutzt ihre Zeit, sie will kämpfen und sie tut es. Was ist daran verwerflich? Wie grausam muss es für einen Menschen sein, wenn die Familie schon Abschied nehmen will, obwohl man noch lebt...dazu müsste man selbst bereit sein zu gehen und das ist die Frau definitiv noch nicht.
Wenn es wirklich nicht mehr gehen sollte, wird sie es merken! Noch hat sie aber Kraft!
Kommentar von rosenstraussrosenstrauss 11.10.2011mein vater hatte lungenkrebs, die ärzte hatten ihm noch 4-6wochen gegeben. auch er hat gekämpft und er hat noch ein dreiviertel jahr gelebt. und wir als familie haben ihm in der zeit, als es ihm saudreckig ging, immer zur seite gestanden und ihn versucht das leben lebenswert zu gestalten
Kommentar von August22August22 12.10.2011DH dafür!
Bzgl. deiner Frage zu meinem Kommentar: Siehe in Annna16's Antwort.
Gruß
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Niemand ist so alt, dass er nicht noch ein Jährchen mehr...
Auch diese Frau verdient die Unterstützung mit ihrem Schicksal und ihrer Hoffnung. Immer wieder hör man von Menschen, die den Krebs besiegt haben, obwohl die Ärzte keine Chance mehr gesehen haben. Auch sie hat das Recht solange zu kämpfen, wie sie will und kann.
Der Tod wird ja heute leider tabuisiert. Wir bahren unsere Verschiedenen nicht mehr auf, wir haben keinen Kontakt mehr zu Leichen, lassen sie waschen und ankleiden und geben sie in die Bestattungsindustrie ab. Dadurch werden unnötig Ängste aufgebaut... Ich finde es wichtig sich auch vom Körper des geliebten Menschen verabschieden zu können und so zu begreifen, was passiert ist.
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Ich kann die Frau sehr gut verstehen. Sie hat Hofnung. Solange sie diese hat lebt sie. Das müssen wir alle akzeptieren. Wo sollte sonst gerade bei Krebs die Therapie aufhören und das Sterben beginnen und wer sollte das entsheiden? Sollte Schluß sein nach drei Chemostaffeln und 20 Bestrahlungen wenn vielleicht die 21. den Durchbruch bringt? Lassen wir ihr die Hoffnung.......
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unsere instinkte sind auf das überleben ausgerichtet,wir menschen wollen iwie leben und sowieso überleben, wenn es schwierig wird. ich finde deine bekannte sehr mutig und stark, man sollte ihr den willen lassen und sie dabei unterstützen, denn sie braucht jetzt menschen die sie verstehen!!
man selbst ist nicht in der gleichen situation und weiss also nicht zu 100%, dass man es ihr nicht gleich tun würde.
ich selbst möchte nicht ewig leben, auch nicht nach dem tod, mir reicht dieses leben und ich hoffe, dass ich iwann einfach nur ruhe haben werde und an gar nix mehr denken und existieren muss.
Kommentar von BabyShayBabyShay 12.10.2011man selbst ist nicht in der gleichen situation und weiss also nicht zu 100%, dass man es ihr nicht gleich tun würde.
natürlich ist es dann auch schwer sie zu verstehen, aber man sollte es zumindest versuchen, ihr zuhören und mut machen, das ist sehr wichtig und bestimmt wird sie sich besser fühlen wenn sie wissen darf, dass sie nicht alleine ist in dieser schwierigen zeit und noch auf einige tage hoffen kann...
alles gute von mir!
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gute Frage !!
Was ist gruseliger? Ewig leben oder ewig tot sein?
Ich finde die Vorstellung ewig zu leben gruseliger.
Zu diesem speziellen Fall : Ich finde, dass jeder Mensch das Recht hat zu bestimmen, wann er gehen möchte. Ebenso hat jeder Mensch das Recht zu hoffen + sich an jeden Strohhalm zu klammern.
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Die kranke Frau hofft auf ein Wunder, eine medizinisch nicht erwartbare Heilung. Das kann ihr keiner nehmen. Die Angehörigen haben die üblichen Probleme pflegender Angehöriger. Das ist nun mal so, schwer, aber das muss ertragen werden.
