Frage von MisterXAM, 81

Wohnraum an Angehörige überlassen?

Hallo, folgender Fall: ein unerwarteter Geldregen hat mich finanziell gepushed. Nachdem ich erstmal abstand von allem genohmen habe für einige Zeit, bin ich mittlerweile am Planen was möglich und sinnvoll ist. Der Traum meiner Eltern war immer ein eigenes Haus. Leider war es ihnen nie möglich. Sie kommen gerade im Rentenalter an, d.h. in nächster Zeit werden sie eher weniger Geld zur verfügung haben. Kann ich für sie ein Hauskaufen, meinen Zweitwohnsitz dort anmelden, die Kosten tragen und sie dort kostenlos mit ihrem Hauptwohnsitz wohnen lassen oder bekomme ich mit irgendwem ärger? Es geht mir nicht darum Kosten bei der Steuer für das Haus abzusetzten, sondern die Kosten wären für mich tragbar, ich würde meine Eltern etwas unterstützten (sie haben mich auch lange untersützt) und ich könnte ihnen ein Traum erfüllen. Mein Steuerberater ist gerade im Urlaub und ich würde das gerne mal wissen. Danke Euch Max

Antwort
von schelm1, 25

Sie können den Eltern ruhig etwas gönnen, soweit dies Ihr unvermitteler Reichtum zuläßt.

Um Fragen des angemeldeten Wohnsitzes kümmert sich der Bewohner und weniger ein Gönner!

Sofern eine Zuwendung an die Elten steuerpflichtig wäre, übernehmen Sie halt auch diese Steuer, da es Ihnen ja finanziell gut geht und Sie den Eltern selbstlos helfen wollen.

Kommen Sie an die Grenzen Ihrer Belastbarkeit, dann sollten Sie Ihre Einstellung auf das hin, was noch geht, überprüfen!

Unterschätzen Sie  bei allem vermeintlichem Reichtum nicht die "Leidensfähigkeit" von Eltern!?!

Antwort
von KnusperPudding, 37

Das Haus was du deinen Eltern überlassen würdest, würdest du ihnen ja nicht "schenken". Somit handelt es sich auch nicht um eine Schenkung bei der ggf. eine Steuer anfiele.

Du brauchst dort auch keinen Zweitwohnsitz anmelden (Wenn du dort gar nicht wohnst).

Es geht mir nicht darum Kosten bei der Steuer für das Haus abzusetzten, sondern die Kosten wären für mich tragbar, ich würde meine Eltern etwas unterstützten

Auch wenn es dir nicht 'darum geht', so solltest du das Thema nicht ignorieren:

Solltest du für den Hauskauf eine Finanzierung durch eine Bank benötigen, so erhälst du Steuererleichterungen, sofern es ein Vermietetes Objekt ist.

Ich weiß dass du keine Miete verlangen willst, jedoch ein sehr niedriger Betrag wäre dennoch sinnvoll zwecks der Steuer. - Aber den Punkt solltest du mit deinem Steuerberater durchsprechen.

Kommentar von PatrickLassan ,

Solltest du für den Hauskauf eine Finanzierung durch eine Bank
benötigen, so erhälst du Steuererleichterungen, sofern es ein
Vermietetes Objekt ist.

Der Fragesteller hat dann Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Schuldzinsen und andere mit der Vermietung in Verbindung stehenden Ausgaben sind Werbungskosten, ebenso die AfA.

jedoch ein sehr niedriger Betrag wäre dennoch sinnvoll zwecks der Steuer. -

Vielleicht solltest du mal einen Blick in § 21 Absatz 2 Einkommensteuergesetz werfen.

https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__21.html

Kommentar von KnusperPudding ,

Du spielst auf das hier an:

Beträgt das Entgelt für die Überlassung einer Wohnung zu Wohnzwecken weniger als 66 Prozent der ortsüblichen Marktmiete[...]

exakt deshalb verwies ich auf den Steuerberater.

Je nach dem ist eben abzuwägen ob man einen Mietvertrag macht oder eben nicht.

Der Fragesteller hat dann Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Schuldzinsen und andere mit der Vermietung in Verbindung stehenden Ausgaben sind Werbungskosten, ebenso die AfA.

Korrekt.

Ich bin aktuell 'zwangsweise' Vermieter und habe mich vor einer Weile um die Steuererklärung für 2015 gekümmert.  

- Als ich mich hier zwecks der korrekten Angaben erkundigt habe, bin ich auf eine Textpassage gestoßen, bei der es steuerliche Vorteile hat, wenn die Immobilie nicht als 'gewinnbringend' eingestuft wird. 

Und genau deshalb war mein Rat, sich diesbezüglich an den Steuerberater zu wenden, der sowieso kontaktiert werden soll für eine beste Beratung, da es ja (noch) nicht zu einem Mietverhältnis gekommen ist.

Antwort
von PatrickLassan, 18

Grundsätzlich kannst du mit deinem Eigentum machen, was du willst. Die unentgeltliche Überlassung eines Hauses stellt rechtlich kein Problem dar.

Antwort
von lindgren, 17

Herzlichen Glückwunsch und schön, dass du auch an deine Eltern denkst.

Ich würde mit ihnen darüber erst einmal reden. Vielleicht wollen sie barrierefrei wohnen, im Grünen wohnen mit einem Garten - dann könntest du es bei deinen Plänen berücksichtigen.

Sicher geht das, so wie du es denkst. Es würde auch gehen, dass du einfach, ohne deinen Zweitwohnsitz dort anmelden zu müssen, die Kosten für das Haus übernimmst. Lass einfach die Rechnungen an deine Adresse schicken.

In deinem Fall ist es immer besser, erst einmal den Steuerberater zu konsultieren und alles mit ihm abzusprechen, bzw. auch ausrechnen lassen, was für dich steuerlich sinnvoller wäre.


Antwort
von Manioro, 46

Du brauchst dort keinen Zweitwohnsitz einrichten (Kann aber anders sein, wenn du Fördermittel  beantragen willst) Kauf das Haus.  Vermiete ihnen die Wohnung offiziell. Die Miete gibst du ihnen Bar zurück.

Kommentar von PatrickLassan ,

Vermiete ihnen die Wohnung offiziell. Die Miete gibst du ihnen Bar zurück.

Welchen Sinn soll das machen? Er kann seinen Eltern das Haus auch unentgeltlich überlassen.

Kommentar von Manioro ,

Das kann er, stimmt. Es gibt aber Lebenskonstellationen wo der oben genannte Weg sinnvoller ist. Dazu sollte man auch den ursprung der Finanzen der Eltern betrachten.

Kommentar von ChristianLE ,

Vermiete ihnen die Wohnung offiziell. Die Miete gibst du ihnen Bar zurück.

Das macht aber wirklich in keiner Konstellation Sinn. Wenn er offiziell (also entgeltlich) vermietet, dann werden hierauf Steuern auf Vermietung und Verpachtung fällig.

Kommentar von PatrickLassan ,

Es gibt aber Lebenskonstellationen wo der oben genannte Weg sinnvoller ist

Welche sollen das sein?

Kommentar von schelm1 ,

Ganz einfach! - Man versteuert sinnlos Mieteinkünfte die man nicht braucht und die Eltern versteuern eine Schenkung (Mieterstattung), die Sie nicht wünschen.

= witschaftlicher Unfung in Gänze!

Kommentar von Manioro ,

so gesehen habt ihr Recht.

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