Frage von Mewchen, 58

Wohnung abgesagt, jetzt sollen wir 150 Euro zahlen?

Hi,

mein Freund und ich waren auf der Suche nach einer Wohnung. Hatten uns eine angeschaut und haben auch die Zusage bekommen. Der Mietvertrag lag zur Unterschreibung bereit.

Allerdings haben wir seit einigen Wochen ziemlich heftige Probleme, sodass wir das Projekt Zusammenziehen erstmal auf Eis gelegt haben und die Wohnung abgesagt haben.

Jetzt fordert der Makler 150 Euro dafür. Ist dies rechtens?

Antwort
von Colombo1999, 36

Wenn Ihr den Makler mit der Suche beauftragt habt, kann er eine Aufwandsentschädigung oder eine Reservierungsgebühr geltend machen, wenn Ihr es im Auftrag schriftlich vereinbart habt.

Mir sieht es allerdings sehr so aus, als haben wir hier einen Fall von gesetzwidriger Umgehung des Bestellerprinzips.

Habt Ihr eine Selbstauskunft ausgefüllt, in der ein Satz stand wie:

"Hiermit beauftragen wir den Makler ..."?

Antwort
von Hugito, 12

Du hast geschrieben: "der Mietvertrag lag zur Unterschrift bereit". Also habt ihr ihn nicht unterschrieben.

Damit kann weder der Vermieter noch der Makler etwas von euch verlangen. Grundsätzlich gilt: Wenn der Mietvertrag / Kaufvertrag nicht abgeschlossen wurde, kann der Makler nichts verlangen.

Der Makler darf sowieso nichts verlangen, wenn er vom Vermieter beauftragt wurde. ("Bestellerprinzip")

Einzige Ausnahme: Wenn du den Makler zuerst beauftragt hat, eine Wohnung zu suchen und du einen Maklervertrag unterschrieben  hast, in dem er eine Aufwandsentschädigung, Fahrtkosten,  etc. in Höhe von 150 Euro fordern kann,  auch wenn der Makler keine passende Wohnung findet, dann müsstest du die 150 Euro zahlen.

 

 

Antwort
von DerHans, 24

Wenn ihr euch mit dem Vermieter einig wart, ist der Mietvertrag bereits zustande gekommen. Es fehlte nur noch die schriftliche Bestätigung.

Der Makler könnte also sogar seine gesamte Provision einfordern.

Dass ihr es "euch anders überlegt" habt, ist euer Problem.

Antwort
von JenJen2502, 44

Ich glaube schon, da sich vllt andere für die Wohnung auch interessiert haben. Denen wurde dann natürlich abgesagt, weil ihr euch zunächst für die Wohnung entschieden habt. Also ich würde das als eine sogenannte Entschädigungsgebühr betrachten

Kommentar von Mewchen ,

Er hat es uns allerdings als Umstandspauschale erklärt, da wir uns die Wohnung angesehen haben. Hätten wir die Wohnung genommen, wäre dies im Mietpreis enthalten gewesen. 

Kommentar von JenJen2502 ,

Hmm wenn er das so formuliert hat... 
ich denke das will er euch über den Tisch ziehen...
ansonsten einfach mal ganz lieb beim Anwalt nachfragen

Kommentar von wildpark3 ,

Es gibt keine Umstandspauschale . Das Wort existiert im Sprachgebrauch nicht.

Kommentar von albatros ,

Im deutschen Mietrecht gibt es keine Umstandspauschale. Aufwendungen im Zusammenhang mit der Mietersuche und -findung sind Verwaltungskosten die nicht einfach auf den Mieter abgewälzt werden dürfe, hier klar widerrechlich. Zumal hier der Makler vom Vermieter beauftragt wurde.

Antwort
von anitari, 35

Habt Ihr den Makler beauftragt?

Wenn ja, kann er u. U. eine Entschädigung für seinen Aufwand fordern.

Den muß er aber genau nachweisen.

Antwort
von albatros, 19

Kein abgeschlossener Mietvertrag - keine Provision!

Wer hat den Makler beauftragt?

Kommentar von Mewchen ,

Der Vermieter

Kommentar von albatros ,

Es gilt das Bestellerprinzip. Hier wird versucht, dieses zu umgehen bzw. unzulässig zu ersetzen. Keinesfalls zahlen! Wenn der Makler Forderungen hat, dann sind diese vom Vermieter zu begleichen. Weise also jegliche Aufforderungen, Rechnungen, etc. zurück.

Kommentar von Hugito ,

Albatros hat Recht. In diesem Falle kann auch keine Aufwandsentschädigung, etc. verlangt werden.

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