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Hallo werte Fragerin, ich habe mir im Zusammenhang mit der Frage Ihren Expertenbereich angesehen. Ich gehe auf Ihre Frage nur mit einem eigenen Beispiel ein.
Mein Bruder starb mit 65 Jahren und 11 Tagen jämmerlich an Hodenkrebs und einigem mehr. Aber da waren die Klinken und die da jeweils behandelnden Ärzte sehr schlau und haben gesetzliche Grenzen überschritten. Die Ärzte haben meinen Bruder einfach schmerzfrei gestellt soweit das irgendwie möglich war. Dennoch hatte der sowohl Schmerzen und wusste das es zu Ende geht nur wann das wusste der Nicht. Der Mann hat aber um jeden zusätzlichen Tag mit sich gekämpft und ich gabe meinen Bruder in einem wichtigen Moment alleine gelassen. Ich sollte mit Ihm an seiner Geburtstagsfeier mit einem doppelten Korn anstossen, icht das LEIDER nicht.
Je mehr Zeit vergeht desto grösser ist an sich mein Bedürfnis meinen Bruder unm Verzeihung zu bitten, nur geht das nicht mehr.
Kommentar von wollyunowollyuno 11.10.2011würde das nicht so sehen,da meine frau auch an krebs verstorben ist,sie war zuletzt auf der palliativ station,war sehr gut drauf und hatte keine schmerzen.sie hat sich von jedem verabschiedet,was vielen schwer fiel,sie wusste es und jeder konnte es fast nicht glauben wenn man so gut drauf ist das es zu ende geht
Kommentar von rhapsodyinbluerhapsodyinblue 11.10.2011Du kannst deinen Bruder dennoch um Verzeihung bitten. Das geht! Still in Gedanken oder aber schreibe ihm einen Brief! Schreibe alles von der Seele. Wenn du möchtest, lege diesen Brief auf sein Grab. Glaube mir, das hilft. Ich wünsche dir Frieden mit dir selbst und mit deinem verstorbenen Bruder.
Kommentar von KeckerFrogKeckerFrog 12.10.2011DH Rapsody...., ich sehe auch oft in den Himmel, winke und rede auch mit der ganzen Truppe da oben... also mit meinem ZweitOpa und meinem Onkel...
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Nun, es gibt solche Menschen. Ich war jetzt selbst zwei Monate auf einer Station für Brustkrebspatientinnen, ich habe viele Formen gesehen, wie man damit umgehen kann.
Diese Frau ist 60, das ist, für heutige Verhältnisse, eigentlich noch jung. Vermutlich hat sie ihr leben ausgefüllt und gerne gelebt und ist heute nicht bereit sich vom Tod "kleinkriegen" zu lassen. Dazu kommt ja noch, dass man von Krebspatienten von vornherein erwartet, dass sie bis zum Schluss kämpfen. Geben sie auf, ja was sind sie da noch? Das Schwache in Person, dass sich der Krankheit nicht gegenüberstellen will und einfach das Schicksal annimmt? Wer kann das heute schon noch? Dazu kommt, dass viele einfach panische Angst vor dem Tod haben.
Mit solchen Leuten muss man empathisch umgehen und erstmal hinterfragen, wieso sie sich so ans Leben klammert. Und dann kann man überlegen, wie man weiterverfährt. Alles in allem sollte man generell mit Krebspatienten sachlich, aber feinfühlend umgehen, denn oft stehen sie am Rande eines emotionalen Chaos; abgeklärt und schicksalannehmend sind die Wenigsten.
Alles in Allem ist der WUNSCH dieser Frau zu unterstützen. Selbst wenn es medizinisch gesehen nichts mehr bringen sollte und sie sich damit nur selbst quälen wird, sie hat sich dafür entschieden. Denn ein Mensch besteht nicht nur aus dem Körper, sondern auch aus dem Geist und dem sollte man hier einfach entsprechen, damit die Seele einen Ticken ruhiger wird.
