odemtann am 26.01.2007 um 11:37 Uhr
Ab und zu hört man diesen Ausdruck, aber wo kommt er her?
Zu der richtigen Herleitung des Ausdrucks "Scherbengericht" vom griechischen "Ostrakismos" noch einige Ergänzungen: Der Brauch mit den Tonscherben bezieht sich auf die athenische Demokratie. Die Einrichtung wird in der Überlieferung mit der Einführung einer frühen Form der Demokratie ("Isonomie" genannt) in Athen unter der Führung des Kleisthenes in Verbindung gebracht (509 - 507 v. Chr.). Die Volksversammlung stimmte einmal im Jahr darüber ab, ob ein Ostrakismos durchgeführt werden sollte. Bei einer mehrheitlichen Bejahung dieser Frage kam es am folgenden Tag zur Abstimmung mit Aufschreiben eines Namens auf eine Tonscherbe. Nicht ganz klar ist, ob zu einer Verbannung mindestens 6000 Stimmen gegen einen Politiker nötig waren oder ob mindestens 6000 an der Abstimmung beteiligte Bürger beim Ostrakismos erforderlich waren. Für 487 v. Chr. ist die erste Anwendung, die zu einer Verbannung führte, belegt. Das letzte Opfer war Hyperbolos, die Datierung (418 v. Chr. oder ein wenig später) ist nicht ganz sicher.
Hallo odemtann,
wie so vieles, war auch das Scherbengericht eine Erfindung der alten Griechen. ;) (zwischen 487 und 418 v.Chr.) Daher wird es auch als Ostrakismos bezeichnet, weil Ostrakon eben Tonscherbe bedeutet.
Es ging darum, demokratisch zu entscheiden, wer aus Athen verbannt werden sollte. Pro Jahr konnte nur eine Person auf 10 Jahre verbannt werden, Eigentum blieb erhalten, eine vorzeitige Rückkehr wurde unter der Androhung der Todesstrafe verboten.
Auf einer jährlichen Bürgerversammlung wurde dann eben durch Schreiben der Namen der Kandidaten auf Tonscherben darüber „abgestimmt“, welcher Bürger die Stadt zu verlassen hatte.
Dahinter steckte die Angst vor zu großer politischer Macht eines Einzelnen, Vorbeugung vor Tyrannei sozusagen. Auf diese Weise, die also keine richtige Gerichtsverhandlung war, musste dem Verbannten nichts Negatives nachgewiesen werden.
Viele Grüße
Uta
(goodmood)