Frage von Xboythehidden, 222

Woher stammt Rassismus?

Also wieso gibt es ihn wissenschaftlich gesehen, das würde mich mal interessieren

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Darkmalvet, Community-Experte für Biologie, 95

Im wesendlichen stammt er vom Arterhaltungstrieb.

Der Grund für Rassismus ist also evolutionär bedingt und Rassismus kann aus dem natürlichen Bestreben dem eigenen Genpool Vorteile zu beschaffen entstehen.

Es ist ein natürliches Bestreben, jedes Lebewesens seine Gene weiterzugeben und die Weitergabe von Genen, die den eigene ähnlicher sind zu fördern.

Dieser existiert bei jeder Spezies.

Bei Bienen führt er beispielsweise dazu, dass die Bienenarbeiterinnen evolutionär auf eigene Nachkommen verzichten und stattdessen die Reproduktion der Königin fördern, da aufgrund der Chromosome der Bienen, eine Schwester ähnlicher ist als ein Tochter.

Bei Menschen führt er dazu, dass Eltern ihre Kinder drängen, selber Kinder zu bekommen.

Selbst die Liebe wird von Trieb beeinflusst,

Hast du dich schonmal gefragt, warum viele Ehepartner einander z.b. eine Niere spenden können obwohl das statistisch absolut unwahrscheinlich ist

Ganz einfach, weil es ein Phänomen gibt, dass sich genetisch sexuelle Anziehung nennt und dafür sorgt, dass bei der Partnerwahl eher einem selbst ähnlichere Partner gewählt werden.

Es kann sogar soweit gehen, dass ein Vater sich seine Tochter verliebt, wenn er sie nie gesehen hat und sie nicht wissen, dass sie Vater und Tochter sind.

Dieses Phänomen begründet sich ebenfalls durch den Arterhaltungstrieb.

Dieser Trieb bildet auch die psychologische Grundlage für unter anderem Rassismus, da er in Sozialsystemen die Bevorteilung von einem selbst genitisch ähnlichen Personen bewirkt, was in letzter Konsequenz auch zur Ablehnung von einem selbst genetisch fremden Personen führen kann aber nicht muss.

Das ist im wesendlichen die Wisschenschaftliche Begründung von Rassismus

Kommentar von Xboythehidden ,

Danke :)

Du bekommst morgen das Sternchen :)

Kommentar von Darkmalvet ,

Jo, bittesehr

nehm ich gerne an :)

Kommentar von Obelus ,

das sternchen wäre fällig;)

Kommentar von Darkmalvet ,

Leider hat man Xboythehidden gesperrt.

Er kann es mir nicht geben

Kommentar von Xboythehidden ,

So, jetzt kann ich dir das Sternchen geben :-)

Kommentar von Darkmalvet ,

Danke dir :-)

Expertenantwort
von DiegoderAeltere, Community-Experte für Biologie & Evolution, 63

Fremdenfeindlichkeit ist unter Garantie älter als die Evolutionstheorie und baut auch nicht zwingend auf Sozialdarwinismus auf (der die Evolutionstheorie eigentlich sogar missversteht). Fremdenfeindlichkeit ist sogar älter als die Menschheit selbst, auch bei anderen Menschenaffen kommt sie vor. Schimpansen zum Beispiel stehen neuen Gruppenmitgliedern milde gesagt sehr kritisch gegenüber. Oft endet so eine Begegnung in einem Blutbad.

Bei Fremdenfeindlichkeit handelt es sich also wahrscheinlich um einen relativ alten, evolutionär erworbenen Instinkt. Welchen Nutzen er genau bringt, kann man aus der Lebensweise von Menschenaffen schließen.

Menschenaffen leben in Gruppen zusammen, damit sich die Mitglieder gegenseitig das Leben erleichtern können. Bei einer solchen Kooperation handelt es sich eigentlich auch um eine egoistische Strategie. Indem man anderen hilft, stellt man sicher, dass diese einem ebenfalls helfen können. Letztlich sind auch Gebote wie "Du sollst nicht töten (wer zu deiner Gruppe gehört)" egoistisch.

Der springende Punkt ist jetzt, dass Gruppen sich als Kollektiv gegen andere Gruppen abschotten. Dies war bei vormenschlichen Gesellschaften durchaus sinnvoll, denn eindringende Fremde konnten einem Ressourcen streitig machen, so wie man es selbst auch tat, wenn es nötig war.