Du sagst doch einem 90jährigen Demenzkranken, der von seiner Mutter redet doch auch nicht die ganze Zeit "Deine Mutter ist tot", weil du weißt, wie sehr die Seele dann rebelliert. Anders ist es hier auch nicht.
Kommentar von rhapsodyinbluerhapsodyinblue 11.10.2011Hallo Tankredis.
Du hast es sehr schön erfasst. Ich selbst verhalte mich immer zugunsten meiner Patienten. Ich unterstütze sie in jeder Entscheidung (auch wenn es gegen mein Verständnis geht - aber es geht ja nicht um mich!), mache ihnen Mut und tröste sie.
Andererseits beziehe ich auch die Familien mit ein. Sie sind die wichtigen Bezugspersonen und müssen auch damit klar kommen. In diesem Fall möchte der Ehemann seine Frau bei sich haben. Er hat es akzeptiert, dass es keinen Sinn mehr hat, sich weitere Behandlungen zu unterziehen, die ihm seine Frau "weg nehmen". Wörtlich gesagt! Je mehr Behandlungen, umso schwächer ist sie, umso weniger Zeit hat er mit ihr.
Schwierige Situation.
Kommentar von TankredisTankredis 11.10.2011Ungern widerspreche ich dir. Auch wenn du oberflächlich immer den Patienten unterstützt, du hast sie genauso aufgegeben, wie ihre Familie und meinst du nicht, dass die Patientin das merkt? Jeder in einer solchen emotionalen Ausnahmesituation merkt, wie die Menschen um sie herum wirklich sind. Du kannst ihnen ins Gesicht lachen, trotzdem wissen sie und fühlen sie, wie du wirklich denkst.
Die Frau weiß und merkt deutlich, dass sie keinerlei Rückhalt von ihrer Familie hat. Dass sich die Familie eigentlich nur noch verabschieden möchte. Allein dass der Ehemann es wohl so formuliert hat, dass die Behandlungen ihm die Frau wegnehmen...sie gehört ihm NICHT, sie gehört sich allein und SIE hat sich für den Kampf entschieden. Wieso kann er das nicht akzeptieren, sie ist nicht sein Eigentum über das er verfügen kann. Erschreckend, wenn er das wirklich so gesagt haben sollte.
Eigentlich keine schwierige Situation. Die Situation ist nur schwierig, weil diese Frau nicht gestärkt wird in ihrem Kampf. Eine scheiß-Situation ist das, wenn einen alle aufgegeben haben, krass nach dem Motto "Gib dich auf, Leg dich daheim auf die Couch, dann können wir dich alle nochmal ansehen und verabschieden und dann stirb bitte." Krass aber so kommt es hier rüber.
Nur auf die Frau kommt es an, aber diese Frau wird doppelt geschwächt. Einerseits steht da der Krebs, der sie innerlich auffrisst, andererseits ist sie einsam und verlassen, weil niemand mehr ihr Rückhalt gibt.
Wir hatten auch eine 60jährige auf der Station, auch sie wird über kurz oder lang sterben, sie ist ausgezehrt, körperlich kraftlos...auch sie kämpft wortwörtlich um ihr Leben mit allen Behandlungen. Ich finde es mutig und ich habe meinen größten Respekt vor ihr, denn sie hat etwas getan, was viele schon von kleinauf nicht können: Sie hat sich NIE aufgegeben!
Kommentar von rhapsodyinbluerhapsodyinblue 11.10.2011Ich weiß gar nicht, warum du ständig vom "Aufgeben" sprichst. Für mich ist es nicht "aufgeben", wenn man seine Lage akzeptiert.
Sie bekommt jeden Rückhalt. Jeden! Das was ihr Mann zu mir gesagt hat, sagte er nicht seiner Frau. Im Gegenteil. Er ist für sie da in bewundernswerter Weise.
Traurig, das du voller Vorurteile bist. Kaum zu glauben, dass du vorhast Nonne zu werden mit deiner vorschnellen Urteilsweise.
Es geht hier nicht um Eigentum, um dich auf die Couch zu legen....blabla. Darum geht es überhaupt nicht.
