Frage von crubble,

Woher kommt die Redewendung "Stock-besoffen"?-Danke!

Antwort von occident,
6 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Das „stock“ in stockbesoffen ist ein „adjektivisches Präfixoid“ das verstärkend wirkt: ganz und gar, durch und durch, völlig. Vor allem in Verbindung mit Eigenschaften, die in dem Textzusammenhang nicht erwartet, nicht als positiv angesehen werden.

Beispiele neben stockbesoffen: stockdumm, stockblind, stockfinster, stockheiser und ähnliche.

Quelle: Duden Bedeutungswörterbuch

Kommentar von xyungeloest,

occident: das wird es sein :o)

Kommentar von cathystraum,

Präfixoid ist ein tolles Wort. Habe ich zum ersten Mal in meinem Leben gelesen. Wieder was gelernt.

Antwort von wj2000,
5 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ich nehme an, das man damit meint, dass er so besoffen ist, dass er am Stock gehen mußte.

Kommentar von occident,

Sorry, klingt gut, stimmt so aber nicht.

Kommentar von xyungeloest,

occident: aber die möglichkeit am stock zu gehen ist immerhin gegeben, wenn einer stockbesoffen ist :o))

Kommentar von occident,

:)

Antwort von xyungeloest,
4 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

kann aber auch sein, weil ein besoffener so steif wie ein stock ist und ihn keiner mehr wegbewegen kann.

man sagt ja auch : " der ist stocksteif. "

Kommentar von wj2000,

in Verbindung wenn er kein Sport machen kann, aber nicht mit Alkohol.

Kommentar von xyungeloest,

bei uns sagt man das auch zu den besoffenen. scheint eben mehrere steife stöcke zu geben :o))

Antwort von RolfHoegemann,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Meines Wissens kommen einige dieser "Stock"-Begriffe vom altdeutschen Begriff für Pflanzenkörper (z.B. Blumenstock = Blumenpflanze, die gesamte Pflanze):

stocksteif = bewegunglos, wie eine Pflanze

stockbesoffen = dadurch hilflos und steif wie eine Pflanze

stockdumm = intelligent wie eine Pflanze

stockdunkel & stockblind, so haben wir im Deutschuunterricht gelernt, kommen jedoch vom Bergwerksstollen, auch "Stock" genannt, weil es da ohhne Licht eben stockdunkel ist...

Antwort von magicheight,

Weitere Beispiele: stockdumm, stockblind, stockfinster, stockheiser, u.a.

Nähere Erklärung:

Diese Zusammensetzungen sind seit dem 16. Jhdt. bezeugt u. gehen von der Bedeutung "Klotz" für "stoc" (mhd.) aus. Einen ausgehöhlten Klotz bezeichnete es ursprünglich zum Beispiel im Wort "Bienenstock".

(Ein ausgehöhlter Baumklotz bedeutete im Mittelhochdeutschen auch "ausgeschlagener Wurzelstock" od. "Haupttrieb einer Pflanze" - diese Bedeutung findet sich in Weinstock, Rosenstock, Blumenstock.)

Seit dem 16. Jhdt. haben sich dann in der Umgangssprache Zusammensetzungen mit "stock" ergeben - also z.B. wie oben erwähnt: "Stockdumm" = "So dumm wie ein Klotz." Und dann wurde aus dem "Stock" generell das adjektivische Präfixoid, das man generell einem Wort voransetzte, um es zu verstärken in der Aussage. (Also bspw. stocksauer = so richtig sauer; Stockbesoffen = mehr als nur ein kleines bisschen betrunken :-) etc.)

Keine passende Antwort gefunden?

Weitere Fragen mit Antworten

Fragen Sie die Community