Frage von kaktusfeld, 293

Woher haben die Krankenkassen das ganze Geld?

Ich bin Studentin und kriege teure MS-Medikamte. Eine Packung kostet über 3000€ und das könnte ich niemals selbst bezahlen. Woher hat meine Krankenkasse eigentlich das ganze Geld um mir das zu finanzieren? Zahlt das der Staat mit oder sind das die Beiträge der Mitbürger? Muss ich eigentlich ein schlechtes Gewissen haben, weil ich irgendjemandem auf der Tasche liege? Ich bin gesetzlich versichert.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Interesierter, 212

Die Krankenkasse ist ein Solidarsystem. Das heisst, jeder Versicherte zahlt ein und der, der krank ist wird mit diesem Geld versorgt.

Deswegen musst du kein schlechtes Gewissen haben, wenn du hier ein teures Medikament erhältst. Dankbarkeit wäre vielleicht angebracht, mehr aber auch nicht.

Genau dafür ist die Krankenkasse da. Also mach dir keine Sorgen, was das Medikament kostet sondern schau auf deine Gesundheit.

Ich wünsche dir alles Gute!!

Antwort
von offeltoffel, 181

Ach, DU bist das! Ich frage mich immer, für was ich so viel Beiträge zahle, wenn ich gerade ein- oder zweimal im Jahr für ne Minute zum Doc schaue ;D

Naja, also für genau sowas haben wir eben die Solidargemeinschaft. Wenn einer von uns krank wird, tragen es viele Schultern. Wer immer gesund ist, der zahlt eben mehr als er empfängt, aber dafür bleibt ihm das Leid der Krankheit erspart. Ich finde, das ist fair.

MS ist eine echt fiese Geschichte. Da musst du dir nicht auch noch ein schlechtes Gewissen machen. Die Rechnung geht am Ende schon auf. Keiner wird im Regen stehen gelassen, aber dafür muss eben auch jeder fleißig abdrücken.

Kommentar von BellAnna89 ,

«Keiner wird im Regen stehen gelassen»

Schön wär's! Besondere Krankheiten, die sehr selten vorkommen, werden nämlich nicht anerkannt, und dann hat man eben richtig geloost. Obwohl das Geld locker reichen würde. Gut, dass die FS die Hilfe bekommt, die ihr zusteht. 

Kommentar von offeltoffel ,

Obwohl das Geld locker reichen würde

Wer sagt das? Die Krankenkassen fahren ein Finanzierungssystem, das wie jede Versicherung auf den brutalen Werten purer Statistik beruhen. Je mehr Therapien zu den unterschiedlichen Krankheiten übernommen werden, desto höher der Beitrag für alle. Unser aktuelles System ist also eine Art "Kompromiss" zwischen Beitragssatz und übernommener Leistungen.

Kommentar von BellAnna89 ,

Wenn lebenswichtige Hilfe ausbleibt, weil die Kohle für sogenannte medizinisch notwendige Abtreibungen draufgeht, oder für völlig überflüssige Kuren für Menschen, denen mit harten Worten mehr geholfen wäre, tja, dann werde ich etwas wütend.

Kommentar von offeltoffel ,

Alles eine Frage des Standpunkts. Leider haben wir "Kunden" keinen Einfluss darauf, was von den Kassen übernommen wird und was nicht - das ist natürlich ärgerlich. Andererseits wirst du keine Systematik finden, nach der jeder zufrieden ist.

Dass Menschen das System ausnutzen (z.B. für eine Kur, die eigentlich nicht notwendig wäre), kannst du ebenfalls nicht verhindern. Meine Tante hat gerade erst eine Schmerzkur absolviert. Da kann man auch abwiegen: ist das jetzt sinnvoller, als eine sehr teure Therapie für einen Schwerstkranken? Ihr hat es Lebensqualität verschafft. So kannst du bei allen Leistungen argumentieren.

Klar geht es um Geld, aber so ist das doch überall. Wir können uns in Deutschland mehr als glücklich schätzen. Die Schattenseite der Solidargemeinschaft heißt natürlich "Einzelschicksal", so grausam das auch sein mag.

