Frage von kkurz, 23

Wohnriester und betriebliche Altersvorsorge parallel möglich?

Ich habe bereits einen Wohnriester Bausparvertrag (läuft noch 15 Jahre) und eine betriebliche Altersvorsorge, bei der aktuell aber nur der AG einzahlt.

Nun bin ich am überlegen, dort auch noch privat etwas einzuzahlen. Normalerweise wird der Betrag für die Betriebsrente ja vom Brutto eingezahlt, wie verhält es sich aber wenn schon ein Wohnriester Bausparvertrag existiert?

Müsste ich dann vom Netto einzahlen? Einen doppelten Steuervorteil wird es wohl kaum geben, da man dies schon mit dem Wohnriester ausschöpft.

Ist das dann überhaupt ratsam? Oder sollte man die 15 Jahre des Wohnriester Vertrages abwarten?

Danke schonmal für die Klärung, blicke da aktuell nicht so wirklich durch.

Antwort
von RudiRatlos67, 13


läuft noch 15 Jahre

Ich gehe davon aus, dann bist Du bei Ablauf zwischen 60 (altes Gesetz) oder 62 (neues Gesetz) und 67Jahre alt.


Wohnriester und betriebliche Altersvorsorge parallel möglich?

Grundsätzlich ja... aber wer einen Wohnriester Bausparvertrag verkauft, der sollte auch Nachts nicht mehr ruhig schlafen dürfen


Nun bin ich am überlegen, dort auch noch privat etwas einzuzahlen.

Dazu solltest du grundsätzlich vergleichen ob es lohnenswerter ist in den nuun leider bestehenden Wohnristervertrag einzuzahlen oder besser in die betriebliche Altersversorgung.
In die bAV kannst Du in 2016,  2.976 € Steuer u. sozialabgabenfrei einzahlen und zusätzlich 1.800 € steuerfrei.

Alle Riesterformen sind dagegen grundsätzlich aus dem Nettogehalt zu zahlen. (Bereits Steuer u. Sozialabgaben bereinigtes Einkommen.)

Die Faustformel ist relativ einfach und besagt: Riesterbeiträge sind nur lohnenswert wenn die Höhe der jährlichen Zulagen mindestens genauso groß ist wie der jährliche Eigenbeitrag. Ansonsten sollte mann IMMER bAV und Rürup in eine Vergleichsberechnung einbeziehen. Sofern Du nach meiner Rechnung das 50 LJ bereits überschritten hast, wovon ich ausgehe, ist Rürup nicht mehr unbedingt als Neuvertrag lohnenswert. Also richte Deinen Blick besser auf die bAV... sofern da noch die Möglichkeit besteht den Betrag aufzustocken ist das höchstwahrscheinlich die lohnendere Variante. 

Aber ganz wichtig:
Alles was ich oder jeder andere Dir anhand der bestehenden Informationen als Rat geben kann bedarf der genauen Analyse deiner persönlichen Umstände und Gegebenbheiten.

Daher der dringende Rat, lass Dich von einem Altersvorsorgespezialisten beraten welches in Deinem Fall der richtige Weg ist.

Um Demjenigen der Dir den Wohnriester Vertrag verkauft hat, würde ich in dem Fall einen ganz großen Bogen machen, der hat Dich schon einmal über den Tisch gezogen und eine zweite Gelegenheit würde ich ihm nicht geben.




Antwort
von kevin1905, 6

Nun bin ich am überlegen, dort auch noch privat etwas einzuzahlen.

Das ist keine private Einzahlung, sondern eine Entgeltumwandlung. Kannst du tun.

Bausparvertrag ist so ziemlich die dümmste Form Riesterförderung abzurufen. Ok Banksparplan ist in der Niedrigzinsphase noch behinderter.

Normalerweise wird der Betrag für die Betriebsrente ja vom Brutto
eingezahlt, wie verhält es sich aber wenn schon ein Wohnriester
Bausparvertrag existiert?Dein Beitrag wird aber nicht vom Brutto bespart sondern ist eine zusätzliche Arbeitgeberleistung.

Tangiert sich nicht.

Du kannst nicht privat in eine bAV einzahlen, für die du nicht Versicherungsnehmer bist. Das geht nur über eine Entgeltumwandlung.

Müsste ich dann vom Netto einzahlen? Einen doppelten Steuervorteil wird
es wohl kaum geben, da man dies schon mit dem Wohnriester ausschöpft.

Ich wiederhole:

Es tangiert sich nicht.

  • Du kannst 2.100,- € pro Jahr inkl. Zulagen steuerfrei in einen Riestervertrag einzahlen (§ 10a EStG).
  • Du kannst darüber hinaus 2.976,- € pro Jahr (2016) steuer- und sozialversicherungsfrei umwandeln in eine betriebliche Altersvorsorge. Weitere 1.800,- € steuerfrei aber sozialversicherungspflichtig (§3, Nr. 63 EStG, 1a BertAVG).

Ist das dann überhaupt ratsam?

Anhand deiner Angaben lässt sich nicht bestimmen ob eine bAV oder ein Riestervertrag für dich sinnvoll ist. Produktverkauf ist heute nicht mehr gefragt.

Antwort
von Zakalwe, 13

Einen doppelten Steuervorteil wird es wohl kaum geben, da man dies schon mit dem Wohnriester ausschöpft.

Doch, wenn die Altersvorsorge kein Riester-Vertrag ist, dann funktioniert das schon.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten