Frage von Maria33322, 124

Woher weiß ich eigentlich ob ich den richtigen Therapeuten habe?

Hey 😊 bin seit ca. 10 Monaten in ,,Beratung'' und versteh mich sehr gut mit ihr :) freu mich auf jeden Termin und die Gespräche sind wahnsinnig erleichternd.. Dennoch habe ich manchmal das Gefühl dass sie etwas verpeilt ist und manchmal vergisst was wir letztes Mal gemacht haben.. Ich weiß, dass zu ihr sehr viele Menschen kommen und eine Last fällt mir weg wenn ich bei ihr bin, aber gleichzeitig habe ich auch das Gefühl dass ich in meiner Situation nicht weiterkomme..

Antwort
von Dahika, 38

Dann sprich genau das an. Das Zweifeln am Therapeuten ist übrigens völlig normal und kommt oft vor.

Du freust dich auf jeden Termin, die Gespräche sind erleichternd. Das ist doch wunderbar.

Was meinst du mit Weiterkommen? Du bist seit 10 Monaten in Therapie oder Beratung. Das ist kurz. Was erwartest du? Diese Fragen, diese Zweifel solltest du ansprechen. Vermutlich ist interessant, was dann dabei herauskommt. Woher kennst du dieses Gefühl, etc...

Sie ist noch sehr jung. Na gut, aber sie ist in Supervision und hat von daher professionelle Hilfe für ihre eigenen Sitzungen. Dass sie mitschreibt, ist vermutlich ein Zeichen, dass sie noch unerfahren ist. DAs solltest du ihr darum nachsehen. Bei älteren Therapeuten mit mehr Erfahrung würde mich das sehr stören. Denn ein Therapeut soll während der Sitzung zuhören und nicht mitschreiben. Hinterher kann er/sie protokollieren.

Aber wie gesagt, lass dich nicht irritieren und vertrau deinem Gefühl. Wenn du dich wohlfühlst, dann ist sie richtig für dich. Und wenn du zweifelst, dann sprich das an und kläre das.

Ganz oft haben solche Gefühle  nichts mit der Qualität des Therapeuten zu tun, sondern mit deiner eigenen Biographie. Es wird dabei nämlich die Frage gestellt: kann ich vertrauen, kann ich mich einlassen oder werde ich (wie so oft schon in meinem Leben) wieder enttäuscht?

Dass zu sauer bist, dass du zweifelst, dass du dich verraten und verkauft fühlst, dass du dich verlassen  fühlst, manipuliert fühlst, dass du böse bist auf die Therapeutin, dass du sie an die Wand klatschen könntest,  wirst du im Laufe deiner Therapie noch oft genug empfinden. Und dann herausfinden, dass das alte Gefühle sind, die mit ihr persönlich  nichts zu tun haben, sondern durch die Therapie wieder hochkochen. Und das ist auch gut so. Nur so kannst du ihnen dann ihren Platz zuweisen und sie loslassen.

Wie gesagt: vielleicht zweifelst du an deiner Therapeutin, weil du dir nicht vorstellen kannst, dass du jemandem vertrauen kannst. Wer war das gewesen?

Es ist aber wichtig, mit der Therapeutin über diese und andere Gefühle zu reden. Wenn solche Gefühle hochkochen, ist es unglaublich wichtig, darüber zu reden. Komm nicht auf die Idee, deine Therapeutin etwa schonen zu müssen. Sag ihr alles, was dir an Gefühlen ihr gegenüber in den Sinn kommt. Und wenn es noch so fies ist.

Aber das Mitschreiben bei einer Therapiesitzung ist kein Zeichen von Kompetenz. Und es macht auch gar nichts, wenn sie sich nicht an alles erinnert, was du gesagt hast. Es ist kränkend - sag ihr das! - aber mehr nicht. DAs, was wichtig ist, bleibt sowieso in Erinnerung. Und der Rest kommt wieder hoch.



Antwort
von Paumarthe00, 50

Ich finde, dass wichtigste ist, dass du ihr vertraust und dich bei ihr wohl fühlst. Dass sie manche sachen nicht immer parat ist ist nicht so schlimm, meiner Meinung nach, dass ksn jedem passieren. Sag ihr was du denkst und sage ihr auch was du dir eigentlich vorstellst zu machen, was dir vllt helfen könnte. 