Diese Kooperation innerhalb und die Feindseligkeit außerhalb einer Gruppe bauen auf der Verwandtenselektion auf. Verwandtenselektion bedeutet, dass die Aufopferung für nahe Verwandte ein evolutionärer Vorteil sein kann. Das beste Beispiel sind Insektenstaaten, in denen die unfruchtbaren Arbeiterinnen schuften, um das Überleben ihrer fruchtbaren Schwestern zu gewährleisten. Aufgrund der hohen genetischen Ähnlichkeiten zwischen Arbeiterinnen und Königinnen sorgen sie indirekt dafür, dass ihre eigenen Gene an die nächste Generation vermacht werden.

Aufgrund seiner stammesgeschichtlichen Entwicklung ist es für Menschen ein grundlegendes Bedürfnis, einer Gruppe anzugehören. Da solche Gruppen in der heutigen Zeit gewaltige Ausmaße annehmen können, erreichen auch die fremdenfeindlichen Neigungen extreme Auswirkungen, z.B. Kriege und Genozide.

Letztlich ist es dem evolutionär erworbenem Gruppendenken und dem Misstrauen gegen Fremdes geschuldet, dass es auf der ganzen Welt Diskriminierungen gibt.

Fußballfans sind stolz, wenn ihr Verein ein Spiel gewinnt, auch wenn sie selbst nichts dazu beigetragen haben. Anhängern konkurrierender Vereine wird mit Verachtung gegenüber gestanden. In vielen Fällen kommt es dann zu gewaltsamen Eskalationen gegen Menschen, die man nicht einmal kennt.

Menschen fühlen sich einem Volk zugehörig und sind bereit, in Kriegen auf den Befehl von Anführern, die ihnen unbekannt sind, aber zur selben Gruppe gehören, Angehörige anderer Völker zu töten, gegen die sie keinen persönlichen Groll hegen. Der Tod für das Vaterland wird als Ehre wahrgenommen, weil es sich dabei um einen Dienst für die Gruppe handelt.

Aufgrund ihrer Verwandtschaft fühlen sich Leute mit ihnen unbekannten Menschen derselben Hautfarbe verbunden, während andere Ethnien als fremd empfunden und ausgestoßen werden. Andere Ethnien werden reflexartig mit Vorurteilen behaftet und gegenseitig stachelt man sich zum Hass gegen sie auf.

Religionen besitzen das Potenzial, Angehörige verschiedener Volksgruppen zu einen, daraus folgt allerdings auch, dass die Gläubigen sich noch aggressiver gegen andere Religionen abgrenzen und bereit sind, für die Ausbreitung der eigenen Glaubensgemeinschaft zu sorgen, entweder durch Auslöschung oder gewaltsame Integration Andersgläubiger.

Im Kalten Krieg folgten ganze Staaten, die sich zuvor bekriegten, einer gemeinsamen politischen Ideologie, was zur Folge hatte, dass Angehörige anderer Ideologien angegriffen wurden. In der westlichen Welt wurde die Angst vor kinderfressenden Kommunisten geschürt, während sowjetische Propagandaapparate die kapitalistischen Staaten und ihre Bürger als Feindbilder darstellten.

Man könnte also durchaus begründet sagen, dass sämtliche Rassisten, Nationalisten und Extremisten sich von vorsintflutlichen Instinkten anstatt von ihrer Vernunft leiten lassen. Normalerweise hat das P-Wort in der seriösen Evolutionsbiologie keinen Platz, aber ich finde, man kann hier durchaus von primitiven Verhaltensweisen sprechen.

Antwort
von DrPanzerfaust, 72

Lass uns doch lieber über etwas positives diskutieren, nämlich das Gegenteil von Rassismus, die Xenophilie.

https://de.wikipedia.org/wiki/Xenophilie

Nach dem Institut für Interkulturelle Kompetenz und Didaktik ist Xenophilie eine Präferenz, die wie ihr Gegensatz Xenophobie darauf basiert, „dass Menschen ihr Umfeld in Kategorien einteilen und auf dieser Basis Entscheidungen treffen und Einschätzungen über Personen abgeben“.[2] In den Sozialwissenschaften definierte Gerhard Maletzke xenophil, diejenigen „Stämme, Völker, Nationen, die Fremden freundlich und aufgeschlossen begegnen, während xenophobe Gruppen allen Fremden misstrauisch, ablehnend, feindlich gegenüberstehen“ und zur Abschottung neigen.

