Frage von satizilef, 61

Kann man nachträglich das Vorkaufsrecht geltend machen?

Folgende Situation: Eine Eigentumswohnung wird an eine Verbindung seit langer Zeit vermietet (1.OG). Die Wohnung wird vom Eigentümer an einen entfernten Verwandten (Cousin höheren Grades) verkauft ohne die Mieter richtig und rechtzeitig vorher darüber zu informieren. Der Preis ist günstig. Dass die Verbindung die Wohnung kaufen wolle, ist offensichtlich, da auch EG und UG ihr gehört.. Die Wohnung wird verkauft und steht nun kurze Zeit später zum Verkauf vom neuen Eigentümer. Allerdings ist der Preis deutlich höher und überteuert. Die Verbindung will immer noch kaufen, aber zu einem humanen Preis.

Könnte man in so einer Situation das Vorkaufrecht, das der Mieter hat, und beim ersten Verkauf nicht hinreichend berücksichtigt wurde, rechtlich geltend machen und den Kaufvertrag damit aufheben?

Oder muss man die entstandene Situation mit dem neuen Verkauf zu horrendem Preis einfach so hinnehmen?

Antwort
von TrudiMeier, 52

Das Vorkaufsrecht eines Mieters gilt nicht, wenn die Wohnung an ein Familienmitglied verkauft werden soll. Das ist hier der Fall.

Kommentar von satizilef ,

Auch bei sehr entfernten Verwandten?

Kommentar von TrudiMeier ,

Familie ist Familie. Verwandt ist verwandt. Auch der Großcousin des Großvaters gehört zur Familie.

Antwort
von angy2001, 61

Wo nimmst du denn her, dass das Mieter (die Verbindung) ein Vorkaufsrecht beim ersten Verkauf hatte?

Kommentar von satizilef ,

Hat der Mieter nicht generell ein Vorkaufsrecht?

Kommentar von angy2001 ,

Nein generell gibt es kein Vorkaufsrecht für Mieter.

Es gibt den § 577 BGB - danach gibt es ein Vorkaufsrecht für den Mieter, wenn ein Haus in Einzelwohnungen aufgeteilt und diese einzeln verkauf werden sollen. Aber das gilt dann nicht, wenn an ein Familienmitglied des Eigentümers des Gebäudes eine (neu gebildete Eigentumswohnung) verkauft wird.

Da es sich hier aber bereits um eine Eigentumswohnung handelte, die vermietet war - so trifft der Paragraph nach meiner Kenntnis nicht zu. So jedenfalls würde ich deine Beschreibung in der Frage verstehen.

Kommentar von TrudiMeier ,

Und zudem die Wohnung an einen Familienangehörigen verkauft wurde.  Ein Vorkaufsrecht wäre somit doppelt ausgehebelt.

Kommentar von angy2001 ,

Das hatte ich schon geschrieben.

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Wohnung, 18

In diesem Fall gilt das Vorkaufsrecht nicht.

http://www.berliner-mieterverein.de/magazin/online/mm1008/100828.htm

MfG

johnnymcmuff

Antwort
von kenibora, 43

Jedem Eigentümer steht zu seine Wohnung so billig oder teuer zu verkaufen wie er kann und will. Ein Rechtsstreit in Deinem Falle wäre sinnlos!

Kommentar von satizilef ,

Der Punkt ist der erste Verkauf, der quasi hinter dem Rücken des Mieters stattfand.

Kommentar von TrudiMeier ,

Na und? Du hattest ja auch kein Vorkaufsrecht.

Kommentar von satizilef ,

Warum hat der Mieter kein Vorkaufsrecht?

Kommentar von TrudiMeier ,

Siehe meine Antwort oben. Der Mieter hat kein Vorkaufsrecht, wenn die Wohnung an einen Familieangehörigen verkauft werden soll.

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