Es geht darum, dass jeder für sich alleine kämpft. Die Frau um ihr Leben, der Mann um mehr Zeit mit seiner Frau. Als angehende Nonne kannst du es auch gar nicht begreifen. Tut mir Leid.
Kommentar von cuckoocuckoo 13.10.2011Die Frau kämpft um ihr Leben. Du findest, es wäre richtiger, sie würde das nicht mehr tun, damit sie mehr Zeit mit der Familie haben kann. Was muss sie also tun? "Den Kampf aufgeben". Das ist die übliche Wortwahl für diesen Vorgang ;) Du kannst es "seine Lage akzeptieren" nennen, man könnte auch sagen "sich in sein Schicksal fügen". Es ist der gleiche Vorgang unter anderem Namen.
Ich kann auch deinen Vorwurf des Vorurteils an Tankredis nicht nachvollziehen. Die Frau HAT keinen Rückhalt in ihrer Einstellung, sondern ihr wird Rückhalt vorgespielt. Sie wird zumindest ihren Mann und ihren Sohn lange genug kennen um das Schauspiel zu durchschauen.
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Unterstützen, Unterstützen! Du kannst niemanden zwingen die Hoffnung aufzugeben.. Ich würde ganz am Ende nicht denken wollen "was wäre wenn.."
Kommentar von rhapsodyinbluerhapsodyinblue 11.10.2011Das tue ich auch nicht, sondern akzeptiere jede Entscheidung.
Aber warum kann jemand nicht akzeptieren, dass es zu Ende geht? Das ist die Frage.
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Hallo,
ich wollte auch mal meinen Senf dazugeben.
Meiner Meinung nach, macht diese alte Frau, die grade mal an der hälfte ihres mögliches Lebens angekommen ist, alles richtig. (Ich gehe davon aus, das jeder Mensch 120 Jahre werden kann.) Sie hat es gerade in die Phase geschafft, da man wieder das Leben geniesen kann und auch wieder viel Freizeit dafür hat, da holt einen so eine heimtückische Krankheit ein. Warum sollte man dann nicht kämpfen. Wenn man nicht zu verlieren hat, kann man alles riskieren, sage ich da.
Da ich Atheist bin, kann ich sicherlich, auch nur wie diese Frau, von einer Wissenschaftlich Definition des Lebens ausgehen. Man hat nur ein Leben. Wenn es um ist, ist es vorbei. Warum sollte man nicht bis zum letzten dafür kämpfen.
Ärtzte sind keine Götter in weis. Auch sie irren sich gelegentlich. Die Menschlichen Selbstheilungskräfte sind Stark. Diese Frau braucht einen Lebensantrieb, das Gefühl gebraucht zu werden, und ständige Ruhe und Ablehnung, ist das was ihr am meisten schadet. Die Familie sollte ihre Oma? in allen Belangen unterstützen und nicht so negativ denken. "Du bist doch schon alt, gib endlich auf, dich braucht doch eh keiner mehr." ist sehr respektlos, auch wenn das niemand sagen würde. Vielleich noch solche Spüche wie "Dein Erbe wird uns schon über die Trauer hinwegtrösten."
Man sollte dieser Frau helfen wo man kann, sie in ihren Wünschen unterstützen, und die Aktivitäten dieser Frau fördern. Körperlich Bewegung, Spaß mit ihen Enkeln etc. Für Trübsal ist diese Zeit "Vielleicht vor ihrem Tod" viel zu Schade. Sie soll ihr Leben geniesen solange sie es noch hat.