Menschen die mit ihrem Leben zufrieden sind, wollen möglichst alles so lassen wie es ist (never change a winning team) und neigen deshalb zu Rasissmus, bzw. Xenophobie, während die Menschen die mit ihrem Leben unzufrieden sind, etwas ändern wollen und ständig auf der Suche nach Neuem sind, und deshalb zur Xenophilie neigen. 

Unsere Gene wollen natürlich vor allem sich selbst erhalten und haben deshalb alle Lebewesen darauf programmiert, im Normalzustand gleich und ähnlich aussehende Individuen wie die Eltern zu bevorzugen und das eigene Revier für den eigenen Nachwuchs zu verteidigen. 

 

Kommentar von Darkmalvet ,

Unsere Gene wollen natürlich vor allem sich selbst erhalten und haben deshalb alle Lebewesen darauf programmiert, im Normalzustand gleich und ähnlich aussehende Individuen wie die Eltern zu bevorzugen.

Was allerdings völlig natürlich und auch keinesfalls schlecht ist

Kommentar von Lennister ,

Deine Einschätzung über die Ursachen von Xenophobie widerspricht allen wissenschaftlichen Forschungen zu dem Thema. Es ist ganz im Gegenteil so, dass gerade unzufriedene bzw. unglückliche Menschen zu Feindlichkeit gegenüber anderen Gruppen neigen. 

Kommentar von DrPanzerfaust ,

Es ist ganz im Gegenteil so, dass gerade unzufriedene bzw. unglückliche Menschen zu Feindlichkeit gegenüber anderen Gruppen neigen.

Nein, diese Menschen tragen ihre Xenophobie nur mehr nach außen, während die xenophoben Konservativen die treibende Kraft im Hintergrund sind. 

Es ist lediglich so, dass die Neoliberalen eine vorgetäuschte Xenophilie wie eine Monstranz vor sich hertragen, um mit viel Einwanderung die Arbeitseinkommen drücken zu können.  

 

Antwort
von lohne, 76

Das ist die Angst vor dem Fremden. Und die gab es schon immer.

Antwort
von netflixanddyl, 70

Vorurteile. Vorurteile sind evolutionstechnisch gesehen wichtig, und Rassismus ist einfach die schlimme Form davon.

Antwort
von h3nnnn3, 61

rassismus ist angewandtes unverständnis der evolutionstheorie kombiniert mit einem unausgewogenen moral- und gerechtigkeitsgefühl!

dazu kommt natürlich das bestreben der selbsterhaltung also schutz des eigenen clans usw. ...

Antwort
von NosUnumSumus, 78

Aus einer unbewussten Geisteshaltung namens "Survival of the fittest", die aus Angst entsteht.
Dieser Glaubenssatz wird uns von Kindesalter an beigebracht, obwohl er völliger Blödsinn ist.

Wenn wir nicht wissen, dass wir im Grunde eins sind, dann werden "die anderen" sehr anders.
Denn erst wenn wir uns von anderen abspalten, entsteht die vermeintliche Identität von wir gegen sie und so sind wir eine sichere Gemeinschaft, meinen wir.

Liebe Grüße :-)

Kommentar von Xboythehidden ,

Du möchtest mir jetzt aber nicht erzählen, "Evolution hätte es nie gegeben" oder ?

Kommentar von NosUnumSumus ,

Ich sage, dass die Geisteshaltung unserer Gesellschaft höchst fragwürdig ist.
Evolution hin oder her, Rassismus hiltt niemandem. Hass schürt immer nur Hass. So einfach ist das.
Und solange wir nicht verstehen, dass wir alle zusammen die Menschheit bilden, solange wird sich daran wohl auch nichts ändern, oder?

Kommentar von Darkmalvet ,

Das ist leider nicht richtig.

Mag zwar sein, dass wir alle zusammen die Menschheit bilden, aber dadurch erwächst noch lange keine Verpflichtung anderen gegenüber.

Jeder hat für sich die Legitimation seinen eigenen Weg unbehelligt der Vorstellungen anderer zu gehen, solange er diesen auch nicht versucht die eigenen Vorstellungen aufzudrängen.

