Frage von IchBinEdelgas, 59

Woher kommt das Geld beim Trading mit Aktien?

Gehen wir davon aus, dass ich in eine Aktie mit geringer Marktkapitalisierung, z.B. 0,05 Mio € (Pennystocks), investiere. Wenn ich jetzt für mehrere Mio € Aktien kaufe, sollte doch der Aktienkurs theoretisch durch die Decke schießen. Jetzt meine Fragen! Wenn ich meine Anteile nun verkaufe sollte ich doch Unmengen an Gled verdienen und die Aktie sollte wieder stark fallen, oder? Woher kommt das Geld, dass ich dann gewinne, da ich ja alleine den Kurs so hoch gebracht habe? Habe ich irgendwo einen Denkfehler oder hat das ganze einfach keinen Sinn?

Freue mich über eure Antworten :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Traveller24, 15

Das geld kommt von Dir und Du gibst es den anderen. Du machst nämlich einen Denkfehler, der weit verbreitet ist.

Wenn Du viel Geld in einen pennystock investierst, dann steigt dadurch dessen Kurs. Aber nicht nach deinem kauf, sondern bei deinem Kauf. Du bezahlst den hohen Preis.

Das was im allgemeinen als "Kurs" im Börsenticker etc angegegen ist, ist nämlich nicht der Preis, zu dem Du jetzt kaufen / verkaufen kannst, sondern der Preis, zu dem der letzte Handel abgeschlossen wurde ( besonderheiten wie Brief / Geld / Taxe  lasse ich mal aussen vor ). Bei Aktien, die sehr viel gehandelt werden, ist das völlig ausreichend. Wenn ich ein paar Apple-Aktien kaufen will und eben gerade Apple-Aktien zum Preis von x gehandelt wurden, dann wird mein Handel zu einem vergleichbaren Preis gemacht werden. Von Apple gehen soviel Aktien über den Tisch, da macht mein Kauf nicht den unterschied.

Wenn jetzt aber ein Pennystock nur mit ganz geringen Mengen zum Preis von z.B. 10 Cent gehandelt werden und ich jetzt ein paar Millionen davon kaufe, also vielviel mehr als normal gehandelt werden.dann knallt der Kurs tatsächlich nach oben auf z.B. 1 Dollar. Die Nachfrage ist halt durch mich jetzt sehr hoch. Aber es ist nicht so, dass ich noch die 10 cent bezahle und nachher sagt dann jemand "so, die Aktie wird viel gekauft, die ist jetzt 1 Dollar wert". Es ist vielmehr so, dass ich durch meinen riesen Kauf den Preis hochtreibe, denn ich muss schon 1 Dollar zahlen. Die 10 cent vom letzten handel davor sind schon Geschichte.

Andersherum geht es dann genauso. Wenn ich diese riesenmenge Aktien auf den markt schmeisse, dann fällt der Kurs rapide. Aber nicht hinterher, sondern bei meinem Handel. Ich muss ja mit dem Kurs ganz weit runtergehen, um diese Riesenmenge abzusetzen. Ich kann die also nur für vielleicht 5 cent verkaufen und mache einen riesen Verlust.

Kommentar von IchBinEdelgas ,

Sehr gut veranschaulicht danke!

Antwort
von Mojoi, 16

Nein. Du bist selbst der einzige Nachfrager deiner Aktien.

Geld könntest du nur verdienen, wenn du noch einen anderen Käufer für deine Aktien findest. Außer dir gibt es aber keinen weiteren Interessenten für die Aktien.

Du müsstest ein paar Blöde finden, die glauben, dass die Aktien ihren Marktkurs wert ist. Das Geld käme dann von denen. Sie würden überteuerte Aktien kaufen.

Unterstellen wir mal, dass du ein paar Blöde findest. Die kaufen dann deine Aktien für 7 Cent. Nach ca. 10.000 verkauften Aktien wäre der Markt gesättigt. Allzuviele Blöde gibt es im Aktiengeschäft nicht (bzw. die existieren nicht lange, weil sie bald pleite gehen).

Du könntest nur noch mehr Blöde an den Markt locken, indem du mit dem Preis runtergehst: 6 Cent, 4 Cent, 3 Cent...

Unwahrscheinlich, dass du damit reicht wirst.

Antwort
von christl10, 20

Hinter jeder Ausführung steht ein Käufer und ein Verkäufer. Wer zu welchem Kurs welchen Betrag kaufen oder verkaufen möchte bestimmt den zugrundeliegenden Kurs der bestimmt wird. Der Markt macht die Kurse, nicht Du!

Kommentar von IchBinEdelgas ,

Bei geringer Marktkapitalisierung hat man bei hohen Einsätzen eine starke Auswirkung auf den Kurs. 

So habe ich mir immer die hohen Ausschläge bei Pennystocks erklärt oder liege ich da Falsch?

Wie kommen diese Ausschläge dann zustande?

Antwort
von Diodeicieli, 17

Die Frage ist: wer soll dir die Anteile abkaufen?

Gewinne kannst du nur dann machen, wenn du auch wirklich einen Käufer findest, der dazu bereit ist, dir die Anteile zu diesem Preis abzukaufen.

Antwort
von Busverpasser, 12

In deinem konstruierten Szenario käme das Geld von dem Dummen, der deine Aktien kauft - wenn du ihn findest. Vlt. hat der dann sogar Glück und findet wieder nen Dummen, der die Aktie für viel Geld kauft.

im Großen und Ganzen funktionieren auf diese Weise auch Marktmanipulationen durch Institutionelle Anleger mit großer Liquidität. Da braucht man aber keine Pennystocks für...

Antwort
von GuenterLeipzig, 18

Kleiner Tipp: Bei Pennystocks ist die Pleite der Firma oft nicht weit.

Kein gestandener Investor wird solche Titel sich ins Depot legen.

Ich meide Pennystocks wie die Pest.

Wenn Du Pennystocks hast, müssen auch Käufer da sein, die diesen Titel nachfragen.

Unwahrscheinlich, dass das der Fall sein wird.

Dann müsste die Firma auf einmal aus heiterem Himmel hohe Gewinne schreiben.

Günter


Kommentar von Busverpasser ,

Ach mit Pennystocks kann man wunderbar zocken. Man muss sich aber im Klaren sein dass man ZOCKT.

Es gab unter Goldminienaktien z.B. Pennystocks die ich vor 10 Jahren mal beobachtete. Da schwankte dann der Kurs schon mal um 1000% in wenigen Wochen...Pleite ist die Mine trotzdem nicht gegangen. Mit nem guten Händchen kann man also was rausholen.

Und am besten nicht über Nacht im Depot lassen...dann kann man auch besser schlafen... :-D

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