Nun zur Frage: Wollen wir ewig leben: Ich ja. Der Rest, das weis ich nicht. Ich will sehen, ob die gesteckten Ziele ereicht werden. z.B Besiedelung des Mars, Ob die Fragen "Gibt es Außerirdische"; Kommen wir mit regenerativen Enegien zurecht; Können 7 Mill. Menschen auf unserem Planeten leben; Wielange reicht das Öl und da Uran; Kann die Menschheit die Verantwortung für den Atömmüll tragen, oder löscht sie sich selbst aus; Werden wir je Interstellare Reisen unternehmen; Gibt es wieder Weltkriege; Werden die Fehler immer wiederholt (Wirtschaftskrisen etc.) hällt unsere Sonne wirklich noch 5 Milliarden Jahre, Gibt es einen Ewigen Fortschritt, Stimmen Gewisse SF-Szenarios, Welche? Wird es einen Rückfall der Menschheit ins Mittelalter geben, Hat Einstein in allen Belangen seiner Theorien recht.... beantwortet werden können. Allerdings bringt es gewisse unwegbarkeiten, wenn jeder Mensch ewig lebt. Das soll aber nicht das Thema sein. Für mich, ein langes JJJJJAAAAA, nätülich, warum nicht.
Grüße
Kommentar von thomason 30.10.2011Noch viel weiter. Raus aus der Erde, der Galaxis , rein ins schwarze Loch usw. Alles sehen, verstehen, da sein halt. Ohne irgendwelche Grenzen. Dieses besch. Bewusstsein überschreiten und immer weiter gehen. Dafür würde ich (denke ich zumindest) jeden Schmerz und was da sonst noch is ertragen. Eben immer weiter solange ich denken kann.
Kommentar von FleischtesterFleischtester 30.10.2011Hallo,
ich habe noch einen Spruch.
Wer aufgibt, hat schon verloren.
Grüße
Kommentar von thomason 01.11.2011Wer aufgibt, hat schon verloren. Zu einfach schau Dier das Leben an und erkenne Gegebenheiten die ä... naja... einfach mehr sind.
Grüße
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Hallo.. Ich denke das verhalten der Frau ist total menschlich und nachvollziehbar. Ich glaub ich würde genauso reagieren bzw handeln.. Ich meine.. Es hört sich an als ob du dein Schicksal einfach so hinnehmen würdest.. Wie " Oh gibt heut keinen O-Saft, na was Solls". Wenn sie es für richtig hält, sollte sie weitermachen, besser kämpfen als in ein tiefes Loch fallen.
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ich kann die frau verstehen.sie hat verwandte und vl. kinderdie sie nicht alleine lassen will und ich mein man soll trotzdem kämpfen auch wenn es so scheint es ist vorbei vielleicht durch ein wunder oder so kanns sie die krankheit besiegen
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http://www.gutefrage.net/frage/angst-vor-dem-tod--#answer22870204
Ich Ja! Auf alle Fälle ;)!
Gruß: Isa`
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JEDER will leben---so lange,wie irgend möglich und koste es,was es wolle---mein vater erkrankte 1966 mit 50 jahren an darmkrebs und laborierte 4 jahre herum,bis er starb.es gab keine krankenversicherung in der landwirtschaft und hilfskräfte waren nur bedingt bezahlbar,da musste die familie ran.
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Antwort von eka2002 12.10.20113 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich
egal wie sehr die alte dame leidet scheint ihr überlebensinstikt bzw ihr wille zum leben viel stärker zu sein und das ist denke ich auch absolut nachvollziehbar...
wenn man mit den schmerzen einfach nicht mehr klar kommt und der meinung ist, dass das leben nicht mehr lebenswert ist, dann kann man sicherlich viel leichter mit diesem thema abschließen und hat keine angst mehr vor dem bevorstehenden tod, wenn man allerdings trotz allem (schmerzen, etc) weiterleben will, dann denke ich, hat man auch jedes recht weiter zu kämpfen. so einen menschen sollte man unterstützen auch wenn keine hoffnung mehr da zu sein scheint... für außenstehende, die nicht krank sind ist es sowieso sehr schwierig sich in die situation dieser person zu versetzen und sie abolut und vollkommen zu verstehen...man sollte deswegen nicht vorschnell urteilen und gleich sagen, dass es besser wäre aufzugeben, im endeffekt würde mindestens die hälfte von uns genauso reagieren und den kampf nicht aufgeben wollen. man bedenke auch dass man mit 60 sicherlich nicht mehr die jüngste ist, aber richtig alt ist das mit sicherheit auch nicht!!! die frau hat wahrscheinlich ihr ganzes leben lang gearbeitet und sich auf ihre rente gefreut und nun das..... für mich absolut nachvollziehbar, dass sie sich nicht unterkriegen lassen will
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Ja, der Mensch ist so geschaffen, dass er ewig leben will. Wer hier was Anderes behauptet, hat dem Tod wahrscheinlich noch nie ins Gesicht geblickt, und es ist reines Wunschdenken, sich mit dem Tod so einfach abfinden zu wollen.
