Frage von MeinKoeln, 211

Wohnung an Kind vermieten; was ist zu beachten?

Als Eigentümer einer eigenen Wohnung bietet es sich an diese dem Sohn während seines Studiums günstig zu vermieten. Was muss dabei beachtet werden, damit niemandem (steuerliche) nachteile entstehen? Wie viel Miete muss der Vater von seinem Sohn verlangen, oder muss er das gar nicht?

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Antwort
von schleudermaxe, 130

Die Rechnung geht doch nicht auf. Das Kind möge sich eine Studentenbude nehmen und die ETW wird vermietet und so wird ein Schuh draus. Zudem ist der Zuschuß vom Studentenwerk höher. Wirklich alles durchgerechnet?

Antwort
von schelm1, 134

Man muß keine Miete verlangen. Setzt man aber AfA und Zinsen ab, muß je nach Finazamtsregioneine fiktive Miete von mindestens 50 % bis 66 %  der ortsüblichen Vergleichsmiete versteuert werden, ob man die nun einnimmt oder nicht, spielt dabei keine Rolle.

Antwort
von ChristianLE, 144

Was heißt denn steuerliche Nachteile? Sofern die Wohnung vermietet wird und hieraus ein gewinn erzielt wird, ist dieser zu versteuern. Dahingehend ist es auch egal, ob an den Sohn oder eine andere Person vermietet wird.

Kommentar von MeinKoeln ,

Steht ja da: Wenn keine Miete verlangt wird - also kein Gewinn ensteht.

Kommentar von PatrickLassan ,

Ganz einfach: Wenn du deinem Sohn die Wohnung kostenlos übersetzt, sind auch die mit der Wohnung in Zusammenhang stehenden Ausgaben keine Werbungskosten. Steuerliche Auswirkung: 0. 

Kommentar von schleudermaxe ,

Bist Du dir sicher? Dann wird doch die bisherige "Erstattung" zurückverlangt, weil die Gewinnerzielungsabsicht fehlt, so zumindest lese ich die Literatur.

Kommentar von PatrickLassan ,

Eine Erstattung kann es nur geben, wenn es sich um negative Einküfte aus V+V handelt. Bei einer ortsüblichen Miete ist das nicht unbedingt der Fall.

Antwort
von Wago1956, 105

Das ist recht einfach.

WIE UNTER FREMDEN DRITTEN

vereinbaren (also schriftlich) und durchführen !

Dann erkennt das Finanzamt das an.

Kompliziert wird es, wenn Du auf bis zu 75 % der ortsüblichen Miete herunter gehen willst und trotzdem die Kosten geltend machen. Die Gewinnerzielungsabsicht ist dann zu prüfen. Es muss sich über die gesamte Lebensdauer der Einkommensquelle Wohnung, wobei 80 Jahre angenommen haben, mit alle Kosten und Mietsteigerungen per Saldo wenigstens  Euro Gewinn ergeben, nur dann kannst Du Verluste in einzelnen Jahren steuerlich geltend machen.

Das machst Du dann aber bitte nur in Verbindung mit einem Kollegen Steuerberater. 

Kommentar von Bakaroo1976 ,

siehe unten (bitte):


Kommentar von
PatrickLassan


,
14.01.2016




§ 21 Abs. 2 Einkommensteuergesetz:


Beträgt das Entgelt für die Überlassung einer Wohnung zu
Wohnzwecken weniger als 66 Prozent der ortsüblichen Marktmiete, so ist
die Nutzungsüberlassung in einen entgeltlichen und einen unentgeltlichen
Teil aufzuteilen. Beträgt das Entgelt bei auf Dauer angelegter
Wohnungsvermietung mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete, gilt
die Wohnungsvermietung als entgeltlich.


Antwort
von grubenschmalz, 110

Du musst innerhalb eines bestimmten Rahmens bleiben, weil sonst meckerte das Finanzamt wenn du kaum offizielle Einnahmen hast aber trotzdem die Kosten absetzt.

Kommentar von PatrickLassan ,

§ 21 Abs. 2 Einkommensteuergesetz:

Beträgt das Entgelt für die Überlassung einer Wohnung zu Wohnzwecken weniger als 66 Prozent der ortsüblichen Marktmiete, so ist die Nutzungsüberlassung in einen entgeltlichen und einen unentgeltlichen Teil aufzuteilen. Beträgt das Entgelt bei auf Dauer angelegter Wohnungsvermietung mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete, gilt die Wohnungsvermietung als entgeltlich.

http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__21.html

Antwort
von Wago1956, 75

Ergänzung:

Die 66 % Grenze ist natürlich RECHTLICH korrekt.

Nur läufst Du dabei extrem ins Messer.

Ortsübliche Vergleichsmiete ist nie exakt zu ermitteln und das Problem der fehlenden Einkommenserzielungsabsicht wird dann riesengroß.

Puffer lassen für Ermessensspielräume muss einfach sein.

Antwort
von kevin1905, 93

Meines Wissens mind. 2/3 der ortsüblichen Vergleichsmiete, sonst erkennt das Finanzamt u.a. die Werbungskosten nicht als solche an.

Antwort
von Bakaroo1976, 95

Sie können die Wohnung Ihrem Kind selbstverständlich unentgeltlich überlassen.

Die Frage ist nur, ob Sie das wollen.

Möglicherweise sind die (Werbungs)kosten für die Wohnung - bitte Afa und möglicherweise Schuldzinsen eines Darlehns, mit dem der Wohnungskauf finanziert wurde nicht vergessen -  so hoch, das sich einkommensteuerrechtlich bei einer Vermietung Vorteile für Sie ergeben würden.

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