Frage von Starlink, 101

Woher wissen wir, dass etwas echt ist und kann man es beweisen?

Guten Abend!

Um meine Frage noch mal zu präzisieren: Man sagt ja (zumindest habe ich es gehört), dass man eigentlich nicht wissen kann, ob man sich in der Realität befindet, oder nicht. Was ist, wenn alles nur reine Einbildung ist? Wieso weiß man dann nach dem Aufwachen, dass man geträumt hat?

Angenommen jemand denkt er würde die ganze Zeit träumen, obwohl er sich gerade mit dir im wachem Zustand unterhält. Wie könnte man diese Person vom Gegenteil überzeugen?

Hoffe jemand versteht diese Frage, danke im voraus!

Mit freundlichen Grüßen, Mara

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von sarahj, 59

Darüber haben Philosophen Jahrtausende spekuliert.

Man kann nicht wissen, ob wie alles nur träumen. Ich würe argumentiern, daß unser waches Leben zumindest "realer" ist, als was wir im Schlaf erleben. Denn es zeigt sich daran, daß unser waches Leben eine gewisse Kontinuität zeigt, während das Geträumte ziemlich unzusammenhängend ist. Selbst innerhalb eines Traums bin ich plötzlich woanders, scheint es manchmal kein Ursachen-Wirkungsprinzip zu geben, ich träume in einer Nacht von mehreren Dingen, bin morgen Nacht woanders usw.
Ich gehe also (sicher mit den meisten) mal davon aus, daß unsere Träume lediglich ein Aufarbeiten von Erlebtem, von Eindrücken, Erinnerungen usw. sind, die tagsüber durch verschiedene Kontrollmechanismen des Großhirns unterdrückt werden. Mechanismen die im Schlaf geschwächt, oder ausgeschaltet sind. Ähnlich wie bei manchen Drogen (LSD, Pilze) wo dies auch passiert, und sich Unterbewusstes im Hirn breit macht.

Alles könnte aber immer noch ein Traum im Traum sein.

Oder wir könnten simulierte Entitäten in einem Mega-Sims-Spiel von pupertierenden Außerirdischen sein.
Oder die ganze Welt könnte mit all ihren Naturgesetzen eine einzige riesige Simulation sein.

Das liese sich schwer feststellen, solange keine für uns feststellbare Fehler in der Simulation sind. In vielen SciFis wird das thematisiert; z.B. in "Matrix", "Welt am Draht" bzw. dem remake "13th Floor" oder auch "Vanilla Sky" und "eXistenz"
(in Matrix und 13th Floor gibt es übrigens solche Fehler in der Simulation).

Sogar als ernshafter Physiker kann man darüber spekulieren. Siehe



Würde es einen Unterschied machen?

Nein. Erstens würde sich ein simuliertes Leben von einem "realen" nicht unterscheiden. Es ist nicht einmal nachprüfbar oder falsifizierbar (von solchen Fehlern mal abgesehen, die würden wir aber als merkwürdige Naturgesetze interpretieren, oder als Geister ;-).

Auch hätte es keinen Einfluß auf unser Dasein.
Möglich wäre natürlich, daß uns jemand einfach abschaltet.
Aber auch das würden wir nicht merken. Wenn ein backup eingespielt, und die Simulation fortgesetzt wird, geht es für uns nahtlos weiter.

:-D

Kommentar von sarahj ,

merci für's Sternchen!

Antwort
von Eselspur, 43

So jemanden könnte man gar nicht überzeugen. Spätestens beim Verliebt-sein, bei Zahnweh und sogar bei einem richtigen Hunger wissen wir aber instinktiv, dass dem nicht so ist.

(Übrigens: Die Aborigines, die Einwohner Australiens waren überzeugt, dass wir nur in unseren Träumen zur wirklichen Wirklichkeit vorstoßen können.)

Antwort
von Gronkor, 41

Angeblich gibt es da ja bestimmte Tests: Zum Beispiel, sich schnell um die eigene Achse zu drehen und dann plötzlich anzuhalten: Wenn man sich trotzdem weiter dreht, träumt man.

Aber alleine durch logisches Überlegen kann man so etwas glaube ich nur schwer herausfinden. Immerhin merkt man es ja meistens nicht, wenn man träumt - und auch die meisten Leute, die halluzinieren oder Wahnvorstellungen haben merken nicht, dass sie einer Täuschung aufsitzen.

Was zumindest einigermaßen funktioniert, ist, dass man zumindest im Tagesbewusstsein nach einiger Zeit ein ganz gutes Gefühl dafür entwickelt, welchen Wahrnehmungen man trauen kann und welchen nicht. Zumindest funktioniert das bei mir mit den Jahren besser. Ich leide nämlich an einer Art Schizophrenie und muss auf der Hut sein, dass mich nicht wieder irgendwelche Wahnideen erwischen.

Eine Garantie kannst Du natürlich nie haben, sondern immer nur relative Sicherheit. Aber gilt das nicht für sehr Vieles im Leben?

Kommentar von sarahj ,

"Ich leide nämlich an einer Art Schizophrenie und muss auf der Hut sein, dass mich nicht wieder irgendwelche Wahnideen erwischen."
Das finde ich super spannend!

Könntest Du schildern, wie man sich das vorstellen kann (ist es so wie bei John Nash in "A Beautiful Mind", oder ganz anders? Sind es Ideen, Gefühle oder richtige Bilder? Und wie erkennst Du Unreales? Ist es unlogisch?

(natürlich nur, wenn es Dir nichts ausmacht, darüber zu schreiben...
ich fänd es ungemein spannend, mehr darüber zu erfahren, wie es sich subjektiv anfühlt)
LG

Antwort
von dschungelboss, 46

Dafür müssten wir erstmal wissen, was Realität ist.. Alles was du siehst spielt sich nur in deinem Kopf ab.. Deine gesamte Welt wird einzig und allein über deine Sinne, und deine Vorstellung definiert. Alles was du siehst, was du hörst macht dein Gehirn. Deine Sinne nehmen etwas war, dein Gehirn macht ein Bild, Ton, oder Geruch dadraus, was du dann als Realität bezeichnest. Du weist also eigentlich nicht wirklich wie die Welt aussieht, du weist nur wie du die Welt siehst. 

Durch Kommunikation können wir anderen das was wir sehen verständlich machen. Wenn wir beide in der Realität  einen Stein fallen lassen, fällt er zu Boden, und wir sehen beide das gleiche. Genauso diese Schnittmenge ist die Realität. Wenn mehrere Menschen ein Ereignis wahrnehmen können.  

Würden wir beide schlafen, und gerade träumen, und in unserem Traum einen Stein fallen lassen, dann würden da unter Umständen zwei vollkommen verschiedene Dinge passieren. 

In dem Sinne ist ein "Traum" individuell und die "Realität" kollektiv. 

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