Wie Dein Beispiel zeigt, klammern sich selbst Leidende noch sehr ans Leben. Wieviel mehr dann Gesunde, ungeachtet ihres Alters! Warum ist das so?
Der Mensch ist das einzige Lebewesen, dass eine Orientierung zur Zeit, zur Vergangenheit und zur Zukunft wahrnehmen kann. Auch ist der Mensch nicht wie die Tiere in festgelegten Inskinktmustern verhaftet, sondern hat die Möglichkeit, sich immer weiter zu entwickeln, mehr und mehr zu lernen. Auch das ist vom Alter unabhängig. Dass manche das ab einem gewissen Alter aufgeben, steht auf einem anderen Blatt und ist wohl eher gesellschaftlich sozial bedingt.
Ein weiser Mensch sagte mal (nagel mich nicht auf den Autor fest): "Für Menschen, die meinen, alles zu wissen, wäre das ewige Leben ein Fluch, aber für wissbegierige Menschen ein Segen."
Kommentar von rhapsodyinbluerhapsodyinblue 02.11.2011Das hast du sehr schön geschrieben, danke!
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lese mal über elisabeth-kübler-ross da werden dir die 5 stationen des sterbens erklärt. alles braucht seine zeit , auch das akzeptieren.
Kommentar von rhapsodyinbluerhapsodyinblue 31.10.2011Ich habe die Bücher von Kübler-Ross schon vor 30 Jahren gekauft. Sind eine wertvolle Lektüre.Dennoch danke für deinen Tipp.
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Also ich will nicht ewig leben!
Kommentar von Chiiiriii 12.10.2011ich auch!!-aber ohne leiden
Du hast sehr schön und vorurteilsfrei geantwortet. Danke dir dafür.
Ich schreibe es hier nochmal. Jede Entscheidung, die sie trifft, wird akzeptiert. Von ihrer Familie und von mir (ich rede in nichts rein).
Andererseits sollte man auch versuchen, die Wünsche ihrer Familie und ihre Wünsche zu vereinbaren. Versuchen, dass die Familie über die derzeitige Situation spricht, über ihre Gefühle und Gedanken. Das ist wichtig. Wie das Ganze dann ausgeht, entscheidet ja die Familie selbst. Sie reden ja nicht darüber. Jeder leidet still vor sich hin. Danke dir nochmal für deine Antwort.
... spontan fällt mir der historische Satz von Martin Luther ein: "Und wenn ich wüßte, das die Welt morgen Untergeht, ich würde noch einen Apfelbaum pflanzen". Diese Kraft die in so einem Satz steckt. Die letzte Entscheidung trifft man für sich immer allein. Der Glaube heiligt die Mittel !!!
Richtig! Und im Sterben ist der Mensch letztlich auch alleine!
Wer recht glaubt, ist nie allein.
Sehr schön gesagt!!
Gerne und danke für den Stern.
Hmm schwer. Das Leben ist so ein rares Gut, dass man eigentlich diesbezüglich niemanden bevormunden sollte und das macht ja auch niemand. Drüber reden kann man eigentlich schon. Bei den Qualen anderer nur zusehen zu können und so manche Naivität quasi schmecken zu können ist schwer auszuhalten, dennoch steht nur ihr alleine zu darüber zu entscheiden (solange sie dazu noch fähig ist).
Was man aber machen kann ist, wie eben angedeutet und wie du schon selber sagst, miteinander zu sprechen, Sichtweisen auszutauschen. Eventuell ändert sich ihre Sichtweise oder auch die der Familienangehörgen. Es ist ein sehr individuelles Thema. Da irgendwas zu pauschalisieren ist meiner Meinung nach unmöglich.