Alles gute:)

Kommentar von Maria33322 ,

Ja ich fühl mich auf jeden Fall wohl! Danke! :)

Kommentar von Paumarthe00 ,

Gut, denn ich finde, das ist das wichtigste. Ich selber bin auch in Behandlung, aber bei mir ist es gerade andersrum...ich kann mich iwi überhaupt nicht öffnen auch wenn er super gut und auch sehr freundlich ist. Ich weiß leider auch nicht woran es liegt. Sei glücklich, dass es bei dir so gut klappt!

Antwort
von elenore, 30

Ich kann Dir das Buch "Tut mein Therapeut mir gut?" empfehlen. Darin wird sehr anschaulich beschrieben, worauf es ankommt.

An erster Stelle solltest du auf dein Bauchgefühl hören: Die Grundlage jeder Therapie ist Vertrauen. Schließlich will man nicht mit jedem über seine privatesten Gedanken und Gefühle reden. Und nur wer sich von einem Therapeuten verstanden fühlt, kann dessen Denkanregungen und Ratschläge ernst nehmen. Achte daher gleich beim ersten Gespräch auf deine innere Stimme.

Ich denke auch die Grundsätze zur therapeutischen Qualität hinsichtlich der Kombination von Qualifikation und persönlichem Eindruck scheinen immer noch zielführend zu sein, um ein hilfreiches therapeutisches Arbeitsbündnis einzugehen.

Wichtig ist auch zu wissen, die ersten fünf Termine gelten als Probesitzungen, auch probatorische Sitzungen genannt. Diese Treffen werden bei gesetzlich Versicherten grundsätzlich von der Krankenkasse übernommen, auch wenn man sich danach doch für einen anderen Therapeuten oder gegen eine Therapie entscheidet.

Kommentar von Maria33322 ,

Doch ich vertraue ihr zu 100%! Und ich kann mich ihr auch öffnen und sehr persönliche Dinge erzählen..

Antwort
von Adrian593, 37

Ach, ich kenne das Gefühl. Ich war ebenfalls in Behandlung (Hypochondrie) und es gab Momente, in denen ich mir dachte "und jetzt, wie soll es weitergehen und werde ich tatsächlich 'geheilt' "? Mein Therapeut war mein ehemaliger Kinderarzt, ich konnte mit ihm über keine Symptome reden, er gab mir Entwarnung und auch mein medizinisches Interesse kam nicht so kurz, er hat mir sehr viel über den Körper erzählt und Fachwissen beigebracht. Fand ich zwar interessant, aber an meiner Hypochondrie hatte es zunächst nichts geändert, dass ich wusste, was eine Lymphangitis ist:D Doch von heute auf morgen war ich "geheilt". Das Stechen in der Brust habe ich nicht als Pneumothorax interpretiert, die Bauchschmerzen wurden ignoriert und auch sonst hatte ich ein Gespür dafür entwickelt, welche Symptome wirklich gefährlich sein könnten. Was ich dir damit sagen möchte, dass oftmals auch reden hilft, auch wenn man nicht daran glaubt. Bring Gesprächsthemen mit und rede mit ihr über Gott die Welt, selbst wenn es nichts mit deinem Anlass zu tun hat, es hilft. So sehr, dass ich zB bereits nach 14 Stunden die Therapie beendet habe. Lass dich von deinem Gefühl nicht kränken, so schnell wirst du keine dir so sympathische Therapeutin finden. LG:)

Kommentar von Maria33322 ,

Okay Dankeschön :) ja hast recht, war bereits bei einer anderen Therapeutin, aber das war einfach kein Vergleich..

Antwort
von Einstein2016, 36

Das "sie" den aktuellen Status von Dir im Wesentlichen vergisst ist definitiv nicht förderlich !

Schreibt sie sich denn nichts auf während der Gespräche. Das sollte man eigentlich zumindest erwarten von einer guten therapeutischen Fachkraft !

Du könntest dieses "Nicht Weiterkommen" einfach mal sachlich bei "ihr" ansprechen, um so schnellstens eine Korrektur vornehmen zu können.. 

Dafür solltest Du Deine Therapieziele bei "ihr" konkret und direkt erläutern.

Aus langjähriger Erfahrung weiß ich, dass es gerade jüngere Therapeuten bzw. Therapeutinnen meistens gut meinen, aber doch auch oftmals leider (noch) an praktischer Erfahrung und fehlendem Fingerspitzengefühl mangelt.

Wie alt Deine Therapeutin ist gibst Du hier nicht an. Evtl. spielt es eine Rolle.

