Frage von Irrelevant666, 42

Wohne bei meiner Mutter in einem Haus. Das Haus gehört zu 25% mir. Wie komme ich da raus trotz Hartz IV?

Guten Tag,

ich (35) musste Anfang 2016 nach gescheiterter Beziehung wieder bei meiner Mutter einziehen. Beziehe jetzt Hartz IV und bekomme vom Jobcenter eine Umschulung bezahlt (Dauert noch 1,5 Jahre). Ich halte es hier einfach nicht mehr aus (schlechtes Verhältnis zur Mutter, kaum Privatsphäre, 10qm-Zimmer, Rest "Gemeinschaftsräume", zudem wünsche ich mir eine neue Beziehung und das funktioniert nicht als Mann in meinem Alter, der bei Mutti wohnt -.- ). Habe bereits eine Wohnung gefunden, bin mit dem Mietvertag zum Jobcenter, dort wurde mir gesagt, ich bekomme keine Wohnung bezahlt, da mir 25% des Hauses gehören. Stimmt das? Komme ich da irgendwie raus, ohne mich zu verschulden?

Antwort
von GerdausBerlin, 11

Von Vorteil ist immer ein Antrag nach SGB II § 22 Absatz 4. Nur Leute unter 25 benötigen einen Antraug nach Absatz 5.

Wird der Antrag abgelehnt, steht einem der übliche Rechtsweg offen: Widerspruch beim Amt, danach Klage beim Sozialgericht, im Eilfall sofort ein Eilantrag beim Sozialgericht.

Falls man Vermögen hat, das über den Grenzen liegt, die in SGB II § 12 genannt sind, kriegt man nur ALG II als Zuschuss, wenn man in einem selbstgenutzten Eigenheim wohnt - so wie du.

In allen anderen Fällen kriegt man ALG II nur als Darlehen - und das auch nur, wenn man sein Vermögen nicht ohne besondere Beschwernisse verwerten kann - also verkaufen oder beleihen, notfalls auch vermieten oder verpachten.

In der Regel kriegt man noch nicht einmal eine Umschulung finanziert, wenn man Wohneigentum im Wert von über 10.000,- hat. Aber du hast es gekriegt, weil du in dem Eigentum selber wohnst - deshalb musst du es nicht verwerten.

Nehmen wir mal an, die Immobilie hat einen Wert von 200.000,-. Dann kannst du im Grunde deine 25 Prozent verwerten, also 50.000,- erhalten.

Bis das klappt, kriegst du ein Darlehen per ALG II. Zurückzahlen musst du aber nur das Geld, was unter deinen Freibeträgen liegt, also max. 40.000, je nach Alter.

Den Rest erhältst du als Zuschuss.

Auch die Finanzierung deiner Fortbildung müsste dann auf ein Darlehen umgestellt werden, wenn du ausziehst. Soweit, bis deine Grenze von ca. 40.000 erreicht ist.

Gruß aus Berlin, Gerd

Antwort
von Ningh, 33

Überschreibe alles an Mutti, dann hast du keinen Sorgen mehr

Kommentar von EstherNele ,

Das ist nicht die beste Idee.

Die wissen ja jetzt von dem 25%- Haus und wenn du das in einer Situation der Bedürftigkeit verschenkst (du verzichtest auf geldwertes Eigentum) und machst dich damit noch bedürftiger, dann kannst du dazu gezwungen werden, die Schenkung bzw. Überschreibung rückgängig zu machen.

Kommentar von Irrelevant666 ,

Ja, denke auch, dass das Amts meine Großzügigkeit nicht belohnen würde^^  Hoffe eigentlich, Sachbearbeiter/in irrt sich und es gibt für mich einen Ausweg nach möglicherweise Art 1 GG, Unzumutbarkeit o.ä. Kanns ja verstehen, dass man da erstmal angehalten wird, "Zuhause" zu wohnen, wenn´s da etwas gibt...hätte aber wohl die Umschulung nicht angefangen, wenn sie mir das vorher gesagt hätten...Anfangs wurde mir (bei selbiger Sachlage) gesagt, ich solle mir selber ne Wohnung suchen und dann den Mietvetrag bringen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community