Frage von Revic, 92

Wohngruppe/Betreutes Wohnen für Autisten in Hamburg?

Folgendes: Ich muss mir demnächst ernsthaft Gedanken über den Auszug aus meinem Elternhaus machen, da die familiäre Situation Zuhause für mich kaum noch zu tragen ist.

Durch eine Autismus-Spektrums-Störung bin ich ohnehin schon sehr stressanfällig und die Schule verlangt mir alles an Kraft ab, was ich besitze. Deshalb bräuchte ich eigentlich Ruhephasen, in denen ich mich generieren kann. Dies ist Zuhause allerdings nicht gewährleistet. Mein kleiner Bruder (11) ist sozial spätentwickelt und hat höchstwahrscheinlich auch ADHS. Ein furchtbar lautes und aufgedrehtes Kind, welches immerzu Aufmerksamkeit benötigt und diese auch einfordert.

Das stresst mich dermaßen, dass ich mich kaum mit ihm in einem Raum aufhalten kann und mich dementsprechend den ganzen restlichen Tag in meinem Zimmer verbarrikadiere. Es reicht manchmal schon aus, nur seine Stimme zu hören, um einen Overload bei mir auszulösen. D.h. ich bin eigentlich permanent gestresst, was sich erheblich auf meine psychische und teilweise sogar physische Verfassung auswirkt.

Eigentlich möchte ich sehr gerne Abitur und eine Ausbildung machen, sehe mich aber in der Situation, wie sie jetzt ist, nicht dazu in der Lage. Deshalb möchte ich gerne nach diesem Schuljahr von Zuhause weg. Aber ist mein Grund wirklich ausreichend, um in einer betreuten Wohngruppe (möglichst mit Autismus-Erfahrung) unterzukommen? Und gibt vllt. jemanden, der in so einer Wohngruppe in Hamburg wohnt/arbeitet und mir ein paar allgemeine Informationen dazu geben kann?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Revic,

Schau mal bitte hier:
wohnen soziales

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von User2503, 20

Bist du 16 Jahre alt?`Wenn ja sprich mal mit dem Jugendamt! So bin ich von Zu Hause raus! Trägereigener Wohnraum nennt sich die Maßnahme. Läuft über die Pestalozzi Stiftung. Achso ich wohne selbst in Hamburg ;)

Bin selbst Autistisch und auch zu Hause raus. Für weitere Fragen kannst du mich gerne kontaktieren. Ist für alle die Zu Hause raus müssen weil die Situation nicht Tragbar ist. 

Ansonsten.... Ich bin einer der ersten im Autisten Wohnprojekt. Ist ganz frisch. Du kannst mich dazu befragen und zu allen anderen Dingen. Aber bitte nur per Persönliche Nachricht. Zudem denke ich sollten wir uns mal unterhalten ;)

Antwort
von einfachichseinn, 52

Dein Bruder hat kein ADHS , weil er Aufmerksamkeit erfordert. 

Und ansonsten solltest du mal beim Jugendamt vorbei schauen. Es gibt die Möglichkeit in eine heilpädagogische Wohngruppe zu kommen. Allerdings wird das vermutlich nicht von heute auf morgen passieren. Die Fremdunterbringung kostet einfach eine Menge Geld, daher werden vermutlich erst noch eine Menge anderer Angebote ausgeschöpft. 

vielleicht schaust du dich selber mal im Internet um. Hier wäre beispielsweise eine therapeutische Wohngruppe http://www.ernst-naegelsbach-haus.de/wsb5159322901/19.html

Kommentar von Revic ,

Ich habe nicht behauptet, dass sein Aufmerksamkeitsgesuche mit möglichem ADHS zusammenhängt. Ich habe gesagt, er hat vermutlich ADHS UND braucht sehr viel Aufmerksamkeit.

Das ich nicht von jetzt auf gleich ausziehen kann, ist mir ebenfalls bewusst. Ich habe ja auch geschrieben, dass ich für nächstes Schuljahr etwas suche. Das nächste Schuljahr beginnt im September. Bis dahin sollte sich wohl etwas gefunden haben.

Ich habe die Frage bewusst hier gestellt, in der Hoffnung mich direkt mit jemandem austauschen zu können, der in einer möglichen Wohngruppe wohnt oder arbeitet. Die Informationen, die ich benötige, gibt es im Internet nicht. 

Kommentar von einfachichseinn ,

Ich denke auch nicht, dass es bis zum September etwas wird. Wie gesagt solche Einrichtungen kosten eine Menge Geld, da wirst du nicht in weniger als 6 Monaten rein kommen. 

und eins hast du schon sehr gut erkannt. Die Informationen, die du suchst wirst du im Internet nicht finden (und ja auch gute Frage.net ist Internet). Aus diesem Grund habe ich mir die Mühe gemacht zu schauen, was für Möglichkeiten es in Hamburg gibt und habe dir eine von vielen Seiten verlinkt. Anstatt zu warten, dass irgendjemand in genau der Einrichtung ist, in die du möchtest, solltest du selber mal tatkräftig werden und einfach zum Jugendamt gehen dich dort erkundigen und vielleicht direkt schon mit dem verantwortlichen des Heimes in Kontakt treten und in Erfahrung bringe, ob du nicht mal hospitieren kannst oder vergleichbares. 

Denn eins ist klar. Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass auf gf jemand ist, der ebenfalls in einem Heim in Hamburg ist, diese Frage liest und dir dann auch noch antwortet. 

Dann kommt aber jemand, der echt eine Menge Zeit investiert und versucht dir zu antworten und anstelle eines "Dankeschön" wird man auch noch angepflaumt. 

Kommentar von Revic ,

Danke für deine Mühen. Ich hatte nur den Eindruck, du hättest einige Inhalte meiner Frage anders aufgefasst, als sie gemeint haben. Meine Richtigstellung als "anpflaumen" zu bezeichnen, finde ich übrigens nicht korrekt. Ich habe dich weder persönlich angegriffen, noch bin ich vom Thema abgewichen. Wo also liest du heraus, ich hätte dich angepflaumt?

Bist du in diesem Thema denn überhaupt in irgendeiner Weise bewandert oder sind das mit den 6 Monaten reine Vermutungen? Ich kenne nämlich einige, die in Wohngruppen ansässig sind bzw. in solch einer gewohnt haben (leider nicht in meiner Nähe). Von denen hat niemand 6 Monate auf einen Platz gewartet.

Ich habe mich übrigens im Vorfeld im Internet nach möglichen Einrichtungen erkundigt. Deshalb frage ich ja jetzt hier, weil ich dort nicht die Informationen erhalten habe, die ich gesucht habe. Und findest du es wirklich so abwegig, sich vor dem Gang zum Jugendamt so viele Informationen dazu wie möglich zu beschaffen?

Klar ist die Chance gering, dass hier jemand antwortet, der meine Fragen beantworten kann, aber warum sollte mich das davon abhalten, es zu versuchen? Fragen kostet nichts, richtig?

Kommentar von einfachichseinn ,

Was das Thema mit dem Jugendamt geht keine ich mich eigentlich ziemlich gut aus, weil meine Mutter früher eine Zeit lang Kurzzeitpflegekinder hatte. Diese Kinder sind im übrigen auch von heute auf morgen aus den Familien gekommen, diese waren allerdings akut gefährdet, das bist du ja nicht wirklich. Das Jugendamt verfolgt auch nicht das Ziel Familien auseinander zu reißen, sondern Familien zu unterstützen und da gibt es noch eine Menge Möglichkeiten, die viel weniger kosten. Diese werden sie dir wohl auch erstmal nahe legen. und ich verstehe nicht, wieso man sich erstmal eine Menge (unter Umständen auch falscher) Informationen bedienen muss, bevor man wirklich jemanden fragt, der die Fragen zu 100% beantworten kann. Das kann im Internet niemand leisten. Selbst wenn Jans aus Hamburg genau die selben Probleme und genau das selbe Anliegen hat, kann es passieren, dass sein Fall doch ganz anders aussieht, als deiner, weil seine Betreuerin anders an die Problematik ran geht, als die Betreuerin, die du vom Jugendamt bekommst. im schlimmsten Fall macht Jans dir totale Hoffnungen, du freust dich total und am Ende sieht es bei dir doch ganz anders aus.

Kommentar von Revic ,

Es geht mir aber nicht um den Einzug in eine Pflegefamilie, sondern in eine Wohngruppe. Das ist schon ein beträchtlicher Unterschied. Es mag sein, dass ich keiner körperlichen Gewalt ausgesetzt bin, allerdings leidet meine psychische Verfassung so stark unter den familiären Zuständen, dass ich alle paar Monate stationär stabilisiert werden muss. Das kostet auch eine Menge Geld und bringt mir im Endeffekt rein gar nichts, denn sobald ich wieder Zuhause bin, geht alles von vorne los.

Was soll mir denn da noch anderes vom Jugendamt geraten werden als ein Auszug? Therapie mache ich schon, Familiegespräche gab es auch zu genüge. Glaubst du etwa, der Wunsch nach einem Auszug ist nur Jux und Tollerei? Ich bin nervlich am Ende und weiß mir nicht mehr anders zu helfen! Du tust ja fast so, als wäre es ein Verbrechen, sich nach einem stressfreieren Leben zu sehnen. So. Jetzt kannst du gerne behaupten, ich würde dich anpflaumen. Da steh ich zu.

Kommentar von einfachichseinn ,

Ich weiß, dass du nicht in eine Pflegefamilie willst. Aber auch da wirst du nicht so schnell rein kommen. ich tue auch nicht so, als wäre dein Wunsch ein Verbrechen. Es ist sogar dein größtes Recht. Allerdings gibt es noch eine Menge Möglichkeiten. Wie zum Beispiel eine Familienhilfe oder oder oder. Und dass du stationär unterkommst, interessiert das Jugendamt wegen der Kosten reichlich wenig. Die werden nicht vom Jugendamt, sondern von der Krankenkasse getragen. Allerdings solltest du wirklich zum Jugendamt gehen, anstatt hier mit mir zu diskutieren.

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