Frage von steffenk, 80

Woher kommt der Fremdenhass im Osten Deutschlands?

Antwort
von JamesBlond, 27

Es gibt tatsächlich Studien, die belegen dass es in den neuen Bundesländern mehr Vorurteile gegenüber Zuwanderern gibt (http://www.berlin-institut.org/fileadmin/user_upload/So_geht_Einheit/BI_SoGehtEi... S. 14f.). Meistens werden die Ursachen dafür historisch gesehen. Während in Westdeutschland schon ab den 50ern viele Gastarbeiter ins Land kamen und auch in Deutschland blieben, war das in der DDR weniger der Fall. Es gab zwar Gastarbeiter aus sozialistischen Bruderstaaten, diese waren aber meist vom Rest der Bevölkerung abgeschottet und mussten das Land irgendwann wieder verlassen. Das bedeutt, dass im Westen Menschen mit Migrationshintergrund einfach schon länger "Normalität" sind, noch heute leben im Westen viel mehr Leute mit Migrationshintergrund als im Osten. Und was man nicht kennt, das fürchtet man mehr.

Antwort
von terrial, 20

Meines Erachtens liegt es an der Hass-Kultur, die sich in den 53 Jahren Diktatur seit 1933 entwickelt hat. Zwar war 1990 mit der Diktatur Schluss, aber der Hass war noch da und ist Teil der ostdeutschen Seele geworden, genauso wie das Selbstmitleid. Diese Gemengelage wurde von westdeutschen Rechtsaußen aufgegriffen und instrumentalisiert. Da das demokratische politische System noch unterentwickelt war, gab es zunächst wenig Gegenwehr und die Faschisten konnten ihre Strukturen aufbauen. Diese strukturelle Stärke ist genau das, was es im Westen nicht gibt und was es ermöglicht, im Osten die Hasskultur zu pflegen. Dagegen wird man mit Gegenwehr, aber letztlich wohl nur mit Verboten und Kriminalisierung ankommen. Das wissen die Organisatoren genau und darum versuchen sie möglichst, in der Öffentlichkeit justiziable Parolen zu vermeiden. Erst wenn man eine direkte Verbindung von Schlägern und Brandstiftern zu Parteien und Organisationen herstellen kann, ist ein Verbot möglich. Ohne Strukturen gibt es zwar noch Hass, aber er wird weniger pflegbar.

Antwort
von himako333, 21

irgendwie stecken einige Leute  der Ex-DDR noch in der "Achtmonatsangst" eines Säuglings fest, die fremdeln und werden bockig.

Der Anteil von Menschen mit unabgeschlossenen Sozialisation in unserer Gesellschaft ist dort bedeutend größer als in der alten BRD,.deswegen liegt dort eine deutlich stärkere Affinität zu fremdenfeindlichen Einstellungen vor.. 

Teile der Ostdeutschen haben noch nicht die Chancen der Individualisierung erkannt, trauen sich nicht eigenverantwortlich zu ihrem pers. Versagen z. Bsp. auf dem Arbeitsmarkt einzustehen, das konstruktiv zu ändern, .. denn  es ist bequemer in allem weniger bis unbekannten einen Feind zusehen..daraus ziehen die dann eine, wenn auch nur scheinbare Stärke, die somit deren Situation nicht verbessert .. aber verschlechtert .. denn der Wirtschaftsstandort Ostdeutschland verliert dadurch massiv an Attraktivität für nicht nur westdeutsche Unternehmen , auch für ausländische..sowie für Touristen.. Studenten 

Antwort
von Apfelkind1986, 62

Fremdenhass ist immer dort am Größten, wo es die wenigsten Fremden gibt, da er sich aus Gruselgeschichten und nicht haltbaren Vorurteilen speist.

Antwort
von 1988Ritter, 62

Die Menschen in Ostdeutschland sind es nicht so gewohnt wie die Menschen in Westdeutschland als Nazi beschimpft zu werden. Deshalb machen die wahrscheinlich viel eher Unmutsbezeugungen, als Menschen aus den alten Bundesländern.

Dies bedeutet aber nicht, dass Menschen aus Westdeutschland nicht ähnlich negative Gedanken wie Menschen aus Ostdeutschland haben. Ich würde dies nicht regional bezogen sehen.

Kommentar von Ruehrstab ,

Und aus welchem der beiden Teile stammst du?

Kommentar von marina2903 ,

genau so sehe ich das auch

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von Tim2k12, 80

Also ob es nur Fremdenhass in Ostdeutschland gebe.

Woher kommen deine Vorurteile?

Kommentar von Apfelkind1986 ,

Er ist im Osten deutlich stärker verbreitet. Das siehst du auch daran, wo die NPD mehr Stimmen holt.

Antwort
von wedsawetrtzg, 58

Vielleicht liegt es daran, dass man im Westen mehr Erfahrung hat. Da standen 1989 nämlich schon mal 13 Mio. Ossis vor der Tür. Das hat dann über die Jahre ca. 1,5 Billionen EUR gekostet.

Kommentar von Tim2k12 ,

Und wieiviel Wessis waren im Osten und haben da die Wirtschaft zerstört? Und 13 Mio Ossis sind sicher nicht in den Westen gekommen.

Kommentar von Apfelkind1986 ,

Dazu Folgendes:

https://www.youtube.com/watch?v=LeQA5gd1FvE

Minute 4:05 - 5:12

Kommentar von wedsawetrtzg ,

Falsch, die war schon zerstört, sonst wäre die DDR ja nicht auf die Bretter gegangen.

Kommentar von wedsawetrtzg ,

Aber 13 Mio. Ossis haben sich das heruntergewirtschaftete Land sanieren lassen. Die 1,5 Billionen (das sind 12 Stellen hinter der Eins) sind ja nicht für Begrüßungsgeld draufgegangen.

Ich sage nicht, dass alle Schuld an der Misswirtschaft waren, aber ich würde zurzeit etwas mehr Empathie erwarten.

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