Frage von MariaAbdel, 119

Woher wussten die Wikinger wohin sie segeln mussten?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Unsinkable2, 77

Die Wikinger waren ein "Küstenvolk", das sich normalerweise nur wenig außerhalb der sichtbaren Uferlinien aufhielt. Große Entfernungen wurden dabei in Etappen zurückgelegt.

Wenn sie doch mal weiter fahren mussten, als das Ufer sichtbar war, behalfen sie sich mit verschiedensten Mitteln, darunter "Leuchtfeuer" (deren Schein man am nächtlichen Himmel viele Kilometer weit sehen konnte), die wie Perlenschnüre am Ufer verteilt wurden.

Es kam ihnen dabei auch weniger auf "Genau da müssen wir hin!" an; sondern sie fuhren einfach immer geradeaus, bis der Sand unter ihrem Kiel knirschte. Dann stiegen sie aus, fragten nach dem Weg und fuhren anschließend bis zum Zielort immer schön am Ufer entlang...

In bekannten Gebieten (Ostsee, Nordsee) hatten sie äußerst zuverlässige eigene "Wegbeschreibungen", die ihnen den Weg wiesen. Und da sie sich bevorzugt in bekannten Gebieten aufhielten, sahen sie auch keine große Notwendigkeit, "besonders effektive Navigationsmittel" zu erfinden. Selbst den Kompass, der damals schon lange erfunden war, verschmähten sie wohl; jedenfalls gibt es nur wenige und ungenaue Überlieferungen, dass Kompasse genutzt wurden.

Stattdessen verließen sie sich vor allem auf die Erfahrung ihrer "Kapitäne", die besondere Wertschätzung genossen. Diese wiederum setzten beispielsweise auf die Beobachtung der Flugrichtung von Landvögeln, von Wellenmustern, Wolken, Strömungen, Treibgut im Wasser und zahlreichen anderen Möglichkeiten, sich ohne Kompass zu behelfen. 

Beispielsweise treiben kleine Äste viele Kilometer auf das Wasser hinaus. Entdeckte man sowas, musste man nur der Strömung folgen, um an Land zu kommen. Und Wolken bilden über Land oft andere Formationen aus. Ein guter Beobachter kann also Land schon weit hinter dem Horizont entdecken. Außerdem wechselt der Wind bei Anbruch von Tag bzw. Nacht in Landnähe massiv die Richtung (wenn es nicht gerade stürmt, sogar bis zu 180°). Stellt man so eine abendliche oder morgendliche "Windrichtungs-Änderung" fest, muss man nur dem Wind folgen. 

Zusammen mit einem Lot (das ist ein Gerät zur Tiefenmessung; denn Land kündigt sich immer durch "flacher werdendes Wasser" an; und dabei reicht es schon, wenn man feststellt "eben noch 75 Meter tief; jetzt nur noch 30 Meter tief") kann man durchaus passable "Navigations-Ergebnisse" erreichen; vor allem, wenn man bedenkt, dass die Boote, solange sie segelten, mehr oder weniger vor dem Wind hertrieben. Und der Wind ändert auf See oft über viele Tage seine Richtung nicht ohne weiteres; und wenn, dann relativ vorhersehbar. Man wusste also schon beim Losfahren, wo man in ein paar Tagen ungefähr ankommen wird, wenn man dem Wind folgt...

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Darüber, ob sie allerdings den "Sonnenstein" wirklich als Navigationshilfe benutzten, lässt sich trefflich streiten. In nördlichen bzw. polaren Breiten nutzt der Sonnenstand ohne eine genaue Uhr praktisch überhaupt nichts. Und "Uhren" hatten die Wikinger noch nicht. Nicht einmal ungenaue.

Wahrscheinlicher ist, dass sie das "Sonnenbrett" (eine Art Kompass, der mit "Schattenwurf" funktioniert; also sowas wie ein "Sonnenkompass") bzw. das "Dämmerungsbrett" (eine Art "erweiterter Sonnenkompass", der auch in der Dämmerung nach Sonnenuntergang funktionierte) nutzen und nur gelegentlich hilfsweise den Sonnenstein zur "Überprüfung durch vergleichende Ergebnisse" einklemmten.

Antwort
von feloman, 70

ich würde mal behaupten Das den Wikingern ein Stern half! 

Antwort
von Specktiger, 59

Sie nutzten Sonnensteine ( https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnenstein_(Wikinger) ) :-)

Antwort
von FragaAntworta, 49

Kannst Du Deine Frage ein wenig präziseren?

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