Kommentar von MiaMaraLara ,

Was soll den ""sogenannte"" medizinisch notwendige Abreibungen" Wenn Sie medizinisch notwendig sind, sind sie wohl notwendig. Also was soll daran nicht zu vertreten sein? Und nicht medizinisch notwendige Abtreibungen werden nicht durch die Krankenkassen finanziert. 

Antwort
von kevin1905, 39

Gesetzliche Kassen sind primär beitragsfinanziert, allerdings schießt der Staat auch aus Steuermitteln zu.

Du bist krank. Dafür kannst du nichts und musst auch kein schlechtes Gewissen haben.

Antwort
von MiaMaraLara, 47

Mitbürger, sprich andere gesetzlich Versicherten. Es zahlen viele ein die keine Leistungen nutzen bzw. in der Summe weniger als für diese ausgegeben werden. Sobald man (so wie in dem Fall du) zahlt es sich aus zur Solidargemeinschaft zu gehören.

Teilweise fließen noch Gelder des Staats in den Gesundheitsfonds. Das ist allerdings nur ein sehr geringer Anteil im Vergleich zu den Versichertenbeiträgen.

Antwort
von NSchuder, 136

Das Geld kommt von der beitragspflichtig Versicherten.

Es gibt ja nicht nur Menschen die teure Medikamente oder OPS benötigen sondern auch Menschen, die jeden Monat ihre Beiträge zahlen und nie krank werden - also auch nie eine Leistung von der Krankenkasse beziehen.

Sowas nennt sich dann Solidarprinzip.

Antwort
von Pauli1965, 157

Nein, du musst kein schlechtes gewissen haben .KK werden durch die Beiträge der Mitglieder finanziert. Und nicht jedes Mitglied rennt dauernd zum Arzt und nicht jedes Mitglied braucht ständig Medikamente.

Alles gut, keine Angst.

Antwort
von Bitterkraut, 97

Von den Versicherten - aber mal ehrlich, das weiß man doch, als Sudentin?

Versicherte zahlen Beiträge, für die, die es brauchen. Das ist Sinn und Zweck einer solchen Solidargemeinschaft.

Ein schlechtes Gewissen müßte höchstens die Pharmaindustrie haben, bei den Preisen.

Kommentar von BellAnna89 ,

Ja, aber die, und die Kassen, stellen sich auch noch als barmherzige Samariter hin ...Dabei haben die den größten Nutzen.

Kommentar von Bitterkraut ,

Den größten Nutzen haben die Kranken. Vergiß das bitte nicht.

Auch, wenn es an den Kassen was zu meckern gibt, gehören sie zum besten, was es weltweit in dieser Hinsicht gibt.

Wer mit der Arbeit der Krankenassen hier nicht zufrieden ist, soll mal versuchen, sich in einem anderen Land so zu versichern.

Antwort
von brido, 29

Die könnten mit der Pharmaindustrie aber besser verhandeln. Die Preise sind ein Horror. 

Antwort
von Siggy, 46

Da einige von uns Kassenbeiträge einzahlen, bleibt ein bisschen übrig, um Patienten wie dich mit Medikamenten zu versorgen. Auch der Vorstand der Kassen lebt noch ganz gut von dem Eingezahlten.

Antwort
von BellAnna89, 120

Du musst absolut kein schlechtes Gewissen haben, das ist schließlich das System der gesetzlichen Krankenversicherung. Die, die einzahlen, aber kaum in Anspruch nehmen, erwarten auch sicher keine Dankbarkeit! Aber die Kassen, die tun immer so, als seien die Gelder aus dem eigenen Portemonnaie. Da kann man nur froh sein, wenn man die Mittel, die man so dringend braucht, auch bekommt! 

Von Herzen alles Gute für dich!

Kommentar von BellAnna89 ,

Ist eigentlich ganz schön blöd von deinem Arzt, dass er dir den Preis unter die Nase reibt. Wenn mir nach meinem Notkaiserschnitt der Chirurg gesagt hätte, wie viel meine Kasse für die 15 Minuten Schnippeln blecht, hätte ich ihm die Augen ausgekratzt. Ist ja nicht so, als hätte man eine Wahl...

