Frage von KDM92, 117

Mietwohnung Aufstockung auf 1,5 Personen?

Hallo,

Ich habe gestern ein Schreiben meines Vermieters erhalten. In diesem steht folgendes: Da ihre Freundin doch oft da ist und diese den Besuchszeitraum von 6 Wochen im Jahr verteilt wohl übersteigt muss dieses in den Nebenkostenabrechnungen berücksichtigt werden. Wären Sie damit einverstanden, dass wir Ihre Wohnung mit 1,5 Personen abrechnen? Dies würde für sie etwas mehr Nebenkosten bedeuten und für die anderen Hausbewohner eine Entlastung.

Jetzt stellt sich mir die Frage, muss ich dem zustimmen? diese frage ob ich damit einverstanden wäre macht mich doch recht stutzig und im Netz habe ich gelesen das man eine 2. Person nur dann angeben muss wenn diese mehr als 6Wochen am Stück bei einem wohnt?

Gibt es da ein Urteil oder ein passendes Gesetz? oder ist hier jemand Vermieter der sich damit auskennt?

Mfg

Antwort
von DerHans, 50

Wenn die Freundin tatsächlich häufiger dort ist, wäre es nicht mehr als recht und billig, sie an den Nebenkosten zu beteiligen.

Oder willst du unbedingt Stress mit deinem Vermieter?

Kommentar von johnnymcmuff ,

Der Vermieter ist sogar dazu berechtigt unter bestimmten Voraussetzungen.

Antwort
von faiblesse, 39

Ich denke mal, rein rechtlich kann er das nicht so ohne weiteres verlangen. Da sie ja kein Dauergast ist.

Aber:
Wenn deine Freundin tatsächlich so oft bei dir ist, kann ich die Nachbarn schon verstehen. Deine Freundin wird auch Wasser verbrauchen. Ebenfalls produziert die Müll.
Je nach Umlage tragen die Nachbarn dies mit.
Da wäre die Anrechnung nur fair.

Kommentar von KDM92 ,

Aber was ist denn "so oft"? kommt freitag abends zwischen 16-20 uhr und geht sonntags gegen 16 uhr Heim 

Kommentar von faiblesse ,

Jedes Wochenende?
Das Jahr hat 364 Tage, bei 52 Wochen macht das 130 Tage, wenn man mit 2,5 Tagen rechnet,  sind das 35%

Vielleicht sollte der Vermieter mit 1,3 rechnen ;)

Allerdings verbringt man am Wochenende auch evtl mehr Zeit in der Wohnung als in der Woche..vielleicht kommt den Nachbarn das deswegen soviel vor..

Schwierig zu beurteilen..

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 10

Besucher führen nicht zu der geforderten Erhöhung von Betriebskosten, nur wenn Dauer übermäßig (länger als 6 Wochen am Stück. Selbst wenn dem so wäre, beträfe das nur BK, für welche ein Personenschlüssel für die Umlage vereinbart ist. Bedenke in diesem Zusammenhang, dass, wenn im MV kein Umlageschlüssel ausgewiesen ist, jeweils die anteilige Wohnfläche lt. BGB der Umlagemaßstab ist. Bei messbaren Verbräuchen sind diese entsprechend des konkreten Verbrauches abzurechnen.

Ich sehe hier keinerlei rechtliche Grundlage bei der geschilderten Besuchsfrequenz die Vorauszahlung für Betriebskosten zu erhöhen bzw. Umlageschlüssel oder Personenzahl zu verändern.


Antwort
von qugart, 43

Schwierig.

Im Endeffekt müsste sowas ein Richter entscheiden. Es ist richtig, dass man Gäste bis zu sechs Wochen beherbergen darf, ohne dass das der Vermieter genehmigen muss. Ein Daueraufenthalt darf das aber nicht werden.

Und jetzt stellt sich die Frage, ab wann es denn ein Daueraufenthalt ist, bzw. wie lange muss die Zeit sein, dass der Gast nciht da ist, sodass es kein Daueraufenthalt ist. Feste Zahlen gibts da nämlich nicht.

Es gilt zwar auch § 553 BGB  Gestattung der Gebrauchsüberlasung an Dritte, aber da muss man auch genau prpfen, was da denn zum tragen kommen könnte.

Kritisch wird die Sache immer nur dann, wenn sich andere Mieter durch den Gast belästigt oder gestört fühlen.

Die Frage, die du dir selber stellen solltest ist die: Ist die angebotene Erhöhung völlig abwegig, oder könnte das so passen?

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, 19

Ich habe gestern ein Schreiben meines Vermieters erhalten. In diesem steht folgendes: Da ihre Freundin doch oft da ist und diese den Besuchszeitraum von 6 Wochen im Jahr verteilt wohl übersteigt muss dieses in den Nebenkostenabrechnungen berücksichtigt werden. Wären Sie damit einverstanden, dass wir Ihre Wohnung mit 1,5 Personen abrechnen? Dies würde für sie etwas mehr Nebenkosten bedeuten und für die anderen Hausbewohner eine Entlastung.

Das ist aber wirklich ein netter und höflicher Vermieter. Er könnte sogar mehr verlangen.


Gibt es da ein Urteil oder ein passendes Gesetz? oder ist hier jemand Vermieter der sich damit auskennt?

Schau hier rein.

http://www.nebenkostenabrechnung.com/nebenkostenabrechnung-wann-wird-der-besuch-...

MfG

Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 30

Erst solltest du hier erklären, wie die Betriebskosten auf die Mieter im Haus umgelegt werden. Daraus wäre eine Antwort mit Hand und Fuß abzuleiten. 

Bereits jetzt wäre zu verlauten: 6-8 Wochen kann durchaus Besuch ununterbrochen beim Mieter ohne Erhöhung der BK wohnen. Hier ist allerdings nur von sporadischem Besuch (mit Unterbrechungen) auszugehen. Daher solltest du dem Anpassungsverlangen der BK des Vermieters nicht zustimmen.

Antwort
von BS3BM, 24

Rechtlich gesehen hat der Vermieter in deinem Fall keine Handhabe. Deshalb wohl auch das Anschreiben und der Bitte um Einverständnis für die Abrechnungsänderung.

Ich kenne das leidige Problem auch bei meinen Mietern. Fair ist was anderes! Ich regle das über Mieterhöhung, wenn es mir zu bunt wird. Denn freiwillig - das sieht man ja auch an deinem Beispiel - gibt kein Mieter einen Cent mehr für NK, die sein Besuch verursacht. Wobei man nicht von sporadischem Besuch ausgeht, sondern schon von Regelmäßigkeit sprechen kann.

Kommentar von johnnymcmuff ,

Rechtlich gesehen hat der Vermieter in deinem Fall keine Handhabe.

Wenn Du Dich da mal nicht irrst:. Schau in den Link meiner Antwort.

Kommentar von BS3BM ,

Danke! Habe den Beitrag gelesen - sehr interessant. Finde trotzdem, dass es im Falle des Fragestellers nicht von Bedeutung ist. Außerdem, wer möchte denn bei Umlegung der NK auf Personenzahl fast für jeden Monat eine neue Berechnung erstellen, weil  evtl. durch Besuch Änderungen möglich wären? Beweise sichern und Nachspionieren ist auch nicht Jedermanns Sache.

Antwort
von Johner, 60

Hey man, ich kenne nicht mit Wohnrecht nicht 100% top aus also les das besser nochmal nach ;D aber soweit ich weiß kommt es auf die anzahl der tage an die sie bei dir schläft. 
Aber um wie viel Geld geht es denn?
Weil wegen paar euro im Monat würde ich mich nicht mit dem streiten.

Kommentar von KDM92 ,

Das ist ja das lustige, steht nicht dabei also geh ich mal von der hälfte der Nebenkosten nochmal extra aus? wegen den 1,5 Personen? aber schon witzig das es halbe Personen gibt *g*

Kommentar von Johner ,

Jo also theoretisch kann er das nur auf globale Nebenkosten beziehen.
Also nur auf kosten die auch andere Anwohner des Hauses zahlen (nicht einfach alle Nebenkosten). Frag ihn einfach mal freundlich wie viel das ist und ob er dir seine Rechnung schicken kann.
Wenn er die schickt pass auf das er nicht alle globalen Nebenkosten von dir x 1,5 rechnet. Es sind: [alle globalen kosten] durch anzahl der Einwohner] = [preiß pro Einwohner] und das dann für dich x 1.5.

Antwort
von dannyotti, 71

Ich weis, dass dem Mieter sehr viele Rechte zugesprochen werden. Wenn du eine Rechtsschutzversicherung hast, würde ich das Schreiben einem Anwalt geben und dann den eine Antwort verfassen lassen.

Ich denke, dass das nicht Rechtens ist. Mitbewohner im rechtlichen Sinne, ist man glaube ich erst, sobald man dort gemeldet ist. Heist Zweitwohnsitz. Bei einer Freundin ist das eigentlich nicht der Fall.

Aber sicher bin ich mir nicht.

Kommentar von johnnymcmuff ,

Ich denke, dass das nicht Rechtens ist.

Und ich weiß, dass es unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt ist.

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