Vor über 10 Jahren starb meine Freundin im Alter von 37 an Krebs. Sie hatte eine Odyssee an Operationen und sonstige Krebsbehandlungen hintersich (über 1 Jahr lang). Bis sie von sich aus sagte, jetzt ist es genug. Sie hat sich soweit gut erholt und konnte sogar noch einmal eine Reise machen mit Mann und Tochter (sie war damals 12). Ich traf mich auch mehrmals mit ihr und wir konnten offen darüber sprechen. Sie wusste, dass nicht mehr viel Zeit war. Schrieb ihr Testament, ordnete ihre Angelegenheiten, sprach mit dem Pfarrer und organisierte sogar ihre Trauerfeier selbst. Sie starb in Frieden zu Hause im Beisein ihrer Familie. Sie lebte noch 8 Monate nach ihrer letzten Behandlung. Aufrecht! Schmerzfrei! Lebte!
Das passiert, wenn man akzeptieren kann. Welche Zeit ist nun sinnvoller verbracht? Die meiner Freundin oder die der o.g. Frau, um die es in der Frage geht? Wer von ihnen hat nun lebenswertes Leben?
Darüber denke ich derzeit nach. Wenn man erlebt hat, wie meine Freundin starb, mit welcher Würde und Kraft. Ich glaube, das kostet mehr Mut und Kraft, als der ständige Kampf ums Überleben, wie auch immer dieser aussieht.
Ich danke dir nochmal für deine Antwort.
Ich denke, dass das bei vielen Menschen unterschiedlich ist. Einige können einfach nicht akzeptieren, nicht aufgeben, wie auch immer man es je nach Sichtweise nennt. Einige nehmen es hin, akzeptieren es und sehen es ein. Einige sehen das als den richtigen Weg, aufrichtig, klug an und sehen einen Kampf als sinnlose Quälerei, Naivität und falschen Ehrgeiz.
Andersum gibt es einige, die den Kampf annehmen, nicht aufgeben möchten und jede Chance nutzen möchten, auch wenn sie noch so minimal ist. Einige sehen das als mutig, stark und ehrbar an und sehen die wollende Erlösung als Feigheit.
Das sind natürlich extreme. Es wird sicher auch Mitmenschen geben, die sich überhaupt nicht entscheiden können und das bis auf so einem Level, dass man nicht mehr klar denken kann.
Übrigens: Auch wenn man vor hat zu kämpfen kann man für alles mögliche Vorsorgen (bezüglich Testament). Denn kämpfen heißt nicht das man immer gewinnt. Das wird gerne vergessen. Einen Plan B zu haben, auch wenn das hierfür vielleicht der falsche Ausdruck ist, ist immer sinnvoll. Durch blinde Kämpfe, egal in welchen Lebensbereichen (von Krieg über Arbeitswelt bis hin zu Kinderspielen) geht man ein zu hohes Risiko ein ohne irgendwas dazustehen.
Es ist immer das Klammern an etwas, das einen 'verrückt' macht, den Sinn raubt, in den Wahnsinn treibt. Erst das Loslassen befreit einen von den Krämpfen, die man vom krampfhaften und krankhaften Klammern bekommen hat. Dies hat Deine Freundin erkannt und konnte krampfhaft das Leben genießen. Es war genau diese Lernerfahrung, die Deine Freundiin als Seele noch zu lernen hatte. Und sie hat es mit Bravour bestanden. Diese Sichtweise fehlt der 60-jährigen Dame, diese innere Sichtweise, denn sie richtet ihren Fokus auf das Außen, auf die Welt, auf das Weiterleben. Durchaus verständlich, aber nicht existenziell.
Nimm Dir Deine Freundin, die nicht umsonst in Dein Leben getreten war, als Kraft und Stärke. Vielleicht hat sie ihre Kraft aus einer anderen Quelle schöpfen können, wer weiß. Aber Du kannst sie in allen schweren Situationen heranziehen und daraus Deinen leeren Tank auffüllen.
MfG Fantho MfG Fantho