Kommentar von kaktusfeld ,

Ich habe die Summe nicht vom Arzt erfahren, sondern sehe sie immer auf dem Kassenbon, wenn ich zur Apotheke gehe

Kommentar von Bitterkraut ,

Seit wann sind Mediamentenpreise denn geheim? Und worin liegt der Sinn, sie geheimzuhalten?

Kommentar von GanMar ,

hätte ich ihm die Augen ausgekratzt

Warum? Hat er seine Arbeit nicht gut gemacht? Außerdem wurde von dem Betrag weit mehr bezahlt als nur der Chirurg. Oder meinst Du vielleicht, der Anästhesist und die OP-Pfleger arbeiten umsonst? Oder die benötigten Medikamente und medizinischen Hilfsmittel wachsen auf Bäumen? Die OPs wären sauber, die Kittel gewaschen und gebügelt, die Instrumente sterilisiert direkt vom Himmel gefallen?

Kommentar von BellAnna89 ,

Ist mir klar, dass das einen Haufen Geld kostet, aber eben weil man es sich ja sicherlich nicht aussucht, braucht man doch nicht mit der Summe belastet zu werden?! Die FS zum Beispiel glaubt sogar, sie müsste ein schlechtes Gewissen haben, dabei hat sie ganz andere Sorgen. Über die Unsummen Bescheid zu wissen trägt wohl kaum zur Genesung bei, ist nur belastend für die Psyche, also eher noch schädlich als sonstwas. Und tatsächlich hat mein Chirurg großen Mist gebaut, aber das ist ja menschlich und ein ganz anderes Thema.

Kommentar von GanMar ,

Über die Unsummen Bescheid zu wissen trägt wohl kaum zur Genesung bei

Ach so, jetzt erst verstehe ich Deinen Einwand.

Nun, da bin ich anders gestrickt. Unsummen sind das für mich nicht. Unsummen sind es, wenn mal wieder irgendwo in Deutschland ein Schiffsanleger an einem Gewässer gebaut wird, welches überhaupt nicht schiffbar ist. Der Bund der Steuerzahler nennt Dir in seinem "Schwarzbuch" gern weitere Verwendungsmöglichkeiten für Geld, welches man sinnvoller hätte ausgeben können. Das regt mich auf.

Ob die "Reparatur" eines Innenmeniskus nun 100, 1000 oder 10000 Euro kostet - das ist nun mal so. Es ist zwar viel Geld, aber keine Verschwendung. Denn Gesundheit und Leistungsfähigkeit sind unbezahlbar und damit ist jede Maßnahme gerechtfertigt, die nach medizinischem Standard erforderlich ist, diesen Zustand wieder herzustellen.

Kommentar von Bitterkraut ,

Außerdem gibt es für jeden, auch für Kranke, immer wieder  im Leben die Gelegenheit der Gesellschaft etwas zurückzugeben, das muß nicht immer Geld sein.

Antwort
von jens79, 39

Das zahlen alle Beitragszahler. Da das System aber nur bedingt funktioniert, steigen die Beiträge aber immer weiter...

Antwort
von sangsum, 19

Ganz ehrlich, ich möchte Dir nicht zu nahe treten, aber was studierst Du? In jedem Studium muss man etwas recherchieren. Bei google unter dem Begriff "Krankenkasse Einnahmen" findest Du sofort die richtige Antwort. Das dauert nicht mal 2 s und man spart sich den ganzen Text... http://www.bmg.bund.de/themen/krankenversicherung/finanzierung/finanzierungsgrun...ml Das ist sonst die Antwort. Ich sehe das immer häufiger, dass ständig alle gleich fragen, anstatt selbst zu suchen. Ich frage erst, wenn ich nicht weiterkomme. Dennoch viel Glück und hoffentlich kannst Du es lange genug aufhalten. MfG

Antwort
von eulig, 31

das zahlt die Versichertengemeinschaft. nennt sich Solidaritätsprinzip.

einer für alle und alle für einen.

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