Wenn "sie" unabhängig davon wenigstens fachlich wirklich gut ist, dann sollte ihr es gelingen, die Therapie schnellstens effektiv zu verändern (mit Dir kooperativ zusammen) damit Du wirklich weiterkommst wie Du es möchtest.

Wenn du aber erkennst, es hat keinen Zweck mehr mit "ihr", dann solltest Du Dich wohl besser nach einem neuen Therapeuten/Therapeutin umsehen.

Alles Gute Dir !


Kommentar von Maria33322 ,

Doch sie schreibt mit, ist aber noch sehr jung und unerfahren.. Aber gleichzeitig hat sie durch den kleinen Altersunterschied einen ,, guten Draht " zu mir :)

Kommentar von Einstein2016 ,

Der "gute" Draht ist durchaus positiv zu nennen und gehört dazu.

Es kommt dabei aber vor, dass man sich so schnell in eher rein privaten unwesentlichen "Randgesprächen" verlieren kann und - wie Du schon zutreffend erwähntest - letztlich nicht wirklich weiterkommt mit der sich im Kern zu befassenden zielorientierten konkreten Problem- bzw. Ursachenbewältigung Deiner Dich betreffenden belastenden krankheitsbedingten Situation.

Kommentar von Dahika ,

Schreibt sie sich denn nichts auf während der Gespräche. Das sollte man eigentlich zumindest erwarten von einer guten therapeutischen Fachkraft !
So ein Quatsch. Mit einem Therapeuten, der sich während der Gespräche was aufschreibt, hätte ich massive Probleme. Der/Die Therapeut/in soll sich nichts aufschreiben, der/die soll mir zuhören und mir beim Zuhören entsprechende Hilfestellungen geben.  
Hinterher macht man sich Protokolle - oder auch nicht! Meistens nicht, wenn man einigermaßen Erfahrung hat. Das, was wichtig ist kommt sowieso wieder.

Ein Therapeut ist doch kein Beamter, der mitschreibt. Schon gar nicht während der Sitzung!

DAs Aufschreiben während der Sitzung fördert nur das Mindfucking, und das führt zu nichts. Jedenfalls nicht zu Fortschritten.

Kommentar von Goodnight ,

Was redest du da für einen Unsinn, natürlich muss der Therapeut Aufzeichnungen machen. Die braucht er auch für seine Vorbereitung auf die nächste Sitzung und für das Studium der Akten ohne Patient, was er natürlich auch verrechnet.

Also wirklich!

Kommentar von Einstein2016 ,

Ein wirklich guter Therapeut kann genau zuhören und macht sich gleichzeitig stichpunktartige Notizen, damit er in seiner Verarbeitung und Vorbereitung auf das nächste Gespräch immer "Up to Date" ist. 

Ich war bereits in 6 stationären Kliniken und nochmals 6 ambulanten Therapien. Ich weiß sehr genau, wovon ich rede und bin da genau der gleichen Meinung wie hier auch mein Kollege "Goodnight".

Es fehlt dieser noch jungen Therapeutin offensichtlich noch an der notwendigen Erfahrung und entsprechendem fachlichen Tun hierzu.

Antwort
von Tamtamy, 37

Tja - welcher Ratschlag wird jetzt mit großer Wahrscheinlichkeit kommen, hm??
Richtig!

"Hab den Mut und sprich deine Gedanken und Befürchtungen möglichst in der nächsten Sitzung an!"

Kommentar von Maria33322 ,

Werde ich machen, danke :)

Antwort
von barbarinaholba, 12

Genau diesen ,deinen Zweifel teil ihr mit! ..beim Therapeut kommt man nur mit Offenheit weiter.! NUTZ' DEIN BISHERIGES VERTRAUEN. ( in der Zwischenzeit kannst du dir in ruh' die Adresse eines anderen Therap. raussuchen und dann abwägen)

Antwort
von Goodnight, 40

Wenn deine Therapeutin nicht weiss, was ihr beim letzten Termin besprochen habt, ist sie nicht vorbereitet.

Dein Gefühl ist also richtig, du dümpelst vor dich hin und wirst etwas bemuttert, das war es dann aber auch.

Kommentar von Dahika ,

Quatsch.

Kommentar von Goodnight ,

Nein absolut korrekt!

Antwort
von Maria33322, 15

Vielen Dank für deine Antwort! Ich vertraue ihr bis jetzt sehr stark und kann mich auch gut öffnen! Danke werde ich ansprechen!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community