Kollektivismus, hat noch niemandem genützt und ist eine Geißel der Menschheit schlimmer noch als der Rassismus

Kommentar von NosUnumSumus ,

Das ist Quatsch. Warum?
Weil ich nicht von Kollektivismus spreche.
Ich spreche davon, dass wir erkennen, dass wir eins sind.
Das hat nichts mit irgendwelchen Verpflichtungen zu tun.
Das heißt nur, dass jeder jeden annimmt, so wie er ist, ohne wenn und aber. Das ist keine Pflicht, das passiert ganz automatisch, wenn wir uns wieder daran erinnern, wer wir sind.
Diese Erkenntnis liegt außerhalb von Worten und Verstand.

Wir schieben doch nur die Evolution als Scheingrund für Rassismus vor, um uns nicht verändern zu müssen.

Wir sagen, dass ist im Kern des Menschen schon immer so gewesen und deshalb muss ich ja fast schon rassistisch sein "das ist mein gutes Recht..."

Aber das ist schlicht und ergreifend falsch.
Warum sollten selbst die Regierungen gegen Rassismus vorgehen, wenn er richtig wäre?
Ist er eben nicht.

Wer sich zum Guten verändern will, der findet Wege.
Wer sich nicht verändern will, der findet Gründe.

Kommentar von Darkmalvet ,

Das heißt nur, dass jeder jeden annimmt, so wie er ist, ohne wenn und aber.

Ohne wenn und aber ist übertrieben, ich kann nur Menschen annehmen, die mich annehmen würden.

Alle anderen muss ich solange ablehnen, wie sie mich ablehnen.

Kommentar von Darkmalvet ,

PS: Ich muss mich nicht ändern, denn ich bin kein Rassist.

Und ich versuche auch nicht die Xenophobie zu legitimieren, sondern nur die andere Seite der Medallie, kehren wir die Wörter mal um und nennen es "Isophillie"

Ich bin voll und ganz gegen das Ablehnen von Fremden, aber ich finde es legitim, die "eigenen Leuten", also sprich die Famillie und Verwandschaft gegenüber anderen zu bevorzugen.

Kommentar von NosUnumSumus ,

Das ist Deine ganz persönliche Meinung und das ist ja auch okay.
Ich sage ja nicht, dass das in dem jetzigen Bewusstsein so möglich ist.
Das wäre die ganz natürliche Folge dieses von mir beschriebenen Bewusstseinswandels.

Es muss niemand Jesus spielen.
Das wird sich, wenn wir uns unserer Schattenseiten bewusst werden, ohne uns Schuldig zu fühlen, sondern sie als das erkennen, was sie sind, ganz von alleine wieder normalisieren.

Kommentar von Darkmalvet ,

Ja, im Grunde hast du recht.

aber nur mal so als krasses Beispiel, wär dir dein eigenes Kind nicht auch wesendlich wichtiger als z.b ein Flüchtlingskind ?

(Das Beispiel bitte nicht falsch verstehen)

Kommentar von NosUnumSumus ,

Ja das ist klar, ich behaupte auch nicht, dass wir in Gleichgültigkeit verfallen.
Das ist natürlich schwer zu verstehen, da dieses Bewusstsein ein sehr tiefes, uns unbekanntes ist.
Du musst Dir vorstellen, dass wir im Innersten tatsächlich Eins sind. Auf äußerer Schicht gibt es viele von uns, doch in Wahrheit sind wir alle nur Aspekte des Einen in uns allen :-)

Das beschreibt eine viel Tiefere Verbindung mit allen und allem.
Das ist die Nächstenliebe, von der Jesus Christus gesprochen hat.

Noch ist dieses Bewusstsein nicht möglich, da wir ganz andere Hürden meistern müssen, die uns bislang den Weg dahin versperrt haben.

Viel Glück und Freude auf Deinem Weg!

Kommentar von Darkmalvet ,

Aspekte des Einen

Aspekte Saurons ?

Nee, mal im Ernst, ich kann dir das so nicht abnehmen, denn ich weis definitiv, dass ich ich bin und nicht du oder sonstwer.

Kommentar von Xboythehidden ,

@NosUnumSumus

Das was du da beschreibst, das trifft auf meinen Zwillingsbruder mich durchaus zu, aber auf sonst keinen Menschen (außer natürlich auf andere Zwillingspärchen untereinander)

Und genau deshalb bedeutet er mir mehr, als alle anderen Personen auf dieser Welt :)

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