Wohlverhaltensphase seit 3 Jahren 1 Gläubiger Vergessen?

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5 Antworten

Ich will Dir keine Angst machen, aber das was hier in den anderen Antworten geschrieben wurde, stimmt allenfalls teilweise.

Richtigerweise hast Du ein ernsthaftes Problem, wenn der Gläubiger nun seine Forderung zum Insolvenzverfahren anmeldet und dann die Versagung der Restschuldbefreiung beantragt, da dies einen Verstoß gegen § 290 I Nr. 6 InsO darstellt.

Der Bundesgerichtshof hat bereits 2012 entschieden, dass der Insolvenzgläubider für den Versagungsantrag lediglich mitteilen muss, dass ihm eine Forderung zusteht, die der Schuldner kannte. (BGH, Beschluss v. 28.06.2012, IX ZB 259/11 - http://kanzlei-eichhorn.com/versagung-der-restschuldbefreiung-bei-versehentlich-nicht-angegebenem-glaeubiger-bgh-beschl-v-28-06-12-az-ix-zb-25911/)

Die Frage dürfte hier aber eher sein, ob es sich überhaupt um eine Insolvenzforderung handelt. Wenn Du Dich tatsächlich bereits seit 3 Jahren in der Wohlverhaltensphase befindest und die Forderung aus dem Jahr 2012 ist, kann es gut sein, dass diese erst nach Insolvenzeröffnung begründet wurde. Dann ist sie zwar ohnehin nicht von der Restschuldbefreiung umfasst, aber Du hättest - zumindest in dieser Hinsicht - nichts falsch gemacht.

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Kommentar von Schuldenhelfer
26.11.2015, 22:20

Der BGH führt in diesem Urteil aus, das die Restschuldbefreiung zu versagen ist, wenn die Forderung vorsätzlich oder grob fahrlässig nicht angemeldet wurde. Diesem Vorwurf kann man dem Fragesteller nach seiner Schilderung nicht machen, er hat vielmehr Anstrengungen unternommenalle Gläubiger zu ermitteln. Im übrigen reicht es gerade nicht aus, nur mitzuteilen, das eine Forderung besteht, er muss diese vielmehr glaubhaft machen. Außerdem wird der Schuldner zum Antrag gehört. Im vorliegenden Fall heilt die nachträgliche Aufnahme des Gläubigers das Versäumnis.

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Solange der Gläubiger sich noch während des Verfahrens oder der Wohlverhaltensphase meldet, kann das Versäumnis durch Aufnahme in das Gläubigerverzeichnis geheilt werden. Bitte die Gläubigerpost unverzüglich an den Insolvenzverwalter übergeben.

Etwas blöder wird es, wenn sich der Gläubiger erst nach erteilter Restschuldbefreiung meldet. In diesem Fall könnte der Gläubiger Schadensersatz in Höhe der Quote verlangen.

Im übrigen sind die Anträge von Gläubigern auf Versagung der Restschuldbefreiung erheblich zurückgegangen, da die Gläubiger seit einiger Zeit bei diesen Anträgen die volle Gerichtsgebühr zu tragen haben.

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Kommentar von MrMoney61
25.11.2015, 18:27

Diese "volle Gerichtsgebühr" sind 35,- €. Vor dem Hintergrund, dass jeder Vollstreckungsversuch mehr Kosten verursacht die Sachlage in diesen Fällen regelmäßig ziemlich eindeutig ist und auch kein Anwalt beauftragt werden muss, halte ich es für ein Gerücht, dass die Gebühr einen Gläubiger von der Antragstellung abhalten wird.

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Solange der Schlußtermin noch nicht war kann sich der Gläubiger immer noch in die Tabelle eintragen lassen. Nach dem Schlußtermin hat der Gläubiger Pech gehabt und bekommt gar nichts mehr. Es sei denn, was schwer sein dürfte, man kann Dir nachweisen das Du ihn absichtlich vergessen hast.

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Die Restschuldbefreiung ist nur gefährdet, wenn man dir Vorsatz nachweisen oder grobe Fahrlässigkeit vorwerfen könnte. Das scheint hier ja nicht der Fall zu sein.

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Kommentar von Benz1981
23.11.2015, 22:36

Ok habe wirklich alles versucht und jetzt meldet er sich mit der Forderung werd da jetzt keine Probleme bekommen 

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Ich würde mit dessen Forderung auf das Amtsgericht gehen, welches Deinen Fall bearbeitet, den Leuten die Situation erklären und reumütig um Hilfe und Rat bitten! 

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