Frage von aerco, 93

Wohngebäude-Wasserschaden:Was tun?

Hallo,

wir haben einen Wasserschaden durch einen defekten Heizungsrücklauf im gesamten Kellergeschoss. Als Januar kalt war (-15 Grad) hatten wir einen so hohen Druckverlust in der Heizung, dass wir zum Ende mehrmals täglich nachfüllen mussten. Nach Kontakt mit der Wohngebäudeversicherung wurde ein kooperierender Leckorter geschickt. Der hat auch den Schaden gefunden, freigelegt und das Wasser spritzte nur so raus. Klarer Versicherungsfall! Dann wurde uns eine Bautrocknungsfirma empfohlen. Die wollte die Räume über die Randfugen trocknen, so bleiben die Möbel drin. Der nächste Fachmann, von der Versicherung empfohlen, der anschließend sanieren soll meinte, so funktioniert das nicht, die Möbel müssen raus. Wie will man Putz erneuern, Parkett verlegen und streichen wenn Möbel davor stehen??? Die Sachbearbeiterin von der Versicherung meinte, wir haben "Mitwirkungspflicht" und wir sollen die Möbel selbst ausräumen, zur Seite stellen (in die Mitte der Räume), die Sachen aus den Regalen, Schränken usw. in Wäschekörbe... Und meine Möbel kann ich ja in den drei Wochen Bautrocknung in die Garage stellen... Dann sind die verschimmelt bei der Witterung! Einen Gutachter wollte die Versicherung gar nicht schicken. Wir haben dann geschrieben, wenn sie keinen kommen lassen, lassen wir ein Gutachten in Auftrag geben und sie sollen bitte die Kosten übernehmen. Nun plötzlich schreibt ein anderer Herr mit i.V. zurück, dass ein Gutachter kommt. Muss ich deren Gutachter akzeptieren? Ich befürchte, dass man nur die Kosten drücken will. Wir haben in mindestens einem Raum schon Schimmelbefall! Daher möchte ich eventuelle Folgeschäden ausschließen. Wir haben in den meisten Räumen im Keller Korkparkett und Laminat verlegt und der soll drin bleiben, riecht aber schon modrig von der Feuchtigkeit. Was sollen wir tun? Vor ca. einem Jahr war schon einmal ein Leckorter da, der konnte aber damals nichts finden und meinte, obwohl da schon ein leichter Druckverlust im Heizkreislauf war, die Nässe kommt von draußen. Also kein Versicherungsfall. Nun haben wir den Schaden! Bei uns sind c-Rohre verlegt, die rosten sehr schnell wenn sie feucht werden und die bisherigen Fachleute sagen alle, das rostet an der nächsten Stelle wieder. In ein paar Monaten bis zwei Jahren werden wir wieder eine Schadstelle im Keller haben: Erfahrungswerte... Geld für eine komplett neue Aufputzinstallation haben.wir aber nicht und die Versicherung zahlt das sicher auch nicht. :-( Vg, Aerco

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Buerger41, 45

Für den Gebäudeschaden, also Trocknung der Wände und des Fußbodens, Reparatur des Rohrbruchs, Verputzen und Anstrich und Rep. des Fußbodenbelags bzw. Erneuerung, ist die Gebäudeversicherung zuständig.

Für die Möbel u.a. die Hausratversicherung. Wenn Sie eine solche nicht haben, müssen Sie selbst anpacken. und organisieren.

Kommentar von Buerger41 ,

Danke für die Auszeichnung

Antwort
von Jackmen, 52

gutachter von der versicherung kannst du nicht abweisen. dann gibt es auch kein geld. also selbst wasser abpumpen, den boden rausnehmen, alter putz runter, heiztrockner aufstellen, feuchtigkeitsmessungen machen, neu verputzen usw..

Kommentar von aerco ,

Wie selbst machen? Das muss doch die Versicherung bezahlen, dafür zahlen wir doch Beiträge. Ich will nichts, was uns nicht zusteht. Ich will nur alle Schäden langfristig beseitigen bzw. abwenden. 

Kommentar von Jackmen ,

dann gutachter rein. man wird ja recht von unrecht unterscheiden können. wenn du weißt das die versicherung alles abdeckt, verstehe ich deine frage nicht.

Kommentar von aerco ,

Nach über 11 Monaten ist immer noch kein Ende in Sicht. Anwalt hat nichts geholfen und nun liegt das Ganze beim Versicherungsombudsmann, weil die Versicherung bisher keinen Cent (außer Bautrocknung) bezahlt hat! Wir haben den Schaden mittlweile selbst repariert und hoffen, dass endlich eine Entscheidung mitgeteilt wird, egal wie sie ausfällt.

Also mein Fazit: Niemals den Gutachter der Versicherung und deren "Kooperationspartner" akzeptieren sondern auf einen neutralen Gutachter bestehen! Dazu hat man das Recht!!!

Antwort
von vogerlsalat, 56

Naja, eine Versicherung ist nicht dazu da eine neue Heizung zu finanzieren.

Klar müssen die Möbel raus wenn saniert werden soll. 

Du schreibst, es soll Parkett erneuert werden und kurz später schreibst du das Laminat soll drinnen bleiben. Irgendwie kenn ich mich da nicht aus.

Lasst doch den Gutachter mal machen und schaut was raus kommt.

Kommentar von aerco ,

In dem Raum, in dem das Leck war wurde der Parkett in dem Bereich aufgerissen und der Estrich entfernt. Da muss erneuert werden, weil der verklebt war. In den anderen feuchten Räumen soll der Boden (Parkett und Laminat) drin bleiben. Da aber überall das Trägermaterial Holz ist habe ich Bedenken wegen Schimmel und Bakterien. Heizungswasser kommt mit 30-40 Grad an. Idealer Nährboden um sich zu vermehren. Mein Mann ist Allergiker... Und unser beider Arbeitszimmer ist betroffen. Mein Mann arbeitet im Vertrieb und hat ein Homeoffice und ich bin selbständig. In mein Arbeitszimmer kommen regelmäßig fremde Kinde. Ich bin für Schäden an deren Gesundheit haftbar. 

Kommentar von vogerlsalat ,

Dazu ist ja der Gutachter da um zu klären was alles gemacht werden muss. Lasst den doch mal machen, sprecht mit dem über eure Bedenken.

Kommentar von aerco ,

Ich bin schockiert, das Angebot für Trocknung, Sanierung und Einlagerung ist da...

Das es ein großer Schaden ist, war mir durchaus bewusst, aber man hofft doch irgendwie immer, dass es nicht so schlimm ist. Die Kosten für Bautrocknung und Sanierung belaufen sich bis jetzt auf rund 15.000€!

Gleichzeitig bin ich aber auch beruhigt, dass der Sanierer so gründlich kalkuliert und auch an den Schimmelschutz gedacht hat. Wenn ich das richtig verstanden habe, dürfen wir unseren Keller nur noch durch eine Schleuse mit Mundschutz betreten, wegen den Schimmelsporen in der Luft beim Trocknen und Sanieren! :-O

Wahnsinn, was so ein Leck in der Heizungsleitung für einen Schaden verursachen kann! Wir hatten das Kinderzimmer erst letztes Jahr neu renoviert... Mein Arbeitszimmer hab ich auch erst vor ein paar Jahren neu gestaltet. Es ist einfach nur ärgerlich und belastend. :-(

Jetzt bin ich gespannt, was Gutachter und Versicherung sagen. Das defekte Heizungsrohr hab ich aufbewahrt, es ist total verrostet.

Und der Sanierer hat überall neuen Bodenbelag im Angebot drin! Nur die Fliesen bleiben, alles andere (Parkett und Laminat) kommt raus.

Kommentar von vogerlsalat ,

...dann ist ja nur zu hoffen, dass der Gutachter nichts rausstreicht.

Kommentar von aerco ,

Der Gutachter war letzte Woche da. Es hat mich sehr verwundert, dass er unser Haus von außen fotografiert hat und unbedingt wissen wollte, ob wir Baupläne vom Haus haben. Die hat er sich dann kopiert (Keller und EG, DG ist nicht ausgebaut). Er hatte kein Messgerät dabei, nur einen Fotoapparat. Er hat keine Feuchtigkeiten gemessen, keine Proben genommen, nichts! Er meinte, die Daten wären für die "Risikobewertung", es ging wohl darum, ob wir nicht vielleicht unterversichert sind.

Das kam mir schon sehr komisch vor. Aber noch kurioser war, dass er meinte, ER könnte die Trocknung usw. in Auftrag geben. So viel zu "neutrales Gutachten", ist der Mitarbeiter, oder was?

Nun sagt er, dass nur ein kleiner Bruchteil des Schadens tatsächlich vom Heizungsrohr kommt, sondern das Meiste durch Feuchtigkeiten von außen...

Was soll man dazu sagen??? Was würdet ihr machen? Zweites Gutachten auf eigene Kosten? Anwalt konsultieren?

Mein Eindruck ist, das Gutachten diente nur dazu, so viel wie möglich nicht zu zahlen zu müssen...

Kommentar von vogerlsalat ,

Anwalt wird nicht viel helfen können, wenn ich ganz sicher wäre, dass das Gutachten nicht stimmt und sich die Versicherung nur drücken will, würde ich ein Gutachten auf eigene Kosten machen lassen und, wenn das völlig anders aussieht, dann einen Anwalt beauftragen. Wenn das Gutachten nämlich ähnlich ausfällt, dann ersparst du dir zumindest den Anwalt.

Kommentar von aerco ,

Wir sind einfach nur genervt und wollen, dass jetzt, nach über vier Wochen endlich mal was vorwärts geht. Die Versicherung hat jetzt auf zwei Räume reduziert. Der Raum, in dem das Rohr kaputt war und der Raum, der vor dem Heizkeller liegt. Da ist auch die Innenwand nass. Insgesamt sind aber 6 Räume mehr oder weniger betroffen. Obwohl nur die Wände laut Gutachter in zwei weiteren Räumen laut ihm von außen feucht sind. Komisch nur, dass immer nur der Sockelbereich feucht ist... 

Wenn es wirklich nicht vom Rohrbruch ist, ist es dann möglicherweise eine fehlende Dampfbremse zwischen Mauerwerk und Bodenplatte? Das kann man ja nachträglich gar nicht mehr korrigieren! :-( 

Bin echt ratlos. 

Also werden wir wohl das, was die Versicherung bezahlt unter Vorbehalt in Auftrag geben. Unter Vorbehalt, weil wir nicht alle Schäden, zumindest die an den Innenwänden, als Ursache der Feuchtigkeit von